Das sollten Sie beim Kauf von CAM Modulen beachten

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Das sollten Sie beim Kauf von CAM Modulen beachten

Wem das normale Fernsehen nicht mehr reicht, ist mit Pay-TV-Angeboten bestens beraten. Hier können Sie aus einer enormen Auswahl an Programmen, Filmen und Serien auswählen. Auch Sportübertragungen, zum Beispiel die deutsche Fußballbundesliga, werden zum Großteil auf gebührenpflichtigen Kanälen gezeigt. Doch wie funktioniert Pay-TV eigentlich und wie stellen die Anbieter sicher, dass nur die recht schaffenden, zahlenden Kunden die Zusatzprogramme empfangen? Die Antwort liegt im CAM-Modul. Grund genug, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. In diesem Ratgeber sollen Sie erfahren, wie ein CAM-Modul funktioniert und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Ein Blick durch das Schlüsselloch: moderne Verschlüsselungstechnik mit dem CAM-Modul

Ein CAM-Modul ist ein elektronisches Bauteil, das über einen Common-Interface-Schacht in ein DVB-Empfangsgerät geschoben wird. Einen Common Interface-Schacht findet man nicht nur an TV-Geräten oder Receivern, sondern auch häufig in Computern und Notebooks. Der hier verwendete PCMICIA-Steckplatz ist mit CI-Schnittstellen kompatibel.

Das CAM-Modul kann entweder in eine Set-Top-Box oder bei moderneren Modellen direkt in das Fernseh-Gerät integriert werden. Die SmartCard des jeweiligen Anbieters wird daraufhin in das CAM-Modul geschoben. Wir möchten Ihnen im Folgenden erklären, was ein CAM-Modul ist und wie es genau funktioniert.

Verschlüsselung nach höchstem Standard: So funktioniert das CAM-Modul

Das Modul hat nur eine Aufgabe: Es managt den Schlüsselaustausch zwischen der SmartCard und der eigentlichen Decoderhardware. Die allgemein übliche Decoderhardware arbeitet nach dem Common-Scrambling-Algorithmus (CSA).

Der Common-Scrambling-Algorithmus ist das Verschlüsselungsverfahren, das beim Digitalfernsehen DVB verwendet wird, um die Videodaten zu verschlüsseln.

Teile des Klartextes des Verschlüsselungsverfahrens sind bekannt, wodurch sich eine theoretische Sicherheitslücke ergibt. Praktisch gesprochen ist das Signal aber mit dem Codierungsverfahren CSA sehr gut verschlüsselt. Und das aus folgendem Grund:

Das Signal ist digital, also in einer Zahlenreihe aus Nullen und Einsen verschlüsselt. Die Länge des Schlüsselwortes entspricht 64 bit, es gibt also 2 hoch 64 Möglichkeiten, das Signal zu verschlüsseln. Würde man alle möglichen Schlüsselwörter mit einem schnellen Computer durch testen, würde die Suche nach dem richtigen Verschlüsselungscode rund 500.000 Jahre dauern.

Das CAM-Modell ist die Schlüsselstelle für SmartCard und Decoder

Anbieter von TV-Signalen können ihre Daten codieren, damit sie nicht von jedem genutzt werden können. Das heißt, dass Kunden die Entschlüsselung einkaufen müssen, um das gewünschte Signal zu empfangen.

Der Schlüssel befindet sich auf der Smart-Card und wird dem Nutzer von seinem Programmanbieter gegen eine einmalige oder regelmäßige Gebühr ausgehändigt. Diese SmartCard muss dann in das CAM-Modul eingeführt werden, damit das Signal entschlüsselt werden kann. Die Elektronik innerhalb des CAM-Moduls greift dabei auf die SmartCard zu und leitet das verschlüsselte Kennwort an den Decoder weiter. Erst in diesem Schritt wird das Signal entschlüsselt.

Da ein CAM-Modul bei der Entschlüsselung der Daten hilft, ist es in der Regel an einen Anbieter gebunden. Es gibt eine Vielzahl an Codierungsmöglichkeiten und das bisher vorgestellte CSA-Verfahren ist nur eines unter vielen. Vor dem Kauf eines CAM-Moduls sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welche Sender Sie damit empfangen möchten und welches Entschlüsselungssystem dafür notwendig ist. Gebräuchliche Verschlüsselungstypen sind bei uns:

Integriertes CAM-Modul und Top-Set-Box im Vergleich

Bis vor einiger Zeit mussten Sie zur Nutzung von Satellit- oder digitalem Kabelempfang auf einen Top-Set-Receiver setzen. Damit gemeint ist ein Gerät, das zusätzlich zum Fernseher aufgestellt wird, um die eingehenden verschlüsselten Signale zu decodieren und an das Fernseh-Gerät weiterzuleiten. Gleichzeitig benötigte man für den Receiver eine separate Fernbedienung, die nur auf das Receiversignal abgestimmt war. Insgesamt also eine aufwendige und recht komplizierte Lösung.

Moderne Fernseher benötigen keine Set-Top-Box mehr, sondern können die CI-Module selbst aufnehmen. Der klare Vorteil: Sie benötigen keine zweite Fernbedienung mehr, um die Programmauswahl zu steuern und haben alle Funktionen auf der Original-Fernbedienung des Fernsehers vereint.

DVB-Empfang auf allen Kanälen: Diese unterschiedlichen CAM-Module gibt es

CAM-Module gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie richten sich danach, welche SmartCard für den Empfang benötigt wird. So gibt es CAM-Module für

  • DVD-C
  • DVB-S
  • DVB-T

Je nachdem, mit welcher Empfangsart Sie Ihren Fernseher nutzen, benötigen Sie ein unterschiedliches CAM-Modul, das die jeweilige SmartCard lesen kann. Wir möchten  Ihnen die verschiedenen Empfangsarten im Folgenden genauer vorstellen.

DVB-C für den optimalen Empfang über Ihren Kabelanschluss

DVB-C ist die Standardübertragungsart für digitales Fernsehen über Kabel. Die Abkürzung steht dabei vor Digital Video Broadcasting-Cable, was sich zu deutsch als digitaler Videorundfunk für das Kabelnetzwerk übersetzen lässt. DVB-C ermöglicht neben der Übertragung von Fernsehsignalen auch die Verbreitung und Wiedergabe von Hörfunkprogrammen.

Die Qualität des übertragenen Signals ist dabei von drei Faktoren abhängig: Der Qualität des Quellmaterials, der Fähigkeit des Encoders und der Nutzbandbreite innerhalb des DVB-Multiplexes. Ein DVB-Multiplex enthält unterschiedliche Signale, die zum Teil wahlweise hinzugestellt werden können. Bei der digitalen Übertragung werden unterschiedliche Signale parallel auf einem Kanal gebündelt. So können zum Beispiel parallel zum normalen Programm eine Untertitel-Funktion oder verschiedene Sprachausgaben angeboten werden. Je höher die Bitrate pro Programm ist, desto mehr Signale können parallel auf einem Kanal in einem gebündelten Multiplex übertragen werden. Leider verschlechtert sich mit einer steigenden Anzahl der Programme auch die Qualität der einzelnen Programme.

Um Pay-TV nutzen zu können benötigen Sie hier neben der passenden SmartCard Ihres Anbieters auch das dementsprechende CAM-Modul.

Übertragung aus dem All: DVB-S und DVB-S2 senden das Signal via Satellit

DVB-S steht für „Digital Video Broadcasting – Satellit“ und bezieht sich daher auf die digitale Übertragung von Fernseh-Signalen über einen Satelliten. Man unterscheidet bei der Übertragungsart zwischen SD- (Standard Definition) und HD-Qualität (High Definition) und seit einiger Zeit auch zwischen 3D. Für den DVB-S-Empfang benötigen Sie eine digitale Sat-Anlage, die in der Regel aus einer Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von mindestens 60 Zentimetern, einem digitalen Satellitenreceiver und einer passenden Kabelverbindung zwischen Satelliten und Receiver besteht.

Doch immer mehr Hersteller statten Ihre Fernseher mit einem integrierten DVB-S-Receiver aus, sodass kein zusätzliches Gerät notwendig ist.

Wer mit seiner Satelliten-Anlage HD-Programme empfangen möchte, muss in der Regel mit Zusatzkosten rechnen. Während die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD, ZDF und Arte ihre HD-Programme über Satellit ohne Zusatzkosten und unverschlüsselt ausstrahlen, bieten die privaten Sender Kabel Eins, Vox, RTL, Sat 1 und Pro7 ihre HD-Versionen der Programme nur gegen eine zusätzliche Gebühr an. Die Form „HD+“ ist nur mit geeigneten Receivern und den dementsprechenden CAM-Modulen und SmartCards zu empfangen. Diese SmartCard ist mit monatlichen Kosten verbunden.

Die Fortsetzung von DVB-S ist DVB-S2, das zur Weiterentwicklung des DVB-S-Standards eingeführt wurde. Der Vorteil liegt hier in der Übertragung, da deutlich geringere Bandbreiten zur Übertragung von HD-Programmen notwendig werden. Die Übertragung von HD-Signalen funktioniert zwar noch mit DVB-S, aber die meisten Hersteller ziehen das kostengünstige DVB-S2-Verfahren vor. Der Großteil der auf dem Markt erhältlichen, HD-fähigen Sat-Receivern sind mit DVB-S2-Tunern ausgerüstet.

Damit man mit seiner Sat-Anlage Pay-TV-Sender, wie zum Beispiel von Sky, empfangen kann, muss der Programmanbieter den Receiver identifizieren und mit einem CAM-Modul zum Lesen der Smart-Card ausstatten. Das CAM-Modul muss dabei mit dem vom jeweiligen Anbieter genutzten Verschlüsselungssystem ausgestattet sein. Achten Sie also beim Kauf darauf, dass beides kompatibel ist. Beziehen Sie den Receiver direkt von dem Pay-TV-Anbieter, sorgt dieser dafür, dass alle Komponenten zusammenpassen.

Wenn Sie Angebote mehrere Pay-TV-Anbieter nutzen möchten, oder ihren alten Receiver für Pay-TV brauchbar machen möchten, benötigen Sie einen Receiver mit mehreren CI-Schnittstellen zum Einschub der CI-Module, den CAMs. Diese nehmen die jeweiligen SmartCards in sich auf und übertragen das Signal an den Decoder.

DVB-T: digitales Übertragungsverfahren über terrestrischen Funk

Mit DVB-T wird das Standardverfahren zum Empfang von Fernseh-Signalen über den Äther genannt. Im ganzen heißt DVB-T „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, was übersetzt digitaler terrestrischer Videorundfunk bedeutet. DVB-T nutzt die vom analogen Rundfunk bekannten UHF- und VHF-Kanäle zur Übertragung der digitalen Signale. Die Kanäle können zur digitalen Übertragung besonders effizient genutzt werden, da bei der digitalen, terrestrischen Übertragung mehr Programme pro Kanal übertragen werden können, als beim analogen Verfahren. Hierfür wird das Modulationsverfahren COFDM (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) eingesetzt. Zum DVB-T-Empfang benötigen Sie neben einer Antenne auch einen DVB-T-Decoder. Dieser ist in neueren TV-Geräten standardmäßig integriert.

Der DVB-T-Empfang weit gerade in Deutschland große Unterschiede auf. Hier sind je nach Region acht bis 32 Kanäle zu empfangen. Damit überträgt DVB-T weitaus weniger Sender als digitales Kabelfernsehen oder DVB-S.

DVB-T, DVB-C und DVB-S: Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme im Überblick

Die unterschiedlichen Übertragungsarten stehen auf dem deutschen Markt in direkter Konkurrenz zueinander. Daher möchten wir Ihnen hier die wichtigsten Vor und Nachteile zusammenfassen. Das digital terrestrische Fernsehen bietet ein vergleichsweise kleines Programmangebot, das auch in der Bildqualität deutlich schlechter ist, als DVB-C oder DVB-S. Außerdem werden über das DVB-T-Netz in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine HD-Programme ausgestrahlt. Der Vorteil: Bei der Nutzung von Free-TV fallen bei DVB-T, wie bei DVB-S, abgesehen von den Rundfunkgebühren keine zusätzlichen Kosten an.

Wer über das DVB-C-Netz fernsieht, muss monatliche Kabelgebühren bezahlen. Gegenüber dem Satelliten-Empfang stehen auch hier deutlich weniger Kanäle zur Verfügung. Das Angebot der Sender unterscheidet sich zudem von Kabelanbieter zu Kabelanbieter. So ist das komplette Sky-Angebot zwar über Satellit empfänglich, kann aber nicht in allen Kabelnetzen komplett wiedergegeben werden. Bevor Sie sich also für Pay-TV entscheiden, prüfen Sie dringend die Kompatibilität mit Ihrem Netzbetreiber.

Der Hauptnachteil von DVB-S liegt in der Wetterabhängigkeit der Übertragungssignale. Bei Wind und starken Schneefall kann  das Signal abbrechen. Auch die Anbringung einer Sat-Schüssel ist nicht in allen Fällen unkompliziert. Oft haben Vermieter auch etwas dagegen, dass Mieter eine Schüssel installieren.

Fazit: Das richtige CAM-Modul ist leicht zu finden

Sie sehen, beim Kauf von CAM-Modulen sind viele verschiedene Umstände zu beachten. Wenn Sie bereits verschiedene Geräte zum Empfang zu Hause haben, sollten Sie selbstverständlich darauf achten, dass das CAM-Modul zu Ihrem Gerät und Ihren Anbietern passt.

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