Der Günther-Wolff-Verlag in Plauen, W. Hess (1993)

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LANDHEIM-ANTIQUARIAT

Wolfgang Hess

Der Günther-Wolff-Verlag in Plauen

und die bündische Jugend im III. Reich



Vogtland-Verlag Plauen 1993
Pbd, 70 S.

*

50 Jahre lang seit seinem Tod haben Leben und Werk Günther Wolffs keine Würdigung gefunden.
In seiner Heimatstadt Plauen, in der er einen im ganzen Deutschen Reich bekannten und geachteten
Verlag gegründet und zum großem Erfolg geführt hat, ist er bei den noch Lebenden seiner
Generation vergessen.

Günther Wolffs große Grundidee, für die Jugend und ihre Gegenwarts-und Zukunfts-Orientierung verlegerische Werke zu schaffen, hat er mit einer enormen Energie und Zivilcourage
bis zum Einsatz seiner Gesundheit und unter Verlust der Freiheit verfolgt.

Daneben betrieb er Volkstums-Arbeit im besten Sinne des Wortes, ohne nationalistische Tendenz.
Seine Leistungen, sein Lebenswerk vor dem Vergessen zu bewahren, diesen tapferen und mutigen Mann zu würdigen und sein Andenken zu erhalten, war Anliegen und Ansporn dieser Dokumentation.

*
Inhalt:

Jugend


Günther Wolff wurde am 4.1.1901 in Gansgrün im Vogtland
als Sohn des Hauptmanns a.D. und Rittergutbesitzers Konrad Wolff geboren.
Das Leben im Hause Wolff wurde geprägt einerseits von der deutschnationalen Gesinnung
des Vaters - als Vorbild galt Bismark, man flaggte schwarz-weiß-rot-, zum anderen von einer echt
liberalen Haltung mit der dazugehörigen Toleranz und natürlich als Offizier von
den Idealen preußischen Lebensinhaltes im besten Sinne.

Noch als Realgymnasiast begann Wolffs literarische und publizistische Tätigkeit.
Mit 19 Jahren, noch unmündig, konzipierte er mit einem Stammkapital von 75 Pfennig
die "Vogtländische Jugendzeitung" (das zweite Blatt erschien im Mai 1920 unter diesem Titel und
das erste Blatt im April 1920 noch unter dem Titel "Schwarz Weiß Rot"), die sich später in
"Das Junge Volk" wandelte und von verschiedenen Bünden  gestaltet wurde.

Die Bündischen


Anfang der zwanziger Jahre gründete Wolff den "Deutschnationalen Jugendbund".
Die stark politisch-nationale Linie des DJB veranlasste ihn, sich schon nach kurzer Zeit
aus dieser Arbeit zu lösen, der Jungnationale Bund (Junabu) schien ihm für seine Ziele geeigneter.
Wolff trat in Verbindung zu dem Gründer und Führer der Jungnationalen, dem Admiral a.D. von Trotha, zu dem auch andere Bünde Kontakte aufnahmen, wodurch für ihn Verbindungen zu verschiedenen Kreisen der Jugendbewegung entstanden, was sich auch auf seinen Verlag und sein Rüsthaus auswirkte.
Er öffnete allen seinen Verlag und wurde so im Laufe kurzer Zeit zum führenden Verlag
aller Bünde im ganzen Reich. Gewisse Kontakte knüpfte er zum Kreis um
den Dichter Stefan George, zu dem übrigens später
Klaus von Stauffenberg enge
Verbindung hatte.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es den Nazis bis 1945 nicht gelang, "Bündische Umtriebe" und Betätigung zu unterbinden, was viele Verhaftungen durch die Gestapo und Verurteilungen von
1933 bis 1945 beweisen. Man traf sich weiterhin illegal und sang die alten Lieder, die Wolf
in seinen Liederbüchern gesammelt und gedruckt hatte. Diese Sammlungen
überlebten die NS-Zeit, so dass gleich nach Kriegsende die
Bündischen Lieder wieder zu hören waren.

Die Meissner- Formel

von der Jahrhundert-Feier 11.-12.10.1913
(Überblick über die deutschen Jugendverbände um 1933)
./.

Das Rüsthaus


Das Dürer oder Rüsthaus hatte Günther Wolff im Jahre 1925 von Eugen Krämer übernommen. Den Verlag "DAS JUNGE VOLK" gründete Wolff bereits 1920.Der Umsatz steigt stetig, und auch die
Hitlerjugend bezieht nun von ihm- und zwar nicht nur Ausrüstung, sondern auch
Bücher, besonders Liederbücher, da die NSDAP weder selbst ein
umfassendes eigenes Buchprogramm produziert, noch
eigenes Liedgut hat.

1936 wird das Rüsthaus aufgelöst, die Aktionen seiner politischen Gegner gegen das zentral gelegene Haus Altmarkt 10 werden immer massiver und auch für den Inhaber gefährlicher.
Der Verlag bleibt aber zunächst noch erhalten.

Der Verlag


......... Er arbeitete mit allen Bünden zusammen, und auch sein verlegerischer Kontakt zu Eberhard Koebel geht in diese Richtung. Und dass er auch noch an "tusk" festhielt, als dieser in die KPD eintrat,
erklärt sich aus seiner unbedingten persönlichen Treue und daraus, dass er jeden schätzte,
der den Nazis und der HJ widerstrebte.

Im Jahr 1923 begann die Produktion von Broschüren und Büchern und der Verlag veröffentlichte insgesamt bis etwa 1938, 380 Titel (nach Zählung des Autors Wolfgang Hess). Es zeigt vor allem die Vielfalt seiner Produktion, die Vielzahl seiner Serien, aber auch , dass er für fast alle Bünde gearbeitet hat,
was folgende Aufstellung zeigt.

Deutsche Jungenschaft (1932)
Pfadfinder (1931)
Großdeutscher Jugendbund (1929)
Jungnationaler Bund (1929)
Trucht (1934)
d.j.1.11. (1932)
Nerother Wandervogel (1928)
Wikinger Jungen Korps (1933)
Reichspfadfinder (1929)
Pfadfinder St. Georg (1931)
Christliche Pfadfinder (1931)

Einige Titel der Anfangsjahre sollen aufgeführt werden.

  • Fahrt der Sächsischen Jungenschaft nach Südosten (1925)
  • Heimat und Fahrtenlieder der wandernden Jugend (1924)
  • Grenzlandfahrten deutscher Jungen (1925)
*
Ab Oktober 1932 kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen tusk und dem Wolff-Verlag.
Koebel hatte die "HELDENFIBEL" geschrieben, ein Buch,
das zu einem Standardwerk der Bündischen werden sollte.

Wolf erkannte die Bedeutung des Buches und verlegte es, außerdem trat tusk in die Schriftleitung der Zeitschrift "Der Eisbrecher" ein.

Ein Versuch tusk in die SA einzutreten scheiterte an seiner kommunistischen und bündischen Vergangenheit.
Man verhaftete ihn im Januar 1934 in Berlin wo er einen Selbstmordversuch unternahm.
Er ging kurze Zeit später ins Exil, zunächst in die Tschechoslowakei,
später nach Schweden und schließlich nach London.

*

Für die Herstellung und Verbreitung des bündischen Schrifttums kommen maßgebend drei Verlagsanstalten in Frage, deren Inhaber und hauptsächlichste Schriftleiter führende Bündische waren. Diese sind:

  • Verlag Günther Wolf - Plauen
  • Verlag Erich Röth - Eisenach
  • Verlag Voggenreiter - Potsdam

In diesen Verlagen wurden die bekannten Bücher und Zeitschriften verlegt, u.a. folgende:

Die Heldenfiebel,
Horst, Geschichte eines Jungen,
Die Kommenden,
Der große Wagen,
Der Eisbrecher,
Das Lagerfeuer,
Die Kiefer,
Der Tyrker,
Die Spur,
Soldatenchöre der Eisbrechermannschaft,
Lieder der Eisbrechermannschaft,
Lieder der Südlegion,
Lieder des Bundes,
Lieder der Trucht,
Heyo, der Fahrtwind weht, - Lieder der Nerother
St. Georgs Liederbuch

*
Weitere Kapitel:

Der Kampf der NSDAP gegen die Bündischen und den Verlag Wolff

Neubeginn - Wehrdienst - Untergang

Der Rest ist Schweigen

Testament

Nachwort



  

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