Der Kauf einer Spiegelreflexkamera

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Dieser Ratgeber ist vornehmlich für analoge Kameras gedacht. Viele Facetten sind aber auch beim Kauf einer digitalen Spiegelreflex relevant.

Tipps vor dem Kauf

Speziell beim Kauf einer Spiegelreflexkamera und dem schier undurchdringlichen Wust an Fachbegriffen, Spezialfunktionen und Superspezialfunktionen, ist doch in erster Linie vor allem eines wichtig: In ein großes Fachgeschäft gehen (wegen der Auswahl und Vorrätigkeit), nachdem man sich einen ungefähren Überblick verschafft hat welche Kameras zur Auswahl stehen könnten und sie einfach in Hand nehmen und ausprobieren. Nichts ist so wichtig, wie dass die neue Kamera auch wirklich gut in der Hand liegt. Hierzu später noch mal mehr.

Welche Kamera ist für mich die richtige?

Diese Frage ist sehr individuell und stark abhängig vom gewünschten Einsatzzweck und dem persönlichen Interesse an der Fotographie und ihrer Faszination. Ich für meinen Teil habe mich langsam vorangearbeitet und bin von den allseits bekannten „Knipskameras“ vorerst einmal auf eine gute Kompaktkamera die alle wichtigen Funktionen unterstützt (z.B. 28-105er Zoomobjektiv, Langzeitbelichtung, Mehrfachbelichtung, Serienbildfunktion sowie eine manuelle Korrekturfunktion für Blende, Belichtungszeit und Blitzsyncronisation), so dass man die Möglichkeit hat nebst der Vollautomatik auch mal ein paar Sachen auszuprobieren. In meinem Fall war dies eine Pentax (Modell weiß ich leider nicht mehr). Hier würde ich mich im gut geführten Fachhandel beraten lassen und wenn einem das Finanzielle schmerzt durchaus auch auf eine gebrauchte zurückgreifen. Es muß nicht das neueste vom neuen sein und auch nicht tausende Superspecials (wie tolle Vollautomatikfunktionen) haben. Auch empfiehlt sich nicht unbedingt das kompakteste Modell zu wählen. Ganz kleine, leichte, also sehr kompakte Kameras haben eher den Nachteil sehr unpräzise in der Hand zu liegen, was einen ungemein in seiner kreativen Auslebung des photographierens beeinträchtigt. Als nächstes empfiehlt sich ein gut strukturiertes Buch über Fotographie, das auf seinem eigenen Wissensstand aufbaut. (Hierzu kann der Fachhandel ebenfalls  gut Auskunft geben)

Jetzt kann man fürs erste mal loslegen. Die Literatur macht einen vertraut mit sämtlichen Fachbegriffen, verrät Tipps und Tricks und man kann einfach mal spielerisch ausloten ob man sich das Hobby Fotografieren wirklich zu eigen machen will.

(Als Alternative kann man sich natürlich auch eine solche oder eine Spiegelreflexkamera von z.B. einem Freund ausleihen.)

Oft stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass man eher zu der Kategorie „professioneller Knipser“ gehört und eine Spiegelreflex das Maß übersteigen würde und so ihr Dasein entweder im Schrank fristen oder als Prestigeobjekt zwar überall hin mit auf die Reise gehen würde, ohne ihre Potentiale aber überhaupt zu nutzen. In diesem Fall, wenn es schon eine Spiegelreflex sein muß, würde ich eine Spiegelreflex empfehlen, die mit möglichst vielen Supertollen Vollautomatikfunktionen ausgestattet ist (Motivprogrammen) und Gewichtsmäßig sehr niedrig angesiedelt ist. (Man muß das Ding ja immerhin mit sich rumschleppen). Solche Kameras liegen meist im unteren Preissegment, was zudem noch einen geldbeutelschonenden Vorteil besitzt. (Wobei der Qualitätsvorteil durchaus bei den guten Kompaktkameras liegt)

Fasst man aber für sich den Entschluss mehr machen zu wollen und auch tiefer in die Thematik einzusteigen zu wollen, kommt man zwangsläufig an den Punkt sich zu fragen welche Kamera es sein soll. Hier sei gesagt, dass man nun durch seine gesammelten Erfahrungen auch sehr gut in der Lage sein sollte einem Fachverkäufer/-berater die Stirn zu bieten.

Daher und vor allem wegen des doch sehr individuellen Rahmens und der finanziell unterschiedlichen Möglichkeiten an dieser Stelle nur noch ein paar Tipps:

Tipps zum Kauf

Vorweg: Leichter ist im Semi-/Professionellen nicht gleich besser, hier verhält sich das pauschal gesagt genau umgekehrt. So „windige“ Dinger bieten kaum Führung und Kontrolle über die Kamera.

Als Tipp: Immer gleich ein Batterypack an die Kamera anbringen lassen. Es bewirkt zum einen, dass die Kamera schwerer wird und zum anderen liegt sie meist auch viel besser in der Hand (vor allem bei großen Händen). Außerdem nimmt es Akkus vom Typ AA auf, die dezent viel billiger sind als die kleinen Kamerabatterien. So rechnet sich die Mehrinvestition gleich in drei Punkten. (wie beim Überraschungsei)

    * Vor dem ersten Besuch im Fachgeschäft sich Gedanken darüber machen wo und für welche Gelegenheiten ich die Kamera einsetzen will.
    * Tolle Vollautomatikprogramme sind sicher nett aber absolut unnütze Spielerei. Im Endeffekt wird alles sowieso nur über Blende und Belichtungszeit eingestellt. (Is aber wie gesagt vom Einsatzzweck abhängig ob man es braucht oder nicht)
    * Fachzeitschriften und Archivberichte im Internet sind eine gute Quelle um eine Vorauswahl zu treffen.
    * Beraten lassen und sich Prospekte Testberichte usw. zeigen bzw. mitgeben lassen. (Verkäufer wollen einem nur immer alles andrehen, auch wenn’s Schrott ist)
    * In aller Ruhe ein paar Tage verstreichen lassen und eine Vorauswahl von Kameras treffen. (so um die 2-5 sollten reichen, bei mehr wird es dann nur wieder kompliziert)
    * In einem großen Fachgeschäft nochmals beraten lassen und die vorerwählten Modelle in die Hand nehmen und ausprobieren.
    * Eine Spiegelreflex ist zum einen nur so gut wie ihr Fotograf und zum anderen hängt sehr viel von den Objektiven ab, die man verwendet. Also hier gleich (auch was die Preise angeht) mitinformieren. Den Tollen Sparpacks liegt meist nur Schrott bei, also lieber gleich was Gescheites nehmen. (!!!!!Testberichte lesen!!!!!)
    * Hat man sein Traummodell gefunden ruhig noch mal ne Nacht darüber schlafen und die Preise vergleichen.

Der Kauf bei E-Bay

Es gibt, wie überall solche und solche Verkäufer. Ein bisschen Glück gehört wohl dazu. Eine Spiegelreflex ist doch eine sehr komplexe Kombination aus Mechanik und Technik. Von dem her ist äußerste Vorsicht geboten. Ähnliches gilt für Objektive. Am besten wäre es wohl, wenn man sich das Ding vorher mal anschauen und ein paar Probeaufnahmen machen könnte. Auf der Suche nach einem Schnäppchen ist dies aber (wem sage ich das) nicht unbedingt möglich. Daher bei allen Unklarheiten nachfragen. Aussagen wie es wurden nur 10 Filme verknipst finde ich persönlich verdächtig (aber natürlich will ich keinem etwas unterstellen). Auch Aussagen wie, die Kamera hat kleiner Macken und das ist sicher nur was kleines, fördern bei mir nicht unbedingt Vertrauen. (Wenn Mängel vorhanden sind sollten sie genau beschrieben sein. Dann kann man ggf. beim Service des Herstellers nachfragen was eine Reparatur kosten würde: diese sind meist sehr teuer) Ich würde vom Verkäufer erwarten, das er mir den gesamten Werdegang der Kamera schlüssig darlegen kann. Toll ist natürlich auch, wenn der Verkäufer die Kamera nachweislich vor dem Verkauf hat durchchecken lassen. (Telefonate finde ich persönlich besser als ein hin und her per E-Mail) Wichtige Fragen wären beispielsweise: Für welche Einsatzzwecke wurde sie verwendet (Strandurlaube sind beispielsweise wegen des Sandes immer etwas Problematisch), sind die Spiegel klar und Staubfrei, wurden viel mit Wechselobjektiven gearbeitet (Schmutz kann so schneller in das Innere des Gehäuses gelangen), wann bzw. wurde das Gehäuse innen schon einmal professionell gereinigt, wurde die Kamera schon einmal gewartet (und wenn ja wann), wie wurde die Kamera gelagert, ist das Originalzubehör komplett dabei und alles was einem sonst noch so einfällt.

Noch ein kurzer Satz zu den digitalen Spiegelreflexkameras:

Ganz ehrlich: Kauft diese nur als Neuware. (Meine Meinung) Ganz einfach deswegen, weil der Sensorchip doch sehr sehr anfällig auf Staub reagiert. Viele pusten dann einfach mal mit Luft den Staub raus (bei analogen, wenn man vorsichtig ist, ist dies eher unproblematisch). Die Folgen bei den digitalen können aber verheerend sein.

Dann noch allzeit gutes Licht
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