Das Wichtigste beim Kauf von Motor, Getriebe & Achsen für Oldtimer

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Die wichtigsten Punkte beim Kauf von Motor, Getriebe & Achsen für Oldtimer

Der Name „Oldtimer“ stammt trotz englischer Wurzeln aus dem deutschsprachigen Bereich. Im englischen Sprachraum können Sie eher die Bezeichnungen classic, veteran oder antique hören. So benannte Pkws haben bereits eine gewisse Altersgrenze überschritten. Youngtimer sind ältere Autos, welche diese Grenze noch nicht erreicht haben, die aber dennoch als Liebhaberautos gekauft und verwendet werden.

So können Oldtimer im deutschsprachigen Raum angemeldet und genutzt werden

In Deutschland liegt die Grenze zum Oldtimer bei einem Alter von dreißig Jahren. Wenn sie zudem noch zu einem großen Prozentsatz aus Originalteilen bestehen und in einem guten Zustand sind, so werden Oldtimer offiziell als Kulturgut gewertet. Deutsche Auto-Sammler können für ihre Fahrzeuge ein sogenanntes Wechselkennzeichen erwerben. Die an der roten 07-er Nummer erkennbaren Tafeln können zwischen mehreren eingetragenen Wagen hin- und herwechseln. Dadurch muss der Besitzer weit weniger Steuern zahlen, als wenn jedes Auto seiner Sammlung einzeln gekennzeichnet und eingetragen werden müsste. Diese Nummerntafeln erlauben allerdings keinen normalen Gebrauch des Fahrzeugs, sondern lediglich das Fahren in die Werkstatt, zu speziellen Oldtimer-Veranstaltungen und so weiter. Natürlich kann mit einem Wechselkennzeichen immer nur eines der eingetragenen Fahrzeuge in Betrieb sein. Zudem müssen einige Voraussetzungen für den Erwerb dieses Kennzeichens erfüllt werden. Nicht alle Behörden und Zulassungsstellen interpretieren diese Vorgaben jedoch gleich.

Besondere Bestimmungen für historische Fahrzeuge

Eine andere Form der offiziellen Anmeldung geschieht über das Oldtimer-H-Kennzeichen. Am Ende der normalen Nummerntafel ist hier ein H angefügt. Dieser Buchstabe wurde dem Namen „historisches Fahrzeug“ entnommen. Besitzer eines so gekennzeichneten Fahrzeugs genießen Steuervorteile, sind von der Abgasuntersuchung befreit und dürfen in sämtliche Umweltzonen einfahren. Doch auch die Vergabe dieser Kennzeichen ist an die Bedingung der Liebhaberei geknüpft und das Auto darf somit nicht als Nutzfahrzeug verwendet werden.

Oldtimer in Österreich und der Schweiz – das gibt es zu beachten

Nicht nur in Deutschland, sondern ebenfalls in Österreich werden historische Fahrzeuge nur dann als solche bezeichnet, wenn sie in einem vertretbaren Zustand und nicht für die ständige Verwendung bestimmt sind. Sie müssen dreißig Lebensjahre überschritten haben oder spätestens 1955 gebaut worden sein. Als erhaltungswürdig gelten jene Fahrzeuge, deren Hauptbauteile noch Original-Teile sind. Nachträglich eingebaute Zubehörteile dürfen zehn Jahre jünger sein, sind allerdings nachweispflichtig und unterliegen ihren eigenen Vorschriften. Oldtimer dürfen in Österreich maximal 120 Tage im Jahr gefahren werden, historische Krafträder sogar nur halb so oft. Fahrer sind dazu verpflichtet, über alle Fahrten Buch zu führen und dieses Dokument beim Fahren bei sich zu tragen. Genauso wie in Deutschland genießen Oldtimer-Besitzer auch in Österreich einige Vorteile. Die EU-konforme Lärmgrenze darf allerdings selbst mit einem historischen Wagen nicht überschritten werden.

Die H-Kennzeichen gelten EU-weit also ebenfalls in Österreich. Um ein solches zu erlangen, muss das Fahrzeug erst einer technischen Überprüfung unterzogen werden. Hierbei wird ermittelt, ob keine zu großen Fahrzeugumbauten oder Leistungssteigerungen vorgenommen wurden. Zu stark veränderten Fahrzeugen wird der Oldtimer-Status zumeist verweigert.

Die Schweiz bezeichnet historische Fahrzeuge als „Veteranen“. Die Oldtimer müssen je nach Gebiet fünfundzwanzig oder dreißig Jahre alt sein, absolut original und in einem ausgezeichneten Zustand sein. Die Anforderungen sind in der Schweiz also entsprechend hoch. Der Veteranenstatus ist ebenfalls steuerlich begünstigt, die Wagen dürfen aber nur maximal 3000 km im Jahr gefahren werden. Interessanterweise gilt die Gurtpflicht nur für Fahrzeuge, die nach der Einführung dieser gebaut wurden. Autos, die vor 1972 hergestellt wurden, dürfen gefahren werden, ohne dass der Fahrer sich anschnallen muss.

Die gängigen Klassifizierungen von Oldtimern

Oldtimer werden in unterschiedliche Zustands-Klassen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt über ein Notensystem:

  • Ein Wagen mit der Note 1 ist in einem nahezu perfekten Zustand. Er ist komplett restauriert und mindestens so erstklassig, wie es direkt nach der Herstellung des Wagens der Fall wäre. Hochtechnische Restaurationsverfahren können manche Eigenschaften des originalen Autos wie die Rostschutzqualität sogar noch übertreffen. Diese Autos müssen mit exakt denselben Motoren und Getrieben ausgestattet sein, welche auch tatsächlich in Autos dieser Marke verbaut wurden. Sollten Sie das Glück haben, einen Wagen dieser Klasse zu besitzen, so müssen Sie beim Kauf eines neuen Motors oder Getriebes sehr genau darauf achten, ein historisch korrektes Modell zu erstehen.
  • Ein Oldtimer, der mit der Note 2 bewertet wurde, befindet sich ebenfalls in einem sehr guten Zustand. Die Restaurierung muss allerdings nicht perfekt sein, Gebrauchsspuren wie Abnutzung oder ausgebesserte Schäden werden in dieser Klasse toleriert. Zeigen sich auch nur kleine Spuren von Rost, so kann der Wagen diese Klasse nicht erreichen. Grundsätzlich dürfen andere Motoren als die Marken-Original-Teile verbaut werden, sie müssen jedoch auch zeitgenössisch sein.
  • Historische Fahrzeuge mit der Note 3 sind die häufigsten Oldtimer. Sie sind fahrtüchtig und dürfen Gebrauchsspuren aufweisen. Sogar Rost darf sich in geringen Mengen an nicht-tragenden Bauteilen angesetzt haben. Der Motor muss nur in Typ und Leistung dem ursprünglichen Motor entsprechen, das Baujahr wird in dieser Klasse dabei nicht gewertet. Besitzen Sie einen Oldtimer, den Sie auch noch fahren wollen, haben Sie in dieser Zustands-Kategorie also deutlich mehr Spielraum, was den Einbau eines neuen Antriebs betrifft.
  • Ein Wagen der Note 4 kann zwar noch gefahren werden, weist aber bereits deutliche Mängel auf. Das Fahrzeug muss vollständig sein, doch nicht alle Fahrteile müssen auch Original-Teile sein. Wenn Sie einen solchen Wagen besitzen und selbst wieder herrichten, ist es also kein Problem, wenn Sie beispielsweise markenfremde Achsen verwenden. Zufriedenstellender ist es wohl dennoch, wenn Sie originale Bauteile auftreiben können. Auch innerhalb dieser Klasse gibt es Unterschiede zwischen Autos, deren Restaurierung bereits in Angriff genommen wurde und jenen, die nach wie vor nicht hergestellt oder gepflegt werden.
  • Der schlechteste bewertbare Zustand wird mit der Note 5 vergolten. Diese Oldtimer sind nicht mehr fahrtüchtig und können nur durch sehr viel Aufwand, verbunden mit hohen Kosten, wieder repariert werden. Es müssen nicht einmal mehr alle Teile des Autos vorhanden sein. Zumeist dienen so klassifizierte Wagen nur noch als Ersatzteillager für besser gepflegte und restaurierte Oldtimer. Gibt es für den Oldtimer noch genügend und leicht zu bekommende Ersatzteile, so ist er innerhalb dieser Klasse mehr wert als ein Wagen, dessen Ersatzteilversorgung nicht gegeben ist. Wenn Sie einen so schlecht bewerteten Oldtimer erwerben möchten, um seine Einzelteile weiter zu verwerten, sollten Sie den Wagen vor einem Kauf unbedingt überprüfen. Sonst kann es passieren, dass genau die Teile, die Sie brauchen – Motor, Getriebe oder Achsen – bereits durch andere, nicht historische Bauteile ersetzt wurden. In dem Fall ist der gekaufte Wagen für Sie wertlos.

Das sagen andere Bewertungssysteme über Oldtimer aus

Doch auch andere Bewertungssysteme geben Auskunft über den Zustand eines Oldtimers, was besonders wichtig ist, wenn Sie vorhaben, ein US Car zu kaufen. Innerhalb der Fahrzeugklasse wird die Ausstattung bewertet. Angegeben wird hierbei, ob diese serienmäßig ist, zeitgenössisch oder nach ihrer Zeit verändert wurde. Auch Nachbau-Fahrzeuge, eine günstige Alternative zu echten Oldtimern, werden kategorisiert.

Die Erhaltungsgruppen unterscheiden zwischen authentischen Wagen. Diese sind komplett im Originalzustand. Originale Wagen wurden noch nie restauriert, ihre Geschichte ist allerdings dokumentiert. Restaurierte Wagen sind genau das – restauriert. Kleinere Abweichungen sind hierbei erlaubt. Wiederaufgebaute Autos sind so weit wie möglich an das Original angelehnt.

Was Sie bei der Suche nach passenden Teilen beachten sollten

Fahrzeuge verschiedenster Hersteller und Marken können als Oldtimer eingestuft werden. Die Kriterien wurden Ihnen bereits genauer erläutert. Das macht die Suche nach einem passenden Getriebe oder Motor nur geringfügig einfacher.

Ersatzteile von beliebten Autos wie dem VW-Käfer oder einem Mercedes Benz können Sie verhältnismäßig einfach bekommen. Je älter Ihr Oldtimer ist, desto schwieriger gestaltet sich eine effektive und erfolgreiche Suche. Vor allem die Restaurierung von Autos aus der Vorkriegszeit kann eine große Herausforderung darstellen. Da die meisten Ersatzteile aus Wagen der qualitativ niedrigsten Stufe ausgebaut wurden, müssen Sie besonders darauf achten, dass diese in einwandfreiem Zustand sind.

Besonders alte und manchmal überraschend wertvolle Fahrzeuge oder Fahrzeugteile können Sie unter dem Suchbegriff Scheunenfund entdecken. Sogenannte Scheunenfunde sind Fahrzeuge, die vor langer Zeit abgestellt und nicht mehr benutzt wurden. Sei es, weil ihre Existenz vergessen wurde oder weil sich der Besitzer einfach nicht um den Verkauf kümmern wollte. Die meisten Scheunenfunde mögen in einem schlechten Zustand und relativ wertlos sein. Hier und da werden allerdings auch echte Raritäten wieder entdeckt. Besitzer, die keinen Bezug zu Oldtimern und deren Wert haben, verkaufen diese oftmals zu sensationell günstigen Preisen. Selbst wenn der Gesamtzustand des Fahrzeugs minderwertig ist, besteht immer noch die Möglichkeit, dass Sie dessen Getriebe oder die Achsen ausbauen und weiterverwenden können.

Hüten Sie sich vor Rost

Kaufen Sie auf keinen Fall Antriebsgeräte, die auch nur ansatzweise Spuren von Rost zeigen. Das Einbauen eines solchen Teils lohnt sich nicht einmal bei einem Schauwagen, der nicht mehr gefahren wird. Denn innerhalb weniger Jahre wird sich der Rost so weit ausgebreitet haben, dass Sie das Getriebe oder den Motor erneut ersetzen müssen. Bewahren Sie also Geduld, so fruchtlos Ihre Suche sich anfangs auch gestalten mag. Warten Sie auf ein passendes Ersatzteil, das auch noch weitere Jahre problemlos überstehen kann.

Oldtimer-Motoren, Getriebe und Achsen bei online kaufen

eBay bietet den großen Vorteil, dass Sie Ihre Suche beliebig in alle Teile der Welt erweitern können. Dafür müssen Sie mit einem Foto und einer Beschreibung des Autoteils vorlieb nehmen und können es nicht mit eigenen Augen untersuchen. Bei günstigen Angeboten ist ein solches Risiko schon in Kauf zu nehmen. Wenn Sie allerdings viel Geld für einen Oldtimer-Motor ausgeben wollen, so sollten Sie sichergehen, dass Sie dem Verkäufer 100%-ig vertrauen und den Artikel bei Bedarf wieder zurückschicken können.

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