Das sollten Sie beim Kauf von NAS-Disk-Arrays für Heimnetzwerke beachten

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Das sollten Sie beim eBay-Kauf von NAS-Disk-Arrays für Heimnetzwerke beachten

NAS – der leistungsstarke Dateiserver für Ihr lokales Netzwerk

Ein NAS-System bietet Ihnen eine einfache Möglichkeit, um in einem lokalen Computernetzwerk Speicherplatz für alle angeschlossenen Benutzer zur Verfügung zu stellen. Doch wie ist ein NAS aufgebaut? Welche Funktionen sollte es erfüllen? Und welche Arten von NAS-Disk Arrays gibt es? Lesen Sie hier, was Sie beim Kauf und dem Aufbau eines NAS-Disk Arrays beachten sollten.

NAS – zentraler Speicherplatz und Dateizugriff für das lokale Netzwerk

Die Abkürzung NAS steht für Network Attached Storage (= netzwerkgebundener Speicher) im Gegensatz zum DAS (= Direct Attached Storage), den fest eingebauten Festplatten der einzelnen Computer. Der Unterschied zwischen NAS und DAS besteht darin, dass die Dateien aus dem Netzwerkspeicher allen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung stehen, während die Daten auf den Festplatten der jeweiligen Computer nur dann verfügbar sind, wenn der entsprechende Rechner eingeschaltet ist. Zudem ist die Aufteilung der Dateien auf mehrere Computer recht umständlich. Der netzwerkgebundene Speicher ermöglicht die übersichtliche Speicherung und Archivierung aller benötigten Daten an einer zentralen Stelle. Um sie zur Verfügung zu stellen, muss ausschließlich der NAS-Server eingeschaltet werden, was sich wiederum positiv auf den Stromverbrauch des lokalen Netzwerks auswirkt.

Schnelles Netzwerk – hohe Arbeitsgeschwindigkeit

Um einen hohen Datendurchsatz und damit eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit innerhalb des Netzwerks zu gewährleisten, benötigt Ihr NAS eine schnelle Netzwerkkarte. Auch die CPU-Geschwindigkeit des NAS spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Eine Datenübertragung von 50 Mbyte pro Sekunde sollte das System mindestens leisten. Einfache Heimnetzwerke können auch mit langsameren Systemen arbeiten, jedoch kann es dann zu Engpässen kommen, wenn mehrere Benutzer zur selben Zeit auf das Netzwerk zugreifen.

Aufbau und Komponenten des NAS

Zu einem NAS gehört ein Festplattenverbund, auch Disk-Array genannt. Zu einem NAS-Array gehören also mindestens zwei Einschübe (= Slots) für die Festplatten. Für den Heimgebrauch sind je nach Nutzungsart und Größe des NAS 2 bis 5 Slots ausreichend. Das bedeutet, dass Sie mit diesen NAS-Disk Arrays bis zu 5 Festplatten nutzen können.

Es sind sowohl komplett ausgestattete NAS-Server als auch einzelne Bauteile erhältlich. In der Regel ist der getrennte Kauf des NAS-Disk Arrays und der benötigten Festplatten günstiger als der Erwerb eines Komplettsystems.

Der RAID-Standard des NAS – Datensicherheit geht vor

Für ein NAS ist heute ein Disk Array mit RAID-Funktionen üblich. RAID bedeutet „Redundant Array of Independent Disk“, zu Deutsch „Verbund mehrerer unabhängiger Festplatten" Dieser Zusammenschluss der einzelnen Harddisks ist auf unterschiedliche Art möglich. Für das NAS kommen vor allem die Standards RAID 0, 1 und 10 in Frage.

RAID 0 – einfaches System ohne Datensicherung

Bei RAID 0 werden zwei Festplatten desselben Herstellers und derselben Größe miteinander verbunden. Der Verbund wird als eine einzige große Festplatte genutzt. Die zu speichernden Dateien werden in Päckchen gesplittet und wechselseitig auf beide Platten verteilt. Der Vorteil besteht in einem sehr hohen Datendurchsatz und damit eine höheren Arbeitsgeschwindigkeit des Systems.

Der Nachteil an RAID 0 ist das Risiko des Datenverlusts bei einem Defekt der Harddisks. Denn die gesplitteten Daten können nicht mehr ausgelesen werden und sind damit verloren. Daher ist es bei diesem Standard ratsam, regelmäßig Sicherheitskopien der Dateien auf dem NAS anzufertigen. Dieses Verfahren wird auch Back-up genannt. Für die Back-ups finden Sie bei eBay spezielle Softwareprogramme, Bandlaufwerke oder externe Festplatten.

RAID 1 und RAID 10 – das große Plus an Sicherheit

Wenn Sie sich die regelmäßigen Dateisicherungen sparen möchten, empfiehlt sich der Aufbau eines NAS-Disk Arrays mit RAID 1 oder 10.

Bei einem Festplattenverbund mit RAID 1 wird der Inhalt der einen Harddisk dupliziert und auf der zweiten Platte gespeichert. Dieser Vorgang wird auch Spiegelung genannt. Durch das Spiegeln der Festplatte besitzen Sie bei RAID 1 nun zwei Harddisks mit identischem Aufbau und Inhalt. Ist eine Festplatte defekt, stehen die Daten verlustfrei weiterhin auf der zweiten Harddisk zur Verfügung.

RAID 10 dagegen ist eine Kombination aus RAID 0 und RAID 1. Daher wird es auch oftmals als RAID 1+0 bezeichnet. Für ein NAS mit RAID 10 benötigen Sie mindestens vier Festplatten desselben Typs und Herstellers. Diese werden zu zwei parallelen Festplattenpaaren angeordnet und vom System auch so verwaltet. Das heißt, bei jedem Paar wird der Inhalt der einen Platte zugunsten der Datensicherheit auf die andere gespiegelt. Der Festplatten-Controller erkennt diese beiden einzelnen Platten jeweils als eine große und nutzt sie auch entsprechend. Für das System stehen demnach zwei große Festplatten zur Verfügung, die es im Sinne von RAID 0 beschreibt und ausliest. Das wirkt sich positiv auf den Datendurchsatz aus, denn das NAS kann dadurch sehr schnell arbeiten. Gleichzeitig gewährt RAID 10 durch die gespiegelten Dateien ein großes Plus an Sicherheit gegenüber dem normalen RAID 0.

Festplatte defekt – was nun?

Ist wirklich eine Festplatte im NAS defekt, sorgt das RAID-System dafür, dass der Austausch der kaputten Komponente schnell und einfach durchführbar ist. Eine defekte Harddisk wird Ihnen in der Regel durch das Aufleuchten einer LED am entsprechenden Slot des NAS-Disk Arrays angezeigt. Wenn Sie sich daraufhin im System einloggen, sehen Sie zusätzlich eine Nachricht im Webinterface, in der Ihnen nähere Details mitgeteilt werden. Wenn dieser Fall eintritt, handeln Sie wie folgt:

  • Versetzen Sie das NAS umgehend in den Wartungsmodus, um den RAID-Controller zu informieren, dass ein Austausch der Harddisks bevorsteht. Dies ist normalerweise über das Web-Interface des Systems machbar. Bauen Sie die defekte Festplatte nicht aus, ohne das NAS vorher in den Wartungsmodus gesetzt zu haben. Der RAID-Controller geht ansonsten davon aus, dass er ein funktionierendes System verwaltet und versucht, auf die nicht mehr vorhandene Festplatte zuzugreifen. Dies kann schwerwiegende Fehler im System sowie Datenverluste zur Folge haben.
  • Ist das NAS im Wartungsmodus, bauen Sie die defekte Komponente aus und ersetzen sie durch eine baugleiches Element desselben Typs und Herstellers. Ist dieser Herstellertyp nicht mehr erhältlich, wählen Sie zumindest eine Festplatte mit der gleichen Kapazität oder größer aus. Das ist äußerst wichtig, da das RAID-System die Datenmenge bei der Wiederherstellung auf einer Harddisk mit kleinerer Speicherkapazität gegebenenfalls nicht unterbringen kann. Im schlimmsten Fall wären die gesicherten Daten dann trotz Spiegelung verloren.
  • Ist die neue Harddisk eingebaut und angeschlossen, wählen Sie im Web-Interface des NAS den Reparatur-Modus aus. Nun wird der RAID-Controller die Festplatte neu in das System einbinden und die Daten wiederherstellen. Je nach RAID-Standard, Festplattengröße und Geschwindigkeit des NAS kann dies mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Den jeweiligen Status können Sie bequem über das Webinterface verfolgen.
  • Beachten Sie, dass während der Reparaturzeit nicht auf das NAS zugegriffen werden kann. Ist der Reparaturvorgang abgeschlossen, leuchten die LEDs am NAS wieder grün, und das System meldet die erfolgreiche Wiederherstellung der Daten.

NAS – Konfiguration leicht gemacht

Neben der Wartung ist auch die Konfiguration bei einem NAS-System benutzerfreundlich gestaltet, da die Steuerung komplett über ein Webinterface erfolgt. Auch die Einrichtung des RAID-Systems geschieht einfach per Knopfdruck. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn ein unbeabsichtigtes Neuaufsetzen des Systems führt unweigerlich zu Datenverlusten.

Zusätzlich ermöglicht Ihr NAS-Server die Verwaltung der einzelnen Benutzer und Dateien. Sie können beispielsweise unterschiedliche Zugriffsebenen vom Gastzugang über reguläre Nutzer bis hin zum Administrator einrichten. Auch bestimmte Dateifreigaben für einzelne Benutzergruppen können unter Umständen hilfreich sein. Dasselbe gilt für angeschlossene Geräte wie Scanner oder Drucker.

NAS – mehr als nur ein Datenspeicher

Die grundlegenden Eigenschaften eines NAS-Servers ist die Bereitstellung von Daten im lokalen Netzwerk. Darüber hinaus besitzen diese Systeme jedoch oftmals interessante Zusatz-Features.

So kann Ihr NAS auch problemlos als Multimedia-Server fungieren, sofern er den uPNP-Standard unterstützt. Das Akronym uPNP steht für "Universal Plug and Play". Dieser Standard gewährleistet, dass Multimedia-Geräte problemlos miteinander kommunizieren können. Das NAS stellt in diesem Fall Multimedia-Daten wie Musikdateien, Fotos oder Spielfilme zur Verfügung.

Außerdem kann ein NAS als Webserver genutzt werden. Das bietet sich an, wenn Sie Dateien im Internet zur Verfügung stellen möchten. Zum Beispiel, indem Sie Ihre eigene Cloud aufbauen. Das heißt, sie schaffen einen Datenspeicher im Internet, auf den Sie bei Bedarf jederzeit von zu Hause und unterwegs aus zugreifen können.

Zusätzlich dazu kann ein NAS auch Back-up-Funktionen für angeschlossene USB-Medien übernehmen, oder Sie können via USB einen Drucker damit steuern.

Tipp: Einige NAS-Hersteller besitzen eine eigene Community. Diese versorgt die Endanwender mit zusätzlichen Programmen und Erweiterungen, die der Hersteller standardmäßig nicht anbietet. Hier können Sie unter Umständen interessante Anregungen und weitere Anwendungsmöglichkeiten für Ihr NAS-System entdecken.

Fazit:

  • Ein NAS-Server sorgt für Ordnung und Komfort in Ihrem Heimnetzwerk. Er ist schnell eingerichtet und konfiguriert und bietet neben der Dateiverwaltung und -bereitstellung einige interessante Zusatzfunktionen für lokale Netzwerke und das Internet.
  • Je nach Nutzungsart sollten Sie vor dem Kauf überlegen, welche Größe Ihr NAS-Disk Array haben sollte. Für Familien reicht in der Regel ein einfaches System mit zwei bis fünf Slots. Wohngemeinschaften, Schulen und kleine Unternehmen benötigen dagegen ein etwas umfangreicheres System.
  • Ebenfalls wichtig für die Kaufentscheidung ist die Geschwindigkeit des NAS-Servers. Vergleichen Sie daher vor dem Kauf die Daten der verwendeten Netzwerkkarte und der eingebauten CPU. Als Richtwert gelten als Minimum 50 MByte pro Sekunde.
  • Der Preisvergleich lohnt sich, da NAS-Disk Arrays ohne Festplatten wesentlich günstiger sind als komplett eingerichtete NAS-Server mit bereits eingebauten Harddisks. Wenn Sie es sich zutrauen, die Festplatten selbst einzubauen, können Sie hier einiges sparen.
  • NAS-Systeme bieten Ihnen ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und punkten zusätzlich mit einfacher Bedienung und Wartung. Zusätzlich ist die geringe Leistungsaufnahme und damit die Einsparung von Energie ein nicht zu vernachlässigendes Thema.
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