Das sollten Sie beachten, wenn Sie gebrauchte Harley-Rahmen kaufen

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Das sollten Sie beachten, wenn Sie gebrauchte Harley-Rahmen kaufen

Motorräder lassen sich in verschiedene Klassen unterteilen lässt. So gibt es beispielsweise Crossmaschinen, in der Szene als Enduros bezeichnet, oder die richtigen Rennmaschinen, die Superbikes. Diese nehmen es mit jedem Porsche Neunelfer auf und sind im Sprint – dank weniger Gewicht – sogar deutlich flotter. Echte Rocker setzten jedoch auf einen Chopper. Und die ultimativen Chopper baut natürlich die legendäre US-Schmiede Harley Davidson.

Sicherlich ist Harley Davidson nicht ohne Konkurrenz. Kawasaki, Yamaha, Suzuki oder Honda bieten ebenfalls entsprechende Modelle an. Doch ein echter Chopper trägt ein Harley-Logo.

Kaum ein anderer Chopper dürfte so berühmt sein wie die Fat Boy. Und doch ist eine Harley Davidson nicht besser vor Verschleiß gefeit als andere Motorräder, was schon mit den Reifen anfängt. Andere Teile sind nicht weniger wichtig, was für Bremsen, Scheinwerfer, Motor und Rahmen gilt. Immerhin gibt es vor allem beim Letztgenannten eine interessante Alternative zum Geld sparen: einen gebrauchten Harley-Rahmen.

Der Rahmen

Ohne Rahmen würden weder Motor noch Getriebe noch Tank noch Sitz noch irgendetwas halten. Der Rahmen ist das Gerüst, das alle einzelnen Bauteile zusammenhält – quasi das Skelett eines Motorrads. Ähnlich wie bei einem Fahrrad, die Harley Davidson von 1918 bis 1924 übrigens ebenfalls produzierte. 

Am Harley-Rahmen sind Lenker und Räder befestigt, sämtliche Lichter samt Blinker, die Sitze und der Tank, die komplette Verkleidung. 

Geht ein neues Motorrad in Produktion, fängt alles mit dem tragenden Rahmen an. Gleiches gilt, wenn Harley oder ein anderer Hersteller eine spezielle Custom Chopper auflegen. Der Rahmen ist immer der Anfang, die Geburtsstunde eines Motorrads. Selbstredend muss er einiges aushalten, die Belastung ist immens. Nicht jede Straße ist frei von Schlaglöchern oder Bodenwellen. Zwar absorbieren die Federn des Bikes einige der Belastungen, vieles wirkt jedoch direkt auf den Rahmen. Der muss also halten und gut gearbeitet sein, von der Qualität der verbauten Materialien ganz zu schweigen. Weswegen der Rahmen eines Choppers im Vergleich zu anderen Ersatzteilen teuer ist.

Neu oder alt – ein gebrauchter Harley-Rahmen als Alternative

Ein Harley-Rahmen kostet mitunter weit über 3.000 oder sogar 4.000 Euro, wobei auch hier das Modell entscheidet. Ein Custom Bike als Unikat fällt wohl sogar komplett aus dem Rahmen, wobei diese Aussage regelrecht wörtlich zu nehmen ist. Sämtliche Umbauarbeiten kommen hinzu, und auch Eigenleistung muss gewissermaßen finanziert werden – mit Zeit oder vielmehr der eigenen Freizeit.

Die Lösung könnte ein gebrauchter Harley-Rahmen sein, der wenig überraschend ungleich günstiger als ein fabrikneuer Rahmen ausfällt.

Doch ist ein gebrauchter Rahmen überhaupt empfehlenswert? Beispielsweise dürfte der gebrauchte Harley-Rahmen bereits einige Jahre und etliche Zehntausend Kilometer auf dem Buckel haben. Das Material wurde unter Umständen also schon stark strapaziert. Möglicherweise ist der gebrauchte Rahmen daher nicht mehr ganz einwandfrei – eventuell sogar schon mit einem oder mehreren Unfällen belastet.

Auf der anderen Seite lockt wiederum ein interessanter Preisvorteil, der sicherlich nicht zu verachten ist. Das gilt für ein Softail natürlich noch etwas mehr als für eineHardtail. Der Unterschied beider Modelle liegt übrigens in der Federung und Dämpfung. Ein Hardtail ist quasi „old-school" und mit einem starren Rahmen ausgestattet, während ein Softail mit Dämpfern versehen ist und somit gerade auf längeren Fahrten mehr Komfort bietet. Doch zurück zum Harley-Rahmen.

Soft- oder Hardtail: Ein gebrauchter Harley-Rahmen ist günstiger

Ob Ihr Chopper nun ein Soft- oder Hardtail ist, ein gebrauchter Harley-Rahmen wird auf jeden Fall günstiger sein. Kostet Sie ein nagelneuer Rahmen bis zu mehreren Tausend Euro, wird der gebrauchte Rahmen mit Glück nur wenige Hundert Euro kosten.

Gerade das Internet bietet Ihnen eine wahre Fülle an Angeboten, die um einiges weniger als Neuware kosten. Wenn Sie beim Kauf sicher gehen wollen, achten Sie auf den Brief oder auf einen Rahmen mit Papieren. Diese Papiere sind vergleichbar mit dem Fahrzeugschein beim Auto. Für Sie als Käufer gibt dieser Brief einige Aufschlüsse, vor allem zunächst einmal, dass Sie kein Diebesgut erwerben – Stichwort schwarze Schafe. Zum anderen wird Ihnen der Brief genaue Informationen zu Hersteller, Modell und Baujahr geben, wobei gerade letztgenannter Punkt interessant ist. Wichtig: Achten Sie auf eine gleiche Fahrgestellnummer, ansonsten stimmt etwas nicht.

Auch ein Vertrag in schriftlicher Form schadet nicht. Selbst wenn Sie Ihren „neuen" gebrauchten Harley-Rahmen auf einer Auktionsplattform erwerben, ist ein schriftlicher Kaufvertrag eine gute Idee, schon allein aus Gründen der Absicherung. Bei gewerblichen Verkäufern sollten Sie sogar unbedingt auf ein schriftliches Dokument bestehen, um eventuelle Garantieansprüche geltend machen zu können.

Neuer Harley-Rahmen: Achten Sie auf ABE und TÜV

Ebenfalls wichtig beim Kauf ist die ABE. Ist eine ABE inbegriffen, erleichtert das die spätere Abnahme beim TÜV ungemein. Den Rahmen selbst werden Sie zwar nicht abnehmen lassen müssen, wird ein Motorrad aber komplett neu aufgebaut, dürfte kaum ein Weg am TÜV oder einer vergleichbaren Prüforganisation vorbei führen. Können Sie für alle Teile die Allgemeine Betriebserlaubnis vorweisen, bleibt Ihnen einiges Ungemach erspart, ebenso den Prüfern. Achten Sie beim Kauf also auf einen Rahmen mit Brief samt ABE und möglichst auch alten TÜV-Nachweisen.

Je mehr offizielle Unterlagen Sie zu Ihrem gebrauchten Rahmen bekommen, desto besser. Jedes Schriftstück bedeutet für Sie nur eine weitere Absicherung, wobei diese bei Privatverkäufern deutlich schwerer ist als bei gewerblichen Anbietern. Daher wäre es ebenfalls ein guter Gedanke, gezielt auf gewerbliche Anbieter zu setzen. Hier zahlen Sie zwar Steuern und womöglich höhere Preis, bekommen dafür aber ohne Probleme alle nötigen Schriftstücke mitgeliefert.

Noch einmal zur Zusammenfassung: Bestehen Sie beim Kauf eines gebrauchten Rahmens auf einen Kaufvertrag, selbst wenn dieser mit gewonnener Auktion rechtsgültig ist. Schriftliche Dokumente sind bei Streitereien immer besser. Achten Sie auf die nötige ABE, frühere TÜV-Unterlagen und Papiere. Dann sind Sie mit Ihrem „neuen" Harley-Rahmen auf der sicheren Seite.

Augen auf: Harley-Rahmen selbst kontrollieren

Am besten ist eine eigene Kontrolle oder die eines Fachmanns. Wichtigster Punkt ist eventueller Rost. Können Sie irgendwelche befallenen Stellen entdecken? Achten Sie außerdem auf nachträglich lackierte Stellen. Die heben sich in der Regel farblich in einigen Nuancen vom Originalton ab und verraten Ihnen entweder früheren Rost oder sogar einen früheren Materialschaden, den der Verkäufer unkenntlich machen wollte. Wussten Sie zuvor Bescheid, ist das selbstredend in Ordnung. Wurde Ihnen ein möglicher Schaden verschwiegen, haken Sie beim Verkäufer nach.

Schauen Sie sich sämtliche Naht- und Schweißstellen an, bekanntlich besteht ein Rahmen nicht nur aus einem, sondern vielen Einzelstücken. Sämtliche „Nähte" müssen einwandfrei aussehen, dürfen auf keinen Fall verrostet oder schlecht gearbeitet sein. Bedenken Sie: Der Rahmen trägt später das komplette Motorrad, angefangen vom Harley-Motor bis hin zu Rädern, Elektrik oder Sitz und Fahrer plus Sozius.

Im Fazit garantiert der Rahmen somit Ihre Sicherheit sowie die Sicherheit Ihres Beifahrers.

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, nimmt eine Rahmenvermessung vor. Da kaum ein Hobbyschrauber das geeignete Werkzeug in der heimischen Garage vorrätig hat, bleibt wohl nur der Weg zum Profi. Der kostet zwar Geld, ist das aber letzten Endes wert. Das gilt besonders, wenn die Rahmenvermessung tatsächlich nicht exakt sein sollte. Dann nämlich ist der Rahmen verzogen, somit nicht mehr einwandfrei. Mit Kaufvertrag und weiteren Unterlagen haben Sie in dem Fall eine gute Handhabe gegen den Verkäufer, ohne Dokumente schaut es schlecht aus.

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