Daten-Puzzle! Seien Sie geizig mit Ihren Daten!

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Liebe Leser, 

haben Sie sich eigentlich schon einmal darüber Gedanken gemacht, was der freundliche ebay-Verkäufer mit Ihren Daten macht? Überlegen wir doch einmal, was er von Ihnen weiß durch die Transaktion:
  • Name
  • komplette Adresse
  • komplette Bankverbindung
Zusätzlich (bei manchen Produkten, wie z.B. Dienstleistungen, Vermittlungen (von Versicherung oder Bank- bzw. Kreditgeschäften) oder Tabakwaren auch noch
  • Ihren Geburtstag und
  • Geburtsort sowie eventuell
  • Ihren Schufa-Score
Sie meinen, das wäre nicht schlimm? Ist es auch nicht, aber das sind ja nur die "harten Fakten", dazu kommen die "weichen Faktoren", das, was jeder weiß, der Zugrif auf ebay hat:
  • Interessen, Vorlieben
  • Kinder, Haustiere, Hobbies, KFZ-Marke und mehr
  • Kaufgewohnheiten (Zeitpunkt, Menge, Umsatz usw.)
  • Querverbindungen (bei wem kaufen Sie)
  • Bieter-Verhalten (maßlos, geizig, "immer wieder", "alles auf einmal", "letzte Sekunde", Gebotsstufen) usw. 
  • Zahlungsverhalten
  • Bewertungsverhalten und -formulierungen

Das alles kann man mit ein wenig Psychologie als Puzzle zusammensetzen und als Ganzes ausdeuten. - Sie merken, das Bild wird schon klarer. Vertrauen Sie ihrem Verkäufer? Der GEWERBLICHE sollte das alles schützen, aber der PRIVATE? Weiß der überhaupt, was er wie zu schützen hat? Vertrauen Sie einem Menschen, den Sie gar nicht kennen, nicht nur Ihr Geld per Vorkasse, sondern auch noch Ihre Daten an?

Grundlage der Geheimhaltung ist der Grundsatz "Kenntnis bei Notwendigkeit"

Für jede "Geheimhaltungsstufe" sind ganz bestimmte Schutzmaßnahmen ausgewiesen, z.B. Kennzeichnung, Regeln zur Aufbewahrung und zum Transport und zur Speicherung auf elektronischen Medien. Bei einem GEWERBLICHEN Verkäufer können Sie voraussetzen, dass er das weiß. Aber können Sie sich auch darauf verlassen? Dazu gleich.

Wie mir berichtet wurde, häufen sich die Fälle, in denen Scheinkäufe vorgenommen werden, einerseits innerhalb der Familie oder des Freundeskreises mit Decknamen (um Bewertungspunkte zu simulieren), oder auch zu dem Zweck, Adressen (und die anderen Daten, siehe oben) auszuforschen. Aus Fachkreisen bekam ich die Information, dass es ganze Ringe gibt, die teilweise ebay-accounts im dreistelligen Bereich ansammeln; damit werden dann z.B. Datenträger gekauft und Containerweise weitergereicht, bevorzugt in den Osten der EU, oder es werden einfach nur die Kundendaten gesammelt. Hierbei handelt es sich übrigens nicht nur um die 1-Euro-Auktionen.

Das Problem:

zwei oder drei oder vier an sich belanglose Datensätze werden dadurch zu brisantem Wissen, dass man sie miteinander verknüpft. Der Wissenszuwachs hierdurch entspricht nicht einer Addition, sondern einer Multiplikation des Wissens!

Seien Sie bitte vorsichtig mit Ihren Daten!

  • eigene Kontoverbindung (am besten auf HABEN-Basis) lediglich für ebay/PayPal nutzen
  • eigenes Kaufverhalten überprüfen
  • seien Sie besonders geizig mit Ihrem Geburtsdatum! Damit könnten Kriminelle ganz leicht Schindluder treiben!
  • passen Sie auf, welche privaten Informationen Sie in Ratgebern, Testberichten, Foren usw. preisgeben! Für Schnüffler entstehen hier ganz leicht exakte Personenprofile, ja sogar Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile!
Mittlerweile soll es sogar private Schnüffler geben, die wie die Steuerfahndung oder die GEZ vorgehen: man ruft die Nachbarn an oder schickt jemanden vorbei, der sich mal die Adresse "ansieht". Für ein paar Euro kann man sich das sogar kaufen, es gibt ja genug Arbeitslose oder Studenten, die sich was dazuverdienen wollen. Und in jeder Nachbarschaft gibt es einen, der einen nicht so mag, und der bereitwillig plaudert.

Aus Erfahrung kann man sagen: alles, was (technisch) möglich ist, wird auch gemacht.
Alles, was gemacht werden kann, wird auch missbraucht. 
Alles, was schiefgehen kann, geht (irgendwann) auch einmal schief.
Lesen Sie am besten Murphys Gesetze dazu.   ebay-Suche: Murphy's law


Mit freundlichem Gruß

Dr. Isaak Mayer

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