Der nächste Winter kommt bestimmt: Rechtzeitig an den Wintercheck denken!

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Der nächste Winter kommt bestimmt: Rechtzeitig an den Wintercheck denken!

So machen Sie Ihren Wagen fit für den Winter

Der Winter stellt an Fahrzeuge und Autofahrer besondere Ansprüche. Matsch, glatte Straßen und vereiste Scheiben machen Fahrten zu einer echten Herausforderung. Mit den falschen Reifen rutscht der Wagen auf der Fahrbahn, Türgummis bleiben kleben oder die Batterie hat nicht mehr genügend Energie. Im Ernstfall springt der Wagen am Morgen nicht an. Diesen Szenarien können Sie vorbeugen. Bevor die Temperaturen den Nullpunkt erreichen und der erste Schnee fällt, sollten Sie das Auto winterfest machen. Dazu gehört nicht nur das Aufziehen der Winterreifen. Ein kompletter Sicherheits-Check steht an, um für den Notfall bei eisigen Temperaturen gerüstet zu sein. Die Batterie braucht genügend Energie, Flüssigkeiten sind vor Frost zu schützen und die Lampen benötigen die korrekte Einstellung. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Punkte eines Winterchecks. So machen Sie ihren Wagen mit nur wenigen Handgriffen selbst winterfest und rüsten ihn für die anstehende kalte Jahreszeit. Der Check ist noch vor dem ersten Frost durchzuführen. Ein idealer Zeitpunkt bietet sich mit dem Wechsel der Winterreifen im Herbst.

Thema Winterreifen – so entscheiden Sie sich für die richtigen Reifen

Der Wechsel zu den passenden Winterreifen muss noch vor Frost und Schneefall passieren. Experten und Autowerkstätten haben eine einfache Regel aufgestellt: Winterreifen fährt man von Oktober bis Ostern. Hintergrund dieser Regel sind die niedrigen Temperaturen in dieser Zeit. Sobald das Thermometer dauerhaft unter die 7°C-Marke fällt, ist der Reifenwechsel ratsam. Sommer- und Winterreifen unterscheiden sich in ihrer Gummimischung. Bei niedrigen Temperaturen wird der Sommerreifen deutlich härter und verliert auf der Straße an Haftung. Winterreifen besitzen ein anderes Gemisch und fahren sich selbst bei Frost weicher. Außerdem ist das Profil für Fahrten im Matsch ausgelegt. Schnee und Schneematsch leiten die Reifen effektiv nach außen, sodass das Fahrzeug die Verbindung zur Straße nicht verliert. Auf Glatteis sind selbst viele Winterreifen machtlos. Von Allwetterreifen raten die Experten ab. Die Investition in einen Satz Winter- und Sommerreifen für den Wagen mag zwar teurer sein, zahlt sich auf Dauer jedoch aus. Die Reifen werden jeweils nur ein halbes Jahr gefahren und kommen mehrere Jahre zum Einsatz. Eine günstige Variante sind runderneuerte Reifen. Hierbei handelt es sich um gebrauchte Reifen, die in einem speziellen Produktionsprozess ein neues Profil erhalten. Einziger Nachteil: Hier ist der Verschleiß deutlich höher. Das neue Profil sollte jedoch die gleichen guten Eigenschaften auf die Straße bringen. Eine weitere Regel für Winterreifen ist die 4x4x4-Regel. Achten Sie auf 4 gleiche Reifen, die maximal 4 Jahre alt sind und mindestens 4 Millimeter Profil ausweisen. Die Straßenverkehrsordnung sieht in Deutschland keine Pflicht für Winterreifen vor, allerdings muss das Fahrzeug den Witterungsverhältnissen entsprechend angepasst sein. Wer hier trotzdem mit Sommerreifen unterwegs ist, gefährdet sich selbst und anderen. Im Schadensfall erlischt der Versicherungsschutz.

Richtige Lagerung und Wartung von Winterreifen

Winterreifen benötigen einen Luftdruck von mindestens 2 bar. In einer Werkstatt oder an der Tankstelle prüfen Sie den Druck mit speziellen Geräten. Beim Abziehen der Sommerreifen prüfen Sie diese auf Risse oder andere Schäden. Für eine Lagerung geben Sie 0,3 bar zusätzlich auf die Reifen auf. Für eine langfristige Lagerung der Reifen eignet sich die stehende Position in einem Regal. Viele Werkstätten übernehmen diese fachgerechte Lagerung gegen eine kleine Gebühr. Andernfalls riskieren Sie gefährliche Verformungen in den Reifen. Auf manchen Strecken und in bergigen Gebieten gehören Schneeketten zur Grundausstattung im Winter. Achten Sie beim Kauf auf eine hochwertige Qualität und eine einfache Handhabung. Vor dem Winter sollte das Anlegen der Ketten mindestens einmal geübt worden sein.

Batterie prüfen und Starterkabel immer dabei haben

Die Autobatterie erbringt im Winter Höchstleistungen, was die Kapazität betrifft. Der Winter ist eine extreme Belastung für das kleine Bauteil, sodass Sie die Batterie vor dem Wintereinbruch prüfen müssen. Eine entladene Batterie oder ein Defekt gehört zu den häufigsten Pannenursachen im Winter. Das Auto springt nicht mehr an und benötigt Starthilfe. Moderne Batterien sind wartungsfrei, lassen sich jedoch durch den Fachmann prüfen. Er reinigt die Pole und schaut nach dem Säurestand. Fehlt es an Kapazität, kann die Batterie eine Nacht lang aufgeladen werden. Ältere Batterien sollten Sie mit einer besonderen Thermo-Verpackung zusätzlich vor der Kälte schützen. Je nach Leistung und dem täglichen Einsatz hält eine Batterie etwa fünf Jahre und ist dann auszutauschen. Erste Anzeichen für diesen Austausch sind Startschwierigkeiten bei kalten Temperaturen. Für den Ernstfall hilft ein Starterkabel im Wagen weiter und die Kenntnisse, damit korrekt umzugehen. Vor dem Anschluss an eine andere Batterie ist zu überprüfen, ob die Nennspannungen gleich sind. In den meisten Fällen liegt diese bei 12 Volt. Des Weiteren dürfen sich die Fahrzeuge nicht gegenseitig berühren. Zum besseren Start schalten Sie alle Verbraucher im Wagen aus, wie beispielsweise Licht, Radio oder Lüftung.

Frostschutz: Sämtliche Flüssigkeiten sind vor dem Einfrieren zu schützen

Autofahrer sind im Winter deutlich öfter auf ihre Scheibenwaschanlage angewiesen. Durch Schnee und Matsch sammelt sich Dreck auf der Scheibe, der sich mit dem richtigen Scheibenwasser schlierenfrei entfernen lässt. Füllen Sie vor dem Winter Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage nach, das bis mindestens -25 °C ausreicht. Danach ist die Anlage sofort zu betätigen. Nur so gelangt der Frostschutz auch in alle Leitungen und bewahrt diese vor dem Zufrieren. Es gibt Frostschutz-Konzentrat, das sich individuell auf die vorherrschenden Temperaturen anpassen lässt. Für saubere Scheiben im Winter sind auch die Scheibenwischer und die Wischblätter zu prüfen. Sobald diese einen Schmierfilm über die Scheibe ziehen, sind die Blätter auszutauschen. Sie schonen die Wischerblätter, wenn sie im Stand von der Scheibe gelöst werden und nicht anfrieren können.

Neben dem Scheibenwasser ist auch dem Kühlwasser Frostschutz zuzugeben. Hierbei handelt es sich um ein anderes Konzentrat, das stets vom Fachmann nachgefüllt werden sollte. Eingefrorenes Kühlwasser lässt den Wagen überhitzen und kann schwere Schäden am Kühlkreislauf hinterlassen. Ebenso auf den Winter zugeschnitten gibt es bestimmtes Motorenöl. Es ist besser auf die kalte Umgebung angepasst und sorgt für einen rund laufenden Motor. Prüfen Sie auch die anderen Flüssigkeitsstände im Wagen.

Tipps und Tricks: Enteiser und andere wichtige Hilfsmittel aufbewahren

Frost und Eis lesen sich nicht nur auf den Wagen, sondern dringen in kleinste Öffnungen ein. Die Kälte lässt dabei die Türgummis aneinanderkleben oder spröde werden. Abhilfe schaffen Sie mit einem speziellen Fettstift. Er schmiert die Gummis und lässt sich geschmeidig dicht halten. Eine ähnliche Aufmerksamkeit gilt dem Türschloss. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sammelt sich Wasser im Schloss und lässt es schnell gefrieren. Ohne Zentralverriegelung lässt sich der Wagen dann nur schwer öffnen. Abhilfe schafft ein wenig Grafit, was vorher in das Schloss gesprüht wird. Auch Türschloss-Enteiser ermöglicht das schnelle Knacken des gefrorenen Schlosses. Natürlich darf die kleine Flasche nicht im Auto aufbewahrt werden, sondern im Haus, Rucksack oder Handtasche.

Kleine Helfer für mehr Sicherheit

Vor der Fahrt auf salznassen Straßen ist ein neuer Unterbodenschutz hilfreich. Er legt sich um die Unterseite des Fahrzeugs und schützt die Karosserie vor eindringendes Salzwasser. Ist erst einmal Rost an den Komponenten angesetzt, wird die Reparatur teurer als der Unterbodenschutz. Der Wintercheck wird mit einem Blick auf das Sicherheitszubehör abgerundet. Eine Warnweste gehört in jeden Wagen. Bei einem Unfall oder einem Notfall legen Sie die Warnweste an und werden von den anderen Autofahrern schneller erkannt. Auch beim Aufziehen von Schneeketten oder bei einer einfachen Panne sorgt die Warnweste für die nötige Aufmerksamkeit. Warndreieck und Verbandskasten sollten immer griffbereit liegen. Checken Sie den Verbandskasten hinsichtlich Vollständigkeit und Haltbarkeitsdatum. Möglicherweise ist der Inhalt durch die hohen Temperaturen im Sommer beschädigt worden und auszutauschen. Für den Winter ist er griffbereit im Innenraum des Fahrzeugs aufzubewahren. So umgehen Sie die Gefahr eines zugefrorenen Kofferraums. Weitere nützliche Hilfsmittel im Winter sind Eiskratzer und Handfeger. Das Auto sollte vor der Fahrt komplett vom Schnee befreit werden. Am besten bewahren Sie den Handfeger außerhalb des Wagens auf. Andernfalls fällt der Schnee in den Innenraum, wenn Sie das verschneite Fahrzeug öffnen. Eiskratzer gibt es in unterschiedlichen Formen, Farben und mit Zusatzfunktionen. Suchen Sie sich das gewünschte Modell aus und führen Sie immer einen zweiten Eiskratzer als Ersatz mit sich. Wichtig: Versuchen Sie niemals die Scheibe mit warmem oder kochendem Wasser zu enteisen, um sich die Arbeit zu sparen. Unter diesem enormen Temperaturunterschied könnte die Scheibe kleine Risse bekommen.

Lichttest durchführen lassen – alle Leuchten auf Funktion prüfen

Der Winter zählt als kalte und dunkle Jahreszeit. Aus diesem Grund spielt ein funktionstüchtiges Licht am Fahrzeug eine wichtige Rolle. Lassen Sie vor dem Winter sämtliche Leuchten auf ihre Funktion prüfen. Dazu gehören folgende Lampen:

  • Standleuchte
  • Abblendlicht
  • Fernlicht
  • Bremslicht
  • Rücklicht
  • Nebelschlussleuchte

Kaputte Leuchtmittel können entweder selbst oder in der Werkstatt ausgetauscht werden. Der Wechsel von Frontscheinwerfer ist durch einen Experten vorzunehmen. Gerade bei neuen Modellen sind die Scheinwerfer fest integriert und nicht leicht zugänglich. Überprüfen Sie außerdem die richtige Einstellung des Lichts. Bei vielen Fahrzeugen sind die Scheinwerfer zu hoch oder zu niedrig eingestellt. Die Folge: andere Verkehrsteilnehmer werden unnötig geblendet oder Ihnen geht wichtige Sicht im Dunkeln verloren. Über einen kleinen Regler im Fahrzeug justieren Sie die Scheinwerfer selbst nach. Viele Auto-Vereine, TÜV und ADAC bieten diesen Service kostenlos an. Nur beim Austausch von Lampen kämen Kosten hinzu. Ebenso zum Wintercheck gehört die regelmäßige Reinigung der Scheinwerfer. Schnee und Matsch hinterlassen Schmutzreste auf den Lampen, die zu einer stark reduzierten Lichtausbeute führen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden