Der Leibhafte in New York

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Der leibhafte Frank Zappa 1976 in New York City auf den Bühnen der Welt.

Wer Frank Zappa’s Musik einmal(!) live erleben möchte, dem ist dieses Album zu empfehlen. Es ist sein 25. Album und als musikalische Vorspeise könnte ich kein anderes Album empfehlen. Die Songtexte sind abgedruckt im Booklet und somit mitlesbar. Texte und Musik ergänzen sich („Titties and Beer“) auf eine Art und Weise, die man nur bei Zappa findet. Songs ohne Text werden schon durch den Titel interessant, wie z.B. „I promise not to come in your mouth“. Zappa war Genie, Filmproduzent, Selbstdarsteller, Poet, Musiker und das intelligenteste Arschloch (Zitat von Jimi Wunderlich), was die dekadente amerikanische Kultur in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat. Zappa schrieb Bücher und es ist ein Genuss, in Zappas chaotisch-anarchistische Welt für Stunden einzutauchen. Er hatte keinerlei Berührungsängste alles in seinen Büchern mit eigenen Worten so zu erzählen, wie er in seiner Familie lebte, seine Musiker behandelte und reihenweise verschliss, was er von der Musikindustrie hielt, von den amerikanischen Regierungen und wie man einen schnellen Dollar – auf unsere Kosten - (mit dem Zappa Family Trust) machen konnte.

Das vorliegende Album wurde während sieben Auftritten in New York City (drei im Felt Forum und vier im Palladium) aufgenommen und über Weihnachten 1976 abgemischt.
Zappa ist immer ein Arbeitstier und Antreiber in Personalunion gewesen. Er hat in den 10 Jahren 25 Alben produziert! Zappa hatte Charisma, er konnte die besten Musiker wie ein Magnet anziehen und er konnte es sich leisten, den Musikern den Lohn/Anerkennung/Ruhm schuldig zu bleiben, den sie eigentlich verdient haben. Wo Zappa war, gingen die Lichter an und man stand im Rampenlicht, wie nachts in der Küche vor dem offenen Kühlschrank.

Das vorliegende Album enthält 6 + 9 = 15 Songs auf zwei CD’s. Ein riesen Spaß für die Familie, die Stravinski, Varese oder Schönberg mag. Jugendlichen über 80 Jahren sollten die Songs jedoch vorher erklärt werden und man müsste auch das Buch „I’m the American Dream“ gelesen haben.

Die Titel im Einzelnen zu besprechen sprengt diesen Rahmen. Jeder Song ist ein kleines Kunstwerk und wird es bleiben.

Fazit: Das Album ist auf Vinyl und als CD empfehlenswert und gehört in jede anspruchsvolle Musiksammlung des 20. Jahrhunderts. Es ist musikalisch nicht das beste Album Zappas, jedoch fängt es am besten die „live“-Atmosphäre seiner legendären Konzerte ein und dokumentiert die Improvisationskraft aller(!) beteiligten Musiker.

mehr Zappa gefällig? -> http://testberichte.ebay.de/Zappas-doppeltes-Spiel_W0QQugidZ10000000004202986

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