Das eBay-Bewertungssystem - Narrenfreiheit für Käufer?

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Das eBay-Bewertungssystem - Narrenfreiheit für Käufer?

Seit einiger Zeit ist es Verkäufern hier bei eBay nicht mehr möglich, Käufer negativ oder neutral zu bewerten. Eine, wie ich finde, insgesamt sehr positive Neuerung, da sie Käufer vor Rachebewertungen schützt und diese daher jede Transaktion ehrlich bewerten können. Darüberhinaus gibt es - außer Rachebewertungen - auch kaum einen nachvollziehbaren Grund, einen Käufer negativ zu bewerten. Der Käufer zahlt oder auch nicht. Aber egal, ob er zahlt oder nicht - Verkäufern entsteht dadurch selten ein großer Verlust (ganz so stimmt das natürlich auch nicht - Lesen Sie hier, wie betrügerische Käufer unbescholtene Verkäufer übers Ohr hauen). Die meisten Käufer nutzen dieses Bewertungssystem zwar sehr gewissenhaft, aber einige Käufer scheinen durch diese Neuerung zu denken, sie genießen Narrenfreiheit. Schließlich haben sie rein garnichts zu befürchten, können also nach Lust und Laune negative und neutrale Bewertungen abgeben - egal, ob nun berechtigterweise oder nicht.

So findet man nicht selten Käufer, deren abgegebene Bewertungen zur Hälfte negativ oder neutral sind und sich ungefähr folgendermaßen lesen:
  1. NEUTRAL: Ware OK, schneller Versand. Aber Verkäufer bewertet nicht.
  2. NEUTRAL: Ware OK, schneller Versand. Aber Versandkosten zu hoch.
    (bei 2,00EUR Versandkosten, wovon 1,65EUR für eine Briefmarke (Warensendung) anfallen)
  3. NEGATIV: Ware OK, aber Versand dauerte eine Woche.
  4. NEGATIV: Ware OK, aber verschmutzt.
  5. ...
Da fragt man sich als unbescholtener Verkäufer natürlich:
  1. Wie zur Hölle kommt ein Käufer auf die Schnappsidee, man müsse als Verkäufer vor dem Käufer eine Bewertung abgeben? Zumal PowerSeller meist ein automatisiertes Bewertungssystem verfügen, also standardmäßig positiv bewerten, sobald sie eine positive Bewertung erhalten haben. Wie kommt er überhaupt auf die Idee, man müsse als Verkäufer überhaupt eine Bewertung abgeben? Bewertungen sind freiwillig und dürfen nicht Gegenstand einer Gegenbewertung sein. So wird hier also quasi Raum für Rachebewertungen seitens der Käufer bei nicht erhaltenen Bewertungen geschaffen.
  2. Kennen Sie jemanden, der Versandtaschen, Tesafilm oder Sprit für die Fahrt zur Post verschenkt? Versandkosten beinhalten nunmal mehr als nur den Kauf einer Briefmarke. Und 0,35EUR für Verpackungskosten sind wirklich nicht zu viel.
  3. Ist es so schwer zu begreifen, dass zum einen eine Überweisung bis zu 3 Tage dauern kann, zum nächsten die Post zuweilen auch länger als einen Tag für die Zustellung braucht und zum anderen ein normaler Mensch auch noch andere Dinge zu tun hat als jeden Tag zur Post zu laufen, daher also nicht jeden Tag Zeit für einen Gang zur Post hat?
  4. Schonmal darüber nachgedacht, einen Lappen in die Hand zu nehmen und einmal drüber zu wischen? Dann wäre das Problem aus der Welt.
  5. Oder allgemein: Schonmal darüber nachgedacht, sich vor Abgabe einer negativen oder neutralen Bewertung beim Verkäufer zu melden? Es gibt doch kein Problem, was man nicht lösen könnte.
Der langen Rede kurzer Sinn: Mir ist so etwas glücklicherweise noch nie passiert und ich setze auch alles daran, dass das so bleibt. Daher fände ich es geradezu elephantös, wenn man Käufer, die in der letzten Zeit ungewöhnlich viele negative oder neutrale Bewertungen abgegeben haben, von seinen Angeboten ausschließen, oder deren Gebote zumindest vorher verifizieren könnte. Dann könnte man nachsehen, ob die Bewertungen berechtigt waren, oder wegen einem solchen Firlefanz wie oben beschrieben abgegeben wurden. Kein Verkäufer kann sich hier seine Käufer aussuchen, daher kann jeder mal an so ein schwarzes Schaf geraten und ist dessen Launen somit schutzlos ausgeliefert. Und das stinkt mir ganz gewaltig. Denn wer will sich schon eine negative Bewertung einfangen, weil er mal 3 Tage keine Zeit hatte, zur Post zu gehen?

Alles in Allem finde ich das neue Bewertungssystem durchaus sehr positiv und es wird auch von 99,9% aller Käufer wirklich vorbildlich genutzt (ich hatte, wie bereits erwähnt, noch keine negativen oder neutralen Erfahrungen damit). Das fehlende Promill kann einem jedoch regelrecht die Laune am Verkaufen verderben und seriöse und gewissenhafte Verkäufer in den Wahnsinn treiben.

Daher gebe ich Ihnen folgenden Rat: Nicht jeder Verkäufer mit der ein oder anderen negativen oder neutralen Bewertung muss gleich unseriös sein. Lesen Sie sich die Bewertungstexte genau durch, vielleicht war ja wieder so ein Spaßvogel am Werk, dem eine Zustellung des Artikels eine Woche nach Aufgabe des Überweisungsauftrags zu spät ist.

Nützliche Links

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