Den Garten ins Haus holen – Ratgeber für Wintergärten

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Den Garten ins Haus holen – Ratgeber für Wintergärten

Was Sie über Funktion und Geschichte von Wintergärten wissen sollten

Kurze Definition des Begriffs Wintergarten und seines Funktionsprinzips

Bei einem Wintergarten handelt es sich um einen Anbau an ein Gebäude, dessen Wände und Dach überwiegend verglast sind. Es gibt auch Wintergärten als eigenständige, frei stehende Bauten, diese sind jedoch weniger verbreitet. Bei korrekter Konstruktion wird der sogenannte Glashauseffekt genutzt, welcher das Erreichen einer Raumtemperatur ermöglicht, bei der bestimmte Pflanzen überwintern können. Es kann in vielen Fällen auf gebräuchliche Heiztechniken verzichtet werden, da bereits eine geringe Sonneneinstrahlung die Raumluft messbar erwärmt. Dies wird durch passive Nutzung der Sonnenenergie möglich. Um diesen Effekt zu erzielen, ist es notwendig, dass der größte Teil der Glasfassade eine Ausrichtung nach Süden hat, da die Sonneneinstrahlung dort am stärksten ist und am längsten andauert. Ob komplett auf das Heizen des Wintergartens verzichtet werden kann, hängt zum einen davon ab, welche Arten von Pflanzen sich darin befinden und zum anderen, ob der Wintergarten auch zum längeren Aufenthalt von Personen vorgesehen ist.

Die Entstehung und der geschichtliche Hintergrund des Wintergartens

Erste Anbauten im Stil eines Wintergartens sind bereits aus Zeiten der Antike dokumentiert, diese dienten in erste Linie dem Anbau von Pflanzen und Früchten. Im Viktorianischen Zeitalter wurde die Idee des Wintergartens erneut aufgegriffen und erweitert. Die im Stil der damaligen Zeit konstruierten Bauten aus Glas und Stahl erfreuten sich in ganz Europa wachsender Beliebtheit und verbreiteten sich zügig. In diese Zeit fällt auch die erstmalige Nutzung solcher Anbauten als Aufenthaltsräume für Menschen, die schnell in den Ruf kamen, die Seele zu entspannen und die Kommunikation anzuregen. Nachdem über einen langen Zeitraum Pflanzen den gesamten Raum bestimmten, wurden nun auch Möbel zum festen Bestandteil und der Wintergarten zu einem neuen und das Lebensgefühl stark beeinflussenden Raum im Haus.

Vom reinen Wintergarten zum Wohnwintergarten

Der Wintergarten, wie er heute am verbreitetsten ist, stammt aus dem England des Viktorianischen Zeitalters und war den wohlhabenden Hausbesitzern vorbehalten. Auch heute ist die Anschaffung eines Wintergartens kein finanziell unerhebliches Projekt, im Vergleich zur damaligen Zeit jedoch um einiges erschwinglicher. Im späten 19. Jahrhundert wurden Wintergärten auch in Deutschland immer populärer und wurden vermehrt in die Architektur von Bürgerhäusern und gediegenen Unterkünften wie Hotels und Pensionen einbezogen. Der klassische Baustil von Wintergärten war bis vor dem Zweiten Weltkrieg sehr beliebt, wohingegen moderne Wintergärten heutzutage weniger die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten ausdrücken, sondern vielmehr eine architektonische Neuerung darstellen. Außerdem sind sie durch ein verändertes ökologisches Bewusstsein geprägt, da die Sonne als Energielieferant entdeckt und genutzt wird. Somit erhält auch das Glas als Material im Bau eine neue Bedeutung. Im Verlauf der Zeit entwickelte sich der sogenannte Wohnwintergarten heraus, der heutzutage am häufigsten anzutreffen ist und als vollwertiger Wohnraum gilt.

Die unterschiedlichen Arten von Wintergärten und ihre Eigenschaften

Je nachdem, welche Pflanzen in Ihrem Wintergarten stehen sollen und ob Sie ihn auch als Wohnraum nutzen möchten, gibt es verschiedene Varianten und Möglichkeiten. Machen Sie sich zunächst klar, welche Temperatur in Ihrem Wintergarten vorherrschen soll und auf welche Weise und wie oft Sie ihn zu nutzen beabsichtigen. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl fertig konstruierter Module zum Anbau. Der Vorteil von fertig lieferbaren Wintergärten besteht darin, dass Sie sich viel Zeit und Mühe sparen. Außerdem brauchen Sie dadurch, dass eine Anleitung zur Installation in der Regel mit dem Produkt mitgeliefert wird, kaum Vorkenntnisse. Zwei oder vier helfende Hände sind trotzdem sehr zu empfehlen, da der Aufbau allein kaum zu bewerkstelligen ist. Selbstverständlich können Sie Ihren Wintergarten auch komplett eigenständig konstruieren, was aufwendiger ist, jedoch auch ein individuelleres Ergebnis ermöglicht. Ein äußerst wichtiger Aspekt ist der Energieverbrauch und damit zusammenhängend auch die Dämmeigenschaften eines Wintergartens. Hierbei ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) zu berücksichtigen, worin der Gesetzgeber Bauherren bestimmte bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Verbrauch von Betriebsenergie beim Bau von Wohn-, Büro- oder Betriebsgebäuden vorgibt. Wenn Sie noch keine Vorstellung bezüglich der Kosten der verschiedenen Arten haben, dann können Sie sich hier bei eBay über die aktuellen Wintergarten Preise informieren. 

Kalte Wintergärten – wie sie genutzt werden und wofür sie sich eignen

Hierbei handelt es sich um meist unbeheizte, sogenannte Kaltwintergärten. Sie werden nicht beheizt und frostfrei gehalten und sind stets nach Süden ausgerichtet. Bei Kaltwintergärten, die während der Heizperiode beheizt werden, soll im Interesse der Pflanzengesundheit eine Temperatur von zwölf Grad nicht überschritten werden. In ihnen überwintern am besten nicht winterfeste Pflanzen. Kalte Wintergärten eignen sich bei niedrigen Außentemperaturen kaum bis gar nicht für längere Aufenthalte von Personen, weshalb sie auch als Sommergärten bezeichnet werden. Dafür können sie als zusätzlicher Kühlraum genutzt werden, zum Beispiel für Lebensmittel bei Platzmangel im Kühlschrank.
Kalte Wintergärten werden zumeist auf einem bereits bestehenden Fundament ohne Wärmedämmung erbaut, das sich aus diesem Grund nicht für temperierte oder beheizbare Wintergärten eignet. Dabei handelt es sich meistens um Terrassen und geflieste Außenbereiche am Haus. Es sollte vor dem Kauf darauf geachtet werden, dass das Gerüst und die Verglasung des Wintergartens witterungsbeständig sind und der regulär hohen Luftfeuchtigkeit im Inneren widerstehen. Die Gefahr größerer Schäden durch Kondenswasser ist bei Wintergärten aus Aluminium geringer als bei solchen aus Holz, da sich bei feuchtem Klima auf Holz leicht Schimmel bilden kann. Generell sollte aus diesem Grund auch bei Wintergärten aus Aluminium auf eine ausreichende Belüftung geachtet werden, da Schimmelpilze nicht nur der Konstruktion des Wintergartens, sondern auch Ihrer Gesundheit und der Ihrer Pflanzen nachhaltigen Schaden zufügen können. Sehr zu empfehlen sind daher Systeme mit Senkrechtverglasung und luftdurchlässigen Schiebetüren oder –fenstern, die einen ständigen, minimalen Luftaustausch gewährleisten und somit der Schimmelbildung vorbeugen. Berücksichtigen Sie im Vorfeld Ihrer Planung auch, dass sich Kaltwintergärten in der Regel nicht für den Umbau zu warmen Wintergärten eignen.

Wann sich mittelwarme Wintergärten für Ihre Bedürfnisse und Ansprüche eignen

Mittelwarme Wintergärten sind kühle Wintergärten, die während der Heizperiode auf eine Temperatur von zwölf bis 19 Grad gebracht werden. Sie eignen sich für Pflanzen aus klimatisch warmen Gebieten, die keine Kälte vertragen. Für den Aufenthalt sind sie, je nach Temperatur, über das ganze Jahr hinweg geeignet. An die Wärmedämmung des Glasdaches und der Glasfassade werden geringere Anforderungen aus der Energieeinsparverordnung gestellt als bei warmen oder Wohnwintergärten. Aus dem einfachen Grund, dass mittelwarme Wintergärten auf eine kürzere Heizperiode und weniger Heizleistung ausgelegt sind. Es besteht die Möglichkeit, einen kalten Wintergarten in einen mittelwarmen umzubauen, indem Sie diesen mit entsprechender Dämmung versehen und von der Hausheizung unabhängig temperieren, was jedoch ein kostenintensives Unterfangen darstellt. Dafür finden Sie bei eBay die passenden Heizkörper, die sich übrigens auch für die minimale Temperierung einiger kalter Wintergärten eignen.

Warme Wintergärten oder Wohnwintergärten – das ganze Jahr nutzbar und einladend

Ein Wohnwintergarten stellt die luxuriöseste und am vielfältigsten nutzbare Variante eines Wintergartens dar. Er ist ganzjährig als Aufenthaltsraum geeignet, da er dauerhaft auf eine Raumtemperatur von über 19 Grad beheizt wird. Auch bietet er sich besonders für tropische Pflanzen mit hohen Ansprüchen ans Klima an. Für warme Wintergärten gelten die strengsten Bestimmungen der Energieeinsparverordnung für Glasdächer und –fassaden und Bodenplatten beziehungsweise –fliesen in Wohngebäuden, da sie als reguläre Wohnräume eingestuft werden. Wohnwintergärten lassen sich nach Belieben einrichten und bieten meist eine gemütliche, einladende Atmosphäre. Dazu tragen sowohl die Pflanzen im Inneren als auch der direkte Blick in den Garten und das bei schönem Wetter einfallende Sonnenlicht bei. Außerdem sind Ihnen bei der Möblierung und Dekoration keine Grenzen gesetzt. Warme Wintergärten eignen sich als Wohn- oder Esszimmer, aber ebenso, um Gäste zu empfangen. Sie sind immer ein besonderer Blickfang und Gesprächsthema.

Worauf Sie bei der Auswahl des Materials für Ihren Wintergarten achten sollten

Egal, ob Sie Ihren Wintergarten selbst bauen oder als Fertigprodukt bestellen möchten – Sie sollten immer die Richtlinien der Energieeinsparverordnung beachten, da sonst die Gefahr besteht, dass Sie teure Strafen zahlen oder gar Ihren Wintergarten deinstallieren müssen. Davon abgesehen schadet die falsche Dämmung der Umwelt, da unnötig viel Wärme und somit auch Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird. Für den Eigenbau benötigen Sie außerdem die einzelnen Materialien und Werkstoffe sowie brauchbare Ratgeber.

Welche Materialien sich für Wintergärten eignen und was sie auszeichnet

Holz – natürliche Optik und geringe Umweltbelastung versus hoher Pflegebedarf

Wer es natürlich mag, dem gefallen Wintergärten aus Holz vermutlich am besten. Dabei kommen verleimte Bretter zum Einsatz, was verhindert, dass sich die Profile verziehen und verdrehen, wodurch eine höhere Stabilität gewährleistet ist. Nicht nur optisch bieten sie sich für Naturfreunde an, auch in der Herstellung ist Holz eines der Materialien mit der geringsten Umweltbelastung. Zudem hat Holz sehr gute dämmende Eigenschaften und spart somit Heizkosten. Auf der anderen Seite ist Holz anfällig für Feuchtigkeitsbefall und somit für Schimmel, weshalb es intensiv und regelmäßig gepflegt und behandelt werden muss. Auch die Belüftung ist aus klimatischen Gründen bei Wintergärten aus Holz von großer Bedeutung. Lüftungselemente für Wintergärten in Form von Fensterantrieben sind bei eBay erhältlich und können maßgeblich zur Verbesserung des Raumklimas beitragen. Allerdings sind Wintergärten, die lediglich aus Glas und Holz bestehen, selten. Häufiger werden Wintergärten, in denen Holz verbaut ist, in Kombination mit Materialien wie Aluminium oder Kunststoff angeboten.

Aluminium – ein witterungsbeständiger und moderner Werkstoff mit vielen Vorteilen

Aluminium hat sich als Material im Bau von Wintergärten sehr bewährt und im Gegensatz zu reinen Holzkonstruktionen durchgesetzt, da es eine geringe Dichte und somit ein niedriges Gewicht hat, korrosionsbeständig ist, sich gut in Form gießen lässt und sich seine Oberfläche flexibel gestalten lässt. Es eignet sich sowohl für innen als auch für außen. Aluminium besitzt eine hohe Stabilität und ist somit auch für große Fensterflächen geeignet. Andererseits führt die hohe Leitfähigkeit des Materials zu Wärmeverlusten, weshalb die Verwendung isolierender Kunststoffeinlagen zu empfehlen ist. Aluminium ist anfällig für Schäden, wenn es mit basischen oder salzigen Stoffen in Berührung kommt. Achten Sie daher darauf, Kontakt mit Putz oder Mörtel zu vermeiden. Wintergärten aus Aluminium sind beliebt und verbreitet, daher gibt es sie auch bei eBay in vielfältigen Ausführungen.

Wintergärten aus Kunststoff – was dafür spricht, was dagegen

Bei Kunststoff handelt es sich um einen Werkstoff, der günstiger in der Herstellung und Verarbeitung ist als Aluminium oder Holz. Kunststoffkonstruktionen sind meist mit einem Stahlkern versehen, der sie einerseits stabilisiert, andererseits aber auch zu einem hohen Gewicht führt und somit ungeeignet macht für größere Wintergärten mit viel freitragender Glasfläche. Wintergärten aus Kunststoff erfordern zusätzliche Wärmeisolierung, da sie nur geringe Dämmwerte aufweisen, was zusätzliche Kosten verursacht. Auch weist Kunststoff häufig mit der Zeit Materialermattung auf und kann brüchig werden.

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