Der heimliche Griff in die Tasche der Käufer

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In letzter Zeit ist es immer häufiger zu beobachten, daß Verkäufer scheinbar sehr günstige Angebote machen, dann aber recht hohe Versandkosten haben. Nicht selten werden diese Versandkosten dann sogar für jeden Artikel berechnet, auch wenn ein Käufer mehrere Artikel zeitnah kauft und der Verkäufer alle Artikel als eine Sendung verschickt.
Diese Praxis verstößt zudem klar gegen folgende derzeit geltende eBayregeln:

Grundsatz zu überhöhten Verpackungs- und Versandkosten


Die Ausreden oder Argumente dieser Verkäufer, sind meist wenig einleuchtend und können über den Eindruck, daß dem Käufer indirekt zusätzlich zum Verkaufspreis Geld aus der Tasche gezogen werden soll, nicht hinwegtäuschen. 

Immer auffälliger und lauter wird das Gejammer von Verkäufern, daß Käufer einen „kleinen“ Zugewinn über die Versankosten bemängeln würden.
Einem Verkäufer einen Zugewinn von 1 oder 2 €  über die Versankosten nicht  zu gönnen, sei einfach nur kleinlich.
Wenn sich dann noch ein paar wenige Käufer sogar erdreisten, sich über einen Zugewinn über die Versandkosten  von „nur“ 20 oder gar 10 Cent   aufzuregen, sind die Verkäufer ganz aus dem Häuschen über so viel Kleinlichkeit und Spießigkeit, denn das sei nun wirklich jenseits von Gut und Böse.
Im ersten Moment könnte man direkt Mitleid mit den Verkäufern bekommen.

Bekanntlich nutzen jedoch gerade Powerseller mit hauptsächlich 1 € Artikeln diese Möglichkeit für einen zusätzlichen versteckten Gewinn.

Wenn wir mal „nur“ von 20 Cent pro Artikel ausgehen, sind das bei 100 Artikeln pro Tag 20 €.
Bei 30 Tagen im Monat sind wir bei 600 €.
600 € sind für Einige die Monatsmiete für ihr Dach über dem Kopf oder das monatliche Haushaltsgeld.
Ist es wirklich kleinlich, dies einem Verkäufer nicht als „kleinen“ versteckten Nebengewinn zu gönnen?

Wenn man nun mal die üblichen Argumente der Verkäufer für diesen Umgang mit den Versandkosten auf einen etwas anderen Bereich überträgt, wirkt das Verhalten dieser Verkäufer noch unverschämter.

Nehmen wir also mal die kleine liebe Kassiererin im Supermarkt.
Sie gibt jedem Kunden 10 Cent zuwenig Wechselgeld zurück.
Den Kunden tun die 10 Cent sicherlich nicht weh und wer gönnt der netten Kassiererin nicht diese 10 Cent für ihr freundliches Lächeln und ihr höffliches „Guten Tag“ und „Aufwiedersehen“ und  „Schönen Tag noch“?
Bei 200 Kunden pro Tag sind das 20 € täglich.
Bei 20 Tagen im Monat sind das dann 400 € im Monat.

Bei der kleinen lieben Kassiererin ist ein solches Verhalten aber plötzlich ein fristloser Kündigungsgrund.
Was hat die arme, kleine, liebe, allein erziehende Kassiererin, mit zwei kleinen kranken Kindern, zwei niedlichen Kätzchen und einem kleinen, drolligen und treuen Hund zu Hause, denn nun falsch gemacht?

So betrachtet kann ich nur sagen, daß man es jedem Verkäufer, ohne schlechtes Gewissen, ins Profil schreiben sollte, wenn er es mit den Versandkosten übertreibt.
Auch wenn er sein Verhalten in seinen Artikelbeschreibungen ankündigt, gibt es keinen Grund, sein Verhalten in dessen Profil nicht zu kritisieren, damit nachfolgende Kaufinteressenten sofort informiert sind. 

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