Das leidige Thema Versandkosten - Porto und Verpackung

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Ich weiß, dass dieses Thema für fast alle Käufer aber auch Verkäufer ein rotes Tuch ist, weil es immer wieder dazu führt, dass Käufer sich "über den Tisch gezogen" fühlen, die meisten Verkäufer dieses aber gar nicht tun. Ich möchte an dieser Stelle einmal etwas mehr Licht in die Angelegenheit bringen.

Zunächst einmal muß man unterscheiden zwischen privaten Gelegenheitsverkäufern, die hin und wieder einmal etwas anbieten um es einfach loszuwerden, den Verkäufern, die immer und immer wieder etwas versteigern / verkaufen, auch wenn sie sich als private Verkäufer bezeichnen, es aber in Wahrheit gar nicht sind, sondern versuchen sich ein gewisses "Zubrot" mittels eBay hinzu zu verdienen. Aber das ist eine ganz andere Sache.

Dann gibt es da noch die echten gewerblichen Anbieter, die aufgrund der Artikelmenge verpflichtet sind, auch wenn sie ihr Gebiet als Hobby betreiben, ihre Tätigkeit mit Gewerbeschein dem Finanzamt anzuzeigen und zu versteuern. Ich zähle mich zu diesen letzteren Verkäufern, Kleinunternehmern und unterliege der Steuerpflicht.   

Hier nun die Aufschlüsselung der Versandkosten und Beispielrechnung:

Vom Käufer verlangte Porto- und Verpackungskosten  = Versandkosten      + EURO  8,75

diese Kosten sind sog. Warenbegleitkosten und unterliegen als Einnahme

voll der gesetzlichen MWSt. z. B. 19%                                                       - EURO  1,40

obwohl die DHL / Deutsche Post diese Leistung umsatzsteuerfrei verkauft,

Ein DHL-Paket kostet am Schalter                                                             - EURO  6,90                

Es verbleiben also ganze                                                                          + EURO  0,45

Weiterhin fallen weitere, erhebliche Kosten an für Verpackungs-Materialien wie Luftpolsterumschläge, Versandkarton, Luftpolsterfolie, Klebeband, Papier, Ausdruck der Kaufabwicklung für Käufer und Verkäufer, Tinte, Anschaffung, Wartung und Reparatur des Rechners, Druckers und Kopierers, Raumkosten wie Miete, Strom, Wasser, Heizung, Versicherung, Internetkosten, Steuerberater, Fahrten mit dem PKW zur Post ("säuft nicht, kostet weder Steuern noch Versicherung und Reparaturen") und mal ganz davon abgesehen von der häufig damit verbundenen Wartezeit im Postamt von bis zu einer Stunde.

Kaufen Sie sich einmal Luftpolsterumschläge bei der Post, Sie bezahlen für die Größe 1 (klein) rund 60 CENT, für die Größe 4 (mittel) 80 Cent und für Mini-Versandkartons ab EURO 1,49 !

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den Einschreiben. Sollte es wirklich hin und wieder vorkommen, dass ein paar Cent "übrig" bleiben, so kann ich ohne rot zu werden behaupten, dass die in Ansatz gebrachten Porto- und Versandkosten hinten und vorne nicht reichen um diese oder gar andere aufgezählte Kosten nur annähernd abzudecken.

Wer kann mir jetzt bitte erklären, wie ein kleiner Anbieter, der von den eBay-Verkäufen leben will, die eBay-Gebühren für die Einstellung und den Verkauf sowie eventuelle PayPal-Gebühren auch noch zu bezahlen hat und diese nicht auf die Käufer abwälzen darf, vermeintliche "Porto-Abzocke" betreibt oder Gewinne aus den Versandkosten erwirtschaftet?

Im Gegensatz dazu beschwert sich aber niemand, wenn er einen Artikel super günstig oder weit unter Preis gekauft oder ersteigert hat. Nein er besteht -zu Recht- auf Lieferung. Auch wenn private Verkäufer Ihre Artikel in alten Kartons und oder Umschlägen am besten noch ohne Absender und ohne Beleg oder Hinweis auf die Auktion lieblos und lose in den Umschlag "geschmissen" für EURO 4,50 versenden, aber nur EURO 2,20 Porto bezahlen, also über 100 %  am Versand "verdienen", scheint dieses noch die Wenigsten zu kümmern, denn je kleiner der Betrag, desto eher wird er akzeptiert ohne zu überlegen.

Auch ist das Thema Bewertungen und hier speziell die neu eingeführten, differenzierten 5 Sterne-Bewertungen in Bezug auf die Angemessenheit der berechneten Versandkosten (Porto und Verpackung) reine Augenwischerei und spiegelt auf keinen Fall die Realität wieder. Der Käufer entscheidet in aller Regel nach seinem persönlichem Empfinden ohne die Realität bzw. den Unterschied zwischen privaten Gelegenheits- und gewerblichen Verkäufern, wie oben in der Beispielsrechnung erläutert, unterscheidet.

Da ich auch hin und wieder Käufer auf eBay bin, kümmert mich persönlich alles Vorstehende überhaupt nicht, weil ich als Käufer immer die Möglichkeit habe rechtzeitig vor Ende der Auktion die Porto- und Verpackungskosten entweder in der Auktion zu finden oder aber beim Verkäufer zu erfragen. Sollte ich also der Meinung sein "viel zu teuer" oder keine Antwort erhalten, kann ich entweder die Finger stillhalten und nicht bieten oder nur soviel wie ich bereit bin insgesamt mit allem Drum und Dran für den Artikel zu berappen.

Es wird dennoch immer Besserwisser geben, die zu allem ein  "aber"  finden. Diese Menschen gehören aber auch zu denen, die im Super-Markt bei jedem Einkauf 30 CENT für eine Plastiktragetasche mit Werbung für das Geschäft sang- und klanglos bezahlen um sie hinterher in den Müll zu werfen. Oder jeden Benzinpreis akzeptieren anstatt das Auto stehenzulassen, denn sie tanken ja eh immer nur für 10 EURO.

Also liebe eBay-Mitglieder überlegen Sie vorher was Sie tun und bleiben Sie gegenüber den Verkäufern ein überlegter und fairer Käufer, denn wir brauchen uns gegenseitig.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Hamburg, 17. Jan. 2008

                                          

Jetzt kommen  natürlich schon die ersten Einwendungen von einigen Käufern: "Dann versenden Sie doch billiger mit dem Hermes-Versand." Was aber wiederum kaum jemand weiß, Hermes und auch alle anderen Versender versichern keine Wertgegenstände wie Gold, Silber, Briefmarken, Schmuck, Geld und Münzen. Hermes macht zwar Werbung damit alle Sendungen seien bis EURO 500,-- versichert und auch in den Paket-Shops wird Ihnen das erzählt. Stimmt aber nicht, denn nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. die man im Internet aufrufen kann, erfährt man dass vorgenannte Wertsachen nicht versichert sind. Es gibt also nur die eine Möglichkeit mit der DHL / Deutsche Post zu versenden, denn dort sind diese Artikel bis EURO 500,-- je Paket versichert. Versendet man jedoch mehrere Artikel über  EURO 500,-- an den gleichen Käufer, muß man diese auf mehrere Pakete aufteilen und darf auch nur maximal 1 Paket je Werktag an ein und den selben Empfänger versenden, sonst besteht auch hier kein Versicherungsschutz bei Beschädigung oder Verlust. In Einschreiben versandte Wertsachen wie z. B. Edelmetalle oder Münzen sind in keinem Fall versichert. 

Sendungen ohne Versandnachweis, auch dann, wenn von einem Händler ausdrücklich mit unversichertem, also vermeintlich billigem Porto- und Verpackungskosten auf Risiko des Käufers angeboten, sind bei Verlust grundsätzlich vom Händler zu ersetzen. Rückzahlung des Kaufpreisen nebst Versandkosten. Selbst wenn der Verkäufer dieses vorher ausgeschlossen hat und sich darauf beruft der Käufer habe dieses ja mit seiner Gebotsabgabe akzeptiert. Dieses ist falsch und wird im Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) geregelt. 

Es ist wie immer, entweder ist man riesig groß, versendet einige tausend Sendungen wozu man sich vertraglich verpflichtet, dann bekommt man Sonderkonditionen von der DHL oder man ist kleiner Händler, dann bezahlt man den regulären Preis wie Jedermann. 

Hamburg, 26. Jan. 2008

 

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