Das passende Computer-Netzteil finden

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Das passende Computer-Netzteil finden

Mit dem richtigen Netzteil bares Geld sparen

Speziell bei einem Desktop-Rechner sollte die Auswahl eines Netzteiles mit Bedacht erfolgen. Es lohnt sich unbedingt, nicht nur auf die harten Fakten der Grafikkarte, des Prozessors und der Festplatte zu schauen, sondern auch auf ein effizientes Netzteil zu achten. Dies spart zum einen bares Geld, das sonst für Strom investiert werden muss, und sichert zudem den stabilen Lauf Ihres PCs.

Wie ein Netzteil funktioniert

Um zu verstehen, worauf bei der Anschaffung eines Netzteiles zu achten ist, sollten Sie im Wesentlichen die Funktionsweise dieses unscheinbar wirkenden Kabels kennen.

Ein PC-Netzteil besteht aber aus mehr als einem bloßen Kabel, es verfügt auch immer über einen Transformator, um den Strom, der bei Ihnen aus der Steckdose kommt, auf die Bedürfnisse Ihres Computers anzupassen. Dies bedeutet konkret, dass der Wechselstrom Ihres häuslichen Stromnetzes, wie er aus der Steckdose kommt, in Gleichstrom umgewandelt wird. Demzufolge stehen auch die auf dem Netzteil vermerkten Kürzel „AC” für Wechselstrom und „DC” für Gleichstrom. Derartige Geräte, die zwischen beiden Stromarten vermitteln, werden auch als Schaltnetzteile bezeichnet.

Der Transformator des Netzteils leistet mehr, als nur Wechsel- in Gleichstrom umzuwandeln. Er wirkt zudem als Verteiler, der den Strom der Steckdose an verschiedene Kabel weitergibt. Das Besondere dabei ist, dass an jedes Kabel eine andere Spannung weitergegeben werden kann, da unterschiedliche PC-Komponenten wie etwa das Mainboard, die Grafikkarte oder der Lüfter eine unterschiedliche Volt-Anzahl benötigen. Unterschieden wird konkret zwischen drei Spannungen, die farblich durch verschiedene Kabelummantelungen gekennzeichnet sind: Orange steht für 3,3 Volt, Rot für 5 Volt und Gelb für 12 Volt. Letztere Leitung ist am bedeutendsten für die Versorgung des PCs, da die Hauptkomponenten ihren Strom aus dieser erhalten.

Die Beschreibung der Netzteile beachten

Vor dem Kauf lohnt es sich, die Beschreibung der Netzteile aufmerksam zu studieren. Empfehlenswert sind beispielsweise sogenannte aktive PFC-Netzteile, die sich durch eine Leistungsfaktorkorrektur auszeichnen. Die Vorteile gegenüber eines konventionellen, nämlich passiven PFC-Netzteils sind das auffallend geringere Gewicht des Trafos und seine besondere Effizienz. Neuartig ist, dass sich im Inneren keine Spule, sondern eine elektronische Karte verbirgt. Schon allein diese Tatsache sorgt für eine deutlich geringere Emission von Elektrosmog, was wiederum auch daraus resultiert, dass der dem Netzteil zugeführte Strom effektiv und nahezu vollständig genutzt wird.

Der Effizienzwert bei Netzteilen

Für alle Netzteile wird ein Effizienzwert angegeben. Sie sollten keinesfalls Produkte wählen, die mit einer Effizienz von unter 80 Prozent bewertet sind. Diese Netzteile treiben Ihre Stromrechnung unnötig in die Höhe und Ihr PC wird weit weniger zuverlässig und stabil laufen als es mit einem anderen Modell der Fall sein kann. Als gut bis sehr gut gelten alle Effizienzwerte mit über 90 Prozent.

Eine Zertifizierungsmöglichkeit für Netzteile ist die Initiative 80 Plus. Netzteile mit dieser Auszeichnung wurden nach den selbst entwickelten Normen der amerikanischen Vereinigung hinsichtlich Ihrer Effizienz überprüft. Auch wenn sich die Messwerte auf das amerikanische Stromnetz beziehen, das mit dem europäischen nicht deckungsgleich ist, bietet die Auszeichnung einen Anhaltspunkt für ein gutes Netzteil.

Die Wattzahl allein ist kein Auswahlkriterium für Netzteile

Wenn Sie auf der Suche nach einem leistungseffizienten Netzteil sind, dann bietet die Wattzahl allein keine Orientierung. Besser ist es, Sie orientieren sich an der Anzahl der Schienen, die das Netzteil anbietet: je mehr Schienen zu belegen sind, umso höher die Effizienz.

Zusätzlich sollten Sie die Herstellerangaben zu den Spannungen der einzelnen Schienen beachten. Diese Hinweise in Kombination mit einer Effizienz von über 80 Prozent und einer aktiven PFC sind gute Orientierungspunkte bei der Auswahl eines zuverlässigen und effizienten Netzteils für Ihren PC.

Bevorzugt Markenhersteller wählen

Es ist bei dem Kauf von Netzteilen durchaus empfehlenswert, sich auf das Renommee der namhaften Markenhersteller zu verlassen. In aller Regel verwenden diese höherwertige Bestandteile, deren Einsatz sich bereits bewährt hat. Zudem liefern diese meist alle Adapter und Steckverbindungen mit, die Sie benötigen, um alle Ihre Komponenten wie beispielsweise die Grafikkarte anzubinden.

Leise Netzteile

Der Trend geht hin zu leisen Netzteilen, die kaum zu hören sind. Zunehmend nehmen Verbraucher Abstand von luftgekühlten Netzteilen, die laut wie Ventilatoren sind. Diese Entwicklung haben mittlerweile alle Markenhersteller erkannt und verwenden nahezu ausnahmslos leise und dennoch hochwertige Lüfter für ihre Netzteile.

Leider muss man sagen, dass ein leises Netzteil nicht zugleich ein effizientes oder energiesparendes sein muss. Unter Umständen sind manche Netzteile auch zunächst geräuscharm und werden erst dann zur pfeifenden Turbine, wenn der Rechner unter Volllast gefahren wird.

Besonders leise sind Netzteile ohne Lüfter, die sogenannten passiven Netzteile. Ihre Effizienz ist zwar oft durchschnittlich hoch, jedoch beträgt ihre Leistungsgrenze knapp unter 600 Watt, sodass diese passiven Netzteile nicht für jeden Einsatz geeignet sind.

Eine Alternative bieten semi-passive Netzteile. Diese Modelle werden mit einer höheren Wattzahl angeboten. Sie verfügen zwar über einen eingebauten Lüfter, dieser schaltet sich jedoch nur dann ein, wenn das Netzteil eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Nachdem er den Trafo runtergekühlt hat, schaltet sich der Lüfter wieder ab und das Netzteil ist wieder besonders leise.

Das Netzkabel bei einem fertigen Desktop-Rechner

Bei einem All-in-one-fertig-PC sind bereits alle Komponenten enthalten. Insbesondere Nutzer, die von der Technik selbst wenig Kenntnis besitzen, greifen gern auf diese Komplettrechner zurück.

In der Regel sind bei diesen Rechnerlösungen Netzteile verbaut, die mit einem großen Lüfter ausgestattet sind. Sie sollten allerdings darauf achten, dass dieser über einen Temperaturfühler geregelt wird. Zudem ist entscheidend, dass der Lüfter des Netzteils ein großes Volumen aufweist. Je größer der Lüfter ist, umso mehr Luft kann bei kleinerer Lautstärkeentwicklung gefördert werden.

Modulare Netzteile für einen verbesserten Luftstrom

Ein modulares Netzteil erkennen Sie daran, dass die Kabelstränge einzeln ab- oder zugesteckt werden können. Der Vorteil dabei ist, dass Sie nur die Kabel im PC-Gehäuse verziehen müssen, die Sie auch tatsächlich benötigen. Zum einen ist dies natürlich dienlich für die Kabelführung, denn diese wird somit übersichtlicher und einfacher und zum anderen wird der Luftstrom durch das Gehäuse gefördert, der besser zirkulieren kann. Dies ist besonders dann der Fall, wenn nur wenige Kabel benötigt werden. Eine bessere Luftzirkulation führt zu einem effizienter arbeitenden Lüfter und damit zu einer schnelleren Kühlung. Dies spart Strom und sorgt für eine leise Arbeitsumgebung.

Sie sollten aber beachten, dass bei fast allen Netzteilen der Stecker des Hauptstrangs mit seinen 24 Pins nicht abzuziehen ist. Bitte seien Sie sehr vorsichtig bei einem etwaigen Versuch, um keine Verbindungen zu zerstören.

Mehr Effizienz durch eine zusätzliche Platine

Ein Mehr an Effizienz erreichen Sie auch mit der neuen DC-DC-Technik. „DC” ist die Abkürzung für „direct current”, die englische Bezeichnung für den Gleichstrom. Ein DC-DC-Netzteil wandelt also Gleichstrom um. Bisher war diese Funktion allein den teuren High-End-Geräten vorbehalten. Inzwischen haben einige Hersteller die Vorteile hinsichtlich der Effizienz erkannt und setzen auf diese Technik. Anders als bei konventionellen AC/DC-Netzteilen liefert der Trafo nur eine Schiene mit einer Spannung von 12 Volt. Zusätzlich befindet sich im Netzteil eine kleine Platine. Auf diese Weise werden die übrigen Spannungsschienen stark entlastet, sie sind weit weniger starken Spannungsschwankungen ausgesetzt und arbeiten dadurch stabiler und deutlich effizienter.

Das Netzteil schützen

Wenn Sie ein hochwertiges Netzteil wählen, dann verfügt dieses bereits über einen eingebauten Überspannungsschutz, um Ihren Rechner vor Überspannungen, Überstrom oder einem Kurzschluss zu bewahren. Diese Gefahren können relativ schnell auftreten, beispielsweise bei einem Blitzschlag. Bei einem qualitativ hochwertigen Netzteil erkennt die Schutzvorrichtung die drohende Gefahr und schaltet das Netzteil sofort ab, sodass alle übrigen Komponenten des Rechners geschützt sind.

Speziell günstige Netzteile enthalten zwar einen Überspannungsschutz, arbeiten oft aber nur unzuverlässig. In diesem Fall sollten Sie nicht an der falschen Stelle sparen. Es bietet sich dennoch an, Ihren PC mit weiteren Schutzvorrichtungen vor einer Überspannung zu sichern.

EU-Richtlinien für Netzteile - für eine bessere Energieeffizienz

Die Kommission der Europäischen Union hat im Zuge der Energiesparkonventionen nun auch Richtlinien für Netzteile festgelegt, um für eine bessere Energieeffizienz zu sorgen. Ziel ist es, unnötige Stromverluste um etwa ein Drittel zu senken, um damit die Kohlendioxid-Emission weltweit entscheidend einzudämmen. Die Verordnung kommt nicht nur der weltweiten Umweltbilanz zu Gute, sondern grundsätzlich auch der Geldbörse aller Verbraucher.

Vorerst gilt die Festlegung nur für alle externen Netzteile, die Strom aus der Steckdose von 220 auf 5 oder12 Volt transformieren. Besonders interessant ist das stufenweise Programm der EU-Kommission damit für alle Nutzer von Notebooks und kleinen PCs. Derzeit ist der Nachteil dieser Netzteile, dass Sie oft sogar Strom ziehen, wenn gar kein Gerät in Betrieb ist. Überarbeitet werden soll nicht nur die aktive Effizienz der Netzteile – das heißt, wenn diese Geräte betreiben, die gerade verwendet werden –, sondern auch die Nulllast, also die Leistung, die aufgenommen wird, wenn an das andere Ende des Netzkabels kein Gerät angeschlossen ist.

Sollten Sie also nach einem externen Netzteil für Ihren Computer suchen, dann halten Sie am besten nach einem Modell Ausschau, das ab 2011 auf den Markt gekommen ist. Es sollte sich dabei um ein europäisches Produkt handeln, denn nur für diese gelten die Bestimmungen der EU-Kommission als verbindlich. Externe Netzteile, die ab 2011 gebaut wurden und auf dem Markt angeboten werden, sind weitaus effizienter als ihre Vorgänger. Zudem ist seither die genaue Kennzeichnung der Energieeffizienz verpflichtend.

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