Der Bergkristall – vielgeschätzter Schmuck- und Heilstein mit mystischen Eigenschaften

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Der Bergkristall – vielgeschätzter Schmuck- und Heilstein mit mystischen Eigenschaften

Ob als makellose Kristallkugel, formschönes Schmuckstück oder edle Gläser, der Bergkristall fasziniert in allen Bereichen mit seiner durchsichtigen, klaren Form. Die reinsten Kristalle erinnern an klare Eisstrukturen und brechen das Licht in allen Farben des Regenbogens. Um diesen Schmuckstein aus den Tiefen der Berge ranken sich außerdem viele Sagen und Legenden. Hier erfahren Sie mehr über diesen interessanten Quarz und seine vielseitigen Verwendungszwecke.

Der Bergkristall – das zu Stein gewordene Eis

Bergkristalle gehören zur Gruppe der Quarze und sind ihre reinste, unverfälschte Varietät (= Art, Ausbildung). Zu dieser Quarzgruppe gehören außerdem Farbsteine wie Rauch- und Rosenquarz oder der Amethyst. Bergkristalle sind schon seit der Frühzeit bekannt. Der Name Kristall stammt von dem griechischen Wort 'Krystallos' ab. Die Griechen der Antike verwendeten diese Bezeichnung für den durchsichtigen Quarz, da sie ihn für versteinertes, ewiges Eis hielten. Da dieses nur durch die Macht der Götter entstehen konnte, waren ihnen Bergkristalle heilig. Sie wurden als mystische Objekte verehrt, denen große Kraft innewohnen musste.

Auch die Römer sahen in diesem Kristall etwas Überirdisches, Geheimnisvolles. Die Cäsaren nutzten den Bergkristall, um ihre eigene Macht zu demonstrieren. Aufwendig gearbeitete Becher und Schalen aus diesem Material waren die Prunkstücke vieler kaiserlicher Festtafeln. Die einfachen Soldaten hingegen trugen Anhänger aus Bergkristall als Glücksbringer und Schutzstein.

Mit der Entstehung der Alchemie im Mittelalter wurde die Wirkungskraft dieser Farbsteine als Heilmittel weiter verbreitet. Bis heute gehört das Gebiet der Steinkunde zu einem festen Bestandteil der Alternativmedizin. In ihr hat der Bergkristall noch immer einen festen Platz als Kraftspender und Beschützer.

Bergkristalle entdecken – wichtige Fundorte des klaren Farbsteins

Bergkristall kommt sehr häufig vor und entsteht dann, wenn geschmolzenes, silikatreiches Gestein abkühlt. Bergkristalle lagern sich dabei bevorzugt in Rissen, Spalten und Klüften an. Auch in Geoden sind sie häufig anzutreffen. Diese geologischen Strukturen bestehen aus einem mit Kristall gefüllten Hohlraum, der ringsum von einer durchgängigen Gesteinsart begrenzt ist. Fachleute unterscheiden hierbei vollständig mit kristalliner Struktur gefüllte Geoden (Mandeln) und teilweise gefüllte (Drusen). Beide Arten sind als dekorative Sammlerstücke sehr geschätzt.

Bergkristalle finden sich weltweit an vielen Orten. Dazu gehören beispielsweise Nord- und Südamerika, Russland sowie die Schweiz und Deutschland. Zu den bekanntesten deutschen Fundstätten gehören vor allem die Alpen und das Fichtelgebirge. Einer der größten bisher gefundenen Bergkristalle stammt aus West-Arkansas. Er wurde 1981 entdeckt und ist stolze 1,80 Meter hoch und 7,8 Tonnen schwer. Dieser Riesen-Kristall stet nun im Kristallmuseum in Riedenburg / Bayern und ist für Besucher zugänglich.

Vielleicht möchten Sie ja im nächsten Urlaub selbst einmal auf die Suchen gehen. In der Schweiz werden beispielsweise geführte Wanderungen und Klettertouren zur Kristallsuche, auch Strahlerei genannt, angeboten. Hier können Sie zusammen mit einem Experten die alpine Bergwelt erkunden und die einzelnen Gesteinsarten näher kennenlernen. Zusammen mit Hammer und Meißel geht das dann an die eigentliche Arbeit. Mit etwas Ausdauer und Glück können Sie vielleicht bald ein selbst gesammeltes Souvenir mit nach Hause nehmen.

Jedes Exemplar ein Einzelstück – Formen und Besonderheiten des Bergkristalls

Bergkristalle wachsen in charakteristischen Prismen und sind gruppen- oder traubenartig angeordnet. Diese werden auch als Cluster bezeichnet und bilden oftmals natürlich schöne, fantasievolle Schmuckstücke. Diese Cluster sind begehrte Sammlerstücke und werden schnell zum einzigartigen Blickfang in einer Vitrine. Je nach Art werden die Formen der Bergkristalle in Stufen, Spitzen und Doppelender unterteilt. Auch Einschlüsse anderer Mineralien sind möglich. Dadurch ergeben sich die beliebten Ornamentsteine wie der rutilierter Quarz. Der Name ergibt sich durch die Art der Einschlüsse aus haarfeinem, Gold schimmernden Rutilin. Rutilierter Quarz bildet das Rohmaterial für erlesenen Schmuck. Besonders Anhänger und Ringsteine werden gerne daraus gefertigt.

Eine weitere Spielart der Natur sind Bergkristalle mit sogenannten Phantomen. Diese ansonsten glasklare Kristalle besitzen sphärenhafte, diffuse Einschlüsse. Sie entstehen in der Wachstumsphase der Kristalle, wenn diese Krusten anderer Minerale einschließen und um sie herum weiter wachsen. Durch den klaren Bergkristall betrachtet besitzen diese Verkrustungen ein geisterhaftes, unwirkliches Aussehen und verleihen diesen Farbsteinen einen ganz besonderen Charme. Phantome werden ebenso wie der rutilierte Quarz zur Schmuckproduktion genutzt. Sie eignen sich auch ausgezeichnet als Deko-Objekte.

Der Bergkristall als Schmuckstück – günstiger Stein mit besonderer Ausstrahlung

Da Bergkristalle häufig vorkommen und trotz ihres edlen Aussehens nicht zu den Edelsteinen gehören, sind Schmuckstücke aus diesem Material relativ günstig zu bekommen. Zudem werden aus Kristall formschöne Diamantimitationen hergestellt. Sie können dieselben Schliffe wie Diamanten aufweisen, haben dabei jedoch nicht ihr spezielles Feuer. Dennoch besitzt Kristallschmuck einen zeitlosen Chic und wird von Damen und Herren gleichermaßen gerne getragen. Herren lieben vor allem die schlichte Optik der Ringsteine oder Verzierungen auf Gürtelschnallen, Schlüsselanhängern und Krawattennadeln. Damen lieben dagegen die Vielseitigkeit dieser Schmuckstücke. Denn Bergkristalle sind je nach Design sowohl alltagstauglich als auch die perfekte Ausstattung für den großen Auftritt auf Feiern und Empfängen.

Linsen, Prismen und optische Geräte – weitere Verwendungsmöglichkeiten für Kristall

Aufgrund ihrer Reinheit und hohen Güte werden Bergkristalle heute außer in der Schmuckindustrie vor allem für optische Linsen und Prismen verwendet. Eine seiner geschätzten Eigenschaften ist die hohe Durchlässigkeit für UVA- und UVB-Strahlen. Dadurch sind diese Prismen und Linsen für Spektralanalysen sowie als Bauelemente für Messgeräte sehr gut geeignet.

Auch in der Elektronik werden Kristalle eingesetzt. Vor allem der Bereich der Piezoelektrizität ist hierbei interessant. Zugrunde liegt der sogenannte piezoelektrische Effekt. Er wurde 1880 von den Gebrüdern Curie entdeckt und beschreibt das Auftreten einer elektrischen Spannung, wenn Druck auf Kristalle und ihre Gitterstruktur ausgeübt wird. In umgekehrter Form ändern Kristallgitter ihre Form, wenn eine Spannung an sie angelegt wird. Die piezoelektrischen Eigenschaften von Bergkristall kommen in einfacher Form bei Gasanzündern und Feuerzeugen zum Einsatz. Kompliziertere Anwendungsmöglichkeiten sind beispielsweise in elektronischen Bauteilen, als Tonabnehmer für Musikinstrumente oder hochwertige Lautsprecher.

Als Quarze in Uhren haben natürliche Bergkristalle dagegen stark an Bedeutung verloren, da synthetisch hergestellte Kristalle heute wesentlich effektiver und genauer arbeiten.

Heilstein und Schutzpatron – der Bergkristall in der Esoterik

Wie schon erwähnt werden den Bergkristallen heilende Fähigkeiten nachgesagt. Die alternative Medizin hat dazu allen Farb- und Edelsteinen spezielle Kräfte und Eigenschaften zugeordnet. Dabei spielen sowohl die Farbe als auch das jeweilige Mineral eine Rolle. Eine bekannte Vorreiterin der Edelsteintherapie ist die Äbtissin Hildegard von Bingen. Die Universalgelehrte aus dem Mittelalter hat zahlreiche Abhandlungen über die heilende Wirkung der Steine verfasst. Die positiven Eigenschaften des Bergkristalls sind unter anderem die innere Klärung und Reinigung. Er soll Blockaden lösen und Unruhe beseitigen. Zudem soll er seinem Träger zu mehr innerer Ruhe, Selbstvertrauen und einem ausgeglichenen Wesen verhelfen. Laut Hildegard von Bingen kann er auch bei Augenleiden und Geschwüren eingesetzt werden.

Die Wirksamkeit der jeweiligen Heilsteine ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dennoch hat diese Praxis viele Anhänger. Auch wenn es nicht bewiesener Maßen etwas nützt, so schadet eine Heilsteintherapie auch nicht. Die schicken Steine als Schmuck oder Handschmeichler am Körper zu tragen, gibt immerhin schon allein durch das schöne Aussehen ein positives Lebensgefühl. Auch das Aufstellen der exquisiten Stücke als Raumschmuck und potenzielle Energiequelle im Zimmer sieht auf jeden Fall hübsch aus. Wenn Sie es auch einmal probieren möchten, können Sie sich die entsprechenden Ratgeber und Sachbücher sowie die dazu gehörigen Gesundheitssteine bei eBay besorgen.

Fantasievolle Dekorationen mit Bergkristallen

Auch ohne esoterischen Hintergrund sind Bergkristalle ein zauberhafter Schmuck für Haus und Garten. Besonders in Verbindung mit Licht entstehen so farbenfrohe Lichtspiele. Daher sind Lampen und Leuchter mit einem Besatz aus geschliffenen Bergkristallen eine beliebte Ausstattung für Festsäle und Hallen. Die Prismen der Kristalle brechen das auf sie fallende Licht und spiegeln es zudem wider. Dadurch erstrahlt die Deckenbeleuchtung in einem einzigartigen Glanz und bildet einen prunkvollen Rahmen für Hochzeiten, Tanzveranstaltungen und andere gesellschaftliche Ereignisse. Am wirkungsvollsten ist jedoch das Sonnenlicht. Je nach Einfallswinkel wird es im Kristall gebrochen und taucht die Umgebung in einen wahren Regen aus bunten Farbtupfern. Dieser Effekt kommt sehr schön bei Windspielen und Mobiles zur Geltung. Durch die ständigen sanften Bewegungen ändert sich das Farbspektrum stetig. So entsteht eine natürlich schöne, harmonische Umgebung zum Entspannen und Meditieren. Auch Kerzenhalter profitieren von der angenehmen Ausstrahlung des Bergkristalls. Hier bewirkt der Stein ein anregendes Wechselspiel mit der flackernden Flamme.

Etwas schlichter aber nicht weniger attraktiv sind Zimmerbrunnen mit Ziersteinen aus Bergkristall. Durch ihre mystische Form und die mehr oder weniger transparente Oberfläche entstehen zusammen mit dem Element Wasser ebenfalls abwechslungsreiche Effekte. Diese Wirkung des Bergkristalls ist auch zentraler Bestandteil des Feng shui, der chinesischen Lehre von Harmonie und Ausgleich. Zwar hat sich inzwischen eine moderne, westliche Richtung vom traditionellen Feng Shui abgespalten, dennoch sehen beide Zweige den Bergkristall als Quelle von Ruhe und Frieden im Wohnbereich.

Bergkristall oder Bleiglas – Vorsicht, Verwechslungsgefahr

Schalen, Becher und Kelche sind dagegen heute in der Regel nicht mehr aus Bergkristall. Sie bestehen entweder aus Bleikristall oder Kristallglas. Diese Stoffe ist keine Kristall im eigentlichen Sinne, sondern bestehen aus sehr reinem Glas, das durch seinen Schliff einen funkelnden Kristallschimmer erhält. Aus Kristallglas werden ebenfalls gerne Deko- und Esoteriksteine hergestellt.

Leider kommt es auch öfter vor, dass Brocken aus Bor-Silikatglas, einem beliebten Dekoprodukt, fälschlicherweise als Bergkristall ausgegeben werden. Für Laien ist der Unterschied nur schwer zu erkennen. Allerdings ist echter Kristall merklich schwerer als die Glasnachbildung. Außerdem ist der Kristall frei von Lufteinschlüssen. Halten Sie hingegen den Glas-Stein gegen das Licht, werden Sie stets winzig kleine Luftbläschen bemerken. Und zu guter Letzt ist der Bergkristall wesentlich härter als Glas. Daher können Sie mit ihm zwar den Glasstein ritzen, aber nicht umgekehrt.

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