Darum ist ein DKW-Motorrad ein Muss für jeden Oldtimer-Freak

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Darum gehört ein DKW-Motorrad in die Sammlung eines jeden Oldtimer-Freaks

Bereits 1904 gegründet und als Unternehmen für die Herstellung von Zubehör für Dampfmaschinen und Haushaltsgeräte bekannt geworden, machte sich DKW im Jahr 1916 daran, Dampfkraftwagen zu entwickeln. Daher kommt auch die Firmenbezeichnung DKW, wobei D für Dampf, K für Kraft und W für Wagen steht. Die Produktion lief nie richtig an, übrig geblieben ist jedoch die Bezeichnung DKW, die sich die Firma auch patentrechtlich schützen ließ. Während die Dampfwagenentwicklung stagnierte, kaufte DKW Rechte an einem Zweitakt-Kleinmotor. Dieser Motor wurde als Spielzeugmotor gefertigt und die Bezeichnung richtete sich abermals nach den drei Buchstaben DKW: Die Maschine hieß „Des Knaben Wunsch". Aus dem Spielzeugmotor entwickelte die Firma einen serienreifen Hilfsmotor für Fahrräder, der auf den Gepäckträger geschnallt wurde und die warme Luft an das Gesäß des Fahrers blies. Im Volksmund nannte man diese Konstruktion ganz ordinär „Arschwärmer". Damit war jedem klar, was ihn mit dem Kauf eines solchen Gerätes erwartete. Der Motor wurde für damalige Verhältnisse sensationell oft verkauft, nämlich über 10.000 Mal.

Eine Legende wird geboren: 1922 begann DKW mit der Herstellung von Motorrädern

Das erste Modell, das DKW auf den Markt brachte, war das sogenannte Reichsfahrtmodell. Der Name lässt sich aus einem gewonnenen Rennen ableiten, das der ADAC im damaligen Deutschen Reich veranstaltet. Der Name des Rennens war „Reichsfahrt". Das Reichsfahrtmodell erinnerte optisch noch stark an das Fahrrad mit Hilfsmotor von einst, hatte ebenfalls einen Zweitaktmotor und einen Hubraum von 142 Kubikzentimeter bei einer Leistung von 1,5 PS. 1925 folgte ein Motorrad mit 206 ccm und Einzylindermotor, das für 750 Reichsmark zu haben war. Damit war es günstiger, als die damalige Konkurrenz, und es avancierte zum erfolgreichsten Modell der frühen Produktionsjahre. Vorkriegsmodelle sind heutzutage allerdings quasi nicht mehr verfügbar.

Eine gesetzliche Regelung, die 1928 für Motorräder in Kraft trat besagte, dass alle Motorräder mit einem Hubraum von maximal 200 ccm steuerfrei blieben und ohne Führerschein von jedermann gefahren werden durften. Daraufhin verringerte DKW, mittels Verkleinerung der Zylinderbohrung um einen Millimeter, den Hubraum auf 198 ccm und brachte eine Luxusvariante auf den Markt, die DKW Luxus 200. Das Fahrzeug wurde auch als „Blutblase" tituliert, weil der Tank in einem leuchtenden Rotton lackiert war. In der Vorkriegszeit wurden jedoch noch mehr Modelle produziert und das Angebot reichte von den kleinen Maschinen mit 198 ccm bis hin zu großen Maschinen mit 600 ccm, wie etwa die Super Sport 600. Bei Weitem am häufigsten verkauft wurde jedoch die RT 100, die insgesamt 72.000 Mal vom Band lief. RT steht übrigens für „Reichstyp". Die DKW RT 125 wurde beginnend im Jahr 1939 serienmäßig produziert. Auch die Wehrmacht benutzte die DKW RT 125. Nach dem Krieg diente die RT 125 als Basismodell, das für die Weiterentwicklung im Osten Deutschlands vom Industrieverband Fahrzeugbau, kurz „IFA" genannt und in Westdeutschland von der Auto Union heran gezogen wurde.

Die Produktion von DKW-Motorrädern setzte sich auch in der Nachkriegszeit weiter fort

Im Rückblick lässt sich erkennen, dass die DKW RT 125 wohl die am häufigsten kopierte Maschine weltweit ist. Der bekannte Hersteller Yamaha brachte 1955 ein Modell heraus, das exakt der RT 125 entsprach. Einzig die Hinterradfederung wich vom Vorbild ab. Die Motorräder der Marke DKW sind Inbegriff eines Motorrades und Mythos zugleich, etwas ganz besonderes und gehören aufgrund ihrer weitreichenden Geschichte und vielfältigen Modellvarianten zu den Highlights in der Oldtimerszene. Nach Kriegsende wurde die Produktion von Motorrädern, bis zum Verkauf des Unternehmen 1958 an die Zweiradunion Nürnberg, fortgesetzt. Diese änderte die Technik drastisch, sodass eingefleischte Fans das Ende der Ära DKW mit dem Jahr 1958 verknüpfen. Doch zwischen 1945 und 1958 liefen noch einige Motorräder vom Band, die auch heute noch unter Oldtimerfans begehrt sind und bei eBay angeboten werden. Dazu gehören die Hummer, der DKW Hobby-Roller sowie verschiedene RT-Modelle mit einem Hubraum von 125 bis 350 ccm. Neben den Modellen für den zivilen Gebrauch stellte DKW auch Motorräder für den Rennsport her.

Der DKW Hobby Motorroller gilt als Pionier in der deutschen Zweirad-Szene

Nicht nur die RT 125 hat einen Sonderstatus inne und ist ein Glanzstück jeder Oldtimer-Sammlung. Auch der DKW Hobby Motorroller nimmt einen besonderen Platz ein. Als technische Neuheit führte er 1954 das Automatikgetriebe ein. Kenner der Szene titulieren den Hobby Motorroller sogar als Vorläufer aller Automatikroller, auf die sich die heutigen modernen Zweiräder allesamt zurückführen lassen. Ein Automatikgetriebe wurde bis dahin nur bei amerikanischen Autos der Luxusklasse eingesetzt. Bei der DKW Hobby kann ein stufenloses Keilriemenscheiben-Wandelgetriebe zum Einsatz, das auch als „System Uher" bekannt ist. Dabei sitzen die Antriebsscheiben auf der Kurbelwelle. Durch die Abstimmung der Fliehkraftgewichte auf die Zentralfeder passt sich die Leistung des Motors automatisch dem Bedarf an und hält dabei gleichzeitig den Verbrauch niedrig. Nur 1,75 Liter benötigte der Hobby-Roller deshalb auf 100 km.

Damals hatte der Motorroller eine ganz neue Zielgruppe im Blick. Günstig produziert und praktisch für den Stadtverkehr geeignet, sollten neue Käuferschichten angesprochen werden. Der Automatik-Roller sollte den sinkenden Absatz der anderen DKW Motorräder ein Stück weit auffangen. Vorbild für den Hobby-Motorroller war die DKW Golem, die bereits 1921 hergestellt wurde. Der einmalige Motorroller hielt noch weitere Besonderheiten bereit. Er wies 16-Zoll-Räder auf, die eine stabilere Straßenlage und damit mehr Sicherheit gewährleisten sollten. Außerdem war die Karosserie so konzipiert, dass der Durchstieg eben und die Bodenfreiheit hoch waren. Ebenfalls neuartig war die Hinterrad-Federung, die aus einer Schwinge bestand. Vorne kam die bereits vielfach verwendete Telegabel zum Einsatz. Die Schwingenfederung der Hinterachse wurde auch bei den nachfolgenden Motorradmodellen eingesetzt.

Das Modell DKW Hummel erfreute sich großer Beliebtheit und verbrauchte nur 1,1 Liter auf 100 km

1956 kam die DKW Hummel auf den Markt. Es war ein Moped, das für damalige Verhältnisse eine moderne Konstruktion aufwies. Das Moped wirkte wie aus einem Guss, denn der Fahrzeugkörper war sorgfältig und verwindungsfest verschweißt worden. Sehr elegant und glatt gefiel das Modell vielen Käufern und wurde sehr oft nachgefragt und bestellt. Deshalb wurde eine zusätzliche Luxusvariante herausgebracht, die als DKW Hummel Luxus bezeichnet wurde. Das Moped wies einen Hubraum von 49 ccm auf und hatte eine Leistung von 1,35 PS bei einem geringen Verbrauch von 1,1 Litern auf 100 km. Das Dreigang-Getriebe der Hummel stellte eine Innovation auf dem deutschen Markt dar. Es war enorm hochwertig und belastbar. Eine Hummel schaffte mühelos sogar Bergpässe, wie den Groß-Glockner oder den Brenner, denn das Moped konnte Steigungen bis 22 Grad bewältigen. Eine weitere Besonderheit weist die Hummel zusätzlich auf: Das Moped war auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h beschränkt und deshalb lag der Fokus bauseits auf einem gleichbleibenden Drehmoment. Diese technische Ausrichtung bescherte der Hummel eine ausgezeichnete Beschleunigung, die sich bei 2000 Umdrehungen pro Minute optimal entfalten konnte. Sollten Sie bei eBay auf eine gebrauchte Hummel des Baujahres 1956 stoßen, dürfen Sie sich auf einen nahezu unverwüstlichen Zweitaktmotor freuen, der mit rund 67 Phon angenehm ruhig läuft.

Mit der DKW RT 350 brachte das Unternehmen das letzte schwere Motorrad auf den Markt

Das letzte von DKW produzierte Modell ist auch gleichzeitig eines der begehrtesten. Die Produktion belief sich damals lediglich auf 5.290 Stück, und damit gehört es zu den absoluten Raritäten auf dem Zweiradmarkt. Da die Technik und die verwendeten Bauteile durchweg hochwertig waren, konnten die Besitzer auch über viele Jahrzehnte mit umsichtiger Pflege dafür sorgen, dass die Motorräder auch heute noch in einem durchaus guten Zustand sind. Sollten Sie bei eBay dieses oder ein anderes DKW-Modell kaufen, sollten Sie die gute Pflege weiter fortsetzen. Auf diese Weise können Sie als Oldtimer-Fan die Lebensdauer des begehrten Zweirades noch weiter verlängern.

Die DKW RT 350 war seiner Zeit ein Stück voraus. Es hatte bereits eine Hinterradschwinge und keine Geradeweg-Federung, wie sie 1955 bei der Konkurrenz noch üblich war. Das Fahrzeug wies einen Werkzeugkasten auf, der zusammen mit dem Tank und der Batterie auf der rechten Seite hinter einer elegant geformten Verkleidung versteckt war. Statt des üblichen gefederten Sattels gab es einen gepolsterten Sitz, auf dem Fahrer und Sozius bequem Platz nehmen konnten. Der Motor brachte es bei 19 PS auf maximal 5.000 Umdrehungen pro Minute und verbrauchte 3,8 Liter auf 100 km. Die DKW RT 350 verdeutlicht das Grundprinzip des Herstellers ganz unmissverständlich: DKW steht für Motorräder, die bei geringer Tourenzahl mit hohem Drehmoment einen flachen Verlauf der Drehmomentkurve umsetzen. Als Ergebnis erhält der Käufer ein antriebstarkes Zweirad, das alltagstauglich, wendig und günstig im Verbrauch ist.

Worauf Sie bei der Pflege eines Motorrad-Oldtimers von DKW achten sollten

Wenn Sie bei eBay ein passendes Oldtimer- Motorrad gefunden haben, sollten Sie sich auch um die nachhaltige Pflege kümmern. Eine DKW stellt spezielle Ansprüche an Öl und Kraftstoff. Kraftstoffe von der Zapfsäule können bei einem Oldtimer großen Schaden anrichten, denn in ihm ist Bioalkohol enthalten, der das Wachstum von Bakterien im Tank begünstigt. Das Material des Tanks ist diesem Angriff nicht gewachsen. Auch ist das handelsübliche Motor- und Getriebeöl nicht geeignet, um das Zweirad zu pflegen. Hier besteht die Gefahr, dass die Zusatzstoffe die Dichtungen und Buchsen beschädigen. Aus diesem Grund ist es sehr ratsam, sich spezielles Oldtimeröl sowie Produkte für den Rostschutz und die Tankversiegelung zu beschaffen. Wichtig ist, dass das Getriebeöl keine schädlichen Zusatzstoffe beinhaltet. Oldtimer-Motoröl erfüllt seinen Zweck auch beim DKW-Motorrad. Für die Telegabel sollten Sie beispielsweise das Gabelöl SAE 20 verwenden, das extra für Oldtimer entwickelt wurde. Als Kraftstoff empfiehlt sich das Zweitaktöl 2t-Classic.

Um dem Rost im Tank Einhalt zu gebieten, sollten Sie den Zusatzstoff Bactofin verwenden. Es stoppt das Wachstum von Bakterien und schützt den Tank so vor dem Rosten. Ebenfalls geeignet sind Produkte, die zur Tankversiegelung eingesetzt werden. Sie wirken zunächst entrostend und danach schützen sie langfristig vor neuen Rostschäden. Wenn Sie Produkte suchen, die sich für die Pflege und Wartung Ihres Oldtimer-Motorrades eignen, können Sie auch hier bei eBay fündig werden.

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