Das sollten Sie wissen, wenn Sie Obsidiane bearbeiten

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Tipp: Das sollten Sie wissen, wenn Sie Obsidian bearbeiten

Obsidian taugt nicht ausschließlich als Schmuck. Schon vor vielen tausend Jahren stellten unsere Vorfahren Messer- und andere Klingen aus diesem Stein her, ebenso Pfeilspitzen. Allerdings ist die Bearbeitung dieses Minerals nicht leicht.

 

Schutz sollte das oberste Gebot sein 

Der Vulkanit Obsidian gehört zu den schärfsten Materialien, die bekannt sind. In der Medizin werden Obsidiansplitter genutzt, um an Nerven zu arbeiten oder mit Krebs befallenes Gewebe zu schneiden. Da ein einfaches Schleifen bei einem Obsidian nicht zum Erfolg führt, muss er abgeschlagen werden. Die dabei eventuell absplitternden Stücke können böse Wunden verursachen. Haut und Augen sollten deshalb ausreichend geschützt werden. Außerdem sollte immer vom Körper weg gearbeitet werden.

 

Natur mit Natur bearbeiten – der Hammer

Besonders geeignet ist die Geweihwurzel eines Hirsches. Mit dieser Wurzel werden Scheiben vom gebrochenen Rohmaterial geschlagen. Das funktioniert am besten, wenn die Geweihwurzel im richtigen Winkel ruckartig auf das Gestein trifft. Bis diese Technik einwandfrei funktioniert, werden einige Rohsteine zu Bruch gegangen sein. Aber: Hier hilft nur Übung.

Ein weiteres Werkzeug aus der Natur stellt die Geweihspitze dar. Angeschliffen hilft sie, die Kanten einer Scheibe abzuschlagen. Je nachdem, was Sie vorhaben, können nun Klinge oder Spitze entstehen.

 

Wenn das Brechen des Obsidians nicht gelingen will

Ein wenig kommt es hier auf den Rohstein an. Muss zuerst ein Obsidian gespalten werden, der sich in geschlossener Gestalt präsentiert – zum Beispiel, wenn er aus einem Fluss stammt –, eignet sich ein ovaler Stein am ehesten. Mit diesem wird oben auf den Obsidian geschlagen. Mit etwas Glück und der richtigen Technik (Winkel, Druck) sind nun zwei Teile vorhanden. Ist das Rohmaterial in mehrere Teile zersprungen, muss geschaut werden, ob sich die einzelnen Teile noch bearbeiten lassen.

Sind schon Bruchkanten zu erkennen, gilt es, beim Abschlagen einer Scheibe ebenfalls den richtigen Winkel zu erwischen. Obsidian bricht meist in einem Winkel zwischen 50 und 60 Grad konisch. Für eine brauchbare Scheibe wird es einige Anläufe brauchen. Der Schlag muss mit wenig Kraft und schnell ausgeführt werden. Ist der Druck zu gering, passiert nichts, ist der Schlag zu heftig, zersplittert der Stein.

 

Wenn Obsidian zu Schmuck verarbeitet werden soll

Auch hier zeigt sich, dass sich dieses Material ungern bearbeiten lässt. Wer seinen Obsidian auf Hochglanz polieren möchte, sollte ganz auf Handarbeit setzen. Das Bearbeiten mit einer Diamantpaste bringt den größten Erfolg. Beim Trommeln wird der Schmuckstein oftmals milchig oder bekommt Macken. Einzig das Harzen unter Vakuum vor dem Trommeln führt noch zu brauchbaren Ergebnissen.

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