Das sollten Sie beim Nachfüllen von Tonerkartuschen beachten

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Das sollten Sie beim Nachfüllen von Tonerkartuschen beachten

Neue Tonerkartuschen für Laserdrucker sind in der Regel relativ teuer. Ganz ähnlich wie bei Tintenpatronen gibt es diese Kartuschen aber auch als Refill- oder Nachfülltoner. Vorteilhaft ist dabei, dass Toner aus feinem Pulver besteht. Beim Nachfüllen kann also nichts verspritzen, wie es bei Tintenpatronen häufiger vorkommt.

Allerdings muss man mit dem Pulver äußerst sorgfältig umgehen, damit das Tonerpulver keine Flecken auf der Kleidung hinterlässt, die sich nur in den seltensten Fällen wieder entfernen lassen. Außerdem kann der unsachgemäße Umgang mit Refill-Toner auch dazu führen, dass das Pulver unter Umständen eingeatmet wird. Das wäre gesundheitsgefährdend. Deshalb ist es nicht unbedeutend, sich zuvor mit den Eigenschaften des Toners zu beschäftigen.

Vor-und Nachteile beim Nachfüllen von Tonerkartuschen

Zunächst einmal ist es natürlich der günstigere Preis, der viele Besitzer von Laserdruckern zur Toner-Refill-Lösung greifen lässt. Bis zu 70 Prozent können im Vergleich mit einer Original-Tonerkartusche eingespart werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der aktive Umweltschutz. Leere Tonerkartuschen sind Sondermüll und müssen entsprechend aufwendig entsorgt werden. Die Hersteller sind zwar zur Rücknahme verpflichtet, aber es ist trotzdem lästig, nach dem Kartuschenwechsel die gebrauchte Kartusche zu verpacken und zu versenden.

Übrigens: Das Nachfüllen von Tonerkartuschen ist legal und verletzt in keinem Fall das Patentrecht.

Es gibt aber auch einige Nachteile, die man nicht außer Acht lassen sollte. Folgende Kriterien sind also auf jeden Fall zu bedenken:

  • Füllen Sie Tonerkartuschen nur nach, wenn Sie über entsprechende Kenntnisse verfügen oder Ihnen eine exakte Refill-Anleitung vorliegt. Ansonsten kann der Laserdrucker unter Umständen stark verschmutzt werden und Schaden nehmen.
  • Bedenken Sie, dass beim Nachfüllen wichtige Verschleißteile innerhalb der Tonerkartusche nicht gewechselt werden.
  • Es kann sein, dass Originaltonerpulver und das Refill-Material nicht kompatibel sind und sich nicht richtig miteinander vermischen.

Wichtig: Säubern Sie auf jeden Fall den Tonerbehälter bei jedem Refill und kontrollieren Sie auch den Resttonerbehälter im Drucker. Auch er sollte, wenn eine Tonerkartusche leer ist, regelmäßig entleert und gereinigt werden.

Eine Alternative zum selber Befüllen sind günstige, aber bereits fertig befüllte Refill-Tonerkartuschen. Die meisten Hersteller, die solche – auch Rebuilt genannten – Tonerkartuschen anbieten, wechseln vor dem Befüllen die Verschleißteile aus und prüfen die Druckqualität der neu befüllten Tonerkartusche. Entsprechende Hinweise sollten Sie in der Produktbeschreibung oder auf der Webseite des Anbieters genau überprüfen.

Das sind die wichtigsten Details beim Nachfüllen von Tonerkartuschen

Inzwischen gibt es für alle handelsüblichen Druckertypen entsprechende Nachfülltoner. Allerdings arbeitet jeder Drucker anders, und einen sogenannten Universaltoner, der sich bei jedem Gerät verwenden lässt, gibt es nicht. Trotzdem werden immer wieder Nachfülltoner mit dieser Bezeichnung angeboten.

Wichtig: Achten Sie bei der Auswahl des richtigen Nachfülltoners auf jeden Fall darauf, dass er für Ihren Drucker geeignet ist. Entsprechende Hinweise finden Sie entweder in der detaillierten Produktbeschreibung oder auf der Anbieterwebseite. Denn mit der Auswahl des richtigen Nachfülltoners beginnt jeder Nachfüllvorgang. Er sollte explizit für den von Ihnen verwendeten Gerätetyp hergestellt sein.

Da es keinen allgemeingültigen Standard für das Nachfüllen von Tonerkartuschen gibt, kommt der Gebrauchsanweisung eine sehr hohe Bedeutung zu.

Achtung: Bei manchen Druckertypen wird deutlich darauf hingewiesen, dass ein Nachfüllen der Tonerkartusche nur dann erfolgen darf, wenn die Kartusche vollständig leer ist. Gerade dann ist das gründliche Säubern der Kartusche, bevor neues Tonerpulver eingefüllt wird, enorm wichtig. Es könnte sonst zu ungewollten chemischen Reaktionen kommen, wenn sich die beiden Pulverarten nicht miteinander vertragen. Das wiederum führt zu irreparablen Schäden am Drucker.

Kauftipp: Kaufen Sie nur Nachfülltoner, dem eine ausführliche Anleitung zum Befüllen der Tonerkartusche beiliegt. Es gibt immer wieder Billiganbieter, die darauf ganz oder teilweise verzichten. Hier sparen Sie am falschen Ende, denn unsachgemäß nachgefüllte Kartuschen beschädigen Ihren Drucker.

Tonerkartuschen selbst befüllen – darauf müssen Sie achten

Geliefert wird das Tonerpulver in Kunststoffflaschen. Diese Flaschen dienen lediglich der geschützten Aufbewahrung des Tonerpulvers. Um das Pulver zum Drucken verwenden zu können, muss es in eine Tonerkartusche umgefüllt werden. Auf folgende Dinge sollten Sie dabei besonders achten:

  • Verwenden Sie keinen sogenannten Universaltoner. Die mindere Qualität wirkt sich nicht nur auf die Ausdrucke aus, sondern kann zu Schäden am Drucker führen.
  • Wenn die Einfüllöffnungen aufgebohrt werden müssen, verwenden Sie keinen normalen Bohrer. Ansonsten können Späne in das Innere des Tonerbehälters gelangen, die schwere Schäden am Drucker verursachen könnten. Verwenden Sie besser einen Lötkolben mit einem Lochschweißaufsatz.
  • Reinigen Sie die Kartusche, die Sie befüllen möchten, gründlich. Wenn sich der Nachfülltoner mit eventuell vorhandenen Pulverresten nicht vermischt, entstehen fleckige Ausdrucke.
  • Schützen Sie die Fotoleitertrommel vor starker Lichteinwirkung. Achten Sie unbedingt darauf, die Leitertrommel nicht mit den Händen zu berühren.
  • Tonerpulver ist Feinstaub. Es ist also ratsam, während des Nachfüllens von Tonerkartuschen eine Atemschutz- beziehungsweise Feinstaubmaske zu tragen. Die Maske sollte der Klassifizierung FFP1 entsprechen. Nur dann ist gewährleistet, dass kein Tonerpulver in die Atemwege gelangen kann.

Wissenswertes über das Tonerpulver an sich

Tonerpulver, oft auch kurz nur als Toner bezeichnet, ist das Verbrauchsmaterial, das Laserdrucker (monochrom und Farblaser), manche Faxgeräte und Kopierer zum Drucken benötigen. Dabei ist die chemische Zusammensetzung des Tonerpulvers von Hersteller zu Hersteller oft sehr unterschiedlich. Neben den eigentlichen Farbpartikeln können Toner

  • magnetische Metalloxide,
  • Harzpartikel oder
  • Hilfsstoffe wie zum Beispiel Siliciumoxid

enthalten.

Dabei ist es wichtig, dass der Toner exakt auf die Arbeitsweise des Druckers abgestimmt ist. Die normale Körnung für Tonerpulver liegt zwischen fünf und dreißig Mikrometern. Es gibt unterschiedliche Arten von Tonern:

  • Einkomponententoner,
  • Zweikomponententoner oder
  • Flüssigtoner.

Das allein ist bereits ein Indiz dafür, dass sich nicht jeder Toner in jedem Endgerät verwenden lässt.

Kauftipp: Überzeugen Sie sich davon, dass der angebotene Toner kompatibel zu Ihrem Endgerät ist. Seriöse Anbieter stellen eine solche Kompatibilitätsliste entweder in der Produktbeschreibung oder auf ihrer Webseite zur Verfügung.

Schon beim Druckerkauf auf die Nachfüllmöglichkeiten achten

Oft entscheidet bereits der Kauf des Laserdruckers darüber, ob ein preisgünstiges Nachfüllen von Tonerkartuschen überhaupt möglich ist. Bei vielen Modellen ist die eigentliche Tonerkartusche mit der Entwicklertrommel zu einer Einheit verbunden. Damit ist ein einfaches Nachfüllen der Kartusche nicht mehr möglich.

Kauftipp: Achten Sie beim Druckerkauf darauf, dass es ein Kartusche-in-Kassette-System hat. Damit ist sichergestellt, dass die Tonerkartusche unabhängig von der Bildtrommel ausgetauscht werden kann. Umgekehrt funktioniert das übrigens auch. Wenn eine neue Bildtrommel gebraucht wird, der Toner aber noch nicht restlos aufgebraucht ist, kann die Tonerkartusche weiter verwendet werden.

Solche Kartusche-in-Kassette-Systeme sind übrigens auch wesentlich umweltfreundlicher. Nicht nur der große Energieaufwand bei der Herstellung des Kartuschengehäuses ist bei wieder verwendbaren Kartuschen deutlich geringer, auch die Entsorgungskosten fallen in einem wesentlich geringeren Umfang an.

Achtung Chip!

Natürlich sind die Hersteller von Laserdruckern nicht unbedingt daran interessiert, dass der Anwender die Tonerkartuschen nachfüllt, anstatt Original-Tonerkartuschen zu kaufen. Deshalb werden häufig sogenannte Smart-Chips in die Kartuschen eingesetzt. Diese sollen verhindern, dass alternative Toner verwendet werden können. Inzwischen sind die Hersteller von Rebuilt- Kartuschen allerdings in der Lage, kompatible Chips einzusetzen, sodass zumindest eine preiswertere Alternative zu den teuren Originalkartuschen zur Verfügung steht.

Und hier noch einmal die Vor- und Nachteile der Original-Tonerkartuschen auf einen Blick:

  • Es gibt kaum Ausfälle.
  • Original-Kartuschen liefern eine sehr gute Druckqualität.

Aber

  • Durch den extrem hohen Anschaffungspreis erhöhen sich auch die laufenden Druckkosten.
  • Die Einmalbenutzung ist nicht umweltfreundlich.
  • Durch den Kauf wird das Monopol der Druckerhersteller unterstützt.

Rebuilt oder Refill – das sind die Unterschiede

Unter Rebuilt-Toner versteht man eine Tonerkartusche, die vom Hersteller bereits mit Refill-Toner befüllt und fertig an den Kunden verschickt wird. Häufig werden die Kartuschen dabei aus geprüften Einzelteilen von Recycling-Kartuschen zusammengebaut.

Der Vorteil dabei ist, dass es sich nach wie vor um die Original-Kartusche handelt, die lediglich mit einem qualitativ gleichwertigen, aber deutlich preiswerteren Tonerpulver befüllt wird. Leistungseinschränkungen müssen nicht befürchtet werden. Bei Versuchen in Testlabors hat sich teilweise sogar gezeigt, dass die Druckqualität mit Rebuilt-Tonern besser ist als mit den Original-Tonerkartuschen des Herstellers.

Die preisgünstigste Möglichkeit bleibt aber nach wie vor das Befüllen von Tonerkartuschen in Eigenregie. So lassen sich die Druckkosten, die bei einem Laserdrucker in der Regel höher sind als bei einem Tintenstrahldrucker, deutlich reduzieren. Refill-Toner ist übrigens ebenfalls sehr umweltfreundlich, weil auch hier die Original-Kartusche mehrfach wieder verwendet werden kann. Allerdings gibt es auch Nachteile. Jede Tonerkartusche hat Verschleißteile. Während diese beim Rebuilt-Verfahren unter Umständen bei Bedarf ausgetauscht werden, ist das zu Hause beim Nachfüllen von Tonerkartuschen natürlich nicht möglich.

Kauftipp: Achten Sie darauf, möglichst hochwertiges Tonerpulver zu kaufen. Unterschiede in der Qualität erkennt man unter anderem an:

  • der Konsistenz des Tonerpulvers,
  • der Körnung,
  • den Inhaltsstoffen.

Außerdem ist es wichtig, auf das Haltbarkeitsdatum zu achten. Tonerpulver ist nicht unbegrenzt haltbar und sollte nach dem Ablaufdatum nicht mehr verwendet werden.

Die Körnung hat darüber hinaus Einfluss auf die Qualität der Ausdrucke. Ist sie zu grob, wird die Druckqualität deutlich schlechter. Außerdem kann das auf die Dauer den gesamten Drucker nicht nur verschmutzen, sondern auch beschädigen.

Auch die Vor- und Nachteile von Refill-Tonern kann man so zusammenfassen:

  • Sehr günstiger Anschaffungspreis, deshalb auch niedrige Druckkosten
  • Umweltschonend durch die mehrfache Verwendung der Originalkartuschen

Nachteilig könnte sein:

  • Erhöhte Gefahr durch Verschmutzung im Drucker
  • Da kein Tausch der Verschleißteile erfolgt, muss in regelmäßigen Zeitabständen immer wieder eine Original-Tonerkartusche angeschafft werden.

Wichtiger Hinweis: Besonders günstige Tonerkartuschen sind gelegentlich illegale Nachbauten, die auch als Toner-Klone bezeichnet werden. Sie verletzen die Patentrechte der Original-Hersteller, und auch als Käufer machen Sie sich unter Umständen strafbar. Bei der ETIRA, der Europäischen Vereinigung der Wiederaufbereiter gibt es Verbraucherhinweise, damit dieser Etikettenschwindel entlarvt wird.

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