Das Silber der Ostsee - erfolgreiches Fischen auf Meeresforellen & Co

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Was ist beim Kauf von Beifängern, Dorschfliegen und Garnelenfliegen zu beachten?

Die Meeresforelle wird auch das „Silber der Ostsee“ genannt. Dieser Raubfisch ist in unseren Breiten in der Nord- und Ostsee sowie der Atlantikküste beheimatet und ein beliebter Zielfisch für Sportangler. Als Fangmethode eignet sich sowohl das Spinning als auch das Fliegenfischen. Beide Fangarten besitzen durch ihre besondere Technik einen zusätzlichen Reiz und machen das Meeresangeln auf den flinken Lachsfisch zu einem äußerst interessanten Erlebnis. Lesen Sie hier, welche Köder und Vorfächer Sie für Meeresforellen benötigen und was Sie beim Flugfischen auf den schnellen Räuber beachten sollten.

Der Fisch der 1000 Würfe – Besonderheiten der Meeresforellen

Für den Sportangler ist die Meeresforelle durch ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen interessant. Sie ist nicht leicht zu fangen und heißt darum auch „der Fisch der 1000 Würfe“. Abhängig von der Jahreszeit, den Witterungsverhältnissen und dem Alter der Forelle gibt es sowohl aktive Fressphasen als auch relativ inaktive Ruhephasen. Der erste Schritt zu einem erfolgreichen Fang beinhaltet also die genaue Kenntnis von Lebenszyklus, Nahrung und Fressgewohnheiten dieser Meeresräuber.

Der Lebenszyklus der Meeresforelle

Die Meeresforelle legt ihre Eier, wie andere Lachsfische auch, im Kiesbett von Süßwasserflüssen ab. Die geschlüpften Fische verbringen die ersten Jahre in diesem Fluss. Erst nach ca. 2-4 Jahren wandern sie den Fluss hinunter, um fortan im Meer zu leben. Zur Laichzeit im Herbst ziehen die Meeresforellen wieder die Flüsse hinauf, um am Ort ihrer Geburt selbst Eier abzulegen. Anders als beispielsweise der Lachs sterben die Meeresforellen nach dem Laichen jedoch nicht, sondern treten den Rückweg ins Meer an. Während der „Reisezeiten“ den Fluss hinauf und hinab benötigen die Fische sehr viel Energie und fressen daher sehr intensiv, was sich positiv auf ihr Beißverhalten auswirkt.
Während ihres Aufenthalts im Meer wandert die Meeresforelle auf Futtersuche durch unterschiedliche Wasserzonen. So steht sie im Frühjahr beispielsweise gerne im Flachwasser entlang der Küsten. Im Sommer dagegen ist ihnen das Wasser dort nicht sauerstoffhaltig genug und sie ziehen bis zum Herbst größere Tiefen auf offener See vor. Das Gleiche gilt für den Winter. Die kalte Jahreszeit verbringt die Forelle wiederum auf offener See, wo das Wasser eisfrei bleibt. Dieses Verhalten bedeutet für den Angler, dass er im Herbst und Frühjahr von der Küste aus auf Meeresforellen angeln kann. Im Winter und Sommer jedoch vom Kutter aus erfolgreicher sein wird.

Fangmethoden für Meeresforellen

Meeresforellen und im Meer lebende Regenbogenforellen lassen sich sowohl durch Spinn- als auch durch Fliegenfischen erfolgreich angeln. Beide Techniken erfordern einiges Geschick in Sachen Wurftechnik und Köderpräsentation. Daneben gibt es mit dem Sbirolino-Fischen eine neue Fangtechnik aus Italien, die die Eigenarten mehrerer herkömmlicher Angelmethoden in sich vereint und ebenfalls gute bis sehr gute Ergebnisse liefert. Im Folgenden werden die einzelnen Techniken und die benötigte Ausrüstung kurz erklärt. Damit erhalten Sie einen ersten Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten.

Spinnangeln– mit Blinker und Gummifisch auf Meeresforellen

Am häufigsten wird an der Küste mit der Spinnrute auf Meeresforelle geangelt. Diese Technik ermöglicht es, vom Ufer aus die Fanggründe der großen Fische zu erreichen. Mit der Fliegenrute ist das Überbrücken der weiten Entfernungen nicht möglich. Daher gelingen beim Spinning mit etwas Glück auch Fänge mit kapitaler Größe. Gebräuchliche Methoden beim Spinnfischen sind das Pilkern und das Blinkern. Für beide Arten wird als Grundausstattung eine stabile Spinnrute benötigt. Steckruten sind aufgrund ihres Aufbaus generell stabiler als Teleskopruten. Je weniger Steckverbindungen die Rute aufweist, desto stabiler ist die Konstruktion. Produkte mit einer Verbindung sollten diese jedoch nicht genau oder in der Nähe der Mitte besitzen, da dies ebenfalls zu Stabilitätsverlusten führt.

Worauf Sie bei Spinnruten sonst noch achten sollten

Außerdem sollte die Spinnrute ein stabiles Rückgrat haben, um auch dem Drill eines großen Fisches gewachsen zu sein. Spinnruten sind meist zwischen 2,70 m – 3 m lang und besitzen ein Wurfgewicht bis zu 60g. Dazu kommt eine salzwasserresistente Rolle mit einem Fassungsvermögen für mindestens 200m Schnur.

Geeignete Angelschnur für das Spinnen sind starke, monofile Varianten. Das heißt, Schnüre, die aus einem einzigen Strang bestehen. An diese Hauptschnur wird mit einem Wirbel ein stabiles Raubfischvorfach aus Metall befestigt. Im Gegensatz zu geflochtenen Modellen dehnen sich monofile Schnüre. Diese Dehnung dient als Puffer und absorbiert einen Teil der Kräfte, die der Fisch beim Drill entwickeln kann. Dadurch reißen sie seltener als geflochtene Schnüre.

Geeignete Köderarten für Meeresforellen

Zum Raubfischangeln mit der Spinnrute kommen verschiedene Kunstköder für Salzwasser wie Gummifische, Wobbler, Blinker, Spinner, Gummikrebse und Garnelen zum Einsatz. Auch die Verwendung eines Beifängers lohnt sich oft. Dieser wird zwischen Hauptschnur und Vorfach montiert und besitzt einen Köder, der für den Zielfisch für einen Konkurrenten gehalten wird. Entweder wird die Forelle sich nun um so mehr beeilen und sich den angebotenen Hauptköder vom Vorfach holen. Oder sie wird versuchen, den Rivalen zu vertreiben und attackiert dazu den Beifänger. Beide Möglichkeiten bieten gute Chancen, dass der Fisch tatsächlich hakt. Übrigens können Sie damit auch andere Raubfische wie Dorsche oder Hornhechte zum Biss verleiten.

Die unterschiedlichen Köder beim Spinnfischen

Köder beim Raubfischangeln können ganz verschieden aussehen. Von einfachen Modellen wie dem Spinner oder Blinker über den Twister bis hin zum Wobbler und zum Gummifisch. Alle gemeinsam sind darauf aus, die Aufmerksamkeit des Raubfisches zu erregen. Der Blinker setzt dabei auf optische Reize. Er besteht aus einer blinkenden Metallscheibe, die unterschiedliche Lichtreflexe aussendet. Der Spinner verfährt ähnlich, indem die beweglich aufgehängte Konstruktion stetig Drehbewegungen ausführt.

Wobbler und Gummifische

Eine ganz andere Kategorie Kunstköder sind die Wobbler und Gummifische. Sie sehen aus wie Beutefische und sind in Form und Größe den natürlichen Vorbildern nachempfunden. Wobbler können durch eine Vorrichtung im Maul an der Wasseroberfläche schwimmen, andere tauchen langsam ab oder schweben im Wasser, während wieder andere Varianten auf Grund sinken. Zudem gibt es einteilige und mehrteilige Wobbler. Die beweglichen Zwei- und Dreiteiler sollen Schwimmbewegungen nachahmen und den Meeresforellen, Dorschen und anderen Zielfischen einen zusätzlichen Anreiz bieten.

Gummifische imitieren ebenfalls die Beutetiere der Raubfische. Allerdings muss sie der Angler durch unterschiedliches Zupfen oder Einholen der Schnur selbst in Bewegung halten. Für Meeresforellen eignen sich auch Gummikrebse und -garnelen als Köder. Da Fische Farben gut sehen und unterscheiden können, gibt es diese Köder  in vielen verschiedenen Ausführungen.

Fliegenfischen an der Küste – kunstvoll und effektiv

Neben dem Spinning ist auch das Flug- oder Fliegenfischen auf Meeresforellen sehr erfolgversprechend. Gerade im Frühjahr und Herbst, wenn die Fische sich in Küstennähe befinden, und dort Jagd auf kleine Garnelen, Krebse, Schnecken und Würmer machen, kann eine geschickt platzierte Fliege einen Guten Fang mit sich bringen. Hier ist der Fliegenfischer sogar im Vorteil, da er mit Bindestock und Haken diese Köderarten wesentlich feiner und naturgetreuer herstellen kann. Der Spinnfischer muss dazu auf die gröberen Modelle aus seiner Köderbox zurückgreifen.

Gebräuchliche Köderfliegen für Meeresforellen sind unterschiedliche Dorsch- und Garnelenfliegen. Eine der erfolgreichsten Fliegenarten und Garnelenimitationen ist die Pattegrisen. Sie wurde von dem Dänen Claus Eriksen auf Fünen entwickelt. Sie können diese Kunstfliege entweder direkt kaufen oder sich selbst im Fliegenbinden versuchen. Die Anleitung ist in vielen Sachbüchern und Ratgebern zum Thema Fliegenfischen enthalten. Das Binden der Pattegrisen erfordert etwas Fingerspitzengefühl und Übung, aber wenn Sie den Bogen heraus haben, können Sie diesen bei Meeresforellen und Dorschen sehr beliebten Kunstköder bald in großer Stückzahl anfertigen.

Muddler, Zonker und Co

Daneben gibt es zahlreiche weitere Fliegenarten, auf die die Meeresforelle besonders anspringt. Zu ihnen gehören diverse haarige Muddler oder Zonker sowie die Fliegen Mickey Finn oder Mysis in unterschiedlichen Größen. Die Fliegenrute ist auch beim Küstenfischen zwischen 3,60 und 4,20 m lang und besitzt mindestens 100m einer speziellen Fliegenschnur. Diese bildet beim Fliegenfischen das Wurfgewicht, da der Fliegenköder selbst nur wenige Gramm auf die Waage bringt und damit für einen weiten Auswurf viel zu leicht ist.

Mit Sbirolino und Pattegrisen beim Meeresangeln

Eine Sonderform des Spinnangelns auf Raubfische ist der Sbirolino. Im Grunde ist diese Technik eine Mischung aus verschiedenen Angelmethoden, denn der Sbirolino sieht aus wie eine Pose, dient jedoch nur als Wurfgewicht und die verwendete Rute ist ähnlich lang wie die der Fliegenfischer. Gleichzeitig sorgen die aerodynamische Form und der speziell befestigte Köder dafür, dass sich der Sbirolino ständig dreht. Das hat ihm auch seinen Namen (Sbirolino = italienisch für Propeller) eingebracht. Entwickelt wurde diese Angeltechnik auf Forellen in Italien und feierte dort große Erfolge.
Inzwischen ist der Sbirolino auch hierzulande in vielen Größen und Formen erhältlich. Für Meeresforellen werden überwiegend Kunstfliegen als Köder verwendet. Alternativ zum Sbirolino wird auch noch hin und wieder die Wasserkugel mit Fliege verwendet. Allerdings steigen viele Fliegenfischer inzwischen auf die fängigeren Spirolinos um. Die Wasserkugel dient ebenfalls als Wurfgewicht, wenn die Forellen nur auf kleinere Köderarten wie Nass- oder Trockenfliegen anspringen. Sie wird je nach gewünschtem Gewicht mit Wasser gefüllt und mithilfe zweier Ösen zwischen Hauptschnur und Vorfach platziert.

Fazit

Das Angeln auf Meeresforellen gehört zu den abwechslungsreichen Herausforderungen im Angelsport. Sie können diese Zielfische entweder mit einer Spinnrute und Kunstködern wie Blinkern, Wobblern oder Gummiködern fangen oder das Fliegenfischen mit von Hand gewickelten Fliegen einsetzen. Je nach angewandter Technik kommt dabei ein anderes Angel-Set zum Einsatz. Faszinierend am Fischen von Meeresforellen ist auch ihr unterschiedliches Verhalten. Ein genaues Beobachten der Fanggründe sowie die jahreszeitlichen Wechsel der Standorte ist für das erfolgreiche Angeln dieses Raubfisches unerlässlich. Die gute Vorbereitung, die hochwertige Ausrüstung sowie eine ausgefeilte Wurftechnik machen das Meeresforellenfischen zu einer der Königsdisziplinen mit jeder Menge Herausforderungen für Profis und Einsteiger.

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