Der Euro kommt - Wissenswertes rund um die historische Währungsunion

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Der Euro kommt - Hintergründe und Besonderheiten einer weitreichenden Währungsunion

Ab dem 1. Juli 1990 begannen die EG-Staaten durch die Einführung des freien Kapitalverkehrs zwischen den Staaten, die Ära des "Euro" einzuleiten. Wichtigstes Ziel bei der Einführung der gemeinsamen Währung war es, den Handel in der Europäischen Union zu fördern, da Wechselkurse wegfielen und die Preise in den jeweiligen Ländern für den Konsumenten transparenter wurden. Im Jahr 1992 wurde von den europäischen Mitgliedstaaten der Vertrag von Maastricht geschlossen. Durch diesen Vertrag wurde die Einführung einer neuen Währung schriftlich festgelegt. Der nächste wichtige Schritt war am 1. Januar 1994 die Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI). Das Europäische Währungsinstitut hatte die Aufgabe die Haushalte der EU-Mitgliedstaaten zu überwachen. Am 16. Dezember 1995 legte der Europäische Rat in Madrid den Namen für die neue Währung fest. Die neue Währung hieß "Euro". Gleichzeitig wurde das neue Eurozeichen vorgestellt.

Von der Gründung der Europäischen Zentralbank zum ersten Euro

Die letzte Vorstufe zur Einführung der neuen Währung wurde am 1. Januar 1999 abgeschlossen. An diesem Tag wurde die Europäische Zentralbank gegründet und zeitgleich der Euro der Öffentlichkeit vorgestellt sowie die Wechselkurse für die teilnehmenden Länder festgelegt. Da nicht jedes EU-Mitgliedsland von Beginn an den Euro als Währung nutzte, führten am Anfang nur elf Mitgliedsstaaten die neue Währung in ihrem Land an. Damit wussten die Bürger der Länder Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande, Italien, Belgien, Irland, Spanien, Portugal, Finnland und Luxemburg, wie viel ihr Geld in der neuen Währung wert war. Mit diesem Datum war der Buchwert der Euro-Währung festgelegt. Die Öffentlichkeit erfuhr an diesem Tag auch, dass ab 1. Januar 2002 in den teilnehmenden Ländern nur noch diese Währung als Zahlungsmittel gelten würde.

Die Besonderheit des Euro

Die Besonderheit des Euro besteht darin, dass jedes Land auf der Rückseite individuelle Motive prägte. Hinzu kam, dass in Italien, Vatikanstadt und San Marino, in Frankreich und Monaco noch drei weitere Motive eingeführt wurden. Also hatte der Sammler direkt bei Einführung des Euro vierzehn verschiedene Motive für eine Währung zur Auswahl. Die Sammelleidenschaft kannte nun keine Grenzen mehr. Sammler begannen die alten Währungen der teilnehmenden Mitgliedsstaaten zu sichern, da es diese Währung ab dem Jahr 2002 nicht mehr gab. Bis heute haben 18 Staaten den Euro als Zahlungsmittel in ihrem Land eingeführt. Da es immer wieder Länder geben wird, die den Euro einführen, ist für Sie als Sammler für Nachschuib gesorgt. Durch die Vielfalt von Motiven, Sonder- und Gedenkmünzen wird das Sortiment für Sie ständig erweitert.

Der Kauf von Münzen vor und nach der Einführung der Euro-Währung

Bevor Sie Ihrer Leidenschaft am Sammeln von Münzen vor und nach Einführung des Euro nachgehen, sollten Sie sich unbedingt ausführlich informieren. Die Europäische Zentralbank hat genau festgelegt, wie der Euro für jeden Mitgliedsstaat auszusehen hat. Das Gleiche gilt beim Währungsgesetz für jedes Land vor Einführung des Euro. Zum Beispiel wurde dort geregelt, wie die Deutsche Mark für Deutschland auszusehen hatte. Bei den anderen Ländern ist es gleichermaßen. Sehr hilfreich für Sie als Sammler von Münzen sind spezielle Münzkataloge. Die Kataloge bieten Ihnen ausführliche Beschreibungen aller Münzen vor und nach der Einführung des Euro im Jahr 2002. Zu jeder Münze gibt es ein Bild sowie den aktuellen Sammlerwert. Damit Sie immer auf dem neuesten Informationsstand sind, erscheinen diese Kataloge jährlich.

Motive der Euro-Währung in den einzelnen Mitgliedsstaaten

In Belgien sind derzeit zwei Münzserien in Umlauf. Beide Serien zeigen König Albert II. Vor Einführung des Euro hatte Belgien die belgischen Franken.

In Deutschland sind auf den Euro-Münzen der Bundesadler, das Brandenburger Tor und ein Eichenzweig geprägt. In Deutschland gab es vor der Euro-Einführung die D-Mark.

Das Porträt des Großherzogs Henri und der Schriftzug „Lëtzebuerg" sind auf allen Münzen der Euro-Währung in Luxemburg zu sehen. Zuvor galt dort der luxemburgische Franc.

Mehrere Motive gibt es in Österreich. Hier gedenkt man der Pazifistin Bertha von Suttner und Wolfgang Amadeus Mozarts. Auf den Cent-Münzen sind historische Gebäude in Österreich sowie Blumenmotive zu sehen. Der Euro löste den österreichischen Schilling ab.

In Spanien sind auf den Euro-Münzen König Juan Carlos I., Miguel de Cervantes und die Kathedrale von Santiago de Compostela geprägt. Vorher galt der Peso als Währung.

Die keltische Harfe wird in Irland auf allen Euro Währungsmünzen gezeigt. Zusätzlich wurde noch der Name "éire" hinzugefügt. Vor Euro-Einführung hatte Irland das irische Pfund als Währung.

Die italienische Lire war vor dem Wechsel zum Euro die Währung in Italien. Bei den Euro-Münzen in Italien sind zum Beispiel der Papst Julius II. und Leonardo da Vincis berühmtes Werk der „Vitruvianische Mensch“ zu sehen.

Die Vatikanstadt hat die meisten Serien veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Serien von Papst Johannes Paul II., dem Wappen des Kardinal-Kämmerers sowie Papst Benedikt XVI.

In San Marino sind auf allen Euro-Münzen unterschiedliche Motive zu sehen. Hier sind unter anderem das Wappen, der Regierungspalast, die geweihte Basilika und die drei Türme von Guaita geprägt.

Ex-Königin Beatrix ist als Porträt mit Schriftzug dargestellt auf allen Euro-Münzen in den Niederlanden. Der niederländische Gulden wurden vor Einzug des Euro als Zahlungsmittel genutzt.

In Finnland sind verschiedene Motive wie zum Beispiel ein Arrangement aus Moltebeeren und deren Blüten, zwei Schwäne und der heraldische Löwe herausgegeben worden. Die Finnen hatten zuvor die finnische Mark.

Die Portugiesen zahlten vor Euro-Einführung mit dem portugiesischen Escudo. Auf den Münzen der Euro-Währung in Portugal werden die Burgen und Wappen des Landes und zwei verschiedene königliche Siegel gezeigt.

In Frankreich gibt es drei verschiedene Motive. Ein Sechseck, eine moderne und zeitlose Grafik und die französische Marianne. Das vorherige Zahlungsmittel war der französische Franc.

Zwei Serien gibt es in Monaco. Jeweils eine Serie von Fürst Rainier III. und Erbprinz Albert. Hier ist jeweils ein Porträt, das Wappen und das Siegel zu sehen.

Im Jahr 2001 führte Griechenland den Euro ein. Die Münzen haben verschiedene Motive. Bedeutendes Motiv auf der 2-Euro-Münze ist die zum Beispiel die mythologische Darstellung der Entführung der Europa durch den Göttervater Zeus in Stiergestalt. Die Griechen zahlten früher mit der griechischen Drachme.

Teilnehmer an der Währungsunion ab 2007

In Slowenien wurde im Jahr 2007 der Euro eingeführt. Sechs verschiedene Prägungen werden auf den Münzen dargestellt, die für das Land von großer Bedeutung sind. Für die Slowenen galt vorher der slowenische Tolar.

In Zypern kamen im Jahre 2008 Euro-Münzen ins Land. Das Idol von Promos, eine prähistorische Figur, das antike Schiff von Kyrenia und ein Zypern-Mufflon sind als Motive auf der Währung zu sehen. Das Zypriotische Pfund war die Währung vor der Einführung des Euro.

Auch Malta führte 2008 den Euro ein. Hier sind der Malteserorden, das Wappen von Malta und der Altar der prähistorischen Tempelanlage von Mnajdra zu sehen. Die Zahlungswährung vorher war die maltesische Lire.

Die Euro-Münzen in der Slowakei, die ab dem Jahr 2009 eingeführt wurden, haben die Motive des Staatswappens, die Burg Bratislava und der Berg Kriváň in der Hohen Tatra. Die Slowakische Krone wurden vor dem Euro genutzt.

Im Jahre 2011 führte Estland den Euro als Zahlungsmittel ein. Auf allen Münzen ist die geografische Karte Estlands mit dem Namen "Eesti" gezeigt. Die Estnische Krone waren vor dem Euro die estländische Währung.

Besonders wertvolle Sammler- und Sondermünzen

Vor der Einführung des Euros legte jeder teilnehmende Staat noch Sonder- oder Gedenkmünzen in seiner alten Währung auf. Es sollten das Land und seine damalige Währung dargestellt werden. Diese Münzen erfreuen sich bei Sammlern großer Beliebtheit, da sie den Übergang von der früheren Währung zum Euro für jeden Mitgliedstaat symbolisieren.
Nach Einführung des Euro dauerte es bis ins Jahr 2004, bis zum ersten Mal 2-Euro-Sondermünzen herausgegeben wurden. Bis heute gibt es über 100 Sondermünzen. Die Auflagen waren unterschiedlich, da jedes Land selbst festlegte, wie viele dieser Münzen in Umlauf gebracht wurden. Sondermünzen mit geringen Auflagen sind natürlich sehr gefragt, weil davon auszugehen ist, dass diese Münzen in einigen Jahren einen hohen Sammlerwert erzielen. Sammlermünzen setzen sich aus Gold-, Gedenk- und Umlaufmünzen zusammen. Diese Münzen haben mit den Nennwerten der Bezahlmünzen wenig zu tun. Die Sammlermünzen haben zum Beispiel Nennwerte von 10, 20 oder 400 Euro. Sie distanzieren sich im Aussehen komplett von den normalen Euro-Münzen. Der Ausgabekurs einer solchen Münze liegt weitaus höher als der eigentliche Nennwert. Hat eine Sammlermünze zum Beispiel einen Nennwert von 400 Euro, kann der Preis durchaus bei 1.300 Euro liegen.

Der Preis setzt sich aus vielen Komponenten zusammen

Hierzu zählen die Auflagenhöhe und das Material, aus dem sie besteht, beispielsweise aus purem Gold oder Silber. Bei der Europäischen Zentralbank erhalten Sie die Information, welche Sammlermünzen es in den unterschiedlichen Ländern der EU-Mitgliedstaaten gibt. Dadurch wird vonseiten der Europäischen Union verhindert, dass Sie auf Fälschungen hereinfallen und betrügerisch hereingelegt werden. Ebenso werden alle Sammlermünzen bei der Europäischen Zentralbank registriert, bevor sie in den Handel gehen dürfen. Diese seltenen Sammlerstücke oder besondere Münzsets werden häufig innerhalb der Familie an die nächste Generation vererbt.

Der Erhaltungszustand von Münzen

Der Wert von Münzen, Sonder- sowie Sammlermünzen richtet sich stark nach deren Erhaltungszustand. Münzen sollten Sie in vollständigen Serien sammeln, damit diese einen besonderen Wert haben. Achten Sie als Sammler stets darauf, dass Sie Ihre Münzsammlung behutsam behandeln und in speziellen Münzalben, -boxen oder -koffern nach Serien sortiert aufbewahren. So haben Sie ständig den Überblick über Ihre Münzen und können diese für Ihre privaten Zwecke leicht katalogisieren. Dadurch erkennen Sie, ob eine Münzserie vollständig ist oder nur aus Einzelmünzen besteht.

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