Der neue Herrenmodetrend: Flatfronthosen zum Anzug und fürs Büro

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Der neue Herrenmodetrend: Flatfronthosen zum Anzug und fürs Büro

Flatfronthosen mit gesteppten Pattentaschen am Gesäß gelten als zeitloser und geschmackvoller Klassiker. Die schicken Schnitte lassen sich sowohl zum eleganten Anzug, während des Arbeitstages im Büro oder ganz leger in der Freizeit tragen und haben nichts an ihrem Charme verloren. Richtig kombiniert machen Sie aus dem frischgebackenen Absolventen einen souveränen Bewerber für den Traumjob, der nicht nur etwas von seinem Fach, sondern auch viel von klassischer Herrenmode versteht. Als Bundfaltenhose, Chinos und Cargohose hat sich der Trend in vielen Teilen der Erde über Jahrzehnte gehalten und ist heute angesagter denn je. Finden Sie raus, wie Sie ihre neueste Lieblingshose richtig tragen und welche Modesünden Sie dabei auf keinen Fall begehen sollten.

Flatfront und Patten – ein Blick ins Mode-Lexikon

Zugegeben, wirklich gebräuchlich sind die Begriffe heute kaum noch, doch jeder bessere Herrenausstatter wird wissen, was Sie meinen, wenn Sie nach einer Flatfronthose oder nach Pattentaschen fragen. Unter der Hose im Flatfront-Stil verstehen Modeschöpfer und Kenner eine Stoffhose mit geradem Schnitt. Die Hose besitzt zwei Einstecktaschen an den Seiten und hinten die für die Form so typischen Pattentaschen. Als Chinos, Bundfalten- und Cargohosen wird die Flatfronthose von Männern getragen, als Marlene-Hose von Frauen. Letztere verdankt ihren Namen natürlich der Ikone Marlene Dietrich, die bereits in den 30er Jahren nur zu gern den schicken Look getragen hat.

Unter einer Patte verstehen wir eine mit Futter ausgekleidete Stoffschicht, meist als Abdeckung über einer Tasche. Sie findet sich an Mänteln, Jacken, Sakkos und eben an den Flatfronthosen. Das Design, die Farben und Größen können je nach Epoche und Geschmack variieren. Es gibt sie mit und ohne Knopfloch, einige werden durch spezielle Einlagen noch einmal deutlich in ihrer Form fixiert. Patten wurde lange Zeit per Hand hergestellt und an die Kleidung gebracht. Dieser Vorgang nennt sich in der Fachsprache „verstürzen". Heute allerdings werden die meisten Patten maschinell mit einem Pattenautomaten hergestellt. Als Pattentasche werden, unabhängig vom Kleidungsstück und dem Stil der Patte, alle Taschen bezeichnet, die mittels dieses Stoffteils verarbeitet wurden. Patten kommen in unterschiedlicher Form vor. Am Sakko oder dem Blazer sehen gerade Schnitte sehr elegant aus, als Gesäßtasche an Flatfronthosen lockern sie das Gesamtoutfit durch eine geschweifte Form etwas auf. Viele moderne Hosendesigns haben die Patte als dekoratives Element beibehalten, selbst wenn sich darunter keine Tasche mehr verbirgt.

Das passende Material für den richtigen Anlass

Flatfronthosen zeichnen sich durch ihren besonderen Schnitt aus. Die gerade Linie eignet sich sowohl für elegante Abendveranstaltungen als auch den entspannten Sommertag auf dem Golfplatz. Eine sehr sportliche Note erhält der Look in Chinos. Die aus Baumwolle gefertigten Sommerhosen kamen erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode. Chino-Twill, eine chinesische Baumwollart, wurde zunächst dafür verwendet. Da die meisten Stücke in China gefertigt wurden, erhielten sie den Beinamen Chinos, der sich bis heute als offizielle Bezeichnung durchgesetzt hat. Die Chino-Hosen waren ursprünglich als Bekleidung für Soldaten gedacht. Ein leichter Stoff, ein unkomplizierter und bequemer Schnitt und der Verzicht auf Umschläge an den Beinenden, um möglichst viel Stoff einzusparen, eigneten sich für den Dienst französischer und amerikanischer Männer. Erst später etablierten sich die komfortablen Hosen auch im zivilen Bereich und sind bis heute eine wichtige Sommeralternative zu Jeans und Leinenhosen.

Chinos sind nicht zu verwechseln mit Cargohosen. Sie ähneln sich im geraden Schnitt und sind beide in der Regel mit Pattentaschen ausgestattet. Doch anders als die Chino-Hosen sind die Cargos mit extra Beintaschen versehen. Der englische Begriff Cargo lässt sich mit dem deutschen „Frachtgut" übersetzen und bezieht sich dabei vermutlich auf die vielen Taschen, in denen verschiedenste Utensilien bequem transportiert werden können. Die sportliche Hose ist meist aus Baumwolle gefertigt, kann jedoch auch aus modernsten Kunststofffasern hergestellt werden. Das Material richtet sich meist nach dem Einsatzgebiet der Hose. So haben Polizisten, Feuerwehrmänner oder das Militär ganz andere Ansprüche an Cargohosen, als zivile Träger an die einfache Cargohose für den freizeitlichen Outdoor-Gebrauch. Vor allem beim Wandern, Trekking oder ähnlichen Sportarten hat sich die Hose mit den vielen Taschen bewährt.

Kombinieren will gelernt sein

Für den Freizeitbereich oder einen lauen Sommerabend machen sich Chino-Hosen am besten. Das leichte Baumwollmaterial ist nicht zu warm und lässt Ihnen ausreichend Bewegungsfreiheit. Sie können den sportlichen Look unterstreichen, indem Sie die Hose mit einen T-Shirt oder einem Polo-Shirt, Slippern oder gar Sneakern kombinieren. Soll es nach dem Golfturnier noch zum geselligen Dinnerabend gehen, tragen Sie zur hellen Hose ein elegantes, einfarbiges Hemd. So verleihen Sie dem Outfit eine elegante Note.

Um einiges abenteuerlicher gestaltet sich der Einsatzort der Cargohose. Diese darf beim nächsten Campingausflug oder auf der neuen Trekkingroute auf gar keinen Fall fehlen. Die Hose wirkt heute äußerst sportlich und eignet sich hervorragend für sportliche Outdoor-Aktivitäten. Je nachdem, was gebraucht wird, tragen Sie dazu T-Shirts, Sweatshirts, wetterfeste Jacken und stabiles Schuhwerk. So steht einem Abenteuerurlaub in der Wildnis nichts mehr im Wege.

Elegant im Büro oder auch bei der feierlichen Abendveranstaltung zeigt sich dagegen die klassische Bundfaltenhose. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Hose mit mehreren Falten am Bund ausgestattet. Dies ermöglicht ein außerordentlich angenehmes Tragegefühl und sorgt zudem für eine schlankere Linie. Die Hose ist um die Hüften etwas weiter geschnitten und kann je nach Körperfigur mittels der Bundfalten eingestellt werden. Seit etwa den 70er Jahren hat sich diese Hosenform als Anzughose zum Hemd und Sakko durchgesetzt. Edle Herrenschuhe aus Leder sehen am besten dazu aus.

Wer kann den Look tragen?

Flatfront-Hosen können im Grunde von jedem Mann getragen werden. Die geraden Schnitte kaschieren eventuelle Polster und sorgen für eine ansprechende Linie. Vor allem die hochgeschnittene Bundfaltenhose verdeckt gekonnt einen dickeren Bauch. Die konisch verlaufenden Hosenbeine sorgen für die richtige Form. Diese Hosen stehen mit dem geeignetem Hemd und dem passenden Sakko jedem. Das Gleiche gilt für die Chinos. Die geraden Schnitte sorgen für eine ausgeglichene Silhouette. Bei mehr Körperfülle sollten Polo-Shirt oder Hemd nicht zu eng ausfallen. Ein wenig Vorsicht sollten Sie bei den Cargohosen walten lassen. Bei kleinen Männern mit etwas mehr auf den Hüften können die vielen Taschen eine auftragende Wirkung haben. Je nachdem, welches Material verwendet wurde und wie aufbauschend die einzelnen Taschen sind, kann die Hose durchaus einige Kilos mehr draufzaubern. Für sehr schlanke Männer ist dieser Effekt geradezu ein Segen, da sie so eine stattlichere und größere Gestalt bekommen.

Accessoires und Schuhe

Je edler die Flatfronthose, desto erlesener sollten auch die Accessoires und die Schuhe ausfallen. So wird eine schöne Hose immer erst durch den passenden Gürtel gekrönt. Bei Chinos und Bundfaltenhosen ist in jedem Fall zum echten Ledergürtel zu greifen. Schwarze oder braune Töne passen am besten dazu. Zu den freizeitlichen Chinos können Sie ruhig eine gewagtere oder verspielte Gürtelschnalle auswählen. Um die Hose mit den edlen Bundfalten gehört immer ein Gürtel mit schlichter Eleganz. Mit der klassischen Dornschnalle können Sie nichts falsch machen. Sofern Sie zur Cargohose überhaupt einen Gürtel benötigen, kann dieser ruhig ein wenig sportlicher ausfallen. Je nachdem, was Sie mit der Hose vorhaben, kann der Gürtel auch aus gewebten Kunststofffasern hergestellt sein. Diese sind sehr stabil und trotzdem zuverlässig gegen Wind und Wetter.

Sorgfalt gilt auch bei der Auswahl des richtigen Schuhwerks. Passen Sie dieses immer der entsprechenden Hose an. Sneakers passen gut zur Cargohose, wirken allerdings zu leger zur feinen Bundfaltenhose. Umgekehrt lassen sich lederne Herrenschuhe nur bedingt mit der Cargohose kombinieren. Wobei es inzwischen durchaus sehr elegante Varianten der Cargohose gibt, die aus edlen Materialien gefertigt wurden und sogar beim geschäftlichen Termin in der Chefetage getragen werden können. Mit dem richtigen Hemd und schwarzen Lederschuhen kann auch diese Hose mit der klassischen Bundfalte mithalten.

Die richtige Größe für den angesagten Look

Die Frontflathosen entfaltet nur dann ihre Wirkung, wenn sie auch richtig passt. Dabei ist vor allem die Länge entscheidend. Die Hosenbeine dürfen auf keinen Fall zu kurz sein. Als Faustregel gilt: Wenn Ihre Socken zu sehen sind, ist die Hose zu kurz. Bundfaltenhosen oder Chinos, zu denen Sie leicht abgesetzte Herrenschuhe tragen möchten, probieren Sie am besten mit den Schuhen an. Durch einen kleinen Absatz ändert sich ihre Körpergröße und die Hose passt nicht mehr richtig. Ist die Hose ein Stück zu lang, können Sie diese in einer Änderungsschneiderei anpassen lassen. Dies ist sogar ideal, da so die Hose tatsächlich genau auf Ihre Maße abgestimmt wird. Viele Anbieter haben einen günstigen oder gar kostenfreien Änderungsschneider in ihrem Programm.

Obwohl die Schnitte sehr bequem sind, sollte die Herrenhose nicht zu weit sein. Der Stoff darf weder vorne noch am Gesäß zu sehr schlabbern. Zu eng sollte die Hose natürlich auch nicht sein. Gehen Sie ein paar Schritte darin auf und ab und stellen Sie fest, dass es an keiner Stelle zwickt oder kneift. Im Zweifel lassen Sie sich vom Profi Ihres Vertrauens beraten. Mit der Zeit werden Sie ein sicheres Gespür dafür entwickeln, welche Hosenform der körperschmeichelnden Frontflathosen Ihnen am besten steht, und vielleicht wird der Tag kommen, an dem Sie ganz auf Jeans und Co. verzichten wollen.

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