Das richtige Material für den Trockenausbau finden

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Das richtige Material für den Trockenausbau finden

Wissenswertes vor dem Materialkauf für den Trockenausbau

Trockenausbau wird im Innenausbau vor allem für die Errichtung und die Renovierung von Wänden, Böden und Decken angewandt. Beim Trockenausbau werden fabrikmäßig vorgefertigte Bauteile und Baustoffe in Systembauweise zusammengefügt, ohne dass dabei mit feuchten Baustoffen wie zum Beispiel Beton gearbeitet wird. Mit dem Trockenbauverfahren können bauphysikalische Anforderung bezüglich Dämmung und Isolierung gegen Feuchtigkeit, Kälte und Wärme problemlos erfüllt werden.
Sollten Sie also im Rahmen eines Neubaus oder einer Renovierung vor einem Innenausbau stehen und auf der Suche nach einem flexiblen Bausystem sein, das Sie auch zukünftig leicht und bequem an wechselnde Wohnbedürfnisse anpassen können, könnte ein Trockenausbau für Sie eine passende Alternative sein. Aber auch für einen permanenten Innenausbau ist ein Trockenbau im Allgemeinen schneller, sauberer und oftmals preiswerter als ein entsprechendes massives Mauerwerk. Ein Innenausbau im Trockenbauverfahren kann auch von Heimwerkern ohne fundierte Vorkenntnisse realisiert werden. Über handwerkliches Geschick sollte man aber dennoch verfügen. Haben Sie sich für einen Trockenausbau entschieden, müssen Sie zuerst das richtige Material aussuchen. Vorab muss dabei erwähnt werden, dass Wände aus Mauerwerk, Stuck- und Rabitzdecken oder Holzkonstruktionen, wie sie üblicherweise von Zimmerleuten und Schreinern erstellt werden, nicht zu den Trockenbaumaterialien zählen. Welche Materialien für einen Trockenausbau verwendet werden können, erfahren Sie im Folgenden. Trockenbaumaterialien können im Baustoffhandel und auch bei eBay erworben werden.

Materialien für den Trockenbau

Im Innenausbau ist das Trockenbauverfahren praktisch für fast jedes Bauprojekt anwendbar. So können Sie mit ihm zum Beispiel Raum teilende, nichttragende Innenwände errichten und verkleiden, Decken abhängen, Montagewände für diverse Installationen und Einsatzzwecke hochziehen, Platz für Isolierungen und Dämmungen schaffen, Einbauten vornehmen oder, im Bodenbereich, Leitungskanäle anbringen. Für diese Arbeiten werden im Wesentlichen Materialien aus den anschließend aufgeführten Materialgruppen verwendet. Da heutzutage fast alle Hersteller baubiologische Unbedenklichkeit für die im Trockenbau benutzen Materialien bescheinigen, ist er auch als eine ökologische und gesundheitsorientierte Bauweise beliebt.

Das Grundelement: Trockenbauplatten

Grundelement für jeden Trockenausbau ist zunächst einmal eine Trockenbauplatte. Die klassische Trockenbauplatte ist die Gipskartonplatte, die im Kern aus Gips, Papier und Wasser besteht. Der Rohstoff für Gipskartonplatten stammt überwiegend aus der Verwertung von REA-Gipsen der Rauchgasentschwefelung von Großfeuerungsanlagen. Somit wird durch die Gipsplattenproduktion das natürliche Gipsvorkommen nicht ausgebeutet. Der Schadstoffgehalt von Gipskartonplatten aus REA-Gipsen ist übrigens nicht höher als der von Naturgipsen. Zur Erlangung von Brandschutzeigenschaften, Feuchtraumtauglichkeit oder aus Gründen der Statik werden den Platten zum Teil Zusatzstoffe und Fasern beigemischt oder sie werden nach Fertigstellung getränkt. Deswegen gibt es auch die unterschiedlichen Bezeichnungen Gipsplatten, Gipsfaserplatten sowie Spezialgipsplatten.

Die Grundtypen von Gipskartonplatten und ihre Merkmale

Alle Gipskartonplatten müssen von den Herstellern gemäß der EU-Kennzeichnungsnorm DIN EN 520 gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass auf jeder Platte Informationen über Produktname, Herstellungsort und Maße sowie über Wasserdampfdiffusionswiderstand, Brandschutzklassen, Schalldämmwerte und Schallabsorption angegeben werden müssen.
Man unterscheidet im Wesentlichen fünf Grundtypen an Gipskartonplatten. Die GKB-Bauplatte, welche nach der europäischen DIN EN 520 mit Typ A gekennzeichnet ist, ist die klassische Standardplatte. Die GKF-Feuerschutzplatte (Typ DF), die Glasfasern beinhaltet, hat eine höhere Feuerwiderstandsdauer als die Standardplatte. Das heißt, sie hält im Falle eines Brandes länger im Gefüge zusammen. GKBI-Bauplatten-imprägniert (Typ H2) nehmen Wasser langsamer und geringer auf, da ihr Karton und Gipskern durch ein spezielles Verfahren gegen Feuchtigkeit imprägniert werden. Zudem enthält der Karton Mittel gegen Schimmelbildung und auf diese Weise sind die Platten für Feuchträume geeignet. GKFI-Bauplatten-imprägniert (Typ DFH2) sind praktisch eine Kombination aus GKF und GKBI und weisen deshalb die Platteneigenschaften beider Plattenarten auf. GKP-Putzträgerplatten (Typ P) verfügen über einen Spezialkarton, auf dem Nassputz besonders gut haftet.
Der jeweilige Plattentyp ist auch an seiner Kartonfarbe und der Farbe der Kennzeichnung erkennbar. Bei Typ A ist der Karton weiß bis gelblich und die Aufschrift blau, bei Typ DF der Karton ebenfalls weiß bis gelblich und die Aufschrift rot, bei Typ H2 der Karton grünlich und die Aufschrift blau, bei Typ DFH2 der Karton grünlich und die Aufschrift rot sowie bei Typ P der Karton grau und die Aufschrift blau.

Unterscheidung nach Kantentypen

Eine Gipskartonplatte kann auch Leistungsmerkmale mehrerer Plattentypen aufweisen. In einem solchen Fall ist die Platte mit allen Buchstaben gekennzeichnet, die auf die entsprechenden Eigenschaften hinweisen. Des Weiteren werden die Gipsplatten mit verschiedenen Kantentypen angeboten. Hier steht AK für abgeflachte Kanten, VK für volle, RK für runde, HRK für halbrunde und HRAK für halbrunde, abgeflachte Kanten.
Detaillierte Informationen über die EU-Kennzeichnungsvorschriften erhalten Sie beim Bundesverband der Gipsindustrie e. V. – Industriegruppe Gipsplatten. Über die Kennzeichnung wissen Sie also genau, ob eine Gipskartonplatte, die im Baustoffhandel oder bei eBay angeboten wird, für Ihr individuelles Bauvorhaben die richtigen Materialeigenschaften aufweist. Gipskartonplatten sind im Handel in unterschiedlichen Größen in den Stärken zwischen 9 mm und 25 mm erhältlich. Außerdem gibt es noch flexible, dünne Platten mit einer Stärke von 6,5 mm, die für Verkleidungen von gewölbten Flächen geeignet sind.

Platten aus anderen Materialien

Neben der überwiegend verwendeten Gipskartonplatte können im Trockenbau auch Platten aus anderen Materialien verarbeitet werden. So kommen speziell für Nassräume häufig zementgebundene Trockenbauplatten zum Einsatz. Diese zeichnen sich durch hohe Feuchtebeständigkeit und hohe mechanische Belastbarkeit aus. Auf ihnen können schwere Naturstein- und Fliesenbeläge problemlos verklebt werden
Weiterhin können im Trockenbau auch OSB-Platten, beziehungsweise Grobspanplatten eingesetzt werden. OSB-Platten sind Mehrschichtplatten, die im Hochdruckpressverfahren aus schlanken, großen und langen Holzspänen unter Zugabe von Leim fabriziert werden. Die Spänestruktur gibt ihnen ihr charakteristisches Aussehen, weshalb sie auch gern für dekorative Zwecke benutzt werden. Die Biegefestigkeit einer OSB-Platte ist höher als die einer herkömmlichen Flachpressplatte beziehungsweise Spanplatte. Wegen der Leime, die bei beiden Platten auf Holzbasis enthalten sind, können Formaldehyd und andere Aldehyde wie z. B. Pentanal freigesetzt werden, was die Qualität der Raumluft im Wohnraum beeinträchtigen kann.

Weitere umweltfreundliche Trockenbaustoffe

Ebenfalls erhältlich ist die umweltfreundliche und stabile Strohbauplatte aus hoch verdichtetem Getreidestroh. Diese Trockenbauplatte hat hervorragende Schallschutz- und Wärmedämmeigenschaften. Mit einer Stärke von rund 60 mm sind Strohplatten bedeutend stärker und schwerer als Gipsplatten. Pro Schraube beträgt ihre Konsollast sogar bis zu 80 kg. Eine weitere Alternative auf dem Markt sind Lehmplatten. Hauptbestandteil dieser Platten ist Lehm oder Ton. Damit die positiven Eigenschaften des Lehms erhalten bleiben, werden Lehmplatten nicht wärmebehandelt. Lehm zeichnet sich dadurch aus, dass er als warm empfunden wird, Feuchtigkeit reguliert, Strahlung abschirmt und Gerüche absorbiert. Ansonsten kann man im Trockenausbau auch noch mit MDF-Platten und Metall- oder Kunststoffplatten arbeiten.

Profile für das Ständerwerk der Konstruktion

Damit eine Konstruktion entsteht, befestigt man die Platten an einem Gerüst. Trägergerüste bestanden früher zum Großteil aus Holz. Heute verwendet man in erster Linie standardisierte Metallsysteme, die Trockenbauprofile genannt werden. Wenn man zum Beispiel in Trockenbauweise eine nicht tragende Zwischenwand einziehen möchte, kann man mit Trockenbauprofilen präziser arbeiten als mit Holzprofilen. Will man beispielsweise zusätzlich ein Kabel innerhalb des Metallrahmens verlegen, dann gibt es auch Profile mit vormontierten Austrittsöffnungen.

Metallprofilarten

Die Metallprofilarten, die beim Trockenausbau angewandt werden sind UW-, CW-, UA-, UD- und CD-Profile. Diese werden alle in Baumärkten oder auch bei eBay angeboten. UW-Profile sind Rand- oder Anschlussprofile für Wände, Decken und Böden und gleitende Anschlüsse von nicht tragenden Montagewänden in Ständerbauart. Unter CW-Profilen versteht man Ständerprofile für Einfach- und Doppelständerwände in unterschiedlichen Längen und Breiten. Bei diesen sind für Sanitär- und Elektroinstallationen Aussparungen ausgestanzt.
UA-Profile sind Anschlusswinkel zur Aussteifung von Türzargen oder -rahmen und Wandöffnungen. Bei Trennwänden sind UA-Profile mit Überhöhen einsetzbar. CD-Profile braucht man für Unterkonstruktionen bei Montagedecken sowie Decken- und Dachbekleidungen. An ihnen werden die Deckenplatten befestigt. Sie sind auch bei Wand-Vorsatzschalen einsetzbar. UD-Profile werden oben an den Wänden befestigt, um dort die CD-Profile einzuhängen. Ferner gibt es zur Direktmontage von Gipskartonplatten im Decken- und Dachbereich mit geringer Montagehöhe noch Hut-Profile.
LWI Inneneck- und LWA Außeneckprofile finden Verwendung bei Wandanschlüssen von Montagewänden, die recht- oder unrechtwinklig aufeinandertreffen. Für den Zusammenbau der Ständerwerke braucht man dann noch je nach individueller Anforderung zum Beispiel UA-Anschlusswinkel, CD-Profilverbinder, Justier-Schwingbügel, CD-Sicherheitsquerverbinder, CD-Kreuzschnellverbinder, Drahtabhänger, Noniushänger, justierbare Direktabhänger oder U-Hänger. Gerade auch die passende Auswahl an Verbindungsteilen ist sehr wichtig, um die Profile richtig montieren zu können und dem Trägerwerk die gewünschte Stabilität zu geben. Zu den verschiedenen Verbindungsteilen finden Sie bei eBay viele Angebote.

Profilbretter und Paneele für den Trockenausbau

Wenn Sie Räume wohnlich gestalten wollen und nicht tapezieren oder streichen möchten, dann können Sie auch Verkleidungen in Form von Profilbrettern aus Holz oder Paneele direkt an ein Ständerwerk anbringen. Diese werden in allen denkbaren Farben und Formen geliefert.

Dämmstoffe – eine große Auswahl

Mit der richtigen Dämmung können Sie viel Energie und auch Geld sparen. Dämmen bedeutet Schutz vor Kälte, Lärm, Hitze und Brand. Das Angebot an Dämmstoffen hat sich in den letzten Jahren um viele neue Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recyclingmaterialien erweitert. So stehen Ihnen heute im Trockenausbau Dämmmaterialien wie unter anderem Blähperlit, Hartschaum EPS, Hartschaum PUR, Holzfaser (nicht bitumiert), Holzwolle-Leichtbauplatten, Kork, Mineralfaser, Schafwolle, Schaumglas oder Zellulose zur Verfügung. Alle Dämmstoffe, die im Trockenausbau verwendet werden können, unterliegen einer Kennzeichnungspflicht. Die Kennzeichnung bezieht sich auf die Einstufung der Wärmeleitfähigkeit und Brennbarkeit. Sie muss deutlich und groß auf der Dämmstoffpackung angegeben sein. Die Wärmeleitfähigkeit der einzelnen Materialien werden mit Hilfe von l-Werten unterschieden.

Hilfsmaterial für den Trockenausbau

Am Beispiel einer Trockenbautrennwand mit Gipsplatten wird hier vorgestellt, welches Hilfsmaterial für diese notwendig ist. Zuerst stellt man das Trägerwerk auf. Wenn für dieses die Schienen am Boden, beispielsweise wegen einer Bodenheizung, nicht verschraubt werden können, kann man die Bodenprofile mit Silikon verkleben. Alle Anschlussprofile an Decke, Wand und Boden, die verschraubt werden, sollte man aus Schallschutzgründen mit einem Dämmstreifen versehen. Die Befestigung der Profile erfolgt mit Schlagdübeln. Das Türsturzprofil wird mit einem Klebeband fixiert. Für das Anbringen der Platten braucht man zuerst einmal eine Grundierung, die für optimalen Halt des Ansetzgipses auf dem Untergrund sorgt. Danach wird zum Anbringen der Gipsplatten Ansetzgips benötigt. Für das Befestigen der Gipskartonplatten auf der Metallkonstruktion sind Schnellbauschrauben erforderlich. Zum Verspachteln der Fugen gibt es spezielle trockene Spachtelmasse, die mit Wasser angemischt wird. Für Feuchträume gibt es spezielle imprägnierte Spachtelmasse. Je nachdem, ob man die Wand tapezieren, verputzen oder mit Fliesen bestücken möchte, braucht man eine geeignete Grundierung für die Platten und danach die entsprechenden Materialien für die jeweilige Verschönerungsarbeit, wie zum Beispiel Fertigputz zum Verputzen. Eine Vielfalt an Materialien für einen gelungenen Trockenausbau erhalten Sie bei eBay.

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