Der Damenjacken-Klassiker für die Herbst- und Winterzeit: So kombinieren Sie Ihren Dufflecoat

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Der Damenjacken-Klassiker für die Herbst- und Winterzeit: So kombinieren Sie Ihren Dufflecoat

Der Dufflecoat ist von unserem Modemarkt nicht mehr wegzudenken. Auch wenn den meisten gar nicht bewusst sein dürfte, dass der schnittige Mantel auch tatsächlich Dufflecoat heißt. Kurz und schnell beschrieben ist der Dufflecoat ein gerade geschnittener Mantel aus schwerer Wolle in einer dreiviertel Länge mit Kapuze und Knebelverschlüssen. Die Knopfleiste ist einreihig und auf Hüfthöhe sind ihm Pattentaschen aufgesetzt. Wer sich nun fragen mag, was Patten genau ist, der sei beruhigt. Hierbei handelt es sich lediglich um aufgenähten Stoff. Patten werden auf Dufflecoats nicht nur in Form von Taschen aufgenäht, sondern sie können auch als Schulterpatten oder auch an Ärmel und Kragen auftauchen. Der Schnitt erinnert an die Pekeschen, die um die Wende des 20. Jahrhunderts die europäischen Studentenbewegungen eroberten. Da die Entstehung des Dufflecoats jedoch nicht geklärt ist, lässt sich nicht nachvollziehen, welcher Schneider sich von wem inspirieren ließ. Den einen oder anderen erinnert sie auch an die Kutten der Mönche. 

Düffel bezeichnet den Mantelstoff und stammt aus einer belgischen Stadt namens Duffel. Einer der größten Abnehmer während der Jahrtausendwende war das britische Marineamt. Die Streitkräfte verwendeten den Mantel jedoch nicht nur zum Schutz gegen Wind und Wetter, sondern auch als Tauschgut. So verbreitete sich der Mantel schließlich in Windeseile über ihre Kolonien auf sämtliche Kontinente. Der populärste aller Dufflecoat-Träger war schließlich Bernard Montgomery, der bekannte britische Feldmarschall. Er machte den Mantel so populär, dass er im englischsprachigen Raum sogar „Monty coat" oder unter Insidern „Monty" genannt. Der Monty sieht sportlich aus und ist äußerst strapazierfähig, somit also hervorragend geeignet für alle alltäglichen Aktivitäten vor der Haustür.

Der Schnitt - ein Klassiker wird erwachsen

Dank des geraden Schnittes stellen Dufflecoats Unisex-Mäntel dar, die zu einer Zeit die Modewelt eroberten, als es noch klare Grenzen zwischen Herren- und Damenmode gab. Frauen trugen Röcke oder Kleider, Männer trugen Hosen. Frauen trugen Blusen, Männer trugen Hemden. Und obendrüber konnten sie jetzt im Partnerlook mit Dufflecoat an den Schaufenstern vorbeiflanieren. Oder nach der Sonntagsmesse durch den Stadtpark spazieren. Oder nach einem anstrengenden Arbeitstag frische Luft an der Hamburger Alster schnappen gehen.

Der Schnitt umschmeichelt insbesondere Personen mit schmalen Hüften. Kleine Personen können dem Oversize-Trend so in der kurzen – hiermit ist Oberschenkellänge gemeint – Variante nachgehen, während hochgewachsene Personen auf die langen Ausführungen zurückgreifen sollten, die mindestens bis zur Wadenmitte reichen. Kombiniert werden die Dufflecoats von Männern wie Frauen am besten mit einer Hose. Da spielt der Stoff des Beinkleids auch keine Rolle. Ob die schicken Stiefeletten fürs Büro, die High Heels für die Abendgarderobe oder die festen Wanderschuhe für den Sonntagnachmittagspaziergang: Der Dufflecoat ist niemals unpassend und schmeichelt seinem Träger.

Gürtel? Ja, bitte!

Weicht der Schnitt im Sinne der künstlerischen Freiheit von seinem Vorbild ab, so zumeist um die Weiblichkeit zu unterstreichen. Die Mäntel werden tailliert und dort zum Teil sogar noch mit breiten Gürteln betont. Der Brustbereich wird mithilfe von Patten dezent ausgestellt und der Kapuze kann mit Fellimitaten eine weiblichere Note gegeben werden.

Knebelverschluss: alte Technik – neue Wirkung

Mit Knebeln kann man nicht nur in Actionfilmen den Mund unliebsamer Gegner schließen, sondern auch Mäntel, Jacken und Taschen. Der Ursprung des Wortes wird in der germanischen Grundform „knab" vermutet, welches für Stock, Knüppel, Klotz, also ein kurzes Holzstück steht. Das erscheint beim Anblick eines Knebelverschlusses durchaus einleuchtend. Wie der Knebelverschluss genau entstand, ist nicht bekannt, aber er wird von Menschen schon sehr, sehr lange verwendet. Konkurrenz bereitet ihm die Form des Knopfes, der Druckknopf, der Reißverschluss und der Klettverschluss. Doch für einen richtigen Dufflecoat ist der Knebelverschluss unerlässlich, selbst wenn er schlussendlich nur als Verzierung dient. Die Verwendung ist seltener geworden, was mit Sicherheit nicht allein der großen Auswahl an Verschlussmöglichkeiten zuzuschreiben ist. Der Knebelverschluss bietet durch seine außen angebrachten Verschlüsse zahlreiche Möglichkeiten, um abgerissen zu werden. Gerade bei Kindern kann das ständige Annähen von Knebel und Öse da zur Geduldsprobe werden. Und was ist mit uns Erwachsenen? Einen Reißverschluss mit einem Rutsch hochzuziehen ist schon einfacher als 5 Ösen zuzumachen. Doch dank des Seltenheitswerts hat der Knebelverschluss inzwischen den Hauch des Besonderen angenommen: Knebel ist chic.

Knebel & Co.: natürlich gut 

Natürlich gibt es auch hier die alte Technik aus neuen Materialien, doch wer wirklich punkten will, der wählt Dufflecoats mit Knebelverschlüssen aus Horn oder Holz. Beides sind Naturprodukte. Das Holz ist ein pflanzliches und das Horn ein tierisches Produkt. Horn ist von der Haut gebildetes Material. Wir kennen es als Haare, Finger- und Zehennägel, Hornhaut, als Krallen, Klauen, Hufen und Hörner, als Schnäbel, Federn und Reptilienschuppen und sogar als Igelstacheln. Es ist bruchfester als Knochen und zugleich formbarer. Da man aus menschlichen Fingernägeln oder Igelstacheln selten genügend Material zum Schnitzen eines Knebels oder Knopfes erhält, verwendet man hier vorwiegend Rinderhorn. Von Nashorn-Hörnern sollte dringend Abstand genommen werden. Falls man sich aufgrund der geraden Schnittform unschlüssig sein sollte, ob der Hersteller beim Schneidern des Mantels einen männlichen oder weiblichen Träger vor Augen hatte, kann man dies anhand der Anbringung der Knebel leicht feststellen: Bei Frauen befinden sich Knebel, Knöpfe und Co. auf der linken Seite, bei Männern auf der rechten.

Burberry: Luxus zum Anziehen

Burberry zählt zu den hochpreisigen Luxus-Modemarken. Mit dem Namen verbindet man das Check-Karomuster sowie Großbritannien, das Heimatland der Firma. Das für die Firmengründung besondere, war die Entwicklung des sogenannten Gabardine-Stoffes. Der junge Thomas Burberry entwickelte diesen robusten, wasserdichten und gleichzeitig atmungsaktiven Stoff, indem er das Garn vor dem Weben imprägnieren ließ. So kam es zum ersten großen Coup des Textilkaufmanns. Auch die Firma Burberry nimmt immer wieder Dufflecoats in seine Kollektionen mit auf, wie zum Beispiel in seiner seit 2004 existierenden Linie Burberry Brit für die obere Mittelklasse. Nun stellt sich die Frage, ob unter einem Burberry-Dufflecoat ein Mantel mit Check-Karomuster gemeint ist oder ein Mantel, der von den Burberry-Designern kreiert wurde.

Wolle: wohlig warmes Naturprodukt

Wolle bezeichnet im engen Sinn – eben nach dem Textilkennzeichnungsgesetz – lediglich die weichen Haare des Fells, vor allem der Schafe. Damit schließt das Kennzeichnungsgesetz die allseits bekannte Baumwolle aus und beschränkt sich auf tierische spinnfähige Haare von Säugetieren. Beobachtet man nun ein Schaf auf Feld und Flur, fällt einem bei genauerem Hinsehen auf, dass ein Schaf sich bei Wind und Wetter im Freien aufhält und weder bei Regen noch bei niedrigen Temperaturen den Anschein macht, als würde es sich unwohl fühlen. Und genau das sind die hervorragenden Eigenschaften von Wollstoffen: Sie sind wärmeisolierend und wasserabweisend, wohingegen sie Wasserdampf in Form von Schweiß aufnehmen können. Andererseits werden Schweiß und andere Gerüche darin neutralisiert, wodurch es nicht zu unangenehmen Gerüchen kommt. 

Nachteilig sind jedoch das Fusselverhalten von Wolle sowie der zum Teil als unangenehm angesehene Tragekomfort durch die rauen Fasern. Sowohl das Fusselverhalten wie auch der Tragekomfort können durch entsprechende Behandlungen gemildert werden. Zudem ist Wollstoff schmutzabweisend, auch wenn es einem schwerfallen mag, das beim Anblick eines braun-gelb gescheckten Schafes zu glauben. Die Unterwolle bleibt jedoch weiß. Wollstoff ist der ideale Stoff für zweckgebundene Träger, die gerne in der Natur sind. Die Tatsache, dass es sich hierbei auch um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, macht das Tragen auch für ökologisch bewusst lebende Trendsetter ideal. Auch den Vegetariern sei gesagt: Die Schafe dürfen nach der Schur weiterleben, um im darauffolgenden Jahr wieder reichlich Unterwolle abgeben zu dürfen.

Farben von kunterbunt bis klassisch-dezent

Den absoluten Klassiker bildet der britische Dufflecoat. Dieser ist von der Farbgebung Dunkelblau, Schwarz und Camel, sowohl in unifarben als auch im Karomuster. Mit gedeckten Farben ist man immer auf der richtigen Seite. Selbst wenn sich da mal der eine oder andere im Farbtopf vergreift, wird es nur den gewieftesten Modejunkies auffallen. Kombiniert man diese dezenten Farbtöne jedoch mit anderen Bekleidungsstücken derselben Farbpalette, können die Dufflecoats regelrecht aufleben und das Gesamtbild gekonnt abrunden. Die mutigen Mantelträger greifen jedoch auf satte Farben zurück. Diese erwecken einen frischen und attraktiven Eindruck. Auffällige Farben ziehen Blicke auf sich.

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten ist ein Farbtupfer Balsam für die Seele. Hat der Träger dann auch noch erkannt, welche Farben seine Persönlichkeit unterstützen, ist dem perfekten Auftritt nichts mehr im Wege. Sollte der Mu einen immer noch nicht verlassen haben, können auch noch die farblich passenden Schuhe zum Dufflecoat getragen werden. Jedoch sollte man bei der Wahl eines farbfrohen Mantels im Hinterkopf behalten, dass sie nicht zu allen Accessoires im Kleiderschrank passen und eventuell als Zweit- oder Drittjacke Verwendung finden. Für die sparsameren Modejünger empfehlen sich gedeckte Farben. Diese können dann mit netten Accessoires aufgefrischt werden. Zu einem schwarzen Dufflecoat passt zum Beispiel hervorragend eine bunte Mütze mit passendem Schal, Handschuhen und Stulpen über den Stiefeln. Weniger aufwendig, aber auch kostenintensiver kann da die Kombination Handtasche und Schuhe sein. Egal, wie man sich entscheidet: Beim Blick in den Spiegel muss man sich wohlfühlen!

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