Das sollten Briefmarkensammler über Vordrucke wissen

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Das sollten Briefmarkensammler über Vordrucke wissen

Das Briefmarkensammeln ist eines der beliebtesten Hobbys der Welt. Viele Menschen beschäftigen sich auch hauptberuflich mit den Postwertzeichen. Kein Wunder, denn Briefmarken und andere Frankaturen liefern je nach Land und Epoche interessante Hintergrundinformationen. Manche erzählen sogar eine ganz spezielle Geschichte oder sind Überbleibsel auch längst vergangenen Zeiten, wie zum Beispiel die Briefmarken der ehemaligen deutschen Kolonien. Wer sich eine Sammlung aufbauen möchte, steht vor der Frage, wo die Briefmarken am besten aufgehoben sind. Eine der ältesten Albenformen sind die sogenannten Vordrucke. Daneben gibt es noch leere Sammelalben sowie Einsteckbücher. Hier erfahren Sie Wissenswertes über die professionelle Aufbewahrung von Briefmarken sowie über die Vor- und Nachteile der einzelnen Alben.

Das Vordruckalbum – von Anfang an dabei

Als 1840 die erste Briefmarke in Großbritannien in Umlauf kommt, interessieren sich schon kurz darauf erste Sammler für diese neuen Postwertzeichen. Bald darauf setzen weitere europäische Länder auf dieses neue Gebührensystem der Post und führen ebenfalls Briefmarken ein. Dieses stetig wachsende Angebot an unterschiedlichen Postwertzeichen lässt eine internationale Sammelleidenschaft aufkeimen. Immer mehr Leute möchten komplette Serien von nationalen und internationalen Brief- und Paketmarken besitzen. Da jedes Jahr einige neue Frankaturen, also Wertmarken für Briefe, Pakete und Päckchen, in Umlauf gebracht werden, sind diese ersten Sammler stets auf der Jagd nach neuen Besonderheiten für ihre Sammlungen.

Auch der Fachhandel verfolgt den neuen Trend mit wachsendem Interesse und liefert bald passende Sammelbücher für die frühen Sammler. Bereits 1862 bringt der Franzose Justin Lallier das erste Sammelalbum für Briefmarken heraus. Es ist gleichzeitig das erste Vordruckalbum überhaupt. Das Angebot an unterschiedlichen Marken ist zu dieser Zeit noch klein und überschaubar. Daher passen sie alle in ein scheckheftgroßes Büchlein.

Vom einfachen Sammler zum Philatelisten

Nachdem sich das Sammeln von Postwertzeichen von einer simplen Liebhaberei zu einer echten Wissenschaft entwickelt hat, benötigt die professionelle Briefmarkenkunde dringend einen offiziellen Namen. 1864 wird der Begriff 'Philatelie' aus einer ganzen Liste von Vorschlägen ausgewählt. Das Wort stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Silben philos = Freunde und ateles = abgabenfrei zusammen. Gemeint ist damit sinngemäß die Gebührenfreiheit der Briefsendung, das 'Freimachen' durch den Absender, der das Porto vor dem versenden entrichtet. Denn mit der Einführung der Briefmarke hat sich auch die Gebührenordnung der Post geändert. Früher stand es dem Absender frei, ob er den Brief frei oder unfrei verschickt. Schickte er ihn unfrei, konnte der Empfänger die Annahme verweigern und den Brief zurückgehen lassen. Nach der Postreform gelten einheitliche Tarife für das gesamte Land und festgesetzte Gebühren für Sendungen ins Ausland. Der Einfachheit halber zahlt heute stets der Absender. Zum Zeichen, dass die Gebühr bezahlt ist, werden die Sendungen mit Postwertzeichen markiert – daher auch der Begriff Brief- bzw. Paketmarken.

Das Fachwort Philatelie sowie der Begriff Philatelist für den sachkundigen Sammler sind nach ihrer Einführung bald in aller Munde und heute fest in den Sprachgebrauch übergegangen.

Zusammen mit dem Namen entwickelt sich im Laufe der Zeit auch ein strenges Regelwerk über den Aufbau und den Inhalt klassischer Briefmarkensammlungen. Dazu kommen genaue Bestimmungen und Vorgaben über den Zustand und die Qualität der einzelnen Frankaturen.

Briefmarkensammeln heute: klassische Sammlung oder lieber thematisch?

Sammler von Postwertzeichen benötigen ein Ordnungsprinzip, nachdem sie ihre Sammlung aufbauen. Entweder spezialisieren sie sich auf klassische oder moderne Ausgaben oder sie ordnen die Marken nach einem bestimmten Thema wie zum Beispiel Ländermarken, Sondermarken oder Frankaturen einer bestimmten Epoche. Auch ein Ordnungsprinzip rein nach Motiv ist möglich. So können Liebhaber auch zwei Hobbys miteinander verbinden. Wer beispielsweise Eisenbahnen faszinierend findet, kann sich neben der Modellbahn im Keller auch eine Markensammlung darüber anlegen.

Briefmarken sammeln und aufbewahren

Ein erfolgreicher Philatelist möchte seine Sammlung natürlich auch entsprechend präsentieren. Dazu stehen ihm heute drei verschiedene Aufbewahrungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zum einen das einfache Einsteckbuch. Es besitzt in der Regel 5 – 10 kartonierte Seiten, auf denen Sie die Marken ordentlich in Reihen hinter Seidenpapier einstecken können. Diese Bücher bieten nur wenig Raum, die Marken ins rechte Licht zu rücken. Auch für Beschreibungen ist nur wenig Platz. Daher nutzen Philatelisten diese Einsteckbücher gerne als Zwischenablage, bis sie eine Sammlung komplettiert haben. Dann erst wird ein entsprechendes Sammelalbum gestaltet.

Dieses ist entweder leer und wird vom Sammler selbst mit Marken und Info-Texten gefüllt oder es ist ein sogenanntes Vordruckalbum. Diese Alben ähneln vom Prinzip her den Sammelalben für Sticker, wie sie zum Beispiel für Fußballfans angeboten werden. Dort hat jedes Bild einen bestimmten Platz im Album. Der Ort, wo der Sticker eingeklebt werden muss, deutet in Grautönen das Originalbild an, sodass der Sammler genau weiß, dass es dorthin gehört. Zusätzlich zu den Bildern gibt es interessante Hintergrundinformationen zu den Fußballspielern und Vereinen. Vordrucke für Briefmarken sind ähnlich aufgebaut. Auf den Blättern im Inneren hat jede Marke, die zu der Serie oder dem jeweiligen Sammelthema gehört, ihren festen Platz. Dieser ist durch den schwarz-weiß Vordruck des Postwertzeichens festgelegt. Zudem gibt es zu jedem Steckplatz eine Beschriftung mit der genauen Bezeichnung der Briefmarke und, je nach Art des Albums, auch Erklärungen und geschichtliche Ergänzungen. Kurz: Ein Vordruckalbum ist im Grunde genommen schon ein komplett fertiges Briefmarkenalbum – Sie müssen nur noch die Marken in natura auf ihren vorgedruckten Platz in die Schutztaschen stecken.

Vorteile von Vordruckalben:

  • Vordrucke eignen sich gerade für Anfänger sehr gut. Dadurch, dass die benötigten Marken vorgegeben werden, gelingt der Einstieg in die gewählte Epoche oder das Sammelgebiet einfach und unkompliziert.
  • Sie wissen durch die Vordrucke sofort, welche Marken Sie für die Komplettierung der Kollektion brauchen und können gezielt bei eBay danach Ausschau halten.
  • Zudem sind die meisten Vordruckseiten nach dem Katalog sortiert. Dadurch lassen sich die benötigten Marken schneller finden und die ganze Sammlung ist von Anfang an übersichtlich gestaltet. Das ist auch sehr hilfreich, wenn Sie später etwas nachschlagen möchten.
  • Viele Alben besitzen detaillierte Informationen zu den einzelnen Briefmarken und präsentieren diese zudem sehr vorteilhaft. Dadurch wirken gerade die aufwendiger gestalteten Produkte sehr attraktiv und eignen sich sehr gut zur Präsentation.
  • Manche Hersteller bieten zusätzliche Blanko-Blätter für Marken, die in der vorgegebenen Sammlung nicht vorgesehen sind. Diese sind allerdings nicht für jedes System erhältlich.

Nachteile von Vordruckalben:

  • Vordruckalben sind aufwendig herzustellen und gehen daher um einiges mehr ins Budget, als herkömmliche Sammelalben oder Einsteckbücher.
  • Die Vordrucke orientieren sich an Standardsammlungen und bieten den Philatelisten keinen Raum für Unterkategorien, Besonderheiten oder Ganzsachen wie Belege, Postkarten oder Briefumschläge. Sie können darin nur Einzelmarken ohne Rand unterbringen.
  • Es gibt nicht für jedes Interessengebiet passende Vordrucke. Gerade Motiv- und viele Themen-Sammlungen können mit Vordruckseiten nicht abgedeckt werden. Generell werden Vordrucke immer ungeeigneter, je individueller die Sammlung ist.

Alternative zu Vordrucken – das selbst gestaltete Sammelalbum

Auch für die individuelle Albumgestaltung gibt es bei eBay einige interessante Möglichkeiten. So können Sie unbedruckte Blanko-Blätter bekommen, die Sie entweder per Hand aufbereiten oder mit einem Grafikprogramm am Computer ausarbeiten und anschließend bedrucken. Geeignete Software zur grafischen Aufbereitung der einzelnen Seiten wird von vielen Herstellern angeboten. Dazu kommen Blanko-Bögen mit schön gedruckten Landesbezeichnungen oder unterschiedlichen Titeln und Überschriften. Sie bilden einen geschmackvollen Rahmen für die Klemmtaschen und Einschubhüllen. Besonders praktisch sind Albenblätter aus Karton, auf denen sich eine Klarsichthülle mit Einschubtaschen für die Briefmarken befindet. Das hat den Vorteil, dass Sie die Marken auch bequem von der Rückseite betrachten können, ohne diese aus der Schutzhülle zu nehmen. Zudem können Sie mit diesem System ganz nach Belieben die einzelnen Albenseiten gestalten. Auch Ganzsachen können Sie auf diesen Blättern problemlos verstauen.

Ein Tipp: Lassen Sie schon von Beginn an ausreichend Platz auf den einzelnen Seiten, dann bleibt genügend Raum für nachträgliche Ergänzungen.

Extra Sammelordner und -kisten für umfangreiche Ganzsachen

Häufen sich die Ganzsachen und verschiedenen Frankaturwaren, ist es unter Umständen eine gute Idee, zusätzlich auf stabile Sammelkartons, Karteikästen oder Sammelmappen für Postkarten und Umschläge zurückzugreifen. Durch dieses Zubehör kommt Ordnung in die Sammlung und das Briefmarkenalbum wirkt nicht so überladen. Gerade Pappboxen sind in vielen verschiedenen Designs und Farben erhältlich und eignen sich sehr gut zum Einsortieren dieser Sammelobjekte. In das Album können Sie eine kleine Notiz einfügen, das auf diese ausgelagerten Sammlerstücke hinweist.

Fazit:

Vordrucke und Vordruckalben sind eine gute Möglichkeit für Einsteiger, um sich in der Welt der Philatelie zu orientieren. Die vorgegebenen Briefmarken zu jedem Sammelgebiet machen es Anfängern leicht, ihre Sammlung aufzubauen und gezielt zu erweitern. Auch viele Profis wissen Vordrucke zu schätzen. Zum Beispiel vereinfacht dieses System das Einsortieren der aktuellen Ländermarken. Andere Philatelisten bemängeln die fehlende Flexibilität diese Systems und ordnen ihre Sammlung lieber in Einsteckbüchern und Blank-Alben nach eigenen Kriterien. Diese Methode bietet Platz für komplette Sammlungen inklusive Probedrucken, Farbfehlern, Randstücken oder Ganzsachen und können nach Belieben erweitert werden. Zudem punkten Blanko-Alben mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, während bei Vordruckalben einiges mehr investiert werden muss. Zu guter Letzt kommt es auch auf die Sammlung selbst an, ob sie sich für Vordrucke eignet oder nicht, denn für einige Epochen und Bereiche klassischer Marken sind keine Vordrucke erhältlich. Auch Motiv-Sammler können nicht darauf zurückgreifen, weil ihre nach individuellen Aspekten geordnete Sammlung darin nicht untergebracht werden kann.

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