Das Schienennetz mit Spur-H0-Gleismaterial erweitern

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Das Schienennetz mit Spur H0 Gleismaterial erweitern

Erweiterung des Schienennetzes Ihrer H0-Modelleisenbahn

Sie besitzen bereits eine stattliche Modelleisenbahn im Maßstab 1:87 und möchten diese erweitern? Mit dem vielfältigen Spur-H0-Gleismaterial ist es problemlos möglich, diese Idee zu realisieren. Dabei empfiehlt es sich, vor dem Bau und dem Kauf weiteren Gleismaterials einen Plan des neuen Abschnitts anzufertigen. Dieser sollte den Platz, der Ihnen für die Erweiterung zu Verfügung steht, mit berücksichtigen. So erhalten Sie einen Überblick darüber, welches Gleismaterial Ihnen noch fehlt. Unter Umständen benötigen Sie neue Verbindungsstücke und müssen einen Teil der bereits bestehenden Strecke umbauen, um den neuen Abschnitt zu integrieren. Der Fantasie und Kreativität sind bei der Gestaltung Ihres neuen Schienenabschnitts keine Grenzen gesetzt. Dieser Einkaufsratgeber verschafft Ihnen einen Überblick über die Spur H0 und deren Gleismaterial und gibt Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand für die Erweiterung Ihres Schienennetzes.

Die Geschichte der Spur H0

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es Überlegungen, Tischmodellbahnen zu entwickeln, die kleiner und somit platzsparender sind als die bis dahin gängigen Spurgrößen Spur 1 mit einem Maßstab von 1:32 und Spur 0 mit einem Maßstab von 1:45. Bing ist das erste Unternehmen, das eine solche kleinere Tischbahn herstellt; die Modellspurweite beträgt dabei 16 mm. Diese Spurweite erhält jedoch erst 1935 ihre offizielle Bezeichnung 00, als auf der Leipziger Frühjahrsmesse die Trix Express präsentiert wird. Im gleichen Jahr stellt auch Märklin eine Modelleisenbahn im gleichen Maßstab vor. Aufgrund der geringen Größe passt sie problemlos in ein Kinderzimmer. Zudem sind die Produktionskosten erheblich geringer als bei den größeren Maßstäben. Diese Ersparnis können die Hersteller an die Kunden weitergeben. Schnell avanciert die Spur 00 zur beliebtesten und meist verwendeten Normgröße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Spur 00 in Spur H0 umbenannt. Im Jahr 1953 wird die Spurweite durch Trix von 16 mm auf 16,5 mm ausgeweitet. Andere Hersteller orientieren sich an dieser Veränderung und folgen Trix.

Charakteristika der Spur H0

Wie andere Nenngrößen auch ist die Spur H0 nach den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM) und den Normen der National Model Railroad Association (NMRA) genormt. Demnach beträgt sie einen Maßstab von 1:87. Da dieser halb so groß ist wie der der Spur 0, die einen Maßstab von 1:45 hat, erhält sie in den 1940er-Jahren den Namen H0, der für "halb Null" steht. In England wird sie jedoch bis heute Spur 00 genannt. Dort hat sie einen Maßstab von 1:76,2. Die Modellspurweite beträgt – sowohl in England als auch in Deutschland sowie in Kontinentaleuropa – für die Normalspur 16,5 mm bei einer Vorbildspurweite von 1435 mm.

Spur H0 – Die Technik des Gleismaterials

Gleichstrom (DC) oder Wechselstrom (AC) – diese Frage ist fest mit dem Schienenmaterial für Modelleisenbahnen verbunden. Bei Gleisen der Spur H0 hängt dies mit den verschiedenen Gleissystemen zusammen. Für die Spur H0 existieren insgesamt drei verschiedene Systeme:

  • das Zweischienen-Zweileiter-Gleissystem,
  • das Dreischienen-Zweileiter-Gleissystem und
  • das Dreischienen-Dreileiter-Gleissystem.

Dabei weist jedes der Gleissysteme sowohl Vorteile als auch Nachteile auf.

Zweischienen-Zweileiter-Gleissystem

Das Zweischienen-Zweileiter-Gleissystem verwendet Gleichstrom für den Fahrbetrieb. Dabei bildet jede Schiene ein elektrisches Potenzial. Ebenso wie die Spurweiten sind auch die Profilhöhen der Schienen nach NEM genormt. Darin wird für die Spur H0 eine Schienenprofilhöhe von 2 mm bzw. 2,5 mm empfohlen. Der große Vorteil des Zweischienen-Zweileiter-Gleissystems liegt in der internationalen Normung, durch die ein großes, vielfältiges Angebot an Gleismaterial verschiedener, renommierter Hersteller möglich wird. Des Weiteren ist das Sortiment an passenden Fahrzeugen weltweit enorm groß. Der Nachteil liegt in fehlenden elektrischen Funktionen. So kann auf diesem System keine Gleisbesetztmeldung über beide Gleise erfolgen. Zudem sind für Kehrschleifen und Gleisdreiecke besondere Schaltungsmaßnahmen notwendig, damit es nicht zum Kurzschluss kommt.

Dreischienen-Zweileiter-Gleissystem

Beim Dreischienen-Zweileiter-Gleissystem ist die mittlere der drei Schienen elektrisch isoliert. Oft wird dieses Modell als wenig wirklichkeitsnah verschrien. So ersetzt Märklin Mitte der 1950er-Jahre die mittlere Schiene durch kammförmige Leiter. Diese sind unter der Schwelle verborgen und nur als Punktkontakt sichtbar. Daher wird diese Variante auch als Puko-Gleis bezeichnet. Um einen Kontakt zwischen Außenschiene und Mittelschleifer an Kreuzungen und Weichen zu vermeiden, müssen die Punktkontakte die Außenschienen überragen. Bei diesem System gilt es zu beachten, dass Märklin derzeit das einzige Unternehmen ist, das ein Vollsortiment dafür produziert. Dank spezieller Sätze zum Nachrüsten können einfache Zweigleise anderer Hersteller jedoch zu Mittelleitergleisen umgerüstet werden. Die Hersteller unterscheiden sich auch in dem Punkt, ob mit Wechselstrom oder Gleichstrom gefahren wird. Es gibt jedoch Vorbilder, die über eine Mittelschiene verfügen. So sind in London und Umgebung Untergrundbahnen sowie Vorort-Bahnen mit Stromschienen in Mittel- und Seitenlage ausgestattet.

Dreischienen-Dreileiter-Gleissystem

Das Dreischienen-Dreileiter-Gleissystem wird im Jahr 1935 von Trix präsentiert. Charakteristisch für dieses System sind drei elektrisch gegeneinander isolierte Schienen. Dank dieser technischen Innovation ist auf diesen Schienen der Zweizugbetrieb möglich. Folglich können gleichzeitig zwei Züge unabhängig voneinander auf einem Gleis fahren. Dafür fließt der Strom für einen Zug von der Mittelschiene zur rechten Außenschiene, während er für den zweiten Zug von der Mittelschiene zur linken Außenschiene fließt. Seit 1951 ist auf diesem Gleissystem ein Dreizugbetrieb möglich. Für diesen Fall wird die Anlage durch eine elektrisch funktionsfähige Oberleitung ergänzt.

Vielseitiges Spur-H0-Gleismaterial

Ein neuer Abschnitt, der Ihr bisheriges Schienennetz ergänzt, soll sich harmonisch in das Gesamtbild Ihrer Modelleisenbahn einfügen. Um dies zu gewährleisten, gibt es vielseitiges und umfangreiches Spur-H0-Gleismaterial. Geraden, Kurven und Weichen sorgen für Abwechslung und fügen sich ideal mit Ihrem bisherigen Schienennetz zusammen. Dabei sollten Sie genau darauf achten, welches neue Material mit Ihrem alten kompatibel ist.

Geraden

Ob Sie im Innenraum Ihres Schienennetzes einen neuen Abschnitt bauen oder dieses nach außen hin ergänzen: Geraden in unterschiedlicher Länge sorgen dafür, dass sich einzelne Streckenteile perfekt zusammenfügen lassen. So entstehen keine Lücken, und die Gleise laufen nicht Gefahr zu überlappen. Zudem eignen sich Geraden hervorragend für schnellere Abschnitte entlang idyllischer Gebäude oder um Abstellgleise zu bauen.

Kurven

Gebogene Gleise bieten die Möglichkeit, Individualität und Abwechslung in das Schienennetz zu bringen. Die einzelnen Gleisstücke lassen sich dabei beliebig kombinieren. Ob Sie eine leichte Abzweigung benötigen, eine 90°-Kurve oder eine 180°-Wendung bauen: Bei der Gestaltung haben Sie völlig freie Hand. Wie der Kurvenverlauf im Endeffekt aussieht, bestimmen Sie durch die Anzahl der gebogenen Gleisstücke, die Sie hintereinander stecken.

Kreuzungen

Kreuzungen sind besonders hilfreich an Stellen, an denen die Wege zweier Gleise sich überschneiden. So muss keines der beiden Gleise enden. Dabei sollten Sie jedoch stets den Winkel mit einrechnen, in dem die Gleise aufeinander zulaufen. Für einen besonders geringen Winkel gibt es schmale Kreuzungen. Diese eignen sich auch, wenn Ihnen in der Breite an einer Stelle etwas weniger Platz zur Verfügung steht.

Weichen

Besonders vielseitig lassen sich Weichen einsetzen. Des Weiteren sorgen sie für eine abwechslungsreiche Fahrt der Züge, wenn diese auf freier Strecke das Gleis wechseln können und dadurch der Streckenverlauf variiert. Renommierte Hersteller bieten ein großes Spektrum an Weichen. Das erlaubt Ihnen, Ihre Strecke nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Weichen ermöglichen einen Gleiswechsel sowohl auf gerader Strecke als auch innerhalb einer Kurve. Das bietet besonders viel Flexibilität für den Aufbau. Sowohl reguläre Weichen als auch Bogenweichen gibt es nach rechts sowie nach links ausgerichtet. Wie bei Kreuzungen gibt es auch schlanke Weichen, die sich im Winkel, in dem sich die beiden Gleise voneinander entfernen, von regulären Weichen unterscheiden. Als außerordentlich praktisch stellt sich eine Dreiwegweiche dar. Diese erlaubt den Gleiswechsel an einem Punkt nach links sowie nach rechts. Eine weitere spezielle Weiche, die sich für einen besonders vielseitigen Einsatz eignet, ist die Kreuzungsweiche. Diese ist Kreuzung und Weiche zugleich. So haben die Züge an dieser Stelle die Möglichkeit, das Gleisstück zu passieren wie eine reguläre Kreuzung oder auf der Seite, aus der sie kommen, geradeaus weiterzufahren.

Spezielle Gleisstücke

Neben den regulären Gleisabschnitten gibt es spezielle Gleisstücke. So sind sowohl gerade sowie gebogene Gleise in der Funktion als Schaltgleise erhältlich. Zudem gibt es Entkupplungsgleise. Damit Züge am Ende eines Abstellgleises nicht entgleisen, sind Gleisenden mit Prellbock, die das Ende markieren und den Zug stoppen, sehr praktisch.

Fazit

Seit über 100 Jahren erfreuen sich Groß und Klein an Modelleisenbahnen. Besonders faszinierend an den Modellen sind die große Detailliebe und die exakte Originaltreue. Um ein individuelles Schienennetz mit abwechslungsreichen Streckenabschnitten zu kreieren, benötigen Sie umfangreiches Gleismaterial. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, wie vielseitig das Gleismaterial für eine Anlage im Maßstab 1:87 ist.

 

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