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Das Richtige für Ausschlachter & Co: defekte Fernsehgeräte

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Das Richtige für Ausschlachter & Co: defekte Fernsehgeräte
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Das Richtige für Ausschlachter & Co: defekte Fernsehgeräte

Der Fernseher! Was wäre das Wohnzimmer ohne ihn? Er gehört zu den meist genutzten Elektronikgeräten in unserem Haushalt. Mittlerweile ist die alte Generation von Röhrenfernsehern fast ganz abgetreten. Die Deutschen sind mittlerweile zu einem großen Teil auf Flachbildgeräte umgestiegen. Dabei kann man das immer wieder gehörte Argument, die Nutzung des Fernsehers würde aufgrund des Internets langsam zurückgehen, nicht bestätigen.

Tatsächlich ist die Fernsehernutzung in Deutschland ungebrochen. Was jedoch beim Generationenwechsel von Röhren- zu Flachbildgeräten stark ins Blickfeld geriet: Die neuen „Mattscheiben“ leben viel kürzer als ihre Röhrenvorgänger. Zwar waren diese auch keine Wunderwerke der Langlebigkeit, sie hielten im Schnitt aber immerhin bis zu zehn Jahre. Diese Lebensspanne hat sich bei den neuen Geräten stark verkürzt.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Unterhält man sich mit Experten, bekommt man schnell eine Antwort. Die heutigen Geräte sind so konstruiert, dass sie schnell kaputt gehen. Diese geplante Veralterung – auch geplante Obsoleszenz genannt – spült den Herstellern mehr Geld in die Kassen. Das hängt damit zusammen, dass die Reparatur eines defekten Gerätes in den meisten Fällen kaum noch zu bezahlen ist. Stattdessen kauft man sich ein neues Gerät.

Aus einem defekten Fernsehgerät das Beste herausholen

Defekte Fernseher gibt es daher wie Sand am Meer. Sie werden im Internet und in Kleinanzeigen angeboten und sind Fundgruben für Bastler, die die Geräte „ausschlachten“. Doch hier ergeben sich oft Schwierigkeiten. Je kleiner und integrierter die Bauteile sind, desto schwieriger wird deren Entnahme. Dieser Ratgeber möchte einige Hinweise und Tipps zum Ausschlachten von gebrauchten und defekten Fernsehern geben.

Da im Fernseherbereich heutzutage eine große Vielfalt von verschiedenen Typen zu finden ist, sind die hier beschriebenen Verfahren notwendig allgemeiner gehalten. Der Ratgeber wird zunächst einen groben Überblick über die vorhandenen Typen geben. Weiterhin macht er Ausführungen zu allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen, die in jedem Fall zu beachten sind.

Darüber hinaus wird er Ihnen Hinweise zum richtigen Vorgehen und zu nützlichen Werkzeugen geben. Als Letztes steht die Frage im Raum, wie man die übrig gebliebenen Komponenten adäquat entsorgen kann. Auch hierüber wird Ihnen der Ratgeber Auskunft geben können.

Unterschiedliche Fernsehertypen: ein kurzer Überblick

Grob lassen sich heutige Fernseher in zwei Klassen unterteilen. Auf der einen Seite befinden sich die älteren Röhrenfernseher, die sich äußerlich besonders durch ihre Kastenform und einen häufig gewölbten Bildschirm auszeichnen. Auf der anderen Seite sind die modernen Flachbildfernseher. Diese zeichnen sich durch eine allgemein flache Bauweise bei gleichzeitig größeren Bildschirmabmessungen aus.

Röhrenfernsehgeräte sind mittlerweile am aussterben

Noch vor ein paar Jahren war der Begriff „Fernseher“ ganz und gar mit Fernsehgeräten verbunden, die mithilfe einer Bildröhre arbeiteten. Die Bildröhrentechnik bestimmte die Konstruktion von Fernsehern seit Beginn an. Die Bildröhre ist – nach Karl Ferdinand Braun – eine sogenannte „Braunsche Röhre“. Ihr Funktionsprinzip soll folgend kurz angedeutet werden.

Die eigentliche Bildröhre ist ein trichterförmiger Glasbehälter. In diesem herrscht ein Vakuum. Im hinten befindlichen Röhrenhals befindet sich eine Kathode, vorne ist eine Anode (der eigentliche Bildschirm) angebracht. Das Fernsehbild besteht aus vielen kleinen Bildpunkten. Je nachdem, wie hell ein bestimmter Bildpunkt sein soll, werden mehr oder weniger Elektronen von der Kathode zur Anode beschleunigt. Hier regen die Elektronen eine spezielle Leuchtschicht an.

Dabei wird die Richtung des Elektronenstrahls durch zwei Ablenksignale in einer entsprechenden Zeilenzahl und Bildfrequenz über über den Bildschirm geführt. Dabei wird der Elektronenstrahl zeilenweise von links nach rechts und von oben nach unten geführt. Die Summe der unterschiedlich hellen Bildpunkte ergibt dabei das Fernsehbild. Dabei wird die Wiederholrate eines kompletten Durchlaufes in Herz angegeben.

Bei Farbfernsehgeräten kommen noch einmal weitere Bauteile hinzu. Das Besondere am Farbfernseher ist, dass nicht nur eine Kathode, sondern gleich drei besitzt. Diese sind leicht gegeneinandergesetzt und sind für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zuständig. Mittels eines feinen Metallgitters wird garantiert, dass die Elektronen jeder Kathode den entsprechenden Fluoreszenzpunkt der jeweiligen Farbe treffen.

Flachbildfernseher sind heute Standard

Im Zuge des 21. Jahrhunderts kamen sogenannte Flachbildfernseher auf den Endverbrauchermarkt. Diese setzten sich allmählich aufgrund verschiedener Vorteile gegenüber den herkömmlichen Röhrenfernsehern durch. 2006 wurden daher erstmals mehr Flachbildfernsehgeräte verkauft als Röhrengeräte. Bei Flachbildfernsehern herrschen unterschiedliche Techniken vor, die kurz erläutert werden wollen. Diese sind wie folgt:

Darüber hinaus existieren weitere Kategorien, beispielsweise OLED-, SED- oder FED-Fernseher, die jedoch keine nennenswerte Verbreitung am Markt besitzen.

Das Erfolgsrezept der Flachbildfernseher ist ihre wesentlich geringere Abmessung gegenüber den herkömmlichen Röhrenfernsehern. Große und schwere Bauteile wie zum Beispiel der Glaskolben der Braunschen Bildröhre fallen hier ganz weg. Die digitale Gerätetechnik der Flachbildfernseher bringt viele Vorteile mit sich.

So lässt sich beispielsweise das ein Fernsehgerät umgebendes und störendes Licht messen. Das erledigen Sensoren im Rahmen des LCD-Fernseherbildschirms. Diese können die Bildverstärker so nachsteuern, das das Bild, je nach Umgebungslicht kontrastmäßig verbessert wird. Dies ist nur ein Beispiel. Röhrengeräte eigenen sich grundsätzlich nicht für solche Maßnahmen.

Auch bei der Bildschirmgröße haben die Flachbildschirme die Nase vorn. Besonders Plasmabildschirme eignen sich für großflächige Bildanzeigen. LED-Bildschirme wiederum nutzen die sehr stromsparende und wenig Hitze entwickelnde LED-Technik als Hintergrundbeleuchtung.

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen beim Ausschlachten von Fernsehern

Im Folgenden sollen einige allgemeine Vorsichtsmaßnahmen Erwähnung finden, die im Vorfeld und während des Ausschlachtens eines Fernsehers beachtet werden sollten.

  1.  Bevor Sie die Hand an ein Gerät legen, stellen Sie sicher, dass Sie zuvor das Gerät vom Netzstrom abgetrennt haben. Dieser Hinweis klingt in Ihren Ohren vielleicht banal. Das Ziehen des Netzsteckers wird allerdings sehr häufig vergessen.
  2. Seien Sie vorsichtig bei alten Röhrenbildschirmen! Das betrifft nicht nur Fernseher, sondern zum Beispiel auch Monitore. Auch noch der Trennung vom Stromnetz können die Geräte noch eine gewisse Zeit lang eine hohe Spannung abgeben. Das Sicherste ist es, das Gerät einfach ein paar Tage nicht ans Netz anzuschließen.
  3. Beachten Sie besonders auch noch einmal die Sicherheitshinweise an den Geräten selbst. Sollten Sie noch über eine Bedienungsanleitung verfügen, durchsuchen Sie auch diese nach relevanten Sicherheitsinformationen.
  4. Sorgen Sie für einen adäquaten Luftzustrom. Beim Ausschlachten können je nach nach Bauteil durchaus schädliche Dämpfe entstehen.

Welche Werkzeuge sollte man zur Verfügung haben?

Möchten Sie bestimmte Komponenten aus einem defekten Fernseher ausbauen, sollten Sie einige Werkzeuge parat haben, die Ihnen das Arbeiten erleichtern können. Ganz zuvorderst steht hier der Lötkolben. Mit seiner Hilfe können Sie den Leiterplatinen zu Leibe rücken.

Neben dem Lötkolben sollten Sie ein paar robuste Schraubendreher zur Verfügung haben. Diese gibt es in kompletten Sets mit verschiedenen Größen in Kreuz- und Schlitzformat. Zangen dürften Ihnen auch weiterhelfen. Für die sehr grobe Arbeit, die manchmal auch ein gewisses Maß an Kraftaufwand erfordert, sollten Sie einen Schraubstock bereitliegen haben.

Haben Sie eine beispielsweise eine Platine aus dem Gerät entfernt, möchte man diese zunächst etwas säubern. Hierfür kann man einen kleinen Kompressor benutzen oder greift zu einem Staubwedel. Alternativ hilft auch ein Mikrofasertuch oder ein Druckluftspray für besonders hartnäckige Stellen.

Allgemeines Vorgehen beim Ausschlachten

Haben Sie den Fernseher einmal geöffnet, halten Sie kurz inne und schauen Sie sich alle Bauteile genau an. Unter Umständen lassen sich gewisse Bauteilkombinationen noch miteinander nutzen. Wenn man das Gerät noch nicht gut kennt, macht es Sinn, sich zu vergegenwärtigen, welche Funktion einzelne Bauteile erfüllen.

Fangen Sie damit an, überflüssige Teile wie Kabel, Stecker oder Schalter zu entfernen. Es bietet sich weiterhin an, die Platinen nach der Entnahme nicht unmittelbar auszuschlachten. Heben Sie die Platinen auf und löten Sie Bauteile erst dann aus, wenn Sie sie gebrauchen können. Das fördert die Übersicht.

Was die Ausbeute anbelangt, so lässt sich feststellen, dass sie meistens am höchsten ist, je älter das Gerät ist. Neue Geräte sind in der Regel zu einem sehr großen Teil unbrauchbar, da alle Bauteile hochintegriert und oberflächenmontiert sind (SMD).

Was lässt sich ausschlachten und auslöten?

Im Folgenden möchte Ihnen der Ratgeber einige Hinweise dazu liefern, was Sie bei einem defekten Fernseher überhaupt ausschlachten können. Wie bereits erwähnt, sind ältere Röhrengeräte besonders profitabel.

Passive und zweibeinige Bauteile

Passive zweibeinige Bauelemente lassen sich besonders einfach auslöten. Das können beispielsweise Widerstände sein, oder Dioden bzw. Kondensatoren. Erhitzt man die Lötstelle an der Unterseite der Platine, kann man diese ganz einfach herausziehen. Da diese Bauteile meistenteils sehr robust sind, kann nicht viel passieren.

Transistoren

Das Auslöten wird bei Transistoren schwieriger. Sie besitzen nicht nur zwei, sondern gleich eine ganze Mehrzahl an Beinchen. Außerdem sind Transistoren wenig hitzebeständig. Hier muss man aufpassen. Und hier ist auch Schnelligkeit gefragt.

Integrierte Schalkreise und mehrpolige Bauteile

Für ICs gibt es kein Patentrezept. Hier gibt es mehrere Methoden. Man kann es entweder mit einer Entlötsauglitze oder einer Entlötpumpe versuchen. Oder man erhitzt die Lötstelle so lange, bis das sich das Kupfer von der Platine löst. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung beispielsweise einer Säge, um das Bauteil freizulegen, und dem Durchtrennen der Pins mit einer Kneifzange.

Was man mit den Überresten macht: richtig entsorgen

Die einfachste und beste Methode, die Überreste, die Sie nicht mehr brauchen, zu entsorgen, besteht in der Abgabe beim Werkstoffhof. Leben Sie in einer Region bzw. einer Kommune, die Sperrmülltermine besitzt, können Sie das Gerät auch am entsprechenden Termin abholen lassen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Gerät an eine Firma zu geben, die sich auf die Reparatur von Fernsehgeräten spezialisiert hat. Das ist natürlich nur dann realistisch, wenn Sie den Fernseher nur teilweise ausgeschlachtet haben. Eine letzte Möglichkeit würde in dem Versuch bestehen, das Gerät weiterzuverkaufen.

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