Der Granat-Edelstein – ein Ratgeber über den roten Karfunkel

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Der Granat-Edelstein – ein Ratgeber über den roten Karfunkel

Der Granat mit seinen kräftigen Rot- und Orangetönen gehört schon seit der Antike zu den beliebtesten Schmucksteinen. Er kann zwar neben vielen anderen Farbschattierungen auch in strahlendem Rubinrot schimmern, dennoch hat er bis auf die Farbe nichts mit dem Rubin gemein, sondern bildet in der Mineralogie eine ganz eigene Kategorie, die sogenannte Granatgruppe. Auch in der Esoterik und Naturheilkunde ist der Granat ein oft verwendetes Hilfsmittel. Lesen Sie hier, welche Geheimnisse sich um diesen Farbstein ranken, wie er als Schmuck besonders gut zur Geltung kommt und welche heilenden Kräfte ihm nachgesagt werden.

Warum der Granat auch Karfunkel heißt

Der Name Granat lässt sich bis zu den Römern zurückverfolgen. Das lateinische Wort 'Granus' bedeutet so viel wie Korn oder auch körnig und bezeichnet die kornartige Form der Rohedelsteine, wie sie sich am Fundort oftmals präsentieren. So verhält es sich übrigens auch mit dem Granatapfel und seinen charakteristischen Früchten. Diese sind zwar auch rot wie Granat, dennoch bezieht sich der Name Granatapfel nicht auf den Farbstein, sondern ebenfalls auf die körnige Beschaffenheit der Früchte.

Im Mittelalter erhält der Granat einen weiteren Namen: Karfunkel oder auch Karfunkelstein. Auch der Ursprung dieses Wortes ist lateinisch. Carfunculus(= kleine, funkelnde oder rot glühende Kohle) bezeichnet den rot schimmernden Granat, der im Sonnenlicht seine geheimnisvolle Glut entfaltet.

Bunt und vielseitig - das Farbspektrum der Granate

Am bekanntesten sind Granate in kräftigen Rot- und Orangetönen. Es gibt jedoch auch Steine mit gelbem, gelbgrünem oder grünem Schimmer. Diese unterschiedliche Farbbildung wird in der Mineralogie auch als Varietät bezeichnet. Sie entstehen durch unterschiedliche Bestandteile in den Edelsteinen. Diese sind je nach Abbaugebiet und Gesteinsbeschaffenheit verschieden. Je nach Farbe beinhaltet die Granatgruppe bis zu zehn unterschiedliche Varietäten. Die Bekanntesten davon sind:

Der Pyrop

Er besitzt Beimengungen aus Chrom und Eisen. Diese erzeugen die bekannte, blutrote bis braunrote Farbe. Diese Granatvarietät gehört zusammen mit dem Almandin zu den ältesten bekannten Arten. Schon Ägypter, Griechen und Römer fertigten daraus exquisiten Schmuck. Bekannte Fundorte für Pyropen liegen in den USA, in Russland, Oberbirma sowie in Madagaskar und Südafrika.

Der Almandin

Dieser Granat besitzt eine etwas veränderte Beimengungen von Eisen und Chrom. Daher ist das Farbspektrum dieser Farbsteine ein ausgeprägtes, tiefes Himbeerrot. Auch blutrote Granate mit einem violetten Einschlag sind möglich. Diese Varietät wird vor allem in Sri Lanka, Indien und Madagaskar abgebaut.

Der Spessartin

Bei dieser Art kommt es durch Bestandteile von Magenta zu gelben, orangenen und glühendroten Farbvariationen. Seinen Namen verdankt der Spessartin seinem Fundort im Spessart, einem Mittelgebirge unweit von Aschaffenburg. Inzwischen wird er jedoch auch in Brasilien, Oberbirma und Sri Lanka abgebaut.

Der Grossular

Die letzte Granatvarietät präsentiert sich im Farbspektrum von hellem Gelb über verschiedene Gelbgrüntöne bis hin zu intensiven Grünfärbungen. Ursache dafür sind Beimengungen aus Vanadium und Eisen. Diese Art wird überwiegend in Teilen Afrikas sowie in Kanada gefunden.

Schmuckstein, Drachenstein und Arznei – die bewegte Geschichte der Granate

Sind in der Antike vor allem die Goldschmiede an Granaten interessiert, tritt im Mittelalter mehr und mehr die mystische und symbolische Bedeutung der Farbsteine in den Vordergrund. Das edle Rot gilt als Farbe der Könige und wird häufig auf Siegelringen, Kronen und anderen Herrschaftszeichen eingesetzt. Im Volksglauben ranken sich viele Mythen und Legenden um den roten Edelstein. Seine ungewöhnliche Form als körnige Ansammlungen sind dabei ebenso ausschlaggebend wie die eher unscheinbare Farbe der Rohsteine, die sich erst durch Schleifen und Bearbeiten in eine funkelnde Pracht wandelt. Dem Volksglauben nach besitzt jeder Drache einen Karfunkelstein in seinem Kopf. Er ist die Quelle ihrer Magie und ermöglicht ihnen zudem das Feuerspeien. Jeder Karfunkel speichert das Wissen der Drachen und ist in der Alchemie als Splitter des Steins der Weisen sehr begehrt. Aus diesem Grunde entwickeln sich im Laufe der Zeit interessante Namen wie Seelenstein, Herzstein oder Drachenstein für die roten Granate. Alchimisten verwenden Granatsteine für ihre Experimente auf der Suche nach dem Ursprungsstoff und der damit verbundenen Kunst der Goldmacherei.

Gleichzeitig bekommt er mit dem Beginn der Alchemie großes Ansehen als Medizin und Heilstein. Noch bis in das 18.Jahrhundert hinein empfehlen Bader und Ärzte die Einnahme von zerriebenem Granat bei Durchfallerkrankungen, Blutschwäche und Herzbeschwerden.

Berühmte Granate in der Neuzeit

In der Renaissance beginnt der Granat seine zweite Karriere als Schmuckstein. Er wird geradezu ein Modetrend in adligen und bürgerlichen Kreisen. In Deutschland wird er besonders im Breisgau gerne und viel verarbeitet. Die berühmten Schmuckwerkstätten bringen im 17. und 18. Jahrhundert viele exquisite Edelsteine hervor. Aus dieser süddeutschen Schmuckhochburg ziehen begabte Handwerker in Richtung Osten und verhelfen der tschechischen Hauptstadt Prag zu neuem Glanz. Diese Prager Edelsteinschleifer werden weltberühmt und produzieren erlesenen Schmuck für Könige und Fürstenhäuser. Granate haben in diesem Landstrich eine lange Tradition, denn bereits ab dem 16.Jahrhundert werden dunkelrote, lupenreine Pyroben in den Ablagerungen von Flüssen gefunden, bearbeitet und verkauft. Bis zur Erschöpfung der Fundstellen im beginnenden 19.Jahrhundert erzielen diese Steine auf dem Markt stets hohe Preise. Auch heute noch sind Böhmische Granate begehrte Edelsteine für Sammler und Schmuckliebhaber. Inzwischen gibt es nur noch eine Gesellschaft, die im Egertalgraben in Tschechien Granate fördert.

Leider werden die Steine heute häufig gefälscht und an ahnungslose Touristen verkauft. Achten Sie daher beim Kauf von Böhmischem Granatschmuck auf eine seriöse Quelle. Besonders Schnäppchen und Billigangebote sind hier mit Vorsicht zu genießen.

Die Kraft der Steine - Granate in der Esoterik

Die positive Kraft von Mineralien und Edelsteinen hat in der Esoterik eine lange Tradition. Seit dem Mittelalter setzen Heilkundige auf die heilenden und schützenden Effekte von Edelsteinen. Die Wirkung ist zwar nicht wissenschaftlich erwiesen, wird aber von vielen Leuten als angenehm empfunden. Die Alternativmedizin setzt dabei sowohl auf die Kraft der einzelnen Farben als auch auf die im Stein enthaltenen Stoffe selbst. Die Kräfte der Heilsteine müssen dazu regelmäßig aufgeladen werden. Dazu werden sie beispielsweise in die Sonne oder in die Nähe spezieller Edelsteine und Kristalle gelegt. Anschließend besitzt der Stein Energie, die er über direkten Hautkontakt an seinen Träger weitergibt. Auch ein spezielles Medium wie Wasser kann diese Energie speichern. Dazu werden die Heilsteine über Nacht in klares Wasser gelegt.

Der Granat besitzt laut Esoterik sowohl stärkende als auch schützende Kräfte. Schon die Kreuzritter im Mittelalter haben Granatsteine mit sich getragen, da diese unverwundbar machen sollten. Heute wird er vor allem zur Regeneration und als Kraftspender in Krisenzeiten eingesetzt. Auch in Kombination mit Meditation wird den Granaten kraftspendende Wirkung zugeschrieben. Außerdem soll er unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erschöpfungszuständen und sexuellen Problemen unterstützend und ausgleichend wirken. Gesundheitssteine können als Handschmeichler in der Hand getragen werden oder als Schmuck am Körper. Manchmal werden die Farbsteine zusätzlich an besonderen Orten im Haus oder in der Nähe des Besitzers arrangiert. Es gibt auch besondere Cremes und Körperöle mit der Kraft der Heilsteine. Für weiterführende Informationen und eine genaue Einführung in dieses breit gefächerte Kapitel der Alternativmedizin finden Sie bei eBay zahlreiche Sachbücher und Ratgeber zum Thema Heilsteine und Meditation.

Attraktive Hingucker mit edler Optik - Granate als Schmucksteine

Wegen seiner attraktiven Ausstrahlung und des günstigen Anschaffungspreises wird der Granat oft als 'Rubin des kleinen Mannes' bezeichnet. Ob antik oder modern, Anhänger, Ringe und Ketten mit Granatsplittern oder ganzen Steinen passen so gut wie zu allen Gelegenheiten. Durch das große Farbspektrum der einzelnen Granatvarietäten können Sie diesen Echtschmuck sogar farblich an das jeweilige Outfit anpassen. Allerdings sind die roten Granate auch weiterhin die beliebteste Art. Besonders zauberhaft wirken Schmucksets mit aufeinander abgestimmten Komponenten. Diese eignen sich nicht nur für festliche Empfänge, sondern verleihen auch Alltagskleidung eine ganz besondere Note. Ein weiterer Vorteil von Granat-Schmuck: Er ist äußerst unempfindlich und robust. Dadurch ist er sehr lange Haltbar und wird Ihnen viele Jahrzehnte lang ungetrübte Freude bereiten. Achten Sie jedoch darauf, dass die Granate vor hohen Temperaturen geschützt werden. Sie allein können den Edelsteinen Schaden zufügen. Unter Umständen kann die Hitzeeinwirkung zum Nachdunkeln der Steine führen bis hin zur vollständigen Schwärzung.

Schicke Accessoires für Ihre Wohnung: Deko-Artikel mit Granaten

Farbsteine können auch zu reinen Deko-Zwecken benutzt werden. Viele Goldschmiedearbeiten spezialisieren sich dabei auf klassische Gegenstände wie Kerzenständer, Bilderrahmen, Pillendosen und Spieluhren oder Obstschalen. Granate kommen bei diesen Arbeiten häufig zum Einsatz, denn sie sind, wie schon gesagt, relativ günstig in der Anschaffung. Außerdem sind Granate sehr hart, dadurch lassen sie sich gut schleifen und weiterverarbeiten.

Was Sie beim Kauf von Grant-Edelsteinen beachten sollten

Generell gilt: Je klarer der Stein und je intensiver seine Farbe, desto wertvoller ist er. Doch gerade bei Farbsteinen ist die Klarheit mitunter schwer zu erkennen. Allerdings können Sie auch hier darauf achten, dass der Farbstein makellos erhalten ist. Das heißt, ohne Beschädigungen oder Einschlüsse. Oftmals werden Edelsteine mit Echtheitszertifikat verkauft. Auch das ist ein Hinweis auf einen seriösen Verkäufer.

Fazit:

Der Granat gehört zu einer ganzen Gruppe von Edelsteinen. Je nach Beimengungen anderer Mineralien ändern sich die Farbeigenschaften dieses Edelsteins. Granate sind dadurch außer in Blau in sämtlichen Farbschattierungen erhältlich. Das macht sie zu äußerst vielseitigen Edelsteinen für die Schmuckherstellung. Zudem hat der Granat als Heilstein eine lange Tradition. Schon die Alchemisten verwendeten den Granat, auch Karfunkel genannt, als magische Zutat für ihre Experimente. Als Schutz- und Kraftstein in Lebenskrisen wird der Granat in der Esoterik auch heute noch verwendet. Als Schmuckstein ist er wegen seines brillanten Glanzes und der langen Lebensdauer sehr geschätzt.

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