Der Schrebergarten-Knigge: 7 Regeln für die Gartenpflege im Herbst und Winter

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Den Schrebergarten im Winter einfach sich selbst überlassen? Strengstens verboten! Es gibt einige Regeln, die für die Pflege in der kalten Jahreszeit unbedingt zu beachten sind – andernfalls können tatsächlich Bußgelder drohen. So bereitest du deinen Schrebergarten richtig auf den Winter vor und kannst im Frühjahr alle Nachbarn mit einer blühenden, üppig grünen Pflanzenpracht beeindrucken.
Jetzt mit den Vorbereitungen loslegen - dann haben die Nachbarn auch nichts zu meckern. (© Thinkstock via The Digitale)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Jetzt mit den Vorbereitungen loslegen - dann haben die Nachbarn auch nichts zu meckern. (© Thinkstock via The Digitale)

1. Schau in das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) und die Vereinssatzung

Die wichtigste Rechtsgrundlage für dein Leben im Kleingarten ist das Bundeskleingartengesetz (BKleingG). Es dient dazu, die Schrebergartenbewohner vor Störungen zu schützen und soll garantieren, dass jeder in seinem Garten die wohlverdiente Erholung findet. In dem Gesetz wird erst einmal definiert, was überhaupt ein Kleingarten ist: Der muss in einer Anlage mit mehreren Einzelgärten und gemeinschaftlichen Einrichtungen liegen und darf - je nach Bundesland - höchstens zwischen 200 und 450 Quadratmeter groß sein. Und was für Regeln dort gelten, findest du in der jeweiligen Vereinssatzung. Wenn dein Schrebergarten also auch im Winter glänzen soll, dann dürfen deine Planungen nicht gegen das Gesetz und deine jeweils geltende Satzung verstoßen.
Blick auf den Schrebergarten: Im Herbst ist es höchste Zeit für die Wintervorbereitungen. (©Thinkstock via The Digitale)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Blick auf den Schrebergarten: Im Herbst ist es höchste Zeit für die Wintervorbereitungen. (©Thinkstock via The Digitale)
Noch Luft nach oben: Hecken in Schrebergärten dürfen nicht zu hoch sein. (© Pixabay)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Noch Luft nach oben: Hecken in Schrebergärten dürfen nicht zu hoch sein. (© Pixabay)

2. Hecken im Herbst beschneiden

Der Herbst ist die richtige Zeit, um deine Hecken zu beschneiden. Am besten erledigst du diese Arbeit bereits im September oder Anfang Oktober.
Eine akkurat beschnittene Hecke sorgt in deinem Schrebergarten nicht nur für ein gepflegtes Aussehen, du hast sogar die Pflicht, deine Hecken und Sträucher regelmäßig zurückzuschneiden. Laut Gesetz dürfen Hecken entlang der Grundstücke nämlich nicht höher als 1,25 Meter sein. Denn auch wenn du deinen Garten gepachtet hast, gilt die Kleingartenanlage insgesamt als öffentliches Grün.  Und damit alle Bürger etwas von den Grünflächen haben, dürfen die Hecken nicht zu hoch sein. 
Durch regelmäßiges Beschneiden gibt es Kraft für viele Blüten. (© Susanne Feiler)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Durch regelmäßiges Beschneiden gibt es Kraft für viele Blüten. (© Susanne Feiler)

3. Sorg mit dem richtigen Schnitt für dichte Baumkronen

Durch das Beschneiden von Bäumen und Sträuchern bekommen die Pflanzen mehr Kraft für neue Triebe. Wenn die letzten Blätter von den Bäumen gefallen sind, ist die Zeit gekommen, deine Bäume und Sträucher zurückzuschneiden. Allerdings solltest du das vor dem ersten Frost erledigt haben, damit sich die Schnittstellen noch schließen können.
Da in deinem Schrebergarten nur Bäume erlaubt sind, die maximal vier Meter hoch werden, reicht in der Regel eine Teleskop-Baumschere aus, um überall gut heranzukommen. Eine Ausnahme sind Obstbäume: Sie dürfen höher als vier Meter wachsen. Damit  sie reichlich Früchte tragen, sollten sie dennoch regelmäßig zurückgeschnitten werden. Falls du hierfür eine Motorsäge benutzen möchtest, halte die Zeiten ein, in denen Lärm gemacht werden darf. Feste Ruhezeiten sind in der Regel mittags zwischen 13 und 15 und sonntags ganztägig. Dann ist jegliche Lärmstörung strengstens verboten. Wer die Nachbarschaft mit seinem Lärm erheblich belästigt, kann mit einer Bußgeldstrafe bis zu 5000 Euro belegt werden!

4. Deck deine Beete ab

Für die Höhe der Obstbäume gibt es vor allem aus einem Grund die besagte Ausnahmeregel: Der Schrebergarten muss nämlich kleingärtnerisch genutzt werden. Ja, du hast richtig gelesen - der Anbau von Obst und Gemüse ist im Schrebergarten ein Muss: Auf mindestens der Hälfte der Fläche, die nicht von der Gartenlaube belegt ist, bzw. einem Drittel der Gesamtfläche, muss Essbares angepflanzt werden. Was das ist, ist egal: Tomaten, Kürbisse, Karotten, gerne auch Beeren oder   Kräuter. Im Rest des Gartens dürfen als Erholungsfläche Zierpflanzen und Gras sprießen. Diese Verordnung ist auf die Ursprünge der Schrebergärten zurückzuführen. Der Schrebergarten sollte Mietern von kleinen Wohnungen den Anbau von eigenem Obst und Gemüse ermöglichen.
Robuste Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel kommen auch ohne Abdeckung durch den Winter. (© Thinkstock)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Robuste Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel kommen auch ohne Abdeckung durch den Winter. (© Thinkstock)

Je nachdem, für was du dich entschieden hast, hast du vom Frühsommer bis in den Herbst hinein frisch geerntetes Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Und damit dein Garten auch im nächsten Jahr wieder deinen Teller füllen kann, vergiss nicht, deine Beete über den Winter mit Mulch oder mit Tannenzweigen gegen die Kälte zu schützen. Der Zusatznutzen: So abgedeckt sieht dein Garten sehr ordentlich und aufgeräumt auf. 
Ende Oktober wird in den meisten Anlagen das Wasser abgestellt. (© Pixabay)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Ende Oktober wird in den meisten Anlagen das Wasser abgestellt. (© Pixabay)

5. Lass das Wasser ab

Ein wichtiger Tag im Gartenjahr eines Kleingartenpächters kommt in den meisten Kleingartenanlagen Ende Oktober. Wenn die ersten Nächte mit möglichem Bodenfrost nahen, wird in der Regel in der gesamten Kleingartenanlage das Wasser abgestellt. Bis dahin sollten alle Gartenarbeiten erledigt sein, denn danach können die Pflanzen nicht mehr gewässert und die Gartengeräte nicht mehr gereinigt werden. Lass nach dem Abstellen das Restwasser aus der Leitung laufen, damit diese nicht einfrieren kann und im schlimmsten Fall gesprengt wird. Ein Gartenteich sollte nun abgedeckt werden. Andere Wasserbehälter wie zum Beispiel der Springbrunnen, das Wasserbecken oder die Regentonne entleerst Du dagegen, damit der erste Frost keinen Schaden anrichten kann. Und natürlich gilt das ganz besonders für den Fall, dass du eine eigene Campingtoilette hast. Mach dich außerdem darauf gefasst, dass nun deine Wasseruhr abgelesen wird. 
Wichtig: Abwasser darf nicht in den Boden abgeführt werden - sonst drohen hohe Bußgelder! Die meisten Kleingarten-Anlagen sind aber inzwischen ohnehin mit Abwasseranschlüssen ausgestattet.
Wenn die Gartenlaube zu klein für die Geräte ist, solltest du über einen Anbau nachdenken. (© Pixabay)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Wenn die Gartenlaube zu klein für die Geräte ist, solltest du über einen Anbau nachdenken. (© Pixabay)

6. Verstau deine Geräte witterungssicher

Gartengeräte wie Rasenmäher, Gartenschlauch und sonstiges Zubehör sollten den Winter besser nicht im Freien verbringen, damit sie keine Frostschäden abbekommen. Wo du sie unterbringen kannst, hängt ganz von der Größe deiner Laube ab. Hat diese weniger Grundfläche als die maximal zugelassenen 24 Quadratmeter pro Schrebergarten, dann darfst du meist noch einen kleinen Geräteschuppen bauen, der sich hervorragend zur Aufbewahrung deiner Gerätschaften eignet, nicht nur im Winter. Hat deine Gartenlaube allerdings die Maximalgröße, dann gibt es keinen Extra-Schuppen und alles muss in die Laube gebracht werden. Auch die Terrassenmöbel sind besser im Trockenen aufgehoben. Überleg dir also gut, in welcher Reihenfolge du welche Dinge hineinstellst. Willst du an schönen Wintertagen dick verpackt in deinem Gartenstuhl sitzen und die Sonne genießen? Dann stell den Stuhl als letztes hinein, damit du ihn schnell heraustragen kannst.
Deine Gartengeräte solltest du vor dem Einlagern reinigen, gegebenenfalls reparieren und einölen und gut getrocknet in deiner Hütte verstauen. 

7. Mach den Rasen frei

Damit dein Rasen gut durch den Winter kommt und im Frühjahr üppig grün blüht, musst du ihn von sämtlichem Laub befreien und ihm im Anschluss  mit dem Rasenmäher einen letzten kurzen Schnitt verpassen. Unter nassem Laub und zu langen Grashalmen kann sich nämlich Fäulnis bilden und das gibt dann unschöne braune Stellen im Frühjahr.
Der Rasen sollte komplett vom Herbstlaub befreit werden - nicht nur aus optischen Gründen. (© Thinkstock / The Digitale)
Link bearbeiten Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Der Rasen sollte komplett vom Herbstlaub befreit werden - nicht nur aus optischen Gründen. (© Thinkstock / The Digitale)
Link zu einer eBay-Seite Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Link zu einer eBay-Seite
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden