Der Traum vom Ford Mustang aus den USA: So wird er wahr

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Es gibt Autos, die man nicht erklären muss. Der Mustang ist so ein Auto. Wer an ihn denkt, fängt an zu träumen: von endlosen Highways, einem Himmel so weit wie das Universum und Städten mit Wolkenkratzern so hoch man schauen kann. Der Ford Mustang ist eines der Autos, das jeder sofort für einen Roadtrip von der Ost- zur Westküste bestimmen würde.

In Deutschland genießt die Freiheit auf vier Rädern noch einmal einen völlig anderen Status als in den Vereinigten Staaten. Denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist selbst der VW Golf nur unwesentlich günstiger, ja der Mustang gilt fast schon als Auto für jedermann. Und genau diese Tatsache können Sie sich beim Import nach Deutschland zunutze machen.
Der Mustang galt schon bei seiner Premiere 1964 als Inbegriff einer neuen Fahrzeuggeneration. Ponycars sollten fortan die Rennszene dominieren und auf den Straßen für einen nie da gewesenen Fahrspaß sorgen.
1965 lief der erste  Shelby-Mustang, entwickelt vom Ex-Rennfahrer Carroll Shelby, vom Band. Die Shelby-Mustangs waren eine kraftvollere Rennsportversion des Mustangs. Ab 1967 wurden sie jedoch auch für den Privatkunden konzipiert. Gut erhaltene Exemplare gelten heute als wertvolle Sammlerstücke.
Ein Sondermodell des Mustang GT ist der Mustang Bullit, benannt nach dem gleichnamigen Film mit Steve McQueen. Erinnern Sie sich noch an die Verfolgungsjagd durch San Francisco?
Die Modelle der 1980er und 1990er Jahre erfreuen sich nicht derselben Beliebtheit wie ihre Vorgänger, aber mit dem Mustang V, der seit 2005 produziert wird, versucht Ford wieder an die alten Erfolge anzuknüpfen. Der Mustang V ist im Retro Look gehalten und interpretiert die steile Front mit ihren eingelassenen Rundscheinwerfern maskulin und kraftvoll.
Typisch amerikanisch: Mit den jährlichen kleinen „Facelifts“ erhält der Mustang seit 2010 Motorupdates und bessere Materialien im Cockpit. Zum Modelljahr 2015 legt Ford den Mustang komplett neu auf. Auf einmal sind die Zeiten von Hartplastik und einfachem Leder im Innenraum vorbei. Das Musclecar glänzt mit toller Verarbeitung und einem traumhaften Fahrverhalten.

Ford Mustang: Importieren oder lieber direkt zum Händler?

Ford bietet den Mustang ab 2015 zum ersten Mal überhaupt auch in Europa an. Bei deutschen Ford-Händlern ist er ab 35.000 Euro zu bekommen. Den Antrieb übernimmt dann ein komplett neu entwickelter 2.4 Vierzylinder Turbobenziner mit ordentlichen 314 PS. Die Faszination Mustang kommt auch bei diesem recht „kleinen“ Motor zur Entfaltung – Ford hilft beim Sound mit Lautsprechern und Klangmodul clever nach. Echte Mustang-Fans werden jedoch am 5.0 V8 nicht vorbeikommen. Dieser Motor ist eine Wucht und startet im Preisgefüge knapp unter 40.000 Euro.
Dass Ford den Mustang nach Deutschland bringt, wird allerhöchste Zeit. Das Interesse am Auto ist riesig – das zeigen die Klickzahlen im Onlinekonfigurator. Allein in den ersten 48 Stunden nach der Verkaufsfreigabe haben sich über 500.000 Mustangfans ihren Traumwagen zusammengestellt. Doch aufgepasst: In den USA kostet der neue Mustang ab 23.800 Dollar. Beim derzeitigen Umrechnungskurs entspricht dieser Betrag in etwa 23.000 Euro. Theoretisch hätten Sie also rund 12.000 Euro Luft und könnten jede Menge Geld bei einem Import sparen, richtig? Nehmen wir also dieses Geld und investieren es in das Abenteuer „Auto-Import aus den USA“ – los geht es:
  • Einen Ford Mustang in den USA kaufen und überführen
  • Ein Mustang kostet in den USA neu ca. 23.800 $
  • Überführungskennzeichen: ca. 5 $
  • ODER: Spedition je nach Entfernung zum Hafen ca. 300 bis 1000 $
  • Verschiffung: je nach Serviceleistung zwischen 2.500 und 5.000 $
  • Reisekosten (Flüge in die USA kosten ab 600 Euro)
  • Kosten für Fahrzeugdokumente
  • Benzingeld für die Überführungsfahrt
  • Übernachtungskosten
Der Gedanke klingt verlockend: Sie suchen sich ein günstiges Angebot beim Händler. In Utah gibt es beispielsweise die Möglichkeit, für unter fünf Dollar ein 96h-Überführungskennzeichen zu bekommen, das Sie auch relativ unkompliziert verlängern können. Die Speditionskosten von mindestens 300 Dollar können Sie so sparen und mit einem ausgedehnten Roadtrip an die Ostküste kombinieren. Als geeignete Überführungshäfen an der Ostküste gelten u.a. Newark und Long Island, Baltimore, Jacksonville Portsmouth und Charleston. Die Häfen dort sind auf Fahrzeugexporte ausgelegt, die Reedereien verfügen über Schiffe, die Ihren Mustang geschützt vorm Salzwasser des Atlantik in einem Container im Innenraum transportieren. Nichts wäre ärgerlicher als ein bereits rostendes Auto, wenn Sie es drei bis vier Wochen nach der Verschiffung in Hamburg in Empfang nehmen.
Der Autohandel gestaltet sich in den USA grundlegend anders als bei uns in Deutschland. Der Autohändler hat nicht nur wenige Vorführwagen, sondern Hunderte von neuen Fahrzeugen auf seinem Firmengelände stehen. Sie können sich also in Ruhe umsehen, sich für einen Wagen entscheiden und dann direkt mit ihm losfahren. Eine Fahrzeugbestellung ist in den USA nicht üblich. Das vorher besorgte Überführungskennzeichen hinter die Heckscheibe kleben und losfahren: Einfacher geht es kaum. Die Versicherung ist mit diesem Kennzeichen abgegolten.
Achten Sie unbedingt darauf, vom Händler den Fahrzeugbrief und eine Kopie des Kaufvertrages zu bekommen. Wichtig auch: das sogenannte „Smog-Certificate“, das bei einem Kauf immer dabei sein sollte. Fragen Sie Ihren Händler und löchern Sie ihn so lange, bis Sie all diese Dokumente für die Einfuhr in Deutschland beisammen haben. Denn ohne diese Papiere wird Ihr Mustang in Deutschland keinen Meter fahren dürfen.
Die Handhabung bei Gebrauchten unterscheidet sich nicht groß vom Neuwagenkauf, der Vorteil: Gebrauchte sind auch in den USA erheblich günstiger als ihre neuen Pendants – aber nur bis zu einem gewissen Baujahr. Mustangs der ersten Generation übersteigen in einem akzeptablen Zustand schnell die 30.000-Dollar-Marke – Shelbys sind kaum unter 200.000 Dollar zu bekommen, wie Sie es in diversen Auktionen bei eBay beobachten können.

Was kommt in Deutschland noch auf den Mustang-Käufer zu?

  • 10 % Zoll
  • 19 % Mehrwertsteuer
  • Kosten für Umrüstungen (je nach Auto erheblicher technischer Aufwand)
  • Kosten für die TÜV-Einzelabnahme (variieren zwischen 150 und rund 1.000 Euro)
  • Zulassungs- und Versicherungskosten
Wenn Ihr Fahrzeug in Europa angekommen ist, fallen der Zoll sowie die Mehrwertsteuer an. Der Zoll beläuft sich auf 10 % des Kaufpreises. 19 % sind als Mehrwertsteuer an den Bundeshaushalt zu überweisen. Hier käme Ihnen zugute, einen gebrauchten Mustang gekauft zu haben. Doch Achtung: Die Zollbeamten sind nicht von gestern. Sie müssen Ihnen glaubhaft versichern, auch wirklich einen gebrauchten Mustang einzuführen. Er darf als Jahreswagen nicht nur ein paar Kilometer auf der Uhr haben. Sollte dies der Fall sein, darf der Zoll den Wert des Fahrzeuges auch schätzen – Zoll- und Mehrwertsteuer steigen entsprechend. Zwei Wochen einen Neuwagen während Ihres Urlaubs in den Staaten fahren reicht nicht, um einen neuen Mustang zum Gebrauchten zu machen, um damit Steuern zu sparen. Sie müssen dafür nachweisen, mindestens zwölf Monate in den USA gelebt zu haben und in dieser Zeit mit dem Auto gefahren zu sein. Erst dann würde Ihr Mustang als Umzugsgut gelten. Die Regularien dafür sind für einen deutschen Staatsbürger aber schwierig bis unmöglich zu erfüllen. Es führt also kein Weg am Zoll vorbei. Wer diesen Aufwand scheut, kann sich auch bei Spezialisten beraten lassen.

Die Vorteile, einen Importeur zu beauftragen

Wenn Sie sich nun entschlossen haben, einen Ford Mustang in den USA zu kaufen, bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten: Sie regeln alles selbst oder Sie beauftragen einen Importeur, der alles für Sie abwickelt. Sie können auch einen gebrauchten Mustang bei eBay erwerben, der von einem Verkäufer aus den USA angeboten wird. Treten Sie hier mit dem Verkäufer in Kontakt und fragen Sie, ob er Ihnen bei der Überstellung helfen kann. Grundsätzlich sollten Sie nur dann alles selbst abwickeln, wenn Sie genug Zeit haben, es Ihnen nichts ausmacht, mit Behörden zu kommunizieren und Sie gute Englischkenntnisse besitzen.
Ein Importeur kann Ihnen hier viel Zeit ersparen. Durch seine Kontakte wird er auch den richtigen Mustang für Sie finden. Er kennt sich auch mit allen gesetzlichen Bestimmungen hervorragend aus. Einige Importeure bieten einen Service, der vom Kauf des Fahrzeugs bis hin zur Lieferung zu Ihrer Haustür alles beinhaltet. Sie können sich ganz auf die Dienste des Importeurs verlassen und in etwa vier bis sechs Wochen steht Ihr Traum-Pony vor der Haustür. Wichtig dabei: Es kann sein, dass Sie Ihren Mustang noch umrüsten müssen. Tachoscheiben mit Kilometer/Stunden-Skala sowie geänderte Blinker und Scheinwerfer gehören nicht nur zum guten Ton, sondern zur Straßenverkehrsordnung. Geeignete Ersatzteile finden Sie bei eBay.

Bauen Sie auf die Erfahrungen eines Mustang-Clubs

Es gibt kaum etwas Schöneres, als einen Traum mit Gleichgesinnten zu teilen. Mustang-Clubs gibt es in Deutschland jede Menge – gerade weil dieses Auto so eine große und treue Fangemeinde hat. In netten Stammtischgesprächen finden Sie auch jedes noch so kleine Detail heraus, auf das Sie bei einem Import Ihres Mustangs achten müssen. Niemand kann Ihnen die 100-prozentige Sicherheit geben, dass bei einem selbst organisierten Kauf in den USA alles glatt über die Bühne geht. Aber über die gemachten Erfahrungen können Sie noch Jahre später berichten. Sogar dann, wenn Sie einen Gebrauchtwagen bei eBay kaufen, der sich schon seit Jahren in Europa befindet, wurde er doch in den USA hergestellt – die Faszination fährt also auf all Ihren Wegen mit.
 
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