Das Seben SBX-5 Stereo(!???!)Mikroskop- eine gute Wahl

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Hochwertige technische Details wie die federnden Objektivfronten, das gleichmäßig ausgeleuchtete Bildfeld dank der Köhler´schen Beleuchtung, der präzise Kreuztisch, die optisch hervorragenden Weitfeldokulare u.s.w. seien der Gerätebeschreibung zu entnehmen! Die theoretisch angegebene Maximalvergrößerung ist allerdings unter der Einschränkung zu betrachten, dass das mitgelieferte Ölimmersionsobjektiv bei einer numerischen Apertur von 1,25 real eine 1.250-fache Vergrößerung zu liefern vermag, eine weitere Vergrößerung ist eigentlich eine sogenannte tote. (Auch der Kinobesucher, der ganz nahe an der Leinwand sitzt, sieht trotzdem nicht mehr!) Es handelt sich beim SBX-5, das ich seit längerem zu vollster Zufriedenheit im Einsatz habe, zweifelsfrei um ein wertiges binokulares Mikroskop, die Bezeichnung "Stereomikroskop" ist irreführend und sachlich unrichtig (wenn auch recht werbewirksam!).Während ein Stereomikroskop mit zwei Objektiven und zwei Okularen (parallaxenbedingt) zwei blickwinkelmäßig unterschiedliche Abbildungen des betrachteten Objektes erzeugt, die dann in unserem Sehzentrum des Gehirns echte 3D- oder Stereoräumlichkeit ergeben, wird beim binokularen Mikroskop ein Bild aus einem einzigen Objektiv durch ein Prisma auf zwei Okulare verteilt. Es fehlen hierbei die Parallaxe und naturgemäß auch eine echte Räumlichkeit. Dennoch gibt es ein wesentlich plastischeres, auch größer erscheinendes Bild, weil sich unser Sehzentrum quasi durch die Eindrücke über beide Augen irreführen lässt. Mit echter 3D-Räumlichkeit hat das aber nichts zu tun! (Einen ähnlichen Effekt gibt es auch bei großlupigen Diabetrachtern durch gewisse Verzerrungen, da jedes der Augen  von einer anderen Seite  durch eine gegenseitige Linsenkrümmung blickt. Dadurch wird das Sehzentrum dermaßen irritiert - da beide Netzhäute leicht verschiedene Bilder sehen - dass dem Betrachter eine gewisse Räumlichkeit vorgegaukelt wird. Unser Gehirn ist eben gewohnt, verschiedene Bilder als "räumlich" zu erleben, was normalerweise ja zutreffend ist.)                                                                                                                                                                    Ergänzend sei noch bemerkt, dass (optische) Stereomikroskope bauartbedingt relativ geringe Vergrößerungsleistungen erbringen (max.: ca. 100-fach). Je stärker nämlich die Eigenvergrößerung eines Objektivs, desto näher muss dieses an das Untersuchungsobjekt herangeführt werden. Bei zwei Objektiven ergeben sich räumliche Engpässe...größerer Abstand bedeutet aber längere Brennweite und damit auch geringere Vergrößerung.




Es handelt sich beim SBX-5 also um ein qualitativ hochwertiges, empfehlenswertes, optisches Gerät von ausgereifter Präzision - ein STEREO-MIKROSKOP aber ist es nicht!

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