Das richtige Metronom als professionelles Musikzubehör - ein Ratgeber

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Das richtige Metronom als professionelles Musikzubehör - ein Ratgeber

Was ist ein Metronom?

Ein Metronom ist ein Gerät, das durch akustische oder optische Signale ein gleichmäßiges Tempo vorgibt. Es wird von Musikern verwendet, die sich an dem Ticken, Klicken, Piepsen oder an dem Schwingen eines digitalen oder analogen Pendels orientieren. Somit ist es möglich, ein regelmäßiges Tempo zu spielen.
Ein Metronom erlaubt die Einstellung eines bestimmten Tempos, das in beats per minute (bpm) angegeben wird, also Schlägen pro Minute. Metronome gibt es bei eBay in diversen Varianten - dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, das richtige zu finden.

Die Geschichte des Metronoms

Das Metronom ist eine deutsche Erfindung. Der in Regensburg geborene Instrumentenbauer Johann Nepomuk Mälzel baute im Jahre 1815 in Paris das erste Metronom, das unseren heutigen Metronomen gleicht. Schon vorher wurde von Thomas Mace 1676 ein Fadenpendel als Metronom vorgeschlagen, sowie 1698 ein ähnliches Konstrukt von Étienne Loulié. Richtig durchgesetzt hat sich allerdings erst die Konstruktion Mälzels, die er von dem deutschen Mechaniker Dietrich Nikolaus Winkel anfertigen ließ.
Viele bekannte Musiker, unter anderem Ludwig van Beethoven, wünschten sich den Bau eines solchen Geräts, um eine genauere Tempomessung und Tempodefinition in Musikstücken zu ermöglichen. Bis dahin wurde die grobe Geschwindigkeit eines Stücks nur relativ lasch in italienischen Begriffen wie “lento” (langsam), “andante” (gehend, schreitend), “allegro” (fröhlich, munter) und “presto” (sehr schnell, geschwind) angegeben.
Die Definition dieser Geschwindigkeiten wurde von Musiker zu Musiker als Erfahrungswert weitergegeben und unterlag daher lokalen sowie zeitlichen Schwankungen. Die Musiker passten damals die Geschwindigkeit einfach oft spontan an die Gegebenheiten, das Publikum und den Vorführort an.

Wie funktioniert ein Metronom?

Das klassische mechanische Metronom nach Mälzel enthält eine Feder, die mithilfe eines Zahnrad-Mechanismus aufgezogen wird und so ein Pendel in Schwung hält. Das Pendel befindet sich außen sichtbar am Metronom. Die Tick-Geschwindigkeit kann beim mechanischen Metronom durch einen Regler mit Gewicht, der am Pendel angebracht ist, verstellt werden. Verschiebt man den Regler und damit das Gewicht nach unten, erhöht sich die Pendelgeschwindigkeit - verschiebt man ihn nach oben, wird das Pendel langsamer.
Links und rechts vom Pendel befindet sich eine Skala, auf der die entsprechenden bpm angegeben sind. Manche mechanischen Metronome besitzen zusätzlich noch ein Glöckchen, das jeweils auf dem ersten Schlag des Takts klingelt. Moderne Metronome, auch Quarzmetronome genannt, sind meistens elektronisch betrieben. Diese enthalten, ähnlich der Quarzuhr, einen elektronischen Quarzoszillator als Taktgeber. Die Frequenz dieses Oszillators wird durch einen Schwingquarz bestimmt. Quarzoszillatoren sind sehr genau und haben zeitliche Abweichungen von unter einer Sekunde in einer Million Sekunden.

Wozu braucht man ein Metronom?

Metronome sind sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Musiker und Profis wichtig. Sie sind ein wichtiges Werkzeug zum Üben, sei es für das Einstudieren eines Musikstückes in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit, oder um langsam die Spielgeschwindigkeit erhöhen zu können. Sie finden Metronome sicherlich sehr hilfreich, um in einer Band oder einem Ensemble die Geschwindigkeit aller Mitglieder aufeinander abzustimmen. Besonders bei schwierigen Passagen, an denen jeder Musiker zum Zögern und Verlangsamen des Spieltempos neigt, ist es sinnvoll, wenn Sie ein Metronom zu Hilfe nehmen, das Sie dabei unterstützt, akkurat zu spielen.

Wie verwendet man ein Metronom?

Anfänger haben oft Probleme damit, ein Metronom zu benutzen. Zuallererst ist es wichtig zu wissen, wie ein Metronom verwendet und eingestellt wird. Ein Metronom gibt den Takt mit gleichmäßigen Schlägen an. Die Geschwindigkeit dieser Schläge lässt sich wie oben beschrieben entweder in verschiedenen Stufen oder stufenlos in beats per minute (bpm) angeben. Je nach Musikstück und Ihrer musikalischen Erfahrung, wird das Metronom auf Viertelnoten, Achtel oder gar einen Schlag pro Takt eingestellt.
Ausschlaggebend für die richtige Einstellung ist vor allem die Taktart des Musikstückes. Für ein ruhiges Musikstück, dessen Geschwindigkeit zum Beispiel mit 80 bpm angegeben wird, bedeutet das, dass bei einem 4/4 Takt die Viertelnoten, aber bei einem 6/8 Takt die Achtelnoten gemeint sind. Das bedeutet, dass bei einem 80 bpm-Lied im 4/4 Takt die Zeit zwischen zwei Schlägen des Metronoms die Länge einer Viertelnote angibt. Was dabei aber nicht so offensichtlich ist: Für ein und dasselbe 80 bpm-Lied ist es möglich, entweder 80 bpm als Schlag für jede Viertelnote einzustellen oder aber zum Beispiel 160 bpm als Kennzeichnung jeder Achtel zu zählen. Letzteres ist vor allem bei schnelleren Stücken, Stücken mit vielen Ziernoten oder für absolute Metronom-Anfänger hilfreich.
Im Endeffekt sind diese Feinheiten aber Geschmackssache - am wichtigsten ist es, dass Sie sich an den stetigen Schlägen des Metronoms orientieren.

Tempobeispiele bekannter Songs:

The Beatles - Yesterday: 95 bpm
Michael Jackson - Billy Jean: 117 bpm
Nirvana - Smells like teen spirit: 126 bpm

Umsetzen der klassischen Tempobezeichnungen mithilfe eines Metronoms

Möchten Sie die klassischen italienischen Tempobezeichnungen auf eine beats per minute Rate umlegen, haben Sie mit einem Original Mälzel Metronom einen Vorteil: die alten Tempoangaben sind auf einer Seite der bpm Skala angeführt, sodass Sie z.B. für “andante” den Regler zwischen 76 und 106 bpm stellen sollten. Allerdings beziehen sich diese Angaben nicht auf bestimmte Notenwerte, wie “Halbe” oder “Viertel”, und sind daher schwer zu interpretieren. Zusätzlich fließt auch die Taktart in die Interpretation der Tempoangaben ein. Ein Andante im 3/8-Takt wird allgemein schneller gespielt als ein Andante im 4/4-Takt.
Am verlässlichsten sind daher immer noch die Angaben, die der Komponist selbst hinterlassen hat. Hier ein paar Tempobeispiele in der klassischen Musik: Lento: 40 - 60 bpm Adagio: 66 - 76 bpm Andante: 76 - 108 bpm Moderato: 108 - 120 bpm Alegretto: 110 - 124 bpm Allegro: 120 - 168 bpm Vivace: ~ 140 bpm Presto: 168 - 200 bpm

Arten von Metronomen

Mechanische Metronome

Die klassische Variante des Metronoms hat meist als Grundfläche ein Dreieck. An der Vorderseite befindet sich ein metallisches Pendel, auf dem ein Regler mit einem kleinen Gewicht angebracht ist. Mit diesem Regler lässt sich die Geschwindigkeit des Klickens, welches das Metronom von sich gibt, einstellen. Links und rechts der möglichen Positionen des Reglers sind die entsprechenden bpm angegeben. Diese Art des Metronoms benötigt keine Batterien oder sonstige Stromversorgung - es ist rein mechanisch betrieben und wird durch Aufziehen der Zahnradmechanik vor Gebrauch bereit gemacht. Der Hauptvorteil eines klassischen mechanischen Metronoms liegt, neben dem stylischen Retro-Aussehen, vor allem darin, dass das Hin und Her des Pendels gleichzeitig ein optisches Signal darstellt, an dem Sie sich orientieren können.

Elektronische Metronome

Viele elektronische Metronome sind heutzutage schon digital. Sie zeichnen sich durch elektronischen Antrieb (sie sind meist batteriebetrieben) sowie durch LCD-Displays aus. Viele dieser digitalen Metronome sind zusätzlich multifunktionell und schließen zum Beispiel eine Funktion als Stimmgerät mit ein. Ein weiterer Vorteil dieser Metronome ist die oft geringere Größe - sie sind dadurch leichter zu transportieren und überall schnell einsatzfähig. Zusätzlich besitzen viele dieser Geräte eine Lautstärkeregelung, die sehr förderlich sein kann, vor allem, wenn in einer Gruppe mit mehreren Instrumenten geübt wird. Durch die verschiedenen Geräusche und erhöhte Lautstärke kann hier das Klicken eines üblichen Metronoms leicht untergehen.
Zusätzlich haben manche digitalen Metronome einen Input- und einen Output-Klinkenstecker und können so z.B. zwischen eine E-Gitarre und den Verstärker geschaltet werden. Allerdings wird das optische Signal des Pendels bei digitalen Metronomen vernachlässigt - es besteht entweder aus der Anzeige am LCD-Display oder fällt ganz weg. Das elektronische Metronom erzeugt sein Signal meist mittels eines schwingenden Quarzkristalles. Diese Quarzkristalle sind sehr exakt, weshalb das elektronische Metronom dem klassischen aufgrund seiner Genauigkeit gern vorgezogen wird. Allerdings empfinden viele Musiker die elektronischen Metronome haptisch als billig und schlechter verarbeitet, beziehungsweise als schlechter handzuhaben, als klassische Metronome. Die Größe eines elektronischen Metronoms ist viel variabler, als die der mechanischen Variante - es gibt sogar Metronome im Scheckkartenformat.

Überblick bekannter Hersteller

Seiko Metronome

Seiko hat als bekannter Uhrenhersteller jahrelange Erfahrung in der Herstellung von exakten Zeitmessern. Dieses Wissen überträgt die Firma auch auf die Herstellung von musikalischem Zubehör, wie zum Beispiel Metronomen und Stimmgeräten. Seiko produziert sowohl digitale als auch mechanische Metronome, deren Timing durch Quartzkristalle gesteuert wird - ähnlich der Steuerung in Uhren. Seiko vertreibt sowohl mechanische als auch batteriebetriebene Metronome im klassischen Stil als auch kleine handliche digitale Metronome. Viele dieser digitalen Zeitgeber zeichnen sich durch die ungewöhnliche und intuitive Einstellungsmöglichkeit der Geschwindigkeit per Drehrad an der Vorderseite des Gerätes aus.

Wittner Metronome

Wittner ist eine deutsche Traditionsfirma, deren Gründer Gustav Wittner schon 1895 mit der Herstellung von Metronomen begann. Sie vertreibt die hochqualitativen "Taktell"-Metronome, die für Erfahrung stehen und international hohes Ansehen genießen. Die beliebtesten Serien sind das Metronom System Mälzel (Serie 800/810, 800 K/810 K, 845/855) sowie die diversen Taktell-Serien (Junior, Piccolo, Classic, Prelude, Super-Mini, Piccolino, Quartz und Electronic). Taktell Quartz und Electronic sind, im Gegensatz zu den anderen Taktell-Metronomen, kompakter, pendelfrei und batteriebetrieben.

KORG Metronome

Korg zeichnet sich durch sein sehr vielfältiges Sortiment an Metronomen aus. Die Firma führte 1975 das erste portable Tischmetronom ein und setzte dadurch ein Zeichen für die internationale Enwicklung der Zeitgeber. Auch Korg setzt kleine, präzise Quarzkristalle ein. Zusätzlich ist KORG ein beliebter Hersteller günstigerer Metronome, die für Einsteiger aufgrund der guten Qualität und des ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses optimal geeignet sind. Die Geräte TM-40, TM-50, TM-50C und TMR-50C kombinieren zusätzlich ein Stimmgerät mit der Metronom-Funktion. Das Produkt HB-1 zeichnet sich durch die kleine handliche Form aus, die an einen USB-Stick oder mp3-Player erinnert.

Résumé

Für jeden Musiker gibt es ein perfektes Metronom, das seine funktionellen, preislichen und optischen Ansprüche individuell am besten erfüllt. Daher ist zu empfehlen, einfach die vielen Produkte bei eBay zu durchstöbern und sich ein passendes Gerät auszusuchen – und dabei vor allem auf Qualität und Funktionalität zu achten.

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