Der ultimative Ratgeber für den Kaminkauf

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Der ultimative Ratgeber für den Kaminkauf

Acht wichtige Schritte zum eigenen Kaminofen

Ein prasselndes Kaminfeuer ist ein stimmungsvoller Ausklang für einen langen Tag. Denn im angenehmen Licht und der wohligen Wärme eines gemütlichen Feuers lässt sich entspannte Ruhe finden. Aus gutem Grund stehen Kaminöfen ganz oben auf der Wunschliste vieler Menschen. Zunehmend ins Gewicht fallen auch ökonomische Aspekte, denn die allgemeinen Öl- und Gaspreise steigen stetig, sodass alternative Heiz-Möglichkeiten im Generellen immer interessanter werden.

1.Erste Überlegungen vor dem Kauf eines Kaminofens

Vor dem Kauf sollten die örtlichen Gegebenheiten in Haus oder Wohnung von einem Schornsteinfeger überprüft werden. Jeder Kaminofen benötigt einen ordnungsgemäßen Rauchabzug, der in jedem Fall geprüft und zugelassen werden muss. Der Schornsteinfeger testet vor Ort, ob die Schächte zum Schornstein sicher sind, um einen rückstandslosen Abzug der Abgase zu gewährleisten. Diese Abgasanlage zieht die Verbrennungsrückstände aus dem Ofen über die Schachtanlage in die Atmosphäre.

Sollte der Einbau eines Kaminofens in einem Neubau geplant sein, muss der Architekt die nötigen Details bedenken. Dazu zählt etwa, dass der Schornstein auf dem Dach die erforderliche Höhe mitbringt. Er muss mindestens die Din-Norm V2 erfüllen, damit er für Festbrennstoffe zugelassen ist. Außerdem ist die Statik der Bodenplatte zu beachten, denn diese muss die Last des Kamins – und gegebenenfalls auch das Gewicht der daneben zu lagernden Holzscheite – tragen können. Des Weiteren muss ein ausreichender Abstand zu brennbaren Materialien eingehalten werden, beispielsweise sollte sich ein Bücherregal nicht in direkter Umgebung der Feuerstelle befinden. Sind etwa Kleinkinder im Haus, so sollten diese vor dem offenen Feuer keinesfalls unbeaufsichtigt spielen können.

2.Wichtige Kriterien beim Kauf eines Kaminofens

Vor dem Kauf eines Kaminofens sollten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. So sprechen beispielsweise auch ökonomische Gründe für einen Brennofen. Die Einbindung eines Kaminofens in das reguläre Heizsystem könnte für den Bauherrn eine Überlegung wert sein. So gibt die Feuerstelle einen gehörigen Teil der produzierten Wärme an den Heizkreislauf in allen Räumen ab und Energiekosten können gespart werden. Die Heizleistung von handelsüblichen Kaminöfen liegt gewöhnlich zwischen 7 und 11 kW, was im Regelfall für die meisten Räume schon fast zu viel ist. Es sollte also vorher überprüft werden, ob ein Kaminofen tatsächlich in den vorhandenen Räumen sinnvoll betrieben werden kann.

Doch eine hohe Heizleistung ist nicht alles, natürlich spielt auch die Qualität eines Kaminofens eine sehr wichtige Rolle. Ein qualitativ hochwertiger Kaminofen sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Die Türen müssen zuverlässig und bündig zu verschließen sein.
  • Die Verbrennungsluft muss vorgeheizt werden, damit ein Verrußen der Ofen-Scheibe ausgeschlossen werden kann.
  • Auch die Beschaffenheit des Ofens ist ein wichtiges Auswahlkriterium. Ein massives Außengehäuse lässt mit einer dicken Wand aus Stahl auf eine solide und feuerfeste Bauweise des Gerätes schließen. Im Fachjargon nennt man das eine ausreichende Schamottierung, die unbedingt zu den Auswahl-Kriterien zählen sollte.

3. Was beim Schornstein zu beachten ist

Ist in Haus oder Wohnung kein Schornstein vorhanden, gibt es auch die Option, einen neuen Schacht einzubauen. Falls der Aufwand für den Inneneinbau eines Schornsteins zu groß ist, kann alternativ ein fertiges Schornstein-System an der Hauswand angebracht werden. Diese Fertigteilschornsteine sind ausgesprochen robust, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und zudem sehr widerstandsfähig bei hohen Temperaturen. Solche Komplettbausätze sind fortwährend feuerfest und säure- und rußbrandbeständig. Diese Systeme sind raumluftunabhängig und können – je nach Ausführung – mit verschiedenen Brennstoffen (wie Holz, Briketts oder Öl) befeuert werden. Die Montage an der Wand sollte von einem Fachmann durchgeführt werden, denn für die Befestigung müssen bestimmte statische Bestimmungen eingehalten werden. Auch Auflagen des Brandschutzes müssen beachtet werden, die allgemeinen Feuerungs-Verordungen aller Bundesländer legen den genauen Abstand von Feuerstelle zu naheliegenden Bauteilen auf mindestens 20 cm fest. Dieser Bereich muss ständig belüftet werden und darf nicht mit brennbaren Baustoffen (mit geringer Wärmeleitfähigkeit) ausgefüllt werden.

4. Die Kaminofen-Rohre sind ein wichtiges Detail

Ein gutes Kaminofen-Rohr sollte unbedingt aus Stahl gefertigt sein. Stahl hat gegenüber Rohren aus Aluminium den Vorteil, dass es stabil in der Form bleibt und bei der Montage leicht zu handhaben ist. Darüber hinaus ist Stahl langlebig und gegenüber Aluminium eine viel sicherere Alternative. Beim Kauf von Kaminofen-Rohren ist darauf zu achten, dass die Rohrdicke mindestens zwei Millimeter beträgt. So kann es auch bei starker Befeuerung des Kamins nicht zum Durchbrennen des Ofenrohrs kommen. Auch die Lackierung ist in Betracht zu ziehen, denn moderne Kaminofen-Rohre verfügen über eine extra Beschichtung mit Senotherm Hochtemperaturlack – dadurch kann man auch bei hohen Kaminfeuer-Temperaturen das Rohr noch berühren. Beim Schornsteinanschluss des Kaminofenrohres ist es außerdem von besonderer Bedeutung, dass das Rohr dicht schließt. Um hier nachzuhelfen, kann für den Anschluss an den Kaminofen (wie auch für den Anschluss an den Schornstein) Kamindichtschnur verwendet werden. So wird vermieden, dass auftretender Rauch in den Wohnraum gelangt. Zudem wird dafür gesorgt, dass der Abzug im Schornstein nicht schwächer wird.

5. Die richtige Wahl des Kaminofens

Wenn für einen gesicherten Rauchabzug gesorgt ist, kann nun das Kaminofen-Modell ausgewählt werden. Die Auswahl ist riesig, es gibt diese Unterkategorien:

Offene Kamine:

Für viele ist ein offener Kamin der absolute Wohntraum, denn offene Kamine überzeugen nicht nur durch eine optimale Verteilung der Wärme – sie schmeicheln auch unseren Sinnen. Je nach Modell sind diese offenen Feuerstellen für die Beheizung von einem oder mehreren Räumen geeignet. Es wird nicht nur gemütliche Behaglichkeit verbreitet, auch Heizkosten können drastisch gesenkt werden. Die alt hergebrachte Holzbefeuerung kann so mit neuester Technik und besten Materialien kombiniert werden – eine angenehme Symbiose aus Tradition und Moderne. Unter dem Strich ergibt sich für den Verbraucher eine optimale Heizleistung.

Werkstattöfen:

Auch diese sind vielseitig einsetzbar und in zahlreichen Ausführungen erhältlich. Oft sind Werkstattöfen mit einer Dauerbetriebs-Funktion ausgerüstet, sodass ein Werkstattofen zuverlässig bis zu 24 Stunden über Glut verfügt. Das kompakte Design passt sich angenehm in jedes Wohnzimmer (oder wahlweise: jeden Hobbykeller) ein. Werkstattöfen sind mit stabilen und langlebigen Gusstüren ausgestattet und verfügen über ein Sichtfenster und eine formschöne Guss-Top-Platte. Diese Platte ist ein richtiger Clou, da sie sich zum Warmhalten von Speisen eignet. Ein Wasserkessel auf der Platte hält nicht nur zu jeder Zeit Teewasser bereit – er sorgt auch ganz nebenher für eine wohltuende Befeuchtung der Raumluft.

Dauerbrand-Öfen:

Mit diesen Allesverbrennern geht fast alles, denn Dauerbrand-Öfen können mit Kohle, Holz oder Briketts beheizt werden. Das Heizen mit Holz-Briketts hat den Vorteil, dass eine lange Wärme-Periode erzeugt werden kann. Somit bleibt auch in kalten Winternächten die Wohnung schön warm.

Pellet-Öfen:

Ein echtes Unikat sind Pellet-Öfen, denn diese werden nicht mit Öl, Kohle oder Holz beheizt, sondern mit Holzpellets. Holzpellets zeichnen sich durch einen ausgezeichneten Brennwert und damit über eine sehr hohe Heizleistung aus. Die umweltfreundlichen Holzpellets werden in einem Brennstoffsammelbehälter angeliefert, das Nachfüllen geschieht automatisch bei Bedarf. Das sind sicher starke Argumente für die Anschaffung eines Pellet-Heizofens.

Gas-Kaminöfen

Vor allem geruchsarm sind Gas-Kaminöfen. Diese Heizwerke sind mit einer formschönen Keramik-Attrappe ausgestattet, die ein offenes Feuer imitieren. Die dazugehörigen Flammen werden mit Gas befeuert. Preiswertes Feuerholz kann in diesem Ofen natürlich nicht verfeuert werden, aber diese Variante ist besonders für Mietwohnungen geeignet und hinterlässt keine Brennrückstände.

Öl-Kaminöfen

Fast wie eine Zentralheizung funktioniert dieser Kaminofen. In den Tank dieser Öfen werden rund 10 Liter Öl eingefüllt, die für viele Stunden den Wärmebetrieb übernehmen. Ein Knister-Erlebnis mit schillernden Flammen lässt sich mit diesem Ofen nicht erzeugen.

Wasserregister Kaminöfen

Bei dieser Variante handelt es sich um einen Kaminofen, der gleichzeitig warmes Wasser erzeugen kann, mit dem im Haushalt beispielsweise geduscht werden kann. Hierzu wird ein Aufsteck-Wasserregister im oberen Bereich des Kamin direkt über der Ofentür montiert. Diese Behältnisse eignen sich für jeden Ofen und sind besonders bei einsamen Waldhütten beliebt, die von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

6. Entscheidende Kriterien beim Kauf von Kaminholz

Auch in Hinsicht auf das Feuerholz gibt es für den Kaminkäufer viel zu beachten. Oft ist die Ware, die in Baumärkten angeboten wird, von unbefriedigender Qualität und nicht selten von einem viel zu hohen Feuchtigkeitsgehalt. Dadurch vervielfacht sich der Staubanteil im Abgas, das bei der Befeuerung entsteht. Insbesondere der abgelöste Feinstaubanteil ist oft dramatisch erhöht. Feinstaub beeinträchtigt das Wohlbefinden und die Gesundheit und kann sogar krebserregend sein. Die Partikel können beim Einatmen in die Lunge eindringen und durch die transportierten Gift- und Schadstoffe Gesundheitsschäden verursachen.

Ein zu hoher Wassergehalt in den Holz-Scheiten verschlechtert nicht nur den Verbrennungsprozess, sondern auch die Abgaswerte. So zeigen sich stark steigende Konzentrationen von Kohlenmonoxid sowie Kohlenwasserstoffen. Die Verbrennung von Holz mit einer Feuchte von mehr als 25 Prozent ist laut Bundes-Immissionsschutzgesetz verboten. Wer trotzdem mit zu feuchtem Holz heizt, schadet mit den aufsteigenden Qualmwolken nicht nur den angrenzenden Nachbarn, sondern auch sich selbst.

Neben den gesundheitlichen und ökologischen Beeinträchtigungen schadet die Verbrennung von zu feuchtem Holz auch in ökonomischer Hinsicht. Beim Verfeuern von nassem Holz steht nur rund ein Drittel der Energie der Raumheizung zur Verfügung, weil für das Verdampfen des in den Scheiten enthaltenen Wassers ein Großteil der Brennenergie verbraucht wird. In der Konsequenz muss die reguläre Heizung höher gedreht werden, und die Heizkosten erhöhen sich.

7. Individuelles Brennverhalten von Feuerstellen

Alle Kaminöfen sind in ihrem Brennverhalten bis zu einem gewissen Maß regulierbar, jedoch ist das Zuführen von sauerstoffreicher Luft nur dann sinnvoll, wenn man qualmende Schwelbrände im Inneren des Ofen vermeiden möchte. Besonders bei älteren Kaminöfen kann die Luftzufuhr in den Zimmern, die von dem Ofen beheizt werden, in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch kann sich ein im Verhältnis zum Wohnraum überdimensionierter Ofen negativ auswirken. Durch die Überhitzung eines Raumes (beispielsweise auf 26 Grad Raumtemperatur) erscheinen normal temperierte Räume mit einem Richtwert von 21 Grad schnell als unterkühlt. Per Raum-Thermostat wird gegebenenfalls vorschnell nachgeregelt und die Zentralheizung hochgefahren. So verstellt sich das subjektive Temperatur-Empfinden, – mit der Folge, dass die Heizkosten nicht langfristig sinken, sondern stetig ansteigen. Der eigentliche Einspareffekt, der im Mittelpunkt des Verbraucher-Interesses stehen sollte, wird somit vollständig konterkariert.

8. Zusätzliche Service-Punkte

Ein Kamin ist ein edler Blickfang in jeder Wohnung. Einen zusätzlichen Glanzpunkt bildet das dazugehörige Kaminzubehör. Hier stehen praktische Dinge wie Dichtungsschnüre oder Ofenschutzbleche an erster Stelle. Es gibt aber auch attraktive und dekorative Accessoires wie Kaminbestecke, Funkenschutzgitter oder schmückende Brennholzkörbe. In vielen verschiedenen Formen, Designs und Farben findet sich ein reichhaltiges Angebot.

Bei der Auswahl eines Kaminofens ist es wichtig, dass die Leistungsfähigkeit des Geräts mit den Bedürfnissen übereinstimmt. Soll der Kaminofen die primäre Heizquelle in der Wohnung sein oder stellt er eine Ergänzung der bestehenden Zentralheizung dar? Das ist eine wichtige Frage, die im Vorfeld gewissenhaft geprüft werden muss. Außerdem muss definiert sein, wie viele Quadratmeter Wohnfläche durch den Kaminofen beheizt werden sollen. Entsprechend der Heizleistung, die in Kilowatt gemessen wird, kann eine erste Vorauswahl besser getroffen werden. Und schließlich stehen die Fragen nach dem Design, der Größe oder vielleicht sogar dem Zubehör (wie etwa Specksteinplatten, Front aus Gusseisen oder einem Brotbackfach) im Raum. Aber nach den ersten gemütlichen Abenden am offenen Feuer werden Sie sehen, welche Aufwertung solch ein schmucker Kaminofen für Ihr Zuhause ist.

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