Der Diabetrachter – praktisches und begehrtes Sammlerstück

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Der Diabetrachter – praktisches Hilfsmittel und begehrtes Sammlerstück

Bevor die digitale Revolution digitale Fotokameras und Beamer hervorbrachte, wurden Fotos analog erstellt und entweder als Papierabzug entwickelt oder mit analogen Geräten betrachtet. Für die schnelle und einfache Betrachtung von Diapositiven ist der Diabetrachter lange Zeit der Standard gewesen. Der folgende Ratgeber informiert Sie über die praktischen Diabetrachter und liefert Informationen zu weiteren Zubehörteilen, Komponenten und Alternativen.

Was ist ein Dia?

Ein Diafilm ist ein fotografischer Film, der nach erfolgter Entwicklung Farben in natürlicher Ansicht darstellt. Ein einzelnes Diapositiv entsteht nach Zerschneidung des Films. Dieses wird in einen Diarahmen eingesetzt und kann so mit einem Diabetrachter oder Diaprojektor angesehen werden. Die massenhafte Verbreitung der Dias fand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. Im Vergleich zu einem Papierabzug ist die Stärke des Diafilms der hohe Kontrastumfang. Ein Diaprojektor ist für die Darstellung eines Dias optimiert.

Vor- und Nachteile des Dias

Der hohe Kontrastumfang ist ein großer Vorteil des Diafilms. Im Alltag ist der größte Kontrastunterschied zwischen gleißendem Sonnenlicht und einer tiefschwarzen Nacht gegeben. Der komplette Kontrastumfang kann mit keinem Bildsystem festgehalten werden. Bevor ein Bild gespeichert wird, ist daher eine Reduzierung des Kontrastumfangs notwendig. Von allen existierenden nicht-digitalen Methoden zur Erstellung eines Bildes bietet der Diafilm die größte Kontrastdifferenzierung und den größten Kontrastumfang von 1:1000. Diese Eigenschaften geben hochwertige Dia-Projektoren wieder. Um von einem Dia mit einem Kontrast von 1:1000 ein Foto mit einem Kontrast von 1:100 anzufertigen, ist es notwendig, den Kontrastumfang zu reduzieren. Verschiedene Technologien werden dazu angewandt, zum Beispiel Zwischennegativ, Umkehrpapier, Agfa-Digiprint, Digitalisierung.

Was ist ein Diabetrachter?

Ein Diabetrachter ist ein optisches Gerät, das auf einfache Art und Weise die Ansicht von Diapositiven in vergrößerter Form ermöglicht. Ein Kleinbild-Dia von 24 mm x 26 mm ist zu klein, um es ohne Hilfsmittel problemlos betrachten zu können. Der Diabetrachter ist zusammen mit der Dialupe die einfachste Form, um ein einzelnes Dia zu betrachten. In der einfachsten Bauform dient das Umgebungslicht als Lichtquelle. Dabei handelt es sich meist um ein kleines Gerät mit Kunststoffgehäuse, einer Okular-Linse und einer großen weißen Rückwand für den Lichteinfall, dem Diffusor. Diese Geräte werden Gucki genannt und dienen der schnellen Qualitätskontrolle eines Dias. Ein Gucki ermöglicht die schnelle, direkte und unkomplizierte Betrachtung eines einzelnen Dias. Meist ist es mit einem solchen Diabetrachter möglich, sowohl gerahmte Dias als auch ungeschnittene Filmstreifen zu betrachten.

Etwas aufwendiger ist die Bauform eines Diabetrachters mit künstlichem Licht. Dieser ist mit einem Lupenglas, einer Mattscheibe und einer Lampe für das künstliche Licht ausgestattet. Ein einzelnes Dia wird über einen Dia-Schlitten in das Gerät geführt. Ist die Präsentation von Dias mithilfe eines Diaprojektors zu aufwendig oder nicht möglich, ist der Diabetrachter eine Alternative.

Somit ist der Diabetrachter geeignet, um Dias einzelnen Personen oder einer kleinen Gruppe zu präsentieren. Bei eBay sind unter anderem neuwertige und gebrauchte Diabetrachter der Hersteller Hama, Braun, Pentacon, Cenei und Revue erhältlich. Soll das Bild auf einer großen Leinwand präsentiert werden, ist der Einsatz eines Diaprojektors notwendig.

Guckis werden heute noch als Spielzeuge vertrieben, in denen einzelne Bilder betrachtet werden können.

Der Stereodiabetrachter

Eine spezielle Form des Diabetrachters ist der Stereodiabetrachter. In diesem werden zwei Linsen verwendet, sodass Stereophotographien betrachtet werden können. Der View-Master ist das bekannteste Gerät dieser Art und bereits um das Jahr 1939 entstanden. Es verfügt über zwei Gucklöcher mit Linsen und wird direkt vor die Augen gehalten. Der View-Master ermöglicht so einer einzelnen Person die Betrachtung des Bildes. Ursprünglich handelte es sich dabei um die Weiterentwicklung von Stereoskopen, die nur die Betrachtung eines einzelnen Bildes ermöglichten. Die Dias sind auf entsprechenden Scheiben angebracht. Bei eBay sind View-Master-Scheiben erhältlich. Durch Betätigen eines Hebels an der Seite des Geräts wird das nächste Bild auf der Scheibe ausgewählt. Heute sind solche Geräte meist als Spielzeug für kleine Kinder erhältlich. Um für den View-Master eigene Fotoaufnahmen zu erstellen, sind spezielle Stereokameras erhältlich. In der DDR wurde alternativ zur View-Master-Technik das System Stereomat eingesetzt.

Der Dia-Duplikator

Der Dia-Duplikator ist eine Vorsatzvorrichtung für Spiegelreflexkameras – sowohl analog wie digital. Er ist vergleichbar mit einem auswechselbaren Kameraobjektiv. Mithilfe der Vorsatzvorrichtung ist es möglich, Diapositive fotografisch zu reproduzieren. Der Dia-Duplikator dient sozusagen als Kopiergerät für vorhandene Dias.

Mit einem Diaprojektor Dias einer Gruppe präsentieren

Um einer größeren Gruppe die eigenen Dias in hoher Qualität und ausreichend groß zu präsentieren, wird ein Diaprojektor eingesetzt. Im Jahr 1926 wurde der erste Diaprojektor vorgestellt, ein Jahr nach der Präsentation der ersten Kleinbildkamera. Der Diaprojektor ist ein Durchlichtprojektor, das heißt, das Diapositiv wird von der verwendeten Lichtquelle durchleuchtet. Das Objektiv des Diaprojektors bildet das Dia auf einer Leinwand ab. Die Weiterentwicklung der Diaprojektoren führte zu Geräten mit Autofocus, Magazinführung, Fernbedienung und Überblendtechnik. Bei eBay sind u. a. Diaprojektoren der Hersteller Braun, Leitz, Rollei, Revue, Leica, Reflecta, Liesegang, Kindermann und Kodak erhältlich.

Die Dia-Leinwand

Das Bild des Diaprojektors wird auf einer großen glatten Fläche dargestellt. Zwar ist dazu die Verwendung einer weißen Wand möglich, es empfiehlt sich jedoch der Gebrauch einer entsprechenden Dia-Leinwand. Eine solche Diaprojektor-Leinwand wird mit unterschiedlichen Ausmaßen angeboten. Die Anbringung an der Decke ist ebenso möglich wie die Aufhängung an einem Gestell. Moderne Leinwände sind mit Motor ausgestattet und können per Knopfdruck ein- und ausgefahren werden. Für die optimale Betrachtung von Dias mithilfe eines Diaprojektors empfiehlt sich die Verwendung einer Dia-Leinwand.

Schneller Überblick mithilfe eines Leuchttisches

Aufgrund der hohen Qualität des Diafilms wurde dieser im professionellen Bereich bis in die 1990er-Jahre hinein verwendet. Die Qualität eines einzelnen Bildes konnte besser beurteilt werden als bei einem Negativ. Dazu wurden Dias nebeneinander auf einen Leuchttisch gelegt, wodurch einzelne Bilder sehr schnell und unkompliziert miteinander verglichen werden konnten. Neben der Verwendung eines Leuchttisches ist ebenso der Einsatz eines Leuchtpults möglich. Besonders in den Redaktionen von Printmedien erfolgte die Auswahl geeigneter Bilder meist über einen Leuchttisch. Dieser ist in Verbindung mit einer Dia-Lupe auch gut geeignet, um aus einer großen Anzahl von Dias eine gewünschte Auswahl zu treffen.

Dia Zubehör

Neben den unterschiedlichen Geräten zur Betrachtung und Präsentation von Dias ist bei eBay sämtliches Zubehör ebenfalls erhältlich. In die Fotokamera wird ein Diafilm eingelegt, aus dem später die Diapositive entwickelt werden. Diarahmen werden von unterschiedlichen Herstellern angeboten. Mit einer simplen Dialupe lässt sich das Dia schnell untersuchen. Die einzelnen Dias sind sicher in einem Diamagazin verwahrt. Ein solches Magazin ist als Rundmagazin und Langmagazin erhältlich und für Dias mit unterschiedlichen Größen ausgelegt. Die maximale Anzahl der aufnehmbaren Dias ist unterschiedlich, ebenso wie die Breite der einzelnen Fächer für den Diarahmen. Die Diamagazine wiederum sind sicher in einem Diakasten verwahrt und damit leicht transportierbar. Um ein Dia in ein digitales Bild umzuwandeln, wird ein Dia-Scanner eingesetzt. Da dieses Gerät meist nur einmal gebraucht wird, um die gesamte alte Diasammlung zu digitalisieren, ist es möglich, einen hochwertigen Diascanner zu mieten. Natürlich ist es auch heute noch möglich, digitale Bilder als Diapositiv entwickeln zu lassen. Einem alljährlichen Diaabend mit Freunden und neuen Bildern von der letzten Reise steht so nichts im Wege.

Die Archivierung der Dias

Meist ist jedes Dia ein Unikat. Das Risiko, das Unikat durch Feuchtigkeit, Licht, Kratzer, Fingerabdrücke, Staub und Schmutz zu beschädigen, ist recht groß. Ein Diapositiv hat eine Gelatineschicht. Wie andere Fotomaterialien ist das Dia anfällig für Bakterien und Pilze, die das Material zersetzen. Die Folge sind Dias mit Löchern. Ein Duplikat lässt sich, wie bereits beschrieben, mithilfe eines Dia-Scanners oder via analoger Dia-Duplikation erstellen. Bei der analogen Duplikation müssen stets Qualitätsverluste hingenommen werden. Sollen hochwertige Dias mit sämtlichen Informationen gescannt werden, entstehen schnell Dateien mit einer Größe von mehreren Hundert MB.

Dias – auch heute noch beliebt bei Profis und Hobbyfotografen

Durch die Verbreitung der digitalen Fotografie ist die Nachfrage nach Diafilmen seit der Jahrtausendwende rapide gesunken. Zahlreiche Hersteller der Filme haben die Produktion vollständig eingestellt. Derzeit stellt nur die Fujifilm Cooperation weiterhin Farbdiafilme her. Für die Amateur- und Profidiafotografie wird weiterhin eine gute Auswahl angeboten. Bei eBay sind Diafilme von Fuji, Kodak, Agfa und weiteren Herstellern noch immer erhältlich.

Sammler können sich günstig mit sämtlichen historischen Geräten ausstatten. Analoge Spiegelreflexkameras, zahlreiches Zubehör für die Fotoentwicklung und die notwendigen Geräte für die hochwertige Präsentation sind alle erhältlich. Sie können ein komplettes Fotostudio, mit Leinwand, Studioleuchten und Fotolampen erwerben. Errichten Sie Ihre eigene Dunkelkammer und lassen Sie Ihrer Kreativität im eigenen Fotolabor freien Lauf.

Fazit

Der Diabetrachter ist ein kleines und praktisches Gerät, das die Betrachtung eines einzelnen Dias auf einfache Art und Weise ermöglicht. Entweder dient das Umgebungslicht oder ein elektrisches Licht als Lichtquelle. Die Betrachtung – mit Mattscheibe – ist entweder auf eine Person oder einen kleinen Personenkreis beschränkt. Der Diaprojektor hingegen ermöglicht es, die eigene Fotosammlung einem großen Publikum zu präsentieren. Das Dia selbst wird von dem Gerät durchleuchtet und über ein Objektiv an die Leinwand projiziert. Mit einem Dia-Magazin und Fernbedienung ausgestattet, wurde der Diaprojektor ab Mitte der 1990er-Jahre in zahlreichen privaten Haushalt verwendet. Inzwischen ist dieser von den neuen digitalen Projektoren, den Beamern, abgelöst. Diese werden mit einem Computer verbunden und sind in der Lage, Filme und Bilder in hoher Qualität auf eine Leinwand zu projizieren. Dias können mithilfe eines Dia-Scanners digitalisiert werden, wodurch die weitere Betrachtung alter Aufnahmen über einen Beamer möglich ist. Für die Digitalisierung ist es möglich, solch einen Dia-Scanner für kurze Zeit auszuleihen. So können Sie alle Ihre alten Dias schnell und in angemessener Qualität digitalisieren und so für die Zukunft archivieren.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden