Der richtige Anschluss ans Netzwerk – interne Netzwerkkarten vorgestellt

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Der richtige Anschluss ans Netzwerk – interne Netzwerkkarten vorgestellt

Soll der Datenaustausch zwischen Computern innerhalb eines Netzwerkes reibungslos funktionieren, sind bestimmte Hardware-Voraussetzungen notwendig. Nur so können die Verbindungen zwischen den einzelnen Netzwerkteilnehmern hergestellt werden.

Dazu verwendet man in der Regel Netzwerkkarten, die Daten entweder über ein Netzwerkkabel oder über Funk mit WLAN-Standard empfangen und versenden können.

Hinweis: Viele moderne PCs und Laptops haben das Netz on Board. Hier wird keine gesonderte Netzwerkkarte benötigt, sondern die Verbindung wird unmittelbar über einen Steckplatz auf dem Mainboard hergestellt.

Heimnetzwerke machen bereits Sinn, wenn ein zweiter Computer angeschafft wird. Die Einrichtung ist denkbar einfach und neben den internen Netzwerkkarten wird nur noch ein Router benötigt, der aber in den meisten Haushalten ohnehin schon zur Nutzung einer schnellen Internetverbindung vorhanden ist.

Standardnetzwerkkarte oder Erweiterung

Die meisten Rechner sind bereits standardmäßig entweder mit Netz on Board oder einer Fast-Ethernet-Netzwerkkarte ausgestattet. Der Austausch einer Netzwerkkarte kann aber Sinn machen, wenn man eine schnellere Internetverbindung nutzen möchte.

Hierfür eignen sich Gigabit-Netzwerkkarten, die häufig unter der Bezeichnung Netzwerkkarte 1000 angeboten werden. Voraussetzung dafür, dass Sie die Gigabit-Technik nutzen können, ist, dass alle Komponenten im Netzwerk, also auch die verwendeten Netzwerkkabel, für diese schnelle Verbindung geeignet sind.

Angaben dazu finden Sie entweder in den entsprechenden Handbüchern oder auf der Webseite des Herstellers. Netzwerkkabel sind übrigens erst ab der Version CAT5e geeignet für ein Gigabit-Netzwerk.

Eine zusätzliche Netzwerkkarte ist auch dann vonnöten, wenn Sie einen PC als Router nutzen möchten. Dann wird eine Netzwerkkarte für die externe Verbindung zu einem DSL-Modem, die andere für die Kontakte innerhalb des Computernetzwerks benötigt.

Ein paar Informationen zum Netzwerkstandard

Der Netzwerkstandard ist wichtig, denn alle miteinander verbundenen Rechner müssen denselben Standard verwenden. Ansonsten ist eine Kommunikation unmöglich. Bei kabelgebundenen Netzwerken heißt der geltende Standard Ethernet. Grundsätzlich sind kabelgebundene Netzwerke die sicherste Variante.

Netzwerkkabel bestehen meist aus verdrillten Kupferleitungen (Twisted Pair). Ohne eine zusätzlichen Signalverstärker können so Entfernungen von bis zu 100 Metern zwischen den einzelnen Netzwerkteilnehmern überrückt werden. Dabei bleibt die Geschwindigkeit in der Regel unverändert. Angeschlossen werden Netzwerkkabel an den PC mithilfe des sogenannten RJ-45-Steckers.

Sowohl Ethernet-Kabelnetzwerke als auch die drahtlosen WLAN-Netzwerke können zur Datenübertragung auch das häusliche Stromnetz verwenden. Hier werden aber seltener Netzwerkkarten verwendet. Es gibt externe Geräte, sogenannte PowerLan-Adapter, die einfach in die Steckdose gesteckt werden.

Interne Netzwerkkarten

Ganz wichtig beim Kauf einer Netzwerkkarte ist, dass sie den Full-Duplex-Mode unterstützt. Das bedeutet nämlich, dass Daten zeitgleich gesendet und empfangen werden können. Aktuelle Netzwerkkarten gibt es als Einsteckkarten für den PCI- oder den PCI-Express-Steckplatz. Um hier die richtige Karte auszuwählen, sollten Sie prüfen, welcher Steckplatz an Ihrem Computer frei verfügbar ist.

Damit ist dann bereits sichergestellt, dass der Standard der Netzwerkkarte und der Standard des Rechners übereinstimmen. Sind beide Steckplätze verfügbar, können Sie frei entscheiden, welche Netzwerkkarte Sie kaufen. Lediglich, wenn Sie die bisher kaum verbreitete 10-Gigabit-Technik nutzen wollen, müssen Sie eine Netzwerkkarte für den schnelleren PCI-Express-Steckplatz auswählen.

Interne Netzwerkkarten haben gegenüber den externen Versionen folgende Vorteile:

  • Die Hardware verschwindet unsichtbar im Computergehäuse.
  • Es wird Aufstellplatz eingespart.
  • Sie benötigen keine zusätzlichen Kabel.
  • Ein externer Stromanschluss ist nicht notwendig.

Generell ist der Einbau einer Netzwerkkarte relativ einfach. Wer es sich jedoch nicht zutraut, hat immer noch die Möglichkeit, entweder einen Fachmann zu beauftragen oder auf eine externe Netzwerkkarte auszuweichen.

Sonderfall Notebook

Wenn ein Notebook nicht standardmäßig über eine integrierte Netzwerkkarte verfügt, wird es für den Laien schwierig. Hier greifen viele Anwender auf externe Lösungen zurück, auch wenn das zusätzliche Kabel und Stromanschlüsse erforderlich macht.

Eine wesentlich elegantere Lösung ist die Nutzung eines von außen zugänglichen Steckplatzes für Erweiterungskarten, über den die meisten Notebooks verfügen. Bekannt ist der PC-Card-Schacht, der früher auch als PCMCIA-Schacht bezeichnet wurde. Die Netzwerkkarten für ein Notebook sind nur etwa so groß wie eine Kreditkarte und verschwinden fast vollständig im Gehäuse. Lediglich die Anschlüsse für Netzwerkkabel bleiben sichtbar. Damit ist diese eigentlich externe Lösung fast wie eine interne Netzwerkkarte zu werten.

Übrigens: Moderne Notebooks haben auch einen Express-Card-Anschluss. Dieser Steckplatz ist nur noch halb so breit und für die Aufnahme modernster und schneller Netzwerkkarten geeignet.

Achtung: PC-Card- und Express-Card-Anschluss sind nicht miteinander kompatibel. Hier ist es besonders wichtig, die passende Netzwerkkarte auszusuchen.

Geschwindigkeit – ein Thema bei den Netzwerkkarten

Hinsichtlich der erzielbaren Datentransferrate gibt es bei den vielen verschiedenen Netzwerkkarten sehr große Unterschiede. Der aktuelle Standard (Fast-Ethernet) liegt derzeit bei etwa 100 Megabit Datentransfer pro Sekunde. Aber es steht zu erwarten, dass dieser Standard bald nicht mehr ausreicht.

Kauftipp: Wenn Sie eine neue Netzwerkkarte kaufen, sollten Sie vorausschauend bereits auf die Gigabit-Technik setzen. Gigabit-Netzwerkkarten können etwa 120 Megabyte pro Sekunde übertragen und erreichen damit mehr als das zehnfache Transfervolumen der herkömmlichen Netzwerkkarten.

Es gibt inzwischen sogar schon 10-Gigabit-Netzwerke, für die allerdings normale Netzwerkkabel nicht mehr ausreichen. Hier muss ein Glasfasernetz zur Verfügung stehen, und es werden auch andere Stecker benötigt. Bevor Sie sich also für schnelle Netzwerkkarten entscheiden, sollten Sie die Voraussetzungen der zugrunde liegenden Verbindungsarten überprüfen.

Gigabit-Netzwerke für große Datenmengen

Wenn innerhalb eines Netzwerkes ständig große Datenmengen transferiert werden, ist ein Gigabit-Netzwerk die vernünftigste Lösung. Auch wenn zentrale Netzwerkspeicher (NAS) verwendet werden, haben die schnellen Netzwerkkarten unbestreitbare Vorteile.

Allerdings muss hier darauf geachtet werden, dass alle Netzwerkteilnehmer über diese schnellen Netzwerkkarten verfügen. Ansonsten einigt sich die Hardware automatisch auf den größten gemeinsamen Nenner. Das bedeutet in der Praxis, wenn Fast-Ethernet-Karten und Gigabit-Karten innerhalb eines Netzwerks benutzt werden, kann nur die Ethernet-Standardgeschwindigkeit erreicht werden. Damit ist der Vorteil der Gigabit-Karte nicht mehr nutzbar.

Wichtig: Achten Sie auch auf die Vermittler im Netzwerk. Sowohl der Router als auch eingesetzte Switches müssen die Gigabit-Technik unterstützen. Außerdem haben solche Gigabit-Vermittler zusätzliche Vorteile. Sie stellen mehr Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung und haben eine integrierten Signalverstärker, der größere Entfernungen zwischen den einzelnen angeschlossenen Computern erlaubt.

Aber auch Fast-Ethernet-Modelle haben ihre Vorzüge. Sie sind günstiger als Modelle der Gigabit-Technik und für kleinere Computernetzwerke oftmals ausreichend.

Wenn Sie ein Heimnetzwerk aufbauen, dessen Schwerpunkte in der gemeinsamen Nutzung des Internetzugangs und des Druckers liegen, genügt der Fast-Ethernet-Standard vollkommen. Auch den Austausch kleinerer Datenmengen können diese Netzwerkverbindungen gut unterstützen.

Übrigens: Fast alle gängigen Betriebssysteme erkennen Netzwerkkarten nach dem Einbau automatisch und benötigen keine zusätzliche Treibersoftware. Trotzdem sollte die passende Software zum Lieferumfang gehören, denn ohne passende Treiber funktioniert die Netzwerkkarte nicht. Prüfen Sie also vor dem Kauf, ob der Hersteller eine Treiber-CD beifügt oder die notwendigen Treiber auf seiner Webseite als kostenlosen Download zur Verfügung stellt.

Besonderheiten der Netzwerktechnik

Neben der Vernetzung einzelner Computer bieten einige Netzwerkkarten noch die ein oder andere Besonderheit. Dazu gehören unter anderem

  • Boot-Rom und
  • WakeOnLan.

Boot-Rom

Boot-Rom ermöglicht es, den eigenen Computer mit einem Betriebssystem zu starten, das sich auf einer anderen Festplatte oder auf einem anderen Netzwerkcomputer befindet. Das macht zum Beispiel Sinn, wenn Sie für normale Office-Anwendungen mit einem Windows-Betriebssystem arbeiten, für grafische Arbeiten aber lieber den Mac verwenden. Beide Betriebssysteme können im Netz gespeichert und bei Bedarf angesprochen werden.

WakeOnLan

Unter WakeOnLan (WOL) versteht man die Möglichkeit, einen bestimmten Computer des Netzwerkes von einem anderen Arbeitsplatz aus anschalten zu können.

Achtung: Nicht nur die Netzwerkkarte muss diese Funktion unterstützen, sondern auch das Mainboard. Unter Umständen muss hier ein zusätzliches Verbindungskabel zwischen der Netzwerkkarte und dem Mainboard eingebaut werden. Ob das bei Ihrer Hauptplatine der Fall ist, entnehmen Sie dem Handbuch oder informieren Sie sich auf der Webseite des Mainboard-Herstellers.

Außerdem müssen Sie diese Funktion im BIOS aktivieren. Damit schaffen Sie sich die Möglichkeit, jeden beliebigen Computer innerhalb des Netzwerkes von ein und demselben Arbeitsplatz aus steuern zu können. Besonders, wenn mehrere Netzwerkteilnehmer vorhanden sind, erleichtert das zum Beispiel das Lösen von Softwareproblemen oder das Aufspielen von Updates.

Übrigens: Wenn einer Ihrer Computer als Server arbeiten soll, benötigt er häufig mehrere Netzwerkanschlüsse. Anstelle vieler einzelner Netzwerkkarten können Sie hier einen sogenannten Server-Adapter verwenden. Er stellt mehrere Netzwerkports zur Verfügung. Geeignet sind Server-Adapter aber nur für kleine und mittlere Netzwerke.

In großen Netzwerken setzt man anstelle dieser Netzwerkverbindung eher einen speziellen Server-PC ein. Server-PCs sind allerdings deutlich teurer und deshalb bei Computernetzwerken zu Hause kaum zu empfehlen.

Stolperfalle Router

DSL-Router können sich bei einem Netzwerk als Stolperfalle erweisen. Rein theoretisch unterstützen alle gängigen Geräte den Fast-Ethernet-Standard und zeigen einen Durchlass beim Datentransfer von 100 Mbit pro Sekunde. Wenn Ihr DSL-Vertrag und Ihr Modem eine Downloadgeschwindigkeit von 16 Mbit pro Sekunde und mehr garantieren, sollte der Datentransfer also eigentlich reibungslos funktionieren.

Leider ist das aber nicht immer der Fall. Es gibt Router, die grundsätzlich Probleme damit haben, die Daten von der sogenannten WAN-Schnittstelle (Wide Area Network) an die LAN-Schnittstelle (Local Area Network) zu übergeben. Häufig wird hier die Übertragungsgeschwindigkeit auf 10 Mbit pro Sekunde verringert. Viele Anwender glauben, dass die Übertragung so langsam ist, weil die DSL-Leitung nicht mehr hergibt. Häufig ist aber der Router Schuld daran.

Achten Sie also beim Routerkauf darauf, dass der Datendurchsatz möglichst hoch ist. Empfehlenswert sind Router (und auch Netzwerkkarten), die die moderne Gigabit-Technik unterstützen. Damit sollten Probleme hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit nicht mehr aufkommen.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich anhand der Technischen Datenblätter des Routers davon überzeugen, wie hoch der Datendurchsatz tatsächlich ist. Die mögliche Transferrate finden Sie häufig unter der Bezeichnung WAN- beziehungsweise LAN-Durchsatz oder Throughput. Finden Sie hier keine detaillierten Angaben, hilft nur die Nachfrage beim Hersteller.

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