Dekorative Hingucker für Ihre Werkstatt: nostalgische Maschinen vom Schlosser finden

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Dekorative Hingucker für Ihre Werkstatt: nostalgische Maschinen vom Schlosser finden

Das Schlosserhandwerk

Bevor Ende der 80er Jahre die Berufsbezeichnung auf Metallbauer umgestellt wurde, nannte man die Berufszweige, die sich mit der Bearbeitung und Verarbeitung von Metallen beschäftigten, Schlosser. Je nachdem, wofür die Metalle benötigt wurden, unterschied man im Handwerk den Bauschlosser, der beispielsweise für die Stahlfertigungen im Baubereich zuständig war (Türen, Tore, Gatter, Treppen, Geländer, etc.), den Kunstschmied oder Kunstschlosser, der – oft auch im Baubereich – kunstvolle Metallobjekte schuf (verzierte Zäune, Gitter, Tore, etc.), und den Kfz-Schlosser, der Metallarbeiten im Fahrzeugbau übernahm. Daneben gab es die Schlosser auch in der Industrie, wo sie als Betriebsschlosser für die Wartung und Reparatur der Maschinen eines Betriebes zuständig waren, oder als Maschinenschlosser im Maschinenbau neue Maschinen konstruierten. Außerdem gab es den Stahlbauschlosser, der tragende Konstruktionen oder auch Druckbehälter konstruierte, den Blechschlosser, der Verkleidungen und andere Blechkonstruktionen baute, und nicht zuletzt den Rohrschlosser, der komplexe Rohr- und Druckleitungssysteme entwarf. Eine Reihe von antiken und historischen Maschinen, die im Schlosserhandwerk zur Metallbearbeitung genutzt wurden, finden Sie auch bei eBay. Einige der Wichtigsten werden Ihnen hier vorgestellt.

Bohrmaschinen

Im Schlosserhandwerk mussten immer wieder Metalle mit Löchern versehen werden. Dünne Folien und Bleche konnte man teilweise mit Lochzange, Stechbeitel und ähnlichem durchstoßen, aber massivere Metallstücke waren damit nicht zu durchbohren. Deswegen wurden recht früh Geräte erfunden, mit denen man unter Druck und mit drehenden Bewegungen eine Bohrspitze durch ein Stück Metall treiben konnte. Sie musste dabei härter sein, als das zu durchbohrende Werkstück und mit einem geeigneten Bohrkopfschliff versehen werden. Damit konnte man dann aus dem Metall kreisförmig Späne herausschneiden, sodass ein immer tiefer werdendes Loch entstand. Damit der Bohrer beim Ansetzen und am Anfang des Bohrvorgangs nicht abrutscht, schlug der Schlosser vorher mit einem Körner eine kleine Delle in die Bohrstelle, die sogenannte Körnung. Je nach Größe des gewünschten Lochs, musste die Körnung mehrfach wiederholt werden, wobei unterschiedlich dicke Körner zum Einsatz kamen.

Handbohrmaschinen

Die einfachste Bohrmaschine ist die (Hand-)Kurbelbohrmaschine. Sie besteht aus einem Haupt- und einem Seitengriff. Über den Hauptgriff kann, auch schon mal unter Einsatz des eigenen Bauchs, Druck auf die Bohrspitze ausgeübt werden. Über den Seitengriff, beispielsweise als U-förmiger Bogen aus der Bohrstange ausgearbeitet oder als Hebel senkrecht zur Drehachse realisiert, wird die Bohrspitze gedreht und bei gleichzeitig ausgeübtem Druck auf die Spitze, wird so das Loch gebohrt. Beim U-förmigen Seitengriff ist eine gleichmäßige Drehung einfach, da man nicht, wie beim Hebelgriff erforderlich, immer wieder umgreifen muss. Später, mit der Erfindung des Getriebes, wurde der Handbohrer mit Getriebe und einer seitlichen Kurbel ausgestattet. Das Getriebe ermöglichte es, den Bohrer mit nur einer Drehung an der Kurbel mehrfach um die Bohrachse drehen zu lassen. Bei einigen Bohrern konnte man die Kurbel am Getriebe umstecken und somit den Bohrer mit zwei Geschwindigkeiten betreiben. Auch hier wurde der Bohrer meist zweihändig gehalten und unter zusätzlichem Einsatz des eigenen Körpergewichtes Druck auf die Bohrspitze ausgeübt. Diese Bohrer sind deshalb auch als Brustleier bekannt.

Ständerbohrmaschinen

Wenn die eigene Körperkraft nicht ausreichte, um das Metall zu durchbohren, konnte der Schlosser mit einer Ständerbohrmaschine arbeiten. Hier war der Bohrer entweder fest montiert oder man konnte eine Handbohrmaschine einspannen. Der Schlosser konnte nun mit Hilfe von zusätzlichen Gewichten den Druck auf die Bohrspitze erhöhen. Durch montierte Schwungräder oder Schwungkugeln konnte das Drehmoment und somit die zum Bohren verwendete Kraft erhöht werden. Und nicht zuletzt konnte das zu bohrende Werkstück fixiert werden, sodass die Bohrung feiner und sauberer ausgeführt werden konnte. Eine Ständerbohrmaschine bot oft auch die Möglichkeit unterschiedlicher Übersetzungen, sodass man je nach zu bearbeitendem Material die ideale Bohrgeschwindigkeit verwenden konnte.

Elektrische, hydraulische und pneumatische Bohrmaschinen

Bereits 1895 wurde die erste elektrische Handbohrmaschine erfunden. Dazu kamen die wegen des Gewichts meist ortsfesten hydraulische Bohrmaschinen - die Kraftübertragung erfolgt hier durch Druckwasser - und die pneumatische Bohrmaschinen, die mit Druckluft betrieben wurden. Mit diesen Bohrmaschinen konnte der Schlosser nun wesentlich schneller und größere Löcher bohren, wenn auch die manuellen Handbohrmaschinen leichter waren und überall mitgenommen und eingesetzt werden konnten. Sie waren außerdem unabhängig vom Stromnetz, weshalb sie auch heute noch im Gebrauch sind. Beim Bohren entsteht durch die starke Reibung sehr viel Hitze. Um diese abzuführen, damit weder Bohrer noch Werkstück zerstört werden, wird meist eine Bohrflüssigkeit eingesetzt. Diese wird beim Bohren ständig über die Bohrstelle gespült und nimmt so nicht nur die Wärme auf, sondern transportiert dabei auch noch die Späne aus dem Bohrloch. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl an Bohrmaschinen für Schlosser.

Schleifsteine und Schleifmaschinen

Nicht nur zum Schärfen von Werkzeugen, Messern und Scheren, sondern auch zum Glätten und Polieren von metallenen Oberflächen brauchte der Schlosser Möglichkeiten, Metalle zu schleifen. Die ersten Schleifwerkzeuge waren ausgesuchte Natursteine, die rund gehauen und auf einer frei drehbaren Achse befestigt wurden. Entweder mit der Hand oder durch einen Fußantrieb in Drehung versetzt, konnte der Schlosser das Werkstück daran halten und so schleifen.

Später wurden die Schleifsteine hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch angetrieben. Aber es werden nach wie vor meistens Naturschleifsteine verwendet. Vor allem aus Japan kommen auch synthetische Schleifsteine, die in einem Kunststoffverbund feinkörnige Schleifkörper einschließen. Mit diesen Schleifsteinen können vor allem die speziellen japanischen Schneidwerkzeuge sehr schnell geschliffen werden, die künstlichen Schleifsteine nutzen sich aber bei Gebrauch auch sehr schnell ab. Da auch beim Schleifen durch die Reibung sehr hohe Temperaturen entstehen können, müssen manche Werkstücke beim Schleifen gekühlt werden. Vor allem gehärtete Stahlklingen und Stahlwerkzeuge werden sonst bereits schon bei Temperaturen um die 170° C unbrauchbar. Da Schleifsteine auch außerhalb von Schlossereien in Gebrauch waren, finden Sie bei eBay eine gute Auswahl an Schleifmaschinen.

Dreh- und Fräsmaschinen

Gerade zum Herstellen von identischen Werkstücken sind Drehmaschinen aus keiner Schlosserwerkstatt wegzudenken. In eine Drehmaschine wird ein Werkstück eingespannt und um eine Achse rotiert, während mit einem Schneidwerkzeug – dem Drehmeißel – das längs der Achse am Werkstück lang geführt wird, die überstehenden Teile in Spänen abgetrennt werden. Es handelt sich hier um eine Art Gegenstück des Bohrens, weil sich hier das Werkstück dreht und nicht das Werkzeug. Durch Drehen in einer Drehmaschine lassen sich rotationssymmetrische Körper wie beispielsweise Zylinder oder Spindeln herstellen. Auch hier werden hohe Reibungskräfte wirksam, weshalb die entstehende Hitze zusammen mit den Spänen über Kühlflüssigkeiten abtransportiert werden müssen. Drehmaschinen entstanden aus der Drehbank, die vermutlich bereits im 2. Jahrtausend vor Christus bekannt war. Über eine Schnur wurde das Werkstück angetrieben während man gleichzeitig ein Werkzeug dagegen hielt. Zur Drehmaschine wurde das ganze Ende des 18. Jahrhunderts mit der Einführung eines Werkzeugschlittens, der den Drehmeißel automatisch entlang der Drehachse führte, und einer Leitspindel, die als Muster des zu drehenden Werkstückes abgetastet wurde und dadurch den Drehmeißel in den benötigten Abstand zur Achse brachte. Damit lassen sich anhand des Musters beliebig viele Kopien der Form herstellen. Die Fräsmaschine ist die Erweiterung der Drehmaschine auf drei Dimensionen. Die meist rotierenden Fräswerkzeuge können in alle Richtungen an das Werkstück herangebracht werden und so Späne abfräsen. Das Werkstück selbst ist meist in zwei Dimensionen verschiebbar, sodass sich in der Kombination der Beweglichkeit von Werkstück und Werkzeug jede gewünschte Stelle erhalten oder abfräsen lässt. Die Fräsen selbst haben bis zu 180° Spielraum, um so jeden gewünschten Winkel zu erreichen. Damit nicht versehentlich zu erhaltene Teile des Werkstücks abgefräst werden, können die Fräsen so eingestellt werden, dass nur bestimmte Strecken und Winkel frei erreichbar sind. In modernen Fräsmaschinen werden die Formen über Computerprogramme vordefiniert und die Fräsen werden dann programmgesteuert gelenkt um die programmierte Form zu erreichen. In vielen Handwerksbetrieben findet man aber weiterhin die manuell einstellbaren. Alte Fräsen und Drehmaschinen für Schlosser und andere Handwerker finden Sie auch bei eBay.

Stanzen, Pressen, Prägen und Walzen

Weitere Maschinen, mit denen der Schlosser arbeitete, waren die miteinander verwandten Walzen, Pressen und Stanzen. In einer Stanze wurde mit hohem Druck aus einem Metallblech Formen heraus gestanzt. Dazu benötigt man einen Stempel, der die innere Form darstellt und ein Loch in der gleichen Form in der sogenannten Matrize, sodass der Stempel hineinpasst. Legt man nun eine Platte zwischen beides und übt genügend Druck aus, dann stanzt der Stempel die Form aus der Platte und die Form fällt in die Matrize. Statt der Matrize kann der Stempel auch als Stanzmesser ausgebildet sein. Wie bei einer Ausstechform für Kekse, wird die Form dann vom Stempel ausgestochen. Mit einer Presse können solche ausgeschnittenen Formen dann beispielsweise gebogen und gezogen werden. Beim Biegen wird die Form mit einem Positiv so auf ein Negativ gedrückt, dass die Form die Biegung annimmt. Die Form kann beim Pressen auch noch verformt und dünner gezogen werden, so stellt man beispielsweise Dosen aus einer dicken Scheibe her, indem man diese mit einem Zylinderstempel mit viel Druck in eine Hohlform presst, so dass aus der dicken Scheibe ein dünner Boden und Seitenwände gezogen werden. Eine Präge ermöglicht das Prägen einer Oberfläche auf eine Form. Am bekanntesten sind wohl die Münzprägen, die mit wechselndem Prägestempel immer wieder auf Handwerkermärkten und Festen genutzt werden, um zum Markt passende Münzen und Medaillen zu prägen. Mit einer Walze kann man Metallteile dünner pressen und so z.B. dünne Bleche aus einem Draht oder einem dickeren Blech walzen. Die Walze bestand normalerweise aus zwei Walzen, die mit einer Kurbel gedreht werden konnten. Steckte man auf der einen Seite einen Metallstreifen ein und drehte die Walzen, was einigen Kraftaufwand erforderte, dann drückten die Walzen das Metall flach und auf der anderen Seite kam das dünnere Blech heraus. Das gleiche Prinzip findet man beispielsweise auch bei einer Nudelmaschine, Wäschemangel oder um Schnitzel platt zu walzen. Die heutigen Industriemaschinen können die Vorgänge Stanzen, Pressen, Prägen oder Walzen, einzeln oder kombiniert, gleichzeitig oder nacheinander, ausführen. In Schlossereien findet man Pressen und Stanzen eher selten. Walzen und Prägen sind häufiger vertreten. Schauen Sie sich bei eBay um.

Fazit

Die alten Schlosser Maschinen haben heute ihren ganz besonderen Charme, egal ob Sie Ihre eigenen Metallschmuckstücke prägen wollen, oder eine alte Ständerbohrmaschine als Blickfang im Flur postieren wollen. Sie werden sicher die richtige Maschine für Ihre Zwecke finden.

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