Der Fisch stinkt am Kopf zuerst

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dieser Beitrag will die "Philosophie" des Hauses eBay kritisch würdigen. Jeder, der sich hier tummelt, wird das, was ich im Folgenden beschreibe, kennen.

Zuerst einmal die Erwartungen: 

eBay ist einer jener typisch amerikanischen Konzerne, die im letzten Jahrzehnt aggressiv, dynamisch und offensiv  den Auktionsmarkt weltweit aufgerollt hat.  Wachstum und Marktbeherrschung um jeden Preis scheint - nach den traditionell euphorischen Geschäftsberichten zu urteilen - das einzige Ziel des  Unternehmens zu sein. Die "Krake" eBay  breitet sich immer weiter und effektiver aus und ist im Netz allgegenwärtig - an den unglaublichsten Stellen taucht pausenlos der eBay-Link auf.

Mit einem eigenen, selbstgestrickten Weltbild, der "Unternehmensphilosophie" und einer aggressiven, professionellen PR weckt das Unternehmen ganz bestimmte Erwartungen z.B. in Sachen "Problemhandling": Amerikaner gelten als perfekte Marketing-Strategen, knallhart und  konsequent in der Sache, geradlinig und unbequem, wenn's denn sein muss. Mit so etwas kann jeder User sich gut identifizieren.
 

Da wäre erst mal v.a. das glorifizierende Credo von eBay:

Wir glauben, dass alle Menschen gut sind.

Dagegen kann oder will natürlich kaum jemand opponieren!!

Aber, die alltägliche Realität sieht doch wohl ganz anders aus: Diese Gutmenschen hauen sich  gegenseitig nach besten Kräften derart über's Ohr, das es nur so kracht!  

(Mit dieser Form von Wahrheit lässt sich jedoch leider kein Geld verdienen!)


Die Möglichkeiten sind ja auch so unheimlich verlockend: über Zweit- und Dritt-Accounts lässt sich der Preis von Auktionen in die gewünschten - bei Bedarf sogar bis in absurde - Höhen treiben.

Was lernen wir daraus?

Man kann eigentlich alles so richtig übertreiben. Hauptsache, man versteckt sich vorab hinter einem Grundsatz, der einen unangreifbar macht! eBay beweist dies eindrucksvoll.

 
Oder halten Sie es mit dem hohen Grundsatz vereinbar, wenn jemand mal eben dem Freund durch ein Gebot den Auktionspreis hochtreibt, auf dass dieser gleiches bei den eigenen Auktionen macht?
 
Auf diese Weise kann durch ein gegenseitiges und frühzeitiges Agentengebot (der Gutmenschen) der Verkauf der Ware praktisch zum vorbestimmten Preis gesichert werden. Klappt es, ist's gut, klappt es nicht: auch kein Problem, da der Freund dann den Artikel "gekauft" hat und man diese Auktion einfach wiederholt. Auf Verkäuferseite hat man praktisch unendlich viele, von eBay institutionalisierte Möglichkeiten, den Verkaufspreis zu "gestalten". Es entstehen ganze Bieterkartelle - alles nur mit dem Ziel, möglichst teuer seine Ware an den Käufer zu bringen.
Skeptiker könnten dabei glatt auf die Idee kommen, dieses Treiben sei praktisch Auktionsbetrug - und eBay bietet im großen Stil die Plattform, damit das Ganze auch zu einem weitverbreiteten Volkssport werden könnte!


Und was unternimmt nun das konsequente, amerikanische, knallharte Unternehmen gegen ein derart übles Treiben unter seinen Augen und in seinem Namen?

 

 nichts!!

 

Natürlich, es werden gelegentlich Mitglieder ausgeschlossen, die sich dummerweise mehrfach (um nicht zu sagen: dämlich oft)  haben erwischen lassen, aber wen juckt so ein Ausschluss schon - angesichts mehrerer Identitäten, die sich die meisten dieser "Kandidaten" bereits vorsorglich bei eBay zugelegt haben. Dabei werden diese schwarzen Schafe scheinbar zusätzlich noch durch diverse Schutzmechanismen besonders "behütet". z.B.mit

  •  der Möglichkeit des Artikelrückzugs kurz vor Auktionsende mit unkontrollierbaren, fadenscheinigsten Begründungen (wenn mal trotzdem der Preis nicht in den Zielbereich kommen sollte). Pech für den Käufer, der sich voreilig über sein "Schnäppchen" gefreut hatte.
  • den Schlupflöchern  "Privatauktion" und "anonymer Bieterliste". Dabei kann der Käufer überhaupt nicht mehr feststellen, was hinter den Kulissen passiert - alle Käuferdaten werden verschlüsselt. Eine Möglichkeit, die von einem Verkäufer praktisch als Aufforderung zum Auktionsbetrug missverstanden werden könnte.

Ja aber - so wird einem jedoch versichert - eBay kontrolliert genauestens, was in diesen Auktionen so abläuft. Man muss es nur glauben.

Eigentlich sollte diese Kontrolle ja unnötig sein - schließlich glaubt man v.a. an das Gute im Menschen. In der Realität ist eBay allerdings personell den umfangreichen Betrugsversuchen überhaupt nicht mehr gewachsen! (Siehe meinen Ratgeber: Kontakt mit der Kripo - dank eBay)

Was aber, wenn z.B. ein Verkäufer dennoch nicht liefert, weil ihm der Preis zu niedrig ist? Er hat zwar mit dem Käufer einen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen und eigentlich die Pflicht zu liefern. Aber auf eines kann er sich verlassen: "Recht haben und recht bekommen, das ist - auch und v.a. bei eBay - ein himmelweiter Unterschied".

Wenn der Käufer in so einem Fall sich naiv und hilfesuchend an eBay wendet, dann bekommt er Unterstützung der besonderen Art: Automatenmails. Die helfen zwar absolut nichts - ihr Inhalt beschränkt sich meist auf banale Hinweise und pseudohilfreiche  Ratschläge - sie tun aber auch nicht weh. Nach 3 - 5 Tagen eine weitere Automatenmail: "Wir hoffen, dass sich Ihr Problem inzwischen geklärt hat" usw., bla,bla,bla. Danach noch eine "Zufriedenheitsbefragung" - alles nur vorgetäuschter Aktionismus ohne Ergebnis!

Diese Reaktion ist zwar unamerikanisch, aber dennoch verständlich - wieso soll man sich in Streitigkeiten mischen, das bringt doch bestenfalls Ärger, aber kein Geld! Man verweist in so einem Fall - der Einfachheit halber - für die Zukunft auf den eigens angebotenen "Treuhandservice" und kassiert dadurch dann nochmal ab.

Nach vielen Auktionen bei eBay bleibt für mich v.a. ein Fazit:


Eine "urheberrechtlich" eigentlich gute Idee scheitert an der profitorientierten Umsetzung durch seine Macher. Frei nach dem Motto:"Beiße nie in die Brust die dich nährt" wird man keinem verkaufswilligen Kunden von sich aus verwehren, sein Geld bei eBay abzuliefern - ein dauerhaft ausgeschlossener Verkäufer bringt kein Geld (Provisionen und Gebühren usw.) mehr ins Haus, also verkauft man lieber seinen Unternehmensgrundsatz, bevor man ihm seine Umsatzzahlen opfert. (Auch irgendwie konsequent amerikanisch!)


Eine "Unternehmensphilosophie" ist nach dieser (uramerikanischen) Prämisse nur dann gut, wenn damit ordentlich Geld verdient wird!

Nur durch das Quasi-Monopol und diese einseitige Verkäuferorientierung im System ist m.E. zu erklären, dass - wider jede Logik - happige Verkaufsgebühren in Kauf genommen werden, so dass andere Auktionsplattformen (trotz z.T. kostenloser Auktionsabwicklung) gegen eBay keine Chancen haben - leider. Aber, was noch nicht ist, kann ja noch werden!

Wie gesagt man kann tolle Geschäfte machen, mit dem Glauben an das Gute im Menschen, man muss ihm dazu nur das richtige Instrumentarium anbieten!
Aber eigentlich ist der rechtsfreie Raum, den eBay auf diese Weise schafft, in Verbindung mit dem häufigen Missbrauch bei Internetauktionen ein Fall für den Staatsanwalt. 
 
So wird aus dem angeblich günstigen Markt eBay für viele Käufer leider eine schmerzhafte und bittere Erfahrung im Sinne von
 

ePAY

 
schade......
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