Dekorative Drachenbäume: Pflanzenpflege ganz ohne grünen Daumen

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Kein grüner Daumen nötig: Der Drachenbaum macht viel her und braucht wenig Pflege

Der Drachenbaum, der den botanischen Namen Dracaena trägt, bildet eine Pflanzengattung aus der Familie der Spargelgewächse, wobei der Kanarische Drachenbaum – auch Dracaena dracodie – die bekannteste Art darstellt. Der Drachenbaum als Zimmerpflanze benötigt keine besondere Pflege. Die Pflanze verzeiht es, wenn das Gießen einmal vergessen worden ist und kommt auch mit wenig Licht aus. Allerdings sollten die Liebhaber des Ziergewächses einige Hinweise zu seiner Pflege beachten, damit sich der Drachenbaum gut entwickeln kann. Der Drachenbaum ist im eigentlichen Sinne kein Baum. Er weist kein baumtypisches Dickenwachstum auf, sondern ist mit einem verholzten Stamm versehen, der einer Palme ähnelt. Insgesamt zählen die Botaniker mindestens 50 verschiedene Arten, die fast alle aus Asien und Afrika stammen. Hierbei ist anzumerken, dass einige Arten endemisch sind, die also lediglich in einer recht begrenzten Region vorkommen. Ein Beispiel hierfür ist der bereits erwähnte Kanarische Drachenbaum, der, wie der Name schon sagt, nur auf bestimmten Kanarischen Inseln wächst. Das älteste Exemplar dieser Art weist eine Höhe von etwa sieben Metern auf und ist mit einer schirmartigen Krone versehen, sein Standort liegt im Nordwesten von Teneriffa.

Die Attraktivität des Drachenbaums

Als Zierpflanze ist der Drachenbaum besonders aufgrund seiner wunderbaren Blätter und seines außergewöhnlichen palmenartigen Wuchses sehr beliebt. Das Gewächs kommt in der freien Natur sehr häufig als Strauch mit einem aufrechten Stamm vor, wobei die kleinen Exemplare teilweise stark verzweigt sind. Die Pflanze selbst weist kaum Blüten auf. Palmen und Drachenbäume ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Das Drachenbaumgewächs kommt, wenn es ausgewachsen ist, dem Aussehen einer Palme sehr nahe. An dem kaum bewachsenen Stamm bilden sich schmale, lanzettförmige und nach unten weisende Blätter. Unter bestimmten Umständen kann der Drachenbaum auch mit den Keulenlilien, den sogenannten Cordylinen, verwechselt werden.

Der Kanarische Drachenbaum

Die botanische Gattungsbezeichnung Dracaena geht auf den griechischen Namen drákaina zurück und hat die Bedeutung „weiblicher Drache". Die Herkunft des Namens ist umstritten – hierüber existieren verschiedene Theorien. Zum einen führen Experten den Namen darauf zurück, dass abgetrennte Triebe sich in aller Regel wieder erneuern und in einer Verästelung zwei oder mehrere Triebe entwickeln. Dies soll an einen Drachen oder an die Hydra in der griechischen Mythologie erinnern, denen, nach dem der Kopf abgeschlagen worden war, mehrere neue Köpfe nachwachsen. Zum anderen entfließt dem Stamm, wenn dieser verletzt oder angeritzt worden ist, zunächst eine farblose Flüssigkeit, die zu einem dunkelroten Harz verhärtet. Diese klebrige Masse wird auch als Drachenblut bezeichnet.

Das Harz des Drachenbaums wurde von den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, den Guanchen, zur Wundheilung und der Behandlung von Knochenbrüchen verwendet. Darüber hinaus wurde es auch zur Mumifizierung der Toten eingesetzt. Das Drachenblut wurde im Mittelalter wie Gold gehandelt. Die spanischen Konquistadoren schätzten die heilende Wirkung des harzigen Materials. Drachenblut diente im 19. Jahrhundert als Beimischung für Zahncreme, weil die Menschen damals der Meinung waren, dass es Zahnfleisch und Zähne schütze. Darüber hinaus wurde es für Polituren und Lacke, aber auch für die Konservierung von Fassadenverkleidungen aus Holz sowie in der Herstellung von Musikinstrumenten verwendet. Türen und Holzbalkone verdankten dem Stoff ihre ursprüngliche dunkle Färbung. In der Regel wird das Drachenblut wie Kautschuk gewonnen. Allerdings war diese Prozedur recht mühevoll, weswegen die Drachenbäume meist vollständig umgeschlagen wurden. Dieses Verfahren, dass aus rein wirtschaftlichen Gründen betrieben wurde, zeichnete dafür verantwortlich, dass der Drachenbaum vor der Ausrottung stand.

Charakteristik des Kanarischen Drachenbaums

Der Kanarische Drachenbaum mit dem lateinischen Namen Dracaena draco ist der bekannteste Vertreter seiner Gattung. Er wächst in der Form eines Baumes. Allerdings weist die Pflanze wie alle Einkeimblättrigen, die unter dem Begriff Liliopsida zusammengefasst werden, kein echtes sekundäres Dickenwachstum auf. Dies wäre eine Voraussetzung für das echte Wachstum eines Baumes. Der Kanarische Drachenbaum erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern. Im Jugendstadium der Pflanze besitzt das Gewächs einen dicken, grauen Stamm und weist bis zu beträchtlicher Größe keine Zweige auf. Die erste Blütenrispe erscheint endständig nach frühestens acht bis elf Jahren. An den Zweigen befinden sich grünlich-helle, sechszählige Blütenbüschel und in der Reife braun-orange Beeren. Die Zeit der Blüte liegt in den Monaten Juli und August, wobei etwa alle 15 Jahre ein neues Blütenstadium beginnt. Unterhalb des Blütenstandes bilden sich dann paarweise im rechten Winkel angeordnete Verzweigungen der dicklichen Zweige. Bei älteren Exemplaren führt dies schließlich zu den typischen Schirmkronen. Die Blätter stehen in einem Büschel am Ende der Äste. Die Form der Blätter ist schwertförmig, lang und steif überhängend. Sie werden 50 bis 60 cm lang und sind hell- bis dunkelgrün und an der Basis rotbraun.

Vorkommen des Kanarischen Drachenbaums

Der Kanarische Drachenbaum wird von den Wissenschaftlern als nordafrikanischer-makaronesischer Endemit bezeichnet. Damit kommt er natürlich auf den Kanarischen Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Palma sowie Madeira, den Kapverden und in Nordafrika vor. Nur an kaum zugänglichen Felsenregionen oder in Schluchten sind die wild wachsenden Pflanzen anzutreffen. Allerdings werden die Gewächse häufig in Gärten dieser Regionen gepflanzt. Auf der Insel Teneriffa in Icod de los Vinos steht einer der bekanntesten Drachenbäume, der auch als tausendjähriger Drachenbaum bezeichnet wird. Allerdings weist dieses Exemplar nach realistischen Einschätzungen der Intervalle der Blühperioden und der aufeinanderfolgenden Verzweigungen lediglich ein Alter von 400 Jahren auf. In Buraca auf La Palma und in Pino Santo auf Gran Canaria finden sich weitere bedeutende Vertreter des Kanarischen Drachenbaumes.

Der Drachenbaum als Zimmerpflanze

Der Drachenbaum wird in unterschiedlichen Formen als Zimmerpflanze angeboten. Einige Zuchtvarianten von Dracaena deremensis, Dracaene marginata und Dracaena fragrans weisen mehrfarbige Blätter auf. Beispielsweise können die Blätter neben einer grünen Grundfärbung einen roten, weißen oder gelben Rand aufweisen. Es gibt unterschiedliche Sorten und Arten mit breiten, überhängenden und schmalen, straffen, aufrechten Blättern. Drachenbäume können in voluminösen Pflanzgefäßen und bei ausreichenden Entfaltungsmöglichkeiten auch im Wintergarten oder im Zimmer eine Höhe von über zwei Metern erreichen. In geschlossenen Räumen benötigt der Drachenbaum relativ wenig Licht. Die geringsten Anforderungen an eine helle Umgebung stellt der einfarbig grüne Kanarische Drachenbaum. Dagegen benötigen buntblättrige Arten und Varianten mit schmaleren Blättern etwas mehr Licht. Die meisten Arten verkraften keine direkte Sonneneinstrahlung. Wer als Standort für seinen Drachenbaum die sommerliche Terrasse oder einen Wintergarten wählt, sollte darauf achten, dass die Pflanze ausreichend Schatten erhält.

Wasserbedarf und ideale Verhältnisse für den Drachenbaum

Der Drachenbaum benötigt relativ wenig Wasser. Durch ausreichende Bewässerung und vierzehntägige Düngung, am besten durch flüssigen Grünpflanzendünger, kann ein kräftiger Austrieb und bei guten Lichtverhältnissen auch eine zufriedenstellende Verzweigung forciert werden. Bei Drachenbäumen führt Staunässe oft unmittelbar zu Wurzelfäule. Daher ist es empfehlenswert, im Zweifel etwas weniger zu gießen. In der kalten Jahreszeit können die Düngergaben und die Bewässerung weiter verringert werden. Die klassische Ruhephase der Pflanze zieht sich von Oktober bis Januar bei Temperaturen um 18 Grad Celsius. Während sich die meisten Arten des Drachenbaums auch bei trockener Luft wohlfühlen, sind sie jedoch wie die meisten Zimmerpflanzen bei gleichbleibend durchschnittlicher bis hoher Luftfeuchtigkeit wesentlich vitaler. Es ist daher anzuraten, dass der Drachenbaum besonders im Winter bei trockener Wohnungsluft mindestens einmal in der Woche mit kalkarmem Wasser, am besten eignet sich Regenwasser, eingesprüht werden sollte. Dabei können die Blätter auch noch mit einem weichen Lappen von Staub oder Ablagerungen befreit werden.

Schnitt des Drachenbaums

Drachenbäume können eine beträchtliche Größe erreichen. Die Pflanze bildet vor allem an lichtschwächeren Standorten lange, kahle Triebe, die einen kleinen Blattschopf aufweisen. Sollte es notwendig werden, können die Spitzen der Triebe kräftig gestutzt werden. Das zeitige Frühjahr ist der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt. Wer die Verzweigung seiner Zimmerpflanze fördern möchte, sollte für einen helleren Standort sorgen und die zu langen Triebe zurückschneiden. Die langen Triebe können mit einer Gartenschere gekürzt werden. Es ist zu empfehlen, die Schnittfläche mit einem Baumwachs zu versiegeln. Durch diese Maßnahmen wird das Eintrocknen verhindert. Theoretisch können sämtliche Sorten der Drachenbäume frische Seitentriebe auf der Höhe jedes alten Blattansatzes austreiben. Oft erscheinen nach nur wenigen Wochen zwei bis vier radial angeordnete Verdickungen, woraus sich im Laufe der Zeit die neuen Triebe bilden. Aus diesem Grund sollte der Pflanzenfreund nach dem Schnitt die Pflanzen leicht düngen und für ideale Bedingungen sorgen.

Vermehrung des Drachenbaums

Der Drachenbaum kann vom Beginn der wärmeren Jahreszeit durch Bodentriebe, Kopfstecklinge oder auch Stammstücke vermehrt werden. Im günstigsten Fall sollten die 8 bis 15 cm langen Bodentriebe oder Kopfstecklinge jung und noch verhältnismäßig weich sein. Es ist darauf zu achten, dass der Trieb beim Anpflanzen in die Anzuchterde in der ursprünglichen Wuchsrichtung gesetzt wird. Falsch eingesetzte Stammstücke treiben nicht aus. Die Setzlinge des Drachenbaums sollten in einem leicht angefeuchteten Gemisch aus Torf und Sand im gleichen Verhältnis gesteckt werden. Über das Behältnis wird ein Plastikbeutel gestülpt. In den nächsten fünf bis sechs Wochen sollten die Stecklinge abgedeckt bleiben und dürfen während dieses Zeitraums nicht gegossen werden. Der Plastikbeutel wird entfernt, nachdem der Steckling erfolgreich Wurzeln ausgetrieben hat. Zunächst wird der junge Drachenbaum lediglich sparsam bewässert. Es ist zu empfehlen, dass der Besitzer der Pflanze die oberste Schicht der Erde zwischen den einzelnen Wassergaben antrocknen lässt. Die neue Pflanze kann nach weiteren zwei bis drei Monaten in das für den Drachenbaum empfohlene Pflanzgemisch umgetopft werden. Die Zimmerpflanzen können wie ausgewachsene Exemplare gepflegt werden.

Drachenbäume in den verschiedenen Sorten werden vor allem aufgrund ihrer auffallend attraktiven, meist bunten Blätter und ihres schönen, palmenartigen Wuchses von Pflanzenliebhabern sehr geschätzt.

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