Das sollten Sie über Zapfanlagen wissen

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Das sollten Sie wissen über Zapfanlagen

Der vielfältige Einsatz von Zapfanlagen

Sie haben sie vielleicht schon auf Festivals, in Bars oder bei gemütlichen Gartenpartys gesehen - Zapfanlagen. Die praktischen Schankanlagen sind bei Gastronomie-Besitzern sehr beliebt, da sie ein schnelles Servieren von Getränken in großer Menge ermöglichen. Das bekannteste Getränk aus dem Zapfhahn ist das Bier. Dies wird vor allem auf Festivals oder Partys in großen Mengen ausgeschenkt. Jedoch können auch andere Getränke wie Wasser, Cola oder Kaffee per Zapfanlage in Tassen und Gläser gefüllt werden. Teilweise ist es sogar möglich, Soßen mit einer Schankanlage zu zapfen.

Bestandteile einer Zapfanlage

Eine Schankanlage besteht aus einem Zapfhahn und aus Armaturen für den Anschluss der Getränkebehälter. Die Behälter sind meist aus Holz oder Edelstahl gefertigt. Manche Fässer sind auch mit einer Gummischicht versehen, welche das Fass vor Beschädigungen schützen soll. Durch diese Beschichtung bleibt das Getränk zudem länger kühl. Den Zapfhahn erhält man in unterschiedlichen Ausführungen, zum Beispiel als Schwenkhahn oder Kugelhahn. Für welchen Sie sich dabei entscheiden, kommt ganz auf Ihren Geschmack an. Die Besonderheit an Kompensatorhähnen ist, dass der Hebel den Durchfluss der Getränke nach Einstellung selbst reguliert und es kommt so zu keinem überflüssigen Durchfluss. Zapfanlagen werden mit einem oder mehreren Hähnen angeboten. Bei nur einem Hahn kann nur ein Getränkebehälter angeschlossen werden und dementsprechend auch nur ein Getränk gezapft werden. Bei größeren Events sollten Sie Zapfanlagen mit mehreren Zapfhähnen verwenden, damit mehrere Getränke gleichzeitig mit einer Anlage gezapft werden können.

Die unterschiedlichen Zapfkopfformen

Auch beim Zapfkopf unterscheidet man verschiedene Arten. Der Zapfkopf befindet sich unmittelbar am Getränkebehälter und verbindet diesen mit den Leitungen, durch die das Getränk fließt. Den Flachzapfkopf schiebt man seitlich auf das Ventil, dabei wird eine Art Glocke in den Behälter gedrückt. Der Korbzapfkopf besitzt einen langen Mittelstößel, der in das Fass gepresst wird. Er wird allerdings auf das Ventil des Behälters aufgeschraubt.

Druckgasbehälter

Ein weiterer Teil einer Zapfanlage ist der Druckgasbehälter mit einem Druckminderer. Dieser sorgt dafür, dass das Getränk aus den Behältern durch die Leitung in den Zapfhahn gelangt. Diese Leitung besteht meist aus Kunststoff oder Edelstahl. Es ist wichtig, dass der Druckgasbehälter stets stehend platziert wird und außerdem sollte er in einer bestimmten Vorrichtung angebracht sein. Für den besten Schutz befestigt man die Gasflaschen mit Ketten, damit sie nicht umfallen oder aus ihrer Vorrichtung herausfallen. Gasflaschen, die unter Druck stehen, sollten Sie zudem vor Hitze schützen, da sie sonst explodieren könnten. Das Explodieren einer Gasflasche könnte verheerende Folgen für die Menschen in der Umgebung haben. Beim Ausschank von Bier verwendet man CO²-Flaschen, da die Kohlensäure dem Bier seine Frische verleiht und es somit nicht abgestanden schmeckt. Einige Zapfanlagen besitzen zudem Zusatzteile, welche für das Erwärmen oder Kühlen der Getränke sorgen. Gerade beim Bierausschank ist es wichtig, dass das Bier gut gekühlt ist und somit länger frisch ist.

Vom Behälter durch den Zapfhahn in das Glas

Haben Sie eine Zapfanlage vorschriftsmäßig angebracht, kann das Zapfen los gehen. Der Zapfkopf besitzt eine Leitung, die zum Gasbehälter führt und eine, die zum Zapfhahn führt. Man stellt zuerst den optimalen Betriebsdruck ein und betätigt dann den Zapfhebel. Die zugeführte Kohlensäure aus der Gasflasche drückt das Getränk durch die Leitung nach oben in den Zapfhahn. Die Flüssigkeit wird dann mit einem Glas oder Becher aufgefangen.

Die Funktionsweise der Kühlanlage

Um Ihre Getränke über längere Zeit kühl zu halten, benötigen Sie ein Kühlsystem in der Zapfanlage. Man kann unter mehreren Arten der Kühlung wählen. Der Vorteil eines Durchlaufkühlers ist, dass nicht der ganze Getränkebehälter gekühlt werden muss. Es wird immer nur die Menge des Getränkes gekühlt, die auch gezapft wird. Daher wird Energie gespart und man muss die Getränkefässer vorher nicht stundenlang in ein teures Kühlhaus stellen. Der Durchlaufkühler sorgt besonders schnell dafür, dass das Getränk kalt wird. Das Getränk fließt durch eine schlangenartige Röhre, die sich auf einem gekühlten Blech befindet. Die Flüssigkeit wird daher immer kälter und kälter. Ist sie beim Zapfhahn angelangt, beträgt die Temperatur nur etwa 7-9 Grad. Bei dieser Art Kühlung verdampft eine bestimmte Flüssigkeit und dadurch wird der Umgebung Wärme entzogen. Durch einen Kompressor wird der entstehende Dampf wieder verflüssigt und alles beginnt von vorn. Durch diesen ewigen Kreislauf entsteht eine Menge Wärme, die abgegeben wird. Es ist daher wichtig, dass die Zapfanlage über Lüftungsklappen verfügt, damit es nicht zu einer Überhitzung kommt. Wichtig ist, dass Sie den Durchlaufkühler etwa eine Stunde vor Benutzung der Zapfanlage einschalten, da er nicht sofort nach dem Einschalten kühlen kann.
Eine weitere Methode das Getränk zu kühlen ist, den gesamten Behälter kaltzustellen. Man benötigt dafür etwas Trockeneis. Der Getränkebehälter wird dabei in einen größeren Behälter, zum Beispiel einen Kühlschrank, gestellt und von dem ca. minus 80 Grad kalten Trockeneis gekühlt. Wichtig ist, dass Sie nicht zu viel Trockeneis verwenden, da das Getränk sonst gefrieren könnte. Ein kleiner Tipp, um das Getränk kühl zu servieren, ist auch darauf zu achten, dass die Gläser kühl sind. Sie sollten die Gläser darum vor der Verwendung mit kaltem Wasser ausspülen.

Verschiedene Arten von Zapfanlagen

Die Standard-Zapfanlage besteht aus den bereits beschriebenen Teilen. Die Anlage befindet sich dabei meist auf einem Tresen und die Getränkebehälter unter dem Tresen oder in einem Kühlraum. Zapfanlagen gibt es jedoch nicht nur fest angebracht, sondern auch mobil. Eine mobile Zapfanlage ist zwar leicht transportierbar, ermöglicht es jedoch nicht, eine große Menge an Getränken wie bei einer fest angebrachten Schankanlage zu zapfen. Die mobile Variante befindet sich meist auf einer Konstruktion mit 4 Rädern und ist damit an jeden Ort verschiebbar.
Es gibt aber auch mobile Schankanlagen, die wie ein Rucksack tragbar sind. Solche Zapfanlagen eignen sich besonders für private Feiern mit überschaubarer Personenanzahl. Jedoch ist ein Getränkerucksack auch für Sportevents gut geeignet. Man kann mit der Anlage auf dem Rücken durch die Mengen schreiten und Getränke anbieten. Auch privat sind Getränkerucksäcke für Ausflüge praktisch, da man keine Getränkeverpackungen hat und kein Extragewicht entsteht. Auch der Bierhelm ist eine kleine Variante einer Zapfanlage. Dabei werden rechts und links an einem Helm aus Plastik Getränkedosen oder Flaschen angebracht. Man kann so problemlos trinken und hat seine Hände frei. Bei eBay finden Sie solche Trinkhelme in unterschiedlichen Größen und Farben.

Arten des Ausschanks

Fertige Getränke in Premixanlagen

In dieser Art Anlage wird meist das kohlensäurehaltige Getränk fertig geliefert, das heißt, dass sich das Getränk bereits servierfertig im 16- oder 21-Liter-Behälter befindet. Der Behälter ist mit einem Keganschluss mit der Anlage verbunden und mit einem Kohlensäure-Mischgas wird das Getränk in den Zapfhahn gepresst. Das Getränk aus der Premixanlage ist meist ein Getränk, welches Sie auch im Supermarkt in Flaschen oder Dosen kaufen können. Premixanlagen werden beim Ausschank von geringeren Mengen verwendet, da man das Getränk bereits vorrätig haben muss und nicht wie in einer Postmixanlage spontan mischen kann.

Die richtige Mischung in der Postmixanlage

Wie der Name schon sagt, ist das Getränk nicht fertig, sondern muss erst noch gemischt werden. In dieser Anlage wird das Getränk aus Wasser und Sirup gemixt. Der Sirup wird dabei mittels Kohlendioxid oder Stickstoff zum Zapfhahn gepresst. Gleichzeitig wird gekühltes Wasser mit Kohlensäure versetzt und ebenfalls zum Zapfhahn geleitet. Dort werden Sirup und Wasser im vorgegebenen Verhältnis gemischt. Eine Postmixanlage ermöglicht es, eine größere Menge von Getränken auszuschenken als eine Premixanlage. Da die Produktion des fertigen Getränkes im Zapfhahn stattfindet, können Sie eine beliebige Menge des Getränks mischen.

Reinigung der Zapfanlage

Damit das Getränk frisch und keimfrei aus dem Zapfhahn kommt, sollten Sie die Zapfanlage regelmäßig und gründlich reinigen. Die einfachste Methode wäre natürlich die Zapfanlage von einer zuständigen Firma reinigen zu lassen. Wer jedoch selbst Hand anlegen will, benötigt spezielle Utensilien. Für die allgemeine Reinigung empfiehlt sich Desinfektionsmittel. Damit kann man vor allem die Zapfhebel reinigen. Diese sollten regelmäßig desinfiziert werden, da sie meist von mehreren Personen betätigt werden. Für das Reinigen von Messing- oder Silberbehältern eignet sich eine Metallputzpaste. So können Sie Schmutz von Getränkebehältern oder Leitungen entfernen. Eine schmale, längliche Reinigungsbürste benötigt man für das Reinigen der Schankhähne und Leitungen. Um den gesamten Innenraum der Leitungen zu reinigen, verwendet man kleine Schwammkugeln. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich. Des Weiteren gibt es zahlreiche chemische Reinigungsmittel, mit denen man die Getränkeleitungen ausspülen und somit von Überresten und Keimen entfernen kann. Wenn Sie sich die einzelnen Reinigungsutensilien nicht einzeln kaufen möchten, eignet sich ein Zapfanlagen Reinigungsset. Sie haben somit die wichtigsten Dinge zur gründlichen Reinigung einer Zapfanlage beisammen.

Zubehör für Zapfanlagen

Beim Ausschank von Getränken geht oftmals viel daneben. Tropfbleche aus Edelstahl sind dafür genau das Richtige. Die Bleche werden unter den Zapfhahn gelegt und man kann auf ihnen Gläser oder Becher abstellen. Das übergelaufene Getränk oder die Reste, die aus dem Zapfhahn tropfen, werden vom Tropfblech aufgefangen. Man kann das Blech danach ganz einfach ausschütten und wieder unter den Hahn stellen.

Probleme bei den Anlagen

Bei Zapfanlagen kann es auch ab und an zu Problemen kommen. Sie betätigen den Hebel, doch kein Getränk fließt. Ein Grund hierfür wäre, dass in einer Leitung ein Knick ist. Dadurch wird der Durchfluss des Getränks verhindert. Ein weiterer Grund könnte sein, dass eine Leitung durch Rückstände oder Reinigungsbällchen verstopft ist. Sie sollten außerdem regelmäßig den Druck der Gasflaschen überprüfen, denn ohne Druck kann das Getränk nicht in die Zapfanlage gepresst werden. Sollten Sie einmal ein trübes Getränk haben, müssen Sie die Anlage reinigen. Ist das Getränk zu kalt oder zu warm, sollten Sie die Kühlanlage kontrollieren lassen.

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