Das ist das Besondere an den Modellautos Carrera 124

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Das ist das Besondere an den Modellautos Carrera 124

Auch im Zeitalter der Computerspiele hat die Carrerabahn nichts von Ihrer Faszination verloren. Die Autorennbahn ist nach wie vor bei Jung und Alt beliebt. Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Rennbahn hat die Firma, deren Name heute fast schon synonym für alle Autorennbahnen genutzt wird, immer noch einen großen Kundenstamm. Hier sind besonders auch diejenigen zu nennen, die in den Hochzeiten der Carrerabahn ihre Kindheit verlebt haben.

Es ist demnach also nicht ungewöhnlich, dass heutige Eltern ihren Kindern eine Carrerabahn schenken, auch um damit selbst spielen zu können. Doch die neuen Modelle der Carrerabahn unterscheiden sich in mancherlei Weise, von ihren Vorgängern vor zwanzig oder dreißig Jahren.
Dieser Ratgeber möchte Ihnen besonders ein System der Carrerabahnen näherbringen, nämlich das Rennbahnsystem 124, bzw. im Maßstab 1:24. Er wird in einem ersten Teil kurz auf die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der Systeme zu sprechen kommen. In einem zweiten Teil wird es um das alte analoge 124er-System gehen. In einem finalen dritten Teil widmet sich der Ratgeber dann dem modernen digitalen Rennbahnsystem des Maßstabs 1:24.

Kurze Geschichte der Carrerabahn

Die Carrerabahn des Maßstabs 1:24 gehört zu den ersten Modellen, die in den 1960er-Jahren auf den Markt kamen. Hermann Neuhierl, ein ambitionierter Spielzeughersteller aus Fürth, hatte zu Beginn der 1960er die Idee einer strombetriebenen Rennbahn für Modellautos von einer Geschäftsreise mitgebracht. Zwar waren auch schon andere Systeme auf dem Markt, Neuhierl schaffte es jedoch, seiner „Carrerabahn" durch das Hinzufügen eines dritten Stromleiters ein besonderes Alleinstellungsmerkmal zu geben. Dieser ermöglichte viele neue Spielmöglichkeiten, die die anderen Bahnen nicht besaßen.

Der Begriff Carrerabahn leitete sich dabei von der Automobilfirma Porsche ab. Porsches besonders sportliche Automodelle werden auch heute noch mit dem Produktnamen „Carrera" versehen. Eine zweite Wortbedeutung, die der Spielzeugbahn zum Erfolg verhalf, kommt aus dem Spanischen. Carrera heißt auf Spanisch „Rennen".

Die ersten Bahnen, die die Neuhierl GmbH & Co. KG in den 1960er-Jahren herausbrachte, besaßen die Maßstäbe 1:32 und 1:24. Sie waren über mehrere Jahre die einzigen Systeme der Carrera-Produktpalette. Erst in den 1970er-Jahren wurden diese durch das Carrera 160-System (Maßstab 1:60) ergänzt. Die Spielzeugfirma ergänzte Ihre Modellpalette in den 1970er-Jahren durch eine ganze Reihe weiterer Systeme, die heute bei Sammlern einen großen Wert besitzen. Hier sind etwa die spurunabhängigen Bahnen Servo 132, 160 und 140 zu nennen. Darüber hinaus gab es eine Raketen- und Flugzeugbahn (Carrera Jet), die über transparente Bahnen verfügte.

In den 1980er-Jahren ging das Kundeninteresse an den Rennbahnen plötzlich zurück. Neuhierls Firma musste Konkurs anmelden und wurde übernommen. Die finanziellen Schwierigkeiten waren dafür verantwortlich, dass die Produktion der ersten beiden Bahnensysteme Carrera Universal (1:36) und Carrera 124 eingestellt werden musste. Nach und nach fielen auch weitere Bahnsysteme weg, bis nur noch das Servo 140er-System übrig war. Dies wurde noch bis zum Jahr 2000 produziert.

Systeme aus den 1980er-Jahren

Um jedoch für Ersatz der alten Bestseller Carrera Universal und Carrera 124 zu sorgen, wurde ab 1984 „Carrera Profi" produziert. Auch dieses System basierte auf einer spurgebundenen Bauweise. Außerdem legte man den 1:24er-Maßstab neu auf und produzierte ab 1989 „Carrera Exclusiv". Erst rund zehn Jahre später kam es zu einem erfolgreichen Relaunch des 1:32 Maßstabs mit der Bezeichnung „Carrera Evolution".

Das Evolution-System funktioniert jedoch nach einem 2-Leiter-Prinzip. Das heißt, dass links und rechts neben dem Führungsschlitz für die Autos jeweils ein Stromleiter verläuft, mit dessen Hilfe man die Fahrzeuge steuern kann. Wie bereits beschrieben, zeichnete sich das ursprüngliche Carrera Universal-System durch drei Stromleiter aus. Hierdurch war es beispielsweise ohne Weiteres möglich, zwei Autos unabhängig voneinander auf einer einzigen Spur fahren zu lassen.

Waren beim Carrera Exclusiv-System zunächst nur Neuauflagen der alten Carrera 124er-Modelle vertreten, so wandelte sich das Bild und die Produktpalette in den Jahren. Die Modelle wurden immer detailgetreuer und blieben weiterhin aber stets kompatibel auch zu den originalen 124er-Schienen und -Autos. Beide Systeme – Evolution und Exclusiv – nutzen das gleiche Schienenmodell.

Carrera wird digital

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden neue Carrerabahnen auf den Markt gebracht. 2001 erblickte „Carrera GO" das Licht der Welt, eine Bahn mit Fahrzeugen im Maßstab von 1:43. Vorteil hier: Das System wurde als Einsteigermodell konzipiert, ist demnach relativ preiswert und nimmt nur wenig Platz weg. 2004 wurde dann der Schritt in die digitale Spielwelt gemacht. Zu diesem Zeitpunkt stellte man auf der Nürnberger Spielwarenmesse das digitale System „Carrera Evolution PRO-X" vor. Das Fahren von vier Fahrzeugen auf zwei Spuren sowie der selbstständige Spurwechsel waren bei dieser Bahn die interessantesten Neuerungen.

Auch dieses System hat bereits eine Neuauflage erfahren. Die Weiterentwicklung der PRO-X-Bahn mündete 2007 im „Carrera Digital 132"-System. Die Produktion der „Carrera Profi" wurde indessen eingestellt. Auch die „Carrera exclusiv" wurde 2008 durch die „Carrera digital 124" und „Carrera digital 143" ersetzt.

Carrera 124 als richtungsweisendes System

Wenn man sich die Entwicklung der verschiedenen Carrera-Systeme im Verlaufe der Jahre anschaut, wird eines sehr deutlich. Auch wenn das ursprüngliche „Carrera 124"-System 1985 eingestellt wurde, der Maßstab besaß doch eine sehr große Wirkkraft auf nachfolgende Systeme. Somit lässt sich das Carrera 124 System wie folgt bis zur gegenwärtigen Rennbahngeneration verfolgen:

  1. Carrera 124 (produziert von 1966 bis 1985)
  2. Carrera Exclusiv (produziert von 1989 bis 2007)
  3. Carrera Evolution (wird seit 1998 produziert)
  4. Carrera Digital 124 (wird  seit 2008 produziert)

Auch wenn die Fangemeinde der ursprüngliche 124er-Reihe etwas kleiner ist als diejenige der traditionellen 132 Universal, ist die Sammlersituation doch vergleichbar gut. Ersatzteile für das alte, abgesetzte Carrera 124-System sind auch heute noch sehr einfach erhältlich. Gegenüber dem Carrera-Universal-System gibt es hier weniger Fahrzeuge und weniger Kurvenstücke bzw. Sonderfahrbahnteile. Dafür besitzt das 124er-System ein fast vollständiges Sortiment von Randstreifen. Die Bahnen bestehen aus rostfreiem Edelstahl. Verschmutzungen können also hier getrost mit Wasser gereinigt werden.

Erster Nachfolger des 124er-Systems

Mit der Carrera Exclusiv wurde 1989 der erste Nachfolger der 1985 eingestampften Ursprungsbahn vorgestellt. Fahrzeuge und Bahnen sind hier ebenfalls im Maßstab 1:24 ausgeführt. Der Clou: Es gibt eine fast vollständige Kompatibilität zu den traditionellen Teilen der 1960er- und 1970er-Jahre. In der ersten Zeit wurden ausschließlich alte Fahrzeuge des Ursprungssystems neu aufgelegt, im Verlaufe der Zeit allerdings durch neue Modelle ersetzt.

Aufgrund der Kompatibilität ist es natürlich auch möglich, die alte 124er-Bahn mit neuen Bahnteilen des Carrera-Exclusiv - oder Carrera Evolution-Systems auszustatten. Charakteristisch an der Systemreihe ist, dass man die ersten zehn Jahre auf Wannenchassis bei den Fahrzeugen setzte, diese dann aber sukzessive durch typenspezifische Konstruktionen ersetzte. Auch bekannt sind die ersten Exclusiv-Fahrzeuge (bis etwa 2003) für ihre schlechte bis fast nicht existente Bremsleistung. Ab 2008 wurde das Exclusiv-System in „Carrera Digital 124" umbenannt.

Kompatibel miteinander: Carrera 124 und Carrera Evolution

Aus technischer Perspektive sind beide Systeme mehr oder weniger identisch, auch wenn die Carrera Evolution als Nachfolgerin des ursprünglichen Carrera-Universal-Systems mit einem Maßstab von 1:32 gilt. Die Bahnteile sind die Gleichen. Die elektrische Schaltung ist jedoch verändert. Die Bahn kann man jedoch so ausrüsten, dass das Fahren sowohl von Fahrzeugen des 1:32er- und 1:24er-Maßstabs möglich ist.

Im Verlaufe der Produktion von Evolution kommt auch die sogenannte „neue Technik" zum Einsatz. Ab etwa 2000 kommt ein stärkerer Motor zum Einsatz, sowie Bronzelager, in denen die Achsen liegen. Dass alles hat zur Folge, dass sich sowohl das Beschleunigungs- als auch das Bremsverhalten der Fahrzeuge wesentlich zum Positiven entwickelt. Außerdem verbaut man noch einen zusätzlichen Quermagneten unter der Hinterachse. Ab 2007 werden alle neuen Fahrzeuge auch mit neuen Fahrwerken ausgestattet. Auffälligste Änderung hierbei: Alle zukünftigen Fahrzeuge bieten nun Platz für den Einbau eines Digitaldecoders. Das Evolution-System ist heute sehr stark verbreitet.

Die neuen Zeiten: Carrera Digital 124

2008 wurde der digitale Nachfolger des Exclusiv-Systems auf den Markt gebracht. Es gibt jedoch einige Ähnlichkeiten zum parallel laufenden Digital 132er-System. Die Blackbox, die Weichen sowie die Boxengasse und der Handregler sind identisch. Jedoch gibt es auch wesentliche Unterschiede zwischen den beiden digitalen Rennbahnsystemen. So unterstützt das 132er-System etwa bis zu sechs Fahrzeuge, Digital 124 kann dabei nur bis zu vier Boliden aufnehmen. Der Grund: Die Fahrzeuge der 124er-Baureihe besitzen eine höhere elektrische Leistungsaufnahme.

Die Fahrzeuge des alten Exclusiv-Systems können prinzipiell übernommen werden, sie müssen dafür allerdings mit einem Digitaldecoder ausgestattet werden. Weiterhin besitzen alle Fahrzeuge ab 2010 ein neu überarbeitetes Fahrwerk. Die Fahrzeugkonstruktion ist jetzt leichter und alle Magnete sind nun innerhalb des Gehäuses untergebracht.

Alle Fahrzeuge sind heute mit zwei verschiedenen Modi ausgestattet. Der Digital 124-Modus wird ohne ein Zutun der Person vom Fahrzeug selbstständig ausgewählt. Voraussetzung hierfür ist, dass das Fahrzeug auf eine Bahn mit aktivierter 124er- bzw. 132er-Blackbox gestellt wird. Der zweite mögliche Modus ist der Analogmodus. Alle 124-Digital-Fahrzeuge lassen sich auch auf noch analog funktionierenden Bahnen fahren.

Dieser Modus muss jedoch von Hand eingestellt werden. Dazu geht man wie folgt vor:

  1. Polarität des Fahrzeugs einstellen. Bei Exclusiv-Bahnen die Polarität anders herum als beim Digital 124 System. Daher sollte hier zuerst der Schalter betätigt werden. Andere Analogbahnen machen jedoch nicht unbedingt eine Umpolung erforderlich.
  2. Das Fahrzeug auf die analoge Rennbahn stellen.
  3. Am analogen Handregler dreimal Vollgas betätigen.
  4. Das digitale Fahrzeug wird in den Analogmodus geschaltet. Mithilfe des Fahrtrichtungsschalters lassen sich auch nun wieder beide Fahrrichtungen wählen.
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