Das Teleskop – Hilfsmittel für Himmelsbeobachtungen mit langer Geschichte

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Das Teleskop – Hilfsmittel für Himmelsbeobachtungen mit langer Geschichte

Heutzutage gibt es sehr viele Ausführungen und Arten von Teleskopen. Die unterschiedlichen Teleskoparten werden grundlegend nach dem Wellenlängenbereich, dem Frequenzspektrum und der elektromagnetischen Strahlung gegliedert. Dieser Ratgeber wird Ihnen bei der Auswahl eines Teleskopes helfen.

5 Tipps für den Kauf

Die Öffnung

Es gilt die Regel: Bei einem großen Durchmesser des Spiegels und der Linse können entsprechend mehr lichtreflektierende Flächen und lichtärmere Objekte betrachtet werden. Auch nimmt in der Folge das Auflösungsvolumen zu. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das, was abgebildet wird, detailintensiver wird. Weiter bietet es den Vorteil, dass die Abbildung noch vergrößert werden kann. Als eine sinnvolle Vergrößerung gilt, in Millimetern gerechnet, das Doppelte der Öffnung. Eine weitere Vergrößerung führt zu einer Dunkelung und Unschärfe der Abbildung und ist nicht zu empfehlen.

Ein Beispiel: Ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 200 mm gibt mehr an lichtsammelnder Oberfläche her als ein Teleskop von 150 mm. In Prozentangaben pendelt es sich bei 80 Prozent mehr Fläche ein und bedeutet, dass sie ein Plus an Sichtungsumfang erhalten. So wird es u. a. ermöglicht, Spiralarme von Galaxien zu erfassen, die als lichtschwach gelten. Ein Spiegelteleskop, das mit einem Durchmesser von 200 mm arbeitet, ist z. B. das „Newton“ Teleskop.

Tipp:

Beginnen sie möglichst einfach. Achten Sie zudem beim Kauf auf eine größere Optik. Erfahrungsgemäß reduziert sich die Qualität der Optik, je größer das angebotene Komplettpaket ist. Es ist sinnvoller, sich Ihr Zubehör nach und nach selbst zu beschaffen, angepasst an Ihre Erfahrungswerte und die jeweiligen Einsatzbereiche Ihres Teleskopes.

Refraktor und Reflektor

Beim Refraktor und Reflektor geht es um nichts anderes als um Spiegel und Linse. Anhand von einem Abgleich zwischen Linsen- und Spiegelteleskop können Sie wichtige Entscheidungshilfen für sich erkennbar gestalten. Ein Spiegelteleskop verfügt über eine größere Öffnung als bspw. ein Linsenteleskop. Dies bedeutet, dass Sie bei einem Spiegelteleskop auch lichtschwächere Objekte sichten können. An Planeten wie dem Mond ermöglicht das Linsenteleskop einen höheren Kontrast und bessere Schärfe. Die Ursache für die geringe Schärfe von Spiegelteleskopen ist in der sogenannten Obstruktion erfasst. Im Strahlengang des Hauptspiegels ist der Fangspiegel befestigt und wirft so einen Schatten auf den Hauptspiegel. Daher sollten Sie darauf achten, sich möglichst dünne Fangspiegel-Streben zu beschaffen. Bei Linsenteleskopen treten häufig Farbfehler auf. Das liegt daran, dass die Farbelemente des sichtbaren Lichtes in unterschiedlicher Stärke gebrochen sind. Über apochromatische oder achromatische Linsen ist es möglich, diese Farbfehler zu reduzieren.

Tipp:

Je geringer der Farbfehler sein soll, umso länger muss der Tubus in seiner Ausführung sein.

Wichtig, wenn sie Neueinsteiger sind:

Im Angebot finden sich oft Spiegelteleskope, die mit einer Korrektor-Linse im Okularauszug ausgestattet sind. Diese Teleskope werden unter dem Begriff katadioptrische Teleskope geführt. Die Korrektur-Linsen haben die Aufgabe, die geminderte Qualität des Hauptspiegels auszugleichen. Allerdings muss man anmerken, dass diese Art von Teleskopen nur über eine geringe Schärfe an Planet und Mond verfügt. Beim Kauf eines „guten“ Spiegelteleskopes sollten Sie daher auf die Ausführung „parabolischer Hauptspiegel“ in den technischen Daten achten.

Info:

Spiegel und Linsenteleskop gliedern sich meist im gleichen Preissektor ein.

Die Brennweite - die Länge des Fernrohres

Hier gilt die Regel: Je länger der Tubus in seiner Ausführung ist, umso genauer sind die Abbildungen an Planeten und Mond. Im Sichtungsbereich von Galaxien, im „Deep Sky Bereich“ gilt er dabei als reduziert lichtstark im Gegensatz zu einem kurzen Tubus. Je mehr die Brennweite zunimmt, umso kleiner gestaltet sich der Himmelsbereich, der sichtbar wird. Dies hat zur Folge, dass das Sichten von Himmelsobjekten insgesamt problematischer wird. Schnellen Objekten wie Meteoriten oder Asteroiden können kurzbrennweitige Teleskope folgen. Diese Form von Teleskop ist unter dem Begriff „Richfielder“ geläufig.

Fazit:

Für die Sichtung von schnellen Objekten ist ein kurzer Tubus geeignet, für die Erfassung von „ruhenden Objekten“ ein langer Tubus.

Die Montage

Eine stabile Befestigung eines Teleskopes gilt als das wichtigste Element in der Himmelskörperbeobachtung, da schon geringste Erschütterungen störend sind, vor allem in Bezug auf die Bilderfassung.

Parallaktische Montierungen

Die Bezeichnung parallaktisch ist gleichbedeutend mit „parallel zur Erdachse“. Hier ist die Montierung in Richtung Nordpol gerichtet und jede weitere Erfassung der Erddrehung erfolgt über die Stundenachse. Auf diese Weise lassen sich Planeten beobachten und verfolgen, die nicht „ruhen“.

Azimutale Montierungen

In der azimutalen Befestigung erfolgt das Erfassen nicht über eine, sondern zwei Achsen. Hierbei handelt es sich um eine vertikale und eine horizontale Achse.

Tipp:

Als „Einsteigermodell“ ist u. a. die Dobson-Montierung geeignet. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie preiswerter in ihrer Anschaffung liegt als eine parallaktische Montierung und zudem als sehr stabil gilt. Der Nachteil könnte dabei sein, dass in der Handhabung ein wenig Übung erforderlich ist. Ein späterer Aufsatz einer parallaktischen Montierung ist allerdings auch jederzeit möglich, da Sie hier nur den Tubus auf die neue Montierung aufsetzen müssen. Dies geschieht mit Einsatz von Rohrschellen.

Teleskop Zubehör

An dieser Stelle erhalten Sie eine kurze Übersicht der gängigsten Zubehörteile für Teleskope. Aufgrund des umfassenden Gebietes werden hier nicht alle Elemente einbezogen. Zur Ausstattung eines Teleskopes gehören aber u. a. Okular, Mondfilter, Linsen, Farbfilter, Leitrohr-Adapter, Kompaktkamera-Adapter, Justierlaser, Rohrschellen und Polsucher. Weiter benötigen Sie Prismenschienen, Zenitspiegel, Prisma, Rotlichtlampe, Leuchtpunktsucher, Motoren und Gegengewichte. Auch höhenverstellbare Beobachtungsstühle gehören zum Equipment dazu.

Was benötigen Sie und auf welche Weise?

Für den Beginn gelten drei Okulare, also drei verschiedene Vergrößerungen als genügend. Für die Erfassung von Planeten wie dem Mond sollten Sie einen Mondfilter verwenden. Auf diese Weise können Sie nicht geblendet werden. Ab einem Öffnungsgrad von 8“ ist ein Justierlaser zu empfehlen. Haupt-und Fangspiegel gelangen hin und wieder aus der Justage, der Laser gleicht diese Fehlstellung direkt aus. Parallaktische Montierungen ab NEQ -3-2 sind über eine Go To Steuerung rüstbar. Gegenüber dem Sofortkauf ergeben sich keine Nachteile.

Informative Literatur

Als informative Literatur gelten eine drehbare Sternenkarte, die wasserrobust sein sollte, sowie der „Fernrohrführerschein in vier Schritten“.

Hinweis:

Vergrößerungen, die über dem 250fachen liegen, gelten in unseren Breitengraden als ungeeignet. Als optimal ist eine zweifache Öffnung zu bezeichnen. Ansonsten müssen Sie von einer schlechteren Abbildung ausgehen.

Teleskope für Einsteiger

An dieser Stelle erhalten Sie eine kleine Übersicht empfehlenswerter Teleskope für Anfänger. Zu den geeigneten Teleskopen gehören hier u. a.:

  • Das Spiegelteleskop Newton 114 500 Skywatcher, das auf einer parallaktischen Montierung EQ-1 angebracht ist
  • Das Linsenteleskop Refraktor, mit einer 60 mm Öffnung sowie 700mm Brennweite, auf einer azimutalen Montierung
  • Das Bresser Meade Skylux 70 700 Astro-3 Teleskop
  • Das Modell Skywatcher AC 80 400, das auf einer motorisierte Einarm-Montierung aufgebracht ist und weiter über einen Zenitspiegel, ein Okular und einen Leuchtpunktsucher verfügt
  • Das Skywatcher Maksutov 90 1250 EQ-1 Teleskop.

Teleskope mittlerer optischer Leistung

Zu den Teleskopen, die einer mittleren optischen Leistung entsprechen, gehören u. a.: das 6 Zoll Skywatcher 150 750 Spiegelteleskop, das unter dem Begriff Black Diamond erfasst ist und auf eine parallaktischer Montierung ausgerichtet ist, das 8 Zoll Skywatcher 200 1000 Teleskop mit 2-Achsenmotor und das Maksut 127 1500 Tubus Teleskop, der SynScan Handcontroller für GoTo SkyScan Montierung sowie das SynScan GPS Unit für eine GoTo SkyScan Montierung.

Teleskope gehobene optische Leistung

Hierzu gehören u. a. das 10 Zoll Skywatcher auf EQ-6 SYNSCAN Newton mit 254 mm Öffnung und 1200 mm Brennweite. Des Weiteren zählen das 16 Zoll Black Diamond Collapsible Flextube Dobson Teleskop mit 406 mm Öffnung und 1800 mm Brennweite, das 12 Zoll Newton mit 305 mm Öffnung und 1500 mm Brennweite sowie das 12 Zoll Black Diamond Collapsible Flextube Dobson mit 304 mm Öffnung sowie 1500 mm Brennweite dazu.

Empfehlung für ein Reiseteleskop

Empfehlenswert als „Teleskop für unterwegs“ ist das 102 500 Refraktor auf einer AZ-3 Montierung. Dieses Teleskop passt selbst in einen Motorradkoffer, verfügt über eine gute Abbildungsleistung und ist auch für Naturbeobachtungen geeignet. Aufgrund seines Zweifach-Okulars entspricht es auch professionellen Anforderungen.

Tipps für den Kauf von Teleskopen für Kinder und Jugendliche

Linsenteleskope erscheinen an dieser Stelle geeigneter, da Ihr Kind im Gegensatz zum Spiegelteleskop direkt in den Himmel blickt. Das Ausrichten und Erfassen mit dem Suchfernrohr gestaltet sich einfacher, da man beim Spiegelteleskop von oben und zusätzlich auch seitlich des Tubus schauen muss. Ein weiterer Vorteil von Linsenteleskopen liegt darin, dass es sich auch für Naturbeobachtungen anderer Art eignet. Des Weiteren ist gerade bei Neueinsteigern ein stabiler Unterbau bei seinem Teleskop wichtig. Es gibt zwar keine wirklich „schlechten Fernrohre“ in den Produktpaletten. Allerdings verfügen einige Teleskope über eine unzureichende Befestigung. Oft sind hier Stativ und Montierung zu geringflächig gestaltet. Dann kann es passieren, dass ein erfasstes Objekt bei Berührung des Fernrohres aus dem Gesichtsfeld entweicht. Das Einstellen des Okularwechsels macht es aber erforderlich, das Fernrohr zu bedienen. Aus diesem Grund sollten Sie ein kürzeres Fernrohr in Betracht ziehen, da hier die Hebelwirkung geringer ausfällt. Alternativ können Sie sich auch einfach für eine stabilere Ausführung bzw. Montierung entscheiden.

Teleskope nach Altersgruppe

Je nach Alter ihres Kindes eignen sich unterschiedliche Ausführungen von Teleskopen für die ersten Himmels- oder Naturbeobachtungen.

Teleskope für Kinder ab 6 Jahren

Als empfehlenswert gilt u. a. der „Skywatcher 2,4“ Refraktor mit einem Gesamtgewicht von 4 kg.

Teleskope für Kinder ab 8 Jahren

Hier gilt der „Skywatcher 2,75“ Refraktor“ mit einem Gewicht von 9 kg als geeignet.

Teleskope für Kinder ab 10 Jahren

Ab einem Alter ab 10 Jahren können Sie beispielsweise einen „Skywatcher 3,5“ Refraktor verwenden. Dieser hat ein Gewicht von 13 kg.

Egal für welche Ausführung eines Teleskopes sie sich an dieser Stelle entscheiden, eBay bietet Ihnen eine große Produktpalette an.

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