Das Sammlerherz schlägt höher: Japanische Mangas kaufen

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Das Sammlerherz schlägt höher: Japanische Mangas kaufen

Auch wenn die Ursprünge der japanischen Mangas bis ins frühe 8. Jahrhundert reichen, sind sie erst seit Ende der 80er Jahre in Europa wirklich bekannt, erfreuen sich seitdem aber zunehmender Beliebtheit.
Es gab schon viele Fans, ehe die Mangas wirklich bekannt waren: Die Comicserien „Heidi“, „Sindbad“ und „Kimba, der weiße Löwe“ haben ihren Ursprung in Japan. Der große Durchbruch kam mit der Serie „Sailor Moon“, der sehr bald „Dragonball“, „Dragonball Z“ und „Pokémon“ folgten.
Es war insbesondere der Erfolg von „Sailor Moon“, der dazu führte, dass Verlage wie Carlsen, Dino/Panini oder EMA Mangas in ihr Programm aufnahmen. Wer heute in eine Buchhandlung kommt, sieht sich einer großen Auswahl verschiedener Mangas gegenüber, die kaum noch zu überschauen ist.

Die Geschichte der Mangas

Im 12. Jahrhundert zeichneten buddhistische Mönche Bildergeschichten, in denen sich oft Tiere wie Menschen benehmen. Ab dem 16. Jahrhundert kamen auch erotische Darstellungen hinzu, die sich ab dem 17. Jahrhundert als übliche Holzschnittbilder schnell verbreiteten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die japanischen Comics stark von europäischen Karikaturen, den Comic Strips der USA und den Disney Zeichentrickfilmen beeinflusst, sodass die heute bekannten Mangas entstanden.
Manga ist ein japanischer Begriff und bedeutet schlichtweg „Comic“. Der Begriff setzt sich zusammen aus „man“ („spontan“) und „ga“ („Bild“). Außerhalb von Japan werden fachwissenschaftlich ausschließlich Comics aus Japan als Mangas bezeichnet, während in Japan selbst sämtliche Comics unabhängig von ihrem Ursprung Manga genannt werden.
Um japanische Mangas abzugrenzen, werden Comics aus Südkorea als Manhwa und Comics aus China als Manhua bezeichnet. Zunehmend finden sich auch Mangaka, Mangazeichner, außerhalb von Japan. Kenner finden hier jedoch leicht Unterschiede im Zeichenstil im Vergleich zu den japanischen „Originalen“.
Übrigens: In Deutschland gibt es schon länger eine Diskussion darüber, wie der korrekte Plural von Manga lautet. Bisher wird sowohl Manga als auch Mangas verwendet.

Als Anime werden die Zeichentrickfilme mit den Stilelementen der Mangas bezeichnet. Heute gibt es neben den Mangas und Animes auch eine Vielzahl weiterer Fanartikel zu den beliebten Figuren aus den Comcis zu kaufen, darunter Poster, Artbooks und Figuren, aber auch Kostüme oder Nachbildungen der Gegenstände aus den verschiedenen Mangas.
Auch gibt es einige Zeichner, die eigene Geschichten um ihre Lieblingsfiguren anderer Mangas zeichnen und diese „Dōjinshi“ (auch „Dōjin“), fangezeichnete Mangas, im Eigenverlag drucken und verkaufen. Bei eBay finden Sie nicht nur die bekannten ins Deutsche übersetzten Mangas, sondern auch eher unbekannte Werke oder japanische Originale.

Der besondere Zeichenstil von Mangas

Kurioserweise wurden nur wenige der typischen Mangaelemente aus der traditionellen japanischen Kunst verwendet, sondern Stilelemente aus der westlichen Kunst, die aber wiederum von der klassischen japanischen Kunst inspiriert waren.
Gelesen werden Mangas zumeist von rechts nach links und von hinten nach vorne, was bei westlichen Lesern eine gewisse Gewöhnung voraussetzt. Insgesamt zeichnet sich der Mangastil dadurch aus, dass die Figuren sehr vereinfacht und schlicht dargestellt werden, wodurch aber eine große Bandbreite teilweise comichaft übertriebener Gefühle dargestellt werden kann. So stellt ein großer Schweißtropfen am Kopf der Figur Verlegenheit oder Peinlichkeit dar, während ein Kreuz auf der Stirn durch Ärger und Wut anschwellende Blutgefäße symbolisiert. Mangas mit ernsteren und realistischeren Geschichten beinhalten diese Stilelemente allerdings meist nicht.
Im Gegensatz zu westlichen Comics sind Mangas zudem in Schwarz-Weiß mit Grauabstufungen gehalten und weisen höchstens einzelne Farbseiten auf. Zu den weiterhin bekanntesten Stilelementen gehört das Kindchenschema gerade bei weiblichen Figuren durch große Köpfe und Kulleraugen.
Eine bekannte Zeichenart ist „Super Deformed“ oder „Chibi“, bei der die Figuren bewusst nicht anatomisch korrekt, sondern sehr vereinfacht mit übergroßen Köpfen dargestellt werden.

Verschiedene Mangas für verschiedene Zielgruppen

Der Stellenwert von Mangas ist in der japanischen Gesellschaft deutlich höher als in Deutschland. Es gibt Mangas zu den verschiedensten Themen und Bereichen für jede Altersgruppe. Gedruckt werden sie in Schwarz und Weiß auf billigem Papier, um meist nach einmaligem Lesen wie eine Zeitung fortgeworfen zu werden.
Nur teurere Mangas mit Farbseiten gelten als Sammlerobjekte. Auch Erwachsene lesen in Japan gerne und oft Mangas. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Ausrichtungen und Themen von Mangas sind fließend und werden stets neu gezogen. Einige grundlegende Ausrichtungen lassen sich aber gut ausmachen.
Manche Serien wie Pokémon und Ranma lassen sich nicht klar einer Zielgruppe zuordnen, da sie zumindest in Deutschland sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen beliebt sind. Da die Darstellung von Gewalt und Sex in den Mangas für ein eher erwachsenes Publikum meist erheblich deutlicher ist als in westlichen Comics, ist es hilfreich, den ungefähren Inhalt eines Mangas vor dem Kauf zu kennen.
Wenn Sie unsicher sind, da Sie einen Ihnen unbekannten Manga kaufen wollen, kontaktieren Sie den Verkäufer, um Ihre Fragen zu beantworten. Einige der Begriffe, mit denen verschiedene Mangaarten voneinander unterschieden werden, sind nicht in den Artikelbeschreibungen vorhanden, sodass eine Suche unter Einbeziehung dieser Begriffe nicht immer zum Erfolg führt, auch wenn die gesuchten Mangas durchaus angeboten werden.

„Shōjo“: Mangas für Mädchen

Der Begriff „Shōjo“ wird für Mangas verwendet, die sich an Mädchen richten. Beliebte Themen sind „Magical Girls“, in denen neben den alltäglichen Themen wie Schule und erste Liebe auch Magie und der Kampf gegen überirdische böse Mächte dargestellt werden.
Bekanntestes Beispiel hierfür ist die Serie Sailor Moon, zu der es neben den Mangas zahlreiche weitere Fanartikel gibt. Neben Humor und Romantik wird auch Boys Love, Liebe zwischen zwei männlichen Charakteren, gerne behandelt. Hier spricht man auch von „Shōnen Ai“, was übersetzt „Jungenliebe“ bedeutet.
Weitere sehr bekannte Serien sind Fushigi Yuugi, Fruits Basket und Seimaden. Neben den bekannten Serien finden Sie bei eBay eine große Auswahl verschiedener Shōjo Mangas.

„Shōnen“ Mangas richten sich an Jungs

Die „Shōnen“ Mangas, deren Zielgruppe Jungs sind, zeichnen sich meist durch Action und ein gewisses Maß an Gewalt und Kampf aus. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist Dragonball. Aber auch Horror und Erotik werden verwendet.
Sehr bekannte Serien sind neben Dragon Ball auch Naruto und Gundam Wing. Bei einer Suche unter dem Begriff „Shōnen“ sollten Sie darauf achten, dass viele der Suchergebnisse Mangas sind, die das Thema „Shōnen Ai“, Jungenliebe, behandeln, und nicht in die „Shōnen“ Kategorie gehören.

„Josei“ Mangas richten sich an Frauen

„Josei“ lässt sich als „Frauencomic“ übersetzen. Diese Kategorie richtet sich speziell an erwachsene Frauen. Anders als bei den „Shōjo“ Mangas für Mädchen sind die Themen dieser Mangaart meist realistischer und drehen sich um die Arbeit, die Familie und zwischenmenschliche Beziehungen. Bekanntere Serien sind Honey and Clover und Nodame Cantabile.

„Seinen“ sind Mangas für Männer

„Seinen“ bedeutet übersetzt „junger Mann“ und umschließt als Mangaart ungefähr die Altersspanne von 18 bis 30, wobei auch ältere Männer noch diese Mangas lesen. Allerdings verkaufen sich Mangas dieser Art in Deutschland nicht sehr gut, da die Zielgruppe meist kein Interesse an Mangas hat.
Da Sie diese Serien nur selten und nur in sehr gut sortierten Buchläden finden, ist eBay die ideale Alternative, um schwer erhältliche Mangas zu finden. Zu den bekannteren „Seinen“ Mangas zählen Monster und Naru Taru.

Mangas für Erwachsene: Nicht nur Erotik

Da einige Mangas Erotik und explizit dargestellte sexuelle Handlungen beinhalten, die für den westlichen Geschmack oft sehr heftig sind, haben Mangas generell einen leicht schmuddeligen Ruf bekommen, der sich durch die große Beliebtheit „harmloser“ Mangas aber zunehmend legt. Tatsächlich machen Mangas mit sexuellem Inhalt nur einen Bruchteil der Bandbreite der japanischen Comics aus.
Für die Mangas mit pornografischem Inhalt ist der Begriff „Hentai“ gebräuchlich, während softere Mangas mit sexuellem Inhalt zumeist als „Etchi“ bezeichnet werden. In die zweite Kategorie fällt zum Beispiel die bekannte Reihe Manga Love Story, die eine ausgefeilte Story und mehrschichtige Charaktere besitzt.
Während „Shōnen Ai“ sich auf die romantische Beziehung zwischen zwei männlichen Charakteren bezieht, bezeichnet der Begriff „Yaoi“ Mangas mit expliziten sexuellen Handlungen zwischen zwei männlichen Figuren. Finden diese expliziten Handlungen zwischen Frauen statt, spricht man von „Yuri“.

Bekannte alte Mangaserien mit Sammlerwert

Zu den beliebtesten Sammlerstücken gehören neben japanischen Mangas, die oft noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden und so nur Kennern bekannt sind, auch die ersten Serien, die nach Deutschland kamen und durch ihren Erfolg den Weg für weitere Mangas ebneten. Neben der schon erwähnten Serie Sailor Moon, die maßgeblich dazu beigetragen hat, gehört auch Die Rosen von Versailles (vielen bekannt als die Animeserie „Lady Oscar“) ebenso zu diesen begehrten Mangas wie „Kimba der weiße Löwe“. Da diese Serien wegen ihrer Beliebtheit neu aufgelegt wurden, sind gerade die alten Ausgaben sehr gefragt.

Auch andere Artikeln rund um die Mangas haben heute besonderen Sammlerwert. So zum Beispiel Sammelkarten. Besonders beliebt sind noch immer vor allem Dragonball und Yu-Gi-Oh Cards.

Artbooks mit aufwendigen Bildern der Figuren aus Mangas

In Deutschland sind nicht nur Mangas beliebte Sammlerstücke. Auch Artbooks, die oft aufwendig kolorierte Zeichnungen enthalten, sind bei Sammlern begehrt. Da das Hauptaugenmerk auf den Bildern liegt und sie nur wenig Text enthalten, bestehen deutlich weniger Verständnisprobleme als bei japanischen Mangas selbst.

Magazine enthalten verschiedene Mangas

Insbesondere in Japan sind Magazine beliebt, die wöchentlich oder monatlich erscheinen und verschiedene Mangaserien vorstellen, ähnlich den fortlaufenden Romanen unserer Tageszeitungen. Mit jeder Ausgabe werden die Geschichten für einige Seiten fortgesetzt. Viele bekannte Mangaka begannen ihre Karriere mit kurzen Geschichten für solche Magazine, durch die sie zu Bekanntheit kamen und in Verlagen die Chance erhielten, „echte“ Mangas zu veröffentlichen. In Deutschland gibt es bisher nur wenige dieser Magazine, aber auch die japanischen Exemplare sind beliebte Sammlerstücke.
In Deutschland werden diese Magazine zunehmend bekannter. Die beiden bekanntesten sind Daisuki, das sich an Mädchen richtet, und Banzai, dessen Zielpublikum Jungs sind. Der Vorteil dieser Magazine für Fans und Verlage ist, dass verschiedene Mangas angetestet werden können, ohne dass ein gesamter Band produziert oder gekauft werden muss. Geschichten, die durch Magazine zu großer Beliebtheit kommen, werden später oft als Mangas veröffentlicht, wie es in Deutschland beispielsweise mit „Fruits Basket“ geschehen ist.

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