Der Ionenaustauscher - Vollentsalzer

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Der Ionenaustauscher

Ein Vollentsalzer besteht in der Regel aus einem Anionenaustauscher und einem Kationenaustauscher.

 

Angeschlossen werden die Systeme mit einem Schlauch an die Wasserleitung. Das Leitungswasser durchfließt von oben nach unten die erste Säule, den Kationenaustauscher. Das metallfreie Wasser (teilentsaltztes Wasser ohne Härtebildner wie KH, GH usw.) gelangt nun in das - im Tauscher befindliche Steigrohr - und fließt auf die Druckseite des Anionenaustauschers, wobei auch hier das Wasser von oben nach unten durchflossen wird.

Im Anionenaustauscher werden alle noch befindlichen Säurereste (Salpetersäure (Nitrat), Phosphorsäure (Phosphat) entfernt. Es bleibt schließlich extrem weiches Wasser mit kaum messbarer Leitfähigkeit zurück.

Beim Kauf des Tauschers sollte man darauf achten, dass man die perfekten Anschlüsse von Anfang an, auswählen kann.


Ich biete daher meine Kunden die Möglichkeit an, Ihre Tauscher entweder mit 12/16, 16/22 oder sogar Gardena - Kompatiblen Anschlüssen auszustatten.
Wie oben erwähnt, werden alle Ionenaustauscher von oben nach unten durchflossen. So kann es passieren, dass sich nach einer Zeit ein Luft / Gas -Gemisch in den Tauschern sammelt.
Auch lange, nicht entlüftete Zuleitungen zum Tauscher begünstigen die Luftansammlung im Tauscher negativ.
Daher sollte man schon beim Kauf eines Ionenaustauschers darauf achten, diesen mit einer Schnellentlüftung auszustatten.
So kann während des Betriebes das Gas / Luftgemisch am Deckel jeden Tauschers bequem abgelassen werden.
Es gibt zudem zwei Arten von Anionenaustauscher (zweite Säule nach dem Kationenaustauscher)
Hier unterscheidet man zwischen einem schwach basisch und einem stark basischem Anionenaustauscher.


Der stark basische Vollentsalzer hat sich in der Meerwasseraquaristik bewährt, da er zusätzlich bis zu 99,9% an Silikate herausfiltern kann. Der schwach basische säuert dafür das Wasser durch CO² etwas an, so dass dieser sich für die Süsswasseraquaristik bewährt hat.
Ein wichtiger Punkt ist die Größe des Tauschers.
Umso mehr Inhalt eine Säule hat, umso mehr Wasser kann dieser Entsalzen.
Ein Liter Harz spricht man von 4500 Härteliter
Ein 1 Liter Vollentsalzer mit 4500 HL kann bei einer Gesamthärte von 10 ca. 450 Liter vollentsaltzes Wasser herstellen. Danach muss der Tauscher regeneriert werden.

4500 HL (Härteliter) : 10 GH (Gesamthärte im Leitungswasser) = 450 Liter vollentsaltzes Wasser.
Rechnen Sie aus wie viel Wasser Sie im Monat in Ihren Aquarien wechseln.
(Normalerweise 30% des Beckeninhaltes pro Woche) x 12 Wochen + 30% Reserve)


Hier ein Beispiel bei einem 300 Liter Aquarium:

Wasserwechsel 90 Liter in der Woche. In einem Monat macht das 360 Liter. In 3 Monaten 1080 Liter
Zu diesen Wassermengen rechne ich nun 30% Reserve dazu. Es kann ja mal ein Becken dazukommen oder durch Krankheitsfall benötigen Sie kurzzeitig etwas mehr Wasser. So kommen wir auf 1404 Liter vollentsaltzes Wasser.
Das heißt, der Tauscher muss so ausgelegt sein, dass er bei Ihrer GH von hier 10 ca. 1404 Liter vollentsaltzes Wasser schafft. Das wäre in Ihrem Fall ein 3 Liter Tauscher mit 13.500 HL.
Mit dieser Rechnung ist sichergestellt, dass sie nicht alle paar Wochen den Tauscher regenerieren müssen.
So haben Sie mindestens 3 Monate Ruhe, damit das Wasser wechseln nicht zur Arbeit ausartet.

Das so gewonnene Wasser, kann aber noch nicht gleich verwendet werden.
Das Wasser ist vergleichbar mit destilliertem Wasser, also salzfreies Wasser. Ihre Fische und Pflanzen benötigen aber einen Teil an Salze wie z.B. die Gesamthärte oder Karbonathärte.

Nun kann man zwei Sachen machen:

Sie mischen einen Teil des Leitungswassers einfach zu dem vollentsaltzen Wasser und stellen so nach Wunsch die Wasserwerte selber ein. (z.B. 50% Leitungswasser + 50% vollentsaltzes Wasser = 50% der Werte wie im Leitungswasser).

Als Alternative gibt es spezielle Aufhärtesalze im Fachhandel. Mit diesen Salzen können Sie GH, KH und die Spurenelemente künstlich wieder beifügen. Diese Methode ist zu empfehlen wenn sehr viel Nitrat oder Phosphat im Leitungswasser enthalten ist, so dass ein Verschneiden mit diesem unmöglich ist.
Der Kauf eines Vollentsalzers - ist ein Kauf fürs Leben. Die Harze halten über 10 Jahre und länger.
Achten Sie daher beim Kauf des Tauschers darauf, dass Sie die Säulen aufschrauben können um die Harze abzulassen. So können Sie nach 10 Jahren (oder länger) die alten Harze bequem selber austauschen und sparen sich sehr viel Geld für eine evtl. Neuanschaffung eines Ionenaustauschers.

Ich möchte auch kurz auf das Märchen des indirekten Wasserwechsels hinweisen der oft im Umlauf ist.
Bei einem indirekten Wasserwechsel, wird der Vollentsalzer direkt an den Kreislauf im Aquarium befestigt.

Was passiert bei diesem Kreislauf?

Der Tauscher fängt an zu arbeiten, er entsalzt so lange bis nichts mehr da ist. Nicht nur Nitrat, sondern eben auch die Karbonathärte und Gesamthärte sowie alle Mineralstoffe werden durch den Tauscher entfernt. Durch den hohen CO² Gehalt der bei der Entsalzung durch die Karbonathärte entsteht, fällt zudem auch noch extrem der pH - Wert im Aquarium, um so länger der Vollentsalzer im Kreislauf des Beckens läuft.
Durch das unkontrollierte herunterdrücken der Werte, kann es sehr schnell zu Todesfälle im Aquarium kommen.
Zudem möchte ich auf die Gefahren der Verschmutzung der Harze hinweisen. Wer seine Aquarienschläuche einmal angeschaut hat, weiß welcher Schmutz nach Wochen im Tauscher sein kann. Die Harze müssen aber vor diesem Schmutz bewahrt werden. Ansonsten halten diese Harze nur wenige Woche oder Monate.
Es hört sich immer sehr schön an "nie wieder Wasserwechsel im Aquarium" oder "verlängern Sie die Wasserwechselinterwalle" aber in den seltensten Fällen vor allem ohne weitere Techniken wie Leitwertcontroller, pH  - Controller sowie eine Vorreinigung ist meine Meinung nach das System nicht ordnungsgemäß zu betreiben.


 Ihr Holger Scheben
H-S-AQUARISTIKBERATUNG

Mehrere Infos zur Aquaristik finden Sie in meinen Ratgeber

 

 

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