Das bedeuten die Härtegrade bei Matratzen

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Das bedeuten die Härtegrade bei Matratzen

Härtegrade als Orientierungshilfe für den Matratzenkauf

Der wohlüberlegte Kauf einer Matratze ist von Bedeutung, weil man über mehrere Jahre Nacht für Nacht auf dieser Matratze schlafen wird. Dennoch ist für die meisten Menschen der Kauf ein Angang, weil sie nicht wissen, worauf es ankommt. Entscheidend sind persönliche Kriterien wie Alter, Gewicht, Körpergröße, Körperbau ebenso wie persönliche Vorlieben. Die sollten nicht außer Acht gelassen werden, denn eine Matratze ist immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und des persönlichen Empfindens. Während der eine von vornherein harte Matratzen favorisiert, fühlt sich der andere nur auf weichen Matratzen wohl. Wichtig beim Kauf einer Matratze sind auch der persönliche Wärmebedarf sowie das Schwitzverhalten. Mancher leidet unter einer Allergie, sodass bestimmte Qualitäten allein schon wegen der fehlenden Materialverträglichkeit ausscheiden. Wer Rückenprobleme hat oder auch unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, sollte dies beim Kauf einer Matratze gebührend berücksichtigen und sich vom Fachmann entsprechend beraten lassen. Das allentscheidende Kriterium ist und bleibt die Liegeprobe. Sie wird letztendlich Klarheit darüber bringen, auf welche Matratze die Wahl fällt.

Orientierung für die Wahl bieten beispielsweise auch die unterschiedlichen Härtegrade von Matratzen. Der Härtegrad einer Matratze bedeutet, dass ein Matratzenmodell in verschiedenen Ausführungen, also Härtegraden, angeboten wird. Diese sind in Kombination mit der Größe, dem Gewicht und dem Körperbau des Liegenden von Bedeutung. Den individuellen körperlichen Voraussetzungen der Menschen möchten die Hersteller gerecht werden, indem sie Matratzen mit unterschiedlichen Härtegraden anbieten.

Die einzelnen Härtegrade von Matratzen

Matratzen haben unterschiedliche Festigkeiten, die als Härtegrade bezeichnet werden. Die Abkürzung für Härtegrade ist der Buchstabe „H“. Die Skala reicht von H1 bis H3, wobei H1 weiche Härtegrade ausweist. H2 kennzeichnet Matratzen mit einem mittleren Härtegrad, während H3 eine Matratze als hart einstuft. Der Härtegrad einer Matratze ist im unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Körpergewicht zu betrachten. Menschen mit einem Körpergewicht von ungefähr 60 Kilogramm wird der Härtegrad H1 empfohlen, also weiche Matratzen. Personen mit einem Körpergewicht zwischen 75 und 80 Kilogramm wird der Härtegrad 2 zugeordnet. Für sie ist demnach eine Matratze mit einem mittleren Härtegrad empfehlenswert. Je schwerer ein Mensch ist, desto höher ist der empfohlene Härtegrad einer Matratze. Dementsprechend betten sich Menschen mit einem Körpergewicht von über 80 Kilogramm am besten auf einer harten Matratze mit dem Härtegrad 3. Die Einteilung in Härtegrade ist lediglich als Orientierungshilfe gedacht. Darüber hinaus spielt vor allem das persönliche Empfinden eine wichtige Rolle. So gibt es immer mehr Menschen, die bevorzugt auf weichen Matratzen schlafen. Vor einigen Jahren war das noch ganz anders. Da konnte eine Matratze unabhängig vom Körpergewicht gar nicht hart genug sein.

Härtegrade für Matratzen – was bedeuten sie wirklich?

Tatsächlich sind die Härtegrade für Matratzen eine Fiktion, denn es gibt keine Standards, keine Normen oder einheitlichen Richtlinien bezüglich der Härtegrade von Matratzen. Die Normen sind nicht einheitlich und unterscheiden sich darüber hinaus auch noch von Hersteller zu Hersteller. Das bedeutet, dass zwei Matratzen von unterschiedlichen Herstellern mit derselben Härtekennzeichnung 2 unterschiedliche Härtegrade aufweisen können. Im Extremfall kann es sogar passieren, dass eine Matratze von Hersteller A mit dem Härtegrad 2 härter ausfällt als eine Matratze mit dem Härtegrad 3 des Herstellers B. Diese Unterschiede können sich noch vergrößern, wenn die Matratzen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind. Hinzu kommt, dass selbst die Einteilung der Härtegrade von H1 bis H3 nicht einheitlich ist. Teilweise gibt es noch feinere Abstufungen, die die Härtegrade in insgesamt fünf Stufen aufteilen und von H1 bis H5 reichen. H1 kennzeichnet dann besonders weiche Matratzen, während H5 für ganz besonders harte Matratzen steht.

Matratzen – eine Sache des persönlichen Empfindens

Fest steht, dass ein schwerer Mensch, der aufgrund seines erhöhten Körpergewichts eigentlich perfekt auf einer harten Matratze gebettet wäre, eine weiche Matratze überproportional stark belastet und deshalb mit einer geringeren Lebensdauer dieser Matratze rechnen muss. Denn aufgrund des höheren Körpergewichts ist eine weiche Matratze viel schneller durchgelegen als die empfohlene harte Matratze. Umgekehrt darf sich ein leicht- und normalgewichtiger Mensch, der eine harte Matratze in sein Bett legt, über eine wesentlich längere Lebensdauer dieser Matratze freuen. Dennoch kann einem schweren Menschen, der sich nur auf einer weichen Matratze wohlfühlt, kaum eine harte Matratze empfohlen werden, nur um deren Lebensdauer zu erhöhen. Der Kauf einer Matratze ist und bleibt vor allem eine Sache des körperlichen Wohlbefindens ist. Schließlich verbringt der Mensch einen großen Teil seines Lebens schlafend im Bett.

Kritik hinsichtlich der Härtegrade

Tatsächlich gibt es einige Kritikpunkte hinsichtlich der Aufteilung in Härtegrade. Auch wenn es sich lediglich um eine Orientierungshilfe, also sozusagen um eine grobe Richtlinie für den Kauf einer Matratze handelt, bleibt anzumerken, dass die Einteilung in Härtegrade oftmals nur im Zusammenhang mit dem Körpergewicht erfolgt. Vollkommen außer Acht gelassen wird die Größe eines Menschen. Das Gleiche gilt für den individuellen Körperbau, beispielsweise ausgeprägte oder schmale Schultern sowie ein ausgeprägtes Becken, ausgeprägte Hüften oder auch das Gegenteil. Eine wichtige Frage ist deshalb auch, worin der Härtegrad einer Matratze eigentlich begründet liegt. Dieser hängt unter anderem auch vom Material ab, aus dem die Matratze gefertigt wird, und dessen spezifischer Dichte.

Federkernmatratzen – die langlebigen unter den Matratzen

Federkernmatratzen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von denen die bekannteste die Taschenfederkernmatratze ist. Ihnen allen ist gemein, dass sie aus einem Stahlfederkern bestehen, dem sogenannten Federkern, dem die Matratze ihren Namen verdankt. Darüber befindet sich die Polsterung, die aus Schaumstoff besteht. Auf dieser Polsterung ist noch ein Bezug, der verschiedene Materialien zum Inhalt haben kann, beispielsweise Sisal, Schurwolle oder Rosshaar. Diese Materialien sind es, die den Härtegrad der Polsterung noch weiter spezifizieren, wobei insbesondere Rosshaar und Sisal Festigkeit erzeugen und damit den Härtegrad erhöhen. Komfortabler ist die Taschenfederkernmatratze, die unterschiedliche Zonen aufweist und das Einsinken bestimmter und einzelner Körperteile abfedert. Federkernmatratzen sind preislich überaus attraktiv. Sie zeichnen sich durch ein ausgesprochen gutes Raumklima aus und dadurch, dass sie über viele Jahre ihre ursprüngliche Form behalten.

Latexmatratzen – die flexible Matratze für jedes Alter

Latexmatratzen sind aus Gummi gefertigt, und zwar entweder nur aus natürlichen Anteilen, aus synthetischen Anteilen oder aus Mischformen. Für die Herstellung wird Latex in eine Stahlform gegossen. Charakteristisch für das Aussehen einer Latexmatratze sind ihre Löcher, die durch in die Stahlform eingearbeitete Heizstifte entstehen. Matratzen aus Naturlatex ist gegenüber solchen aus synthetischem Latex der Vorzug zu geben, da sie wesentlich elastischer sind und sich beim Schlafen besser an die Körperkonturen anpassen. Der Härtegrad von Matratzen aus Naturlatex wird bestimmt durch die unterschiedlichen Verdichtungen sowie Raumgewichte im Taillen- und Rückenbereich. Latexmatratzen zeichnen sich insgesamt dadurch aus, dass sie punktelastisch sind. Sie sind pflegeleicht und kaum anfällig für Milbenbefall. Allerdings haben sie ein hohes Gewicht, was sie gegenüber anderen Matratzen unhandlich macht.

Schaumstoffmatratzen – ganz im Trend

Schaumstoffmatratzen hing lange das Image minderer Qualität an. Doch mittlerweile liegt die gute alte Schaumstoffmatratze in neuer Gestalt ganz im Trend. Sie wird heute als Kaltschaummatratze oder als viskoelastische Matratze angeboten. Während früher für das Aufschäumen von Schaumstoff reines Kohlendioxid verwendet wurde, wird heutzutage nahezu vollständig auf Treibmittel verzichtet. Kaltschaumstoffmatratzen zeichnen sich durch eine hohe Elastizität aus. Sie neigen nicht zur Muldenbildung und sind recht unanfällig für die gefürchteten Bettmilben. Gegenüber der Federkernmatratze zeichnet sich die Schaumstoffmatratze durch eine gute Wärmeisolation aus. Bei einem Brand wirkt sie bei Temperaturen über 400 Grad Celsius allerdings als Brandbeschleuniger. Diese Gefahr kann jedoch durch einen schwer entflammbaren Bezug deutlich reduziert werden. Weniger geeignet ist die Kaltschaummatratze aufgrund ihrer exzellenten wärmeisolierenden Eigenschaften für Menschen, die leicht ins Schwitzen geraten.

Die viskoelastische Matratze weist hinsichtlich der Körperanpassung sehr gute Eigenschaften auf, was an der Verarbeitung des sogenannten Formgedächtnis-Polymer liegt. Das Anpassen und Einsinken bestimmter Körperteile in die Matratze je nach Liegeposition wird durch die Körperwärme verursacht. Vor allem druckempfindliche Körperpartien werden durch die herausragende Anpassungsfähigkeit der viskoelastischen Matratze gegenüber anderen Matratzentypen deutlich entlastet.

Bei qualitativ hochwertigen Schaumstoffmatratzen ist der Kern mit Belüftungskanälen, sogenannten Luftkammern, durchsetzt. Der Härtegrad und die Flexibilität werden dadurch erreicht, dass Schaumstoffe in unterschiedlicher Dichte in der sogenannten Sandwichbauweise verbaut werden. Entscheidend für die Beurteilung einer Schaumstoffmatratze und für deren Härtegrad ist das Raumgewicht (RG), das in Kilogramm pro Kubikmeter angegeben wird. Je höher das Raumgewicht bei gleicher Härte ist, umso besser sind die Gebrauchseigenschaften. Das Raumgewicht wird auf dem Etikett des jeweiligen Produktes vermerkt, wobei sich bei Schaumstoffmatratzen ein Wert von mindestens 28 RG bewährt hat.

Nicht nur der Härtegrad entscheidet

Der Kauf einer Matratze ist kein Spontankauf. Wer sich eine neue Matratze zulegen möchte, sollte in jedem Fall gut informiert und entsprechend vorbereitet sein. Am häufigsten werden zurzeit Schaumstoff-, Latex- und Federkernmatratzen gekauft. Die herkömmliche Federkernmatratze wird bis heute aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften gern genommen. Besonders beliebt sind Taschenfederkernmatratzen, bei denen die unter der Polsterung befindlichen Metallfedern in miteinander verbundene Stoffsäckchen eingenäht sind. Das bedeutet, dass die Matratze punktuell und nicht großflächig beim Schlafen nachgibt, beispielsweise beim Wechsel der Schlafposition. Das kommt vor allem dem Schlafkomfort zugute. Doch auch Schaumstoffmatratzen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Früher wurden sie als Billigware abgetan, heute geht der Trend eindeutig in ihre Richtung. Denn Schaumstoffmatratzen haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter entwickelt, was gleichermaßen auch für Latexmatratzen gilt.

Insgesamt werden bevorzugt mittelharte Matratzen gekauft. Denn die Meinung, dass man sich am gesündesten auf harten Matratzen bettet, hat sich als Vorurteil herauskristallisiert. Insoweit ist es nicht verkehrt, dass sich insbesondere Menschen mit Rückenproblemen eher mittelhart betten. Vor allem Menschen mit Bandscheibenproblemen sind auf mittelharten Matratzen am besten aufgehoben, denn so wird die Wirbelsäule am besten unterstützt. Bei zu harter Unterlage können die Teile der doppel-S-förmigen Wirbelsäule, die nach innen gekrümmt sind, nicht effektiv unterstützt werden. So können selbst bei einer gesunden Wirbelsäule durch den falschen Härtegrad der Matratze vor allem im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich Schmerzen entstehen.

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