Das System der Kaffefahrten

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Wohl kaum wo anders wird so getäuscht wie bei den Kaffeefahrten. Das fängt schon mit der Einladung an. Man gewinnt vermeintlich attraktive Preise, ohne je an einem Preisausschreiben teilgenommen zu haben. Keine Angst, den Preis bekommt man nicht. Und der vermeintliche Ausschreiber des Preisausschreibens hat weder einen richtigen Namen, noch eine nutzbare Anschrift. Der Grund liegt auf der Hand. Gewonnene Preise lassen sich einklagen. Da einige Teilnehmer eine Rechtsschutzversicherung haben, scheint den Veranstaltern dies eine gute Möglichkeit, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Alle Produkten bekommen sonderbare Eigenschaften: Vitaminpillen und Wärmedecken verhindern Krankheiten, was in anderen Fällen dort auch Kopftöpfe tun. Wärmedecken kämpfen tapfer gegen den Elektrosmog und Betten aus der ersten Schurr eines Schafes lassen alle Besuche ruhig und ohne Bakterien schlafen. Damit nicht genug: Alle diese wundersamen Dinge kommen erst später in den Handel und werden nur heute während dieser Veranstaltung und exklusiv verkauft. Kaufen darf nur, wer von dem so genannten Sprecher einen Kaufgutschein ergattern kann.Keine Angst: Sollte die Zahl der Interessenten die der Kaufgutscheine überschreiten, bekommen auch noch die nicht vorgesehenen Interessenten die Ware. Das schuldet man schließlich seinen Kunden. Wofür der ganze Aufwand? Natürlich geht es allein darum, Geld zu machen. Während der Einzelhandel mit einem Aufschlag von 50% bei solchen Waren rechnet, schlagen die Kaffefahrtenunternehmer schon mal 200% drauf, also das Vierfache. Denn nicht nur der Ausflug muss bezahlt werden und auch die Beköstigung kosten Geld und die Handelsvertreter wollen ihre Provision. Es gibt eine ganze Masse Ausfall an Forderungen, den nicht alle wollen und können die übereilten Käufe bezahlen. Dann ist da aber im Hintergrund der Unternehmer, der ein gutes Leben zu schätzen weiß. Hinter dem steht ein Fabrikant, der die Produkte speziell für die Kaffefahrten herstellt und die Kaufpreise finanziert. Denn trotz der Spannen reicht dafür das Kapital der Kaffeefahrtenunternhmer nicht aus. Wie schützt man sich vor solchen Reinfällen. Am Besten immer: Nicht mitfahren. Wenn man schon mitfährt: Nichts kaufen. Neben diesen altklugen Überlegungen ist es noch ganz ganz wichtig, sich zu merken, was da über die Produkte gesagt worden ist und sich Namen und Adressen von Mitgeschädigten aufzuschreiben. Dass da gelogen und betrogen wird, wissen alle. Das diesen Leuten zu beweisen, ist aber schwierig, jedoch die beste Waffe gegen solche Kaffeefahrten. Scheuen sie sich nicht, auch eine Strafanzeige zu erstatten. Denn oftmals wird nicht nur ein Betrug begangen, sondern auch gegen Wettbewerbs- und Gewerbevorschriften verstoßen. Die Veranstalter schätzen es nicht besonders, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden. Passiert das oft genug, laufen sie Gefahr, mit einem Berufsverbot belegt oder die Gewerbeerlaubnis wegen Unzuverlässigkeit entzogen zu bekommen.
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