Darauf sollten Sie beim Kauf von Ersatzteilen für Ihren Aerox Roller achten

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Darauf sollten Sie beim Kauf von Ersatzteilen für Ihren Aerox Roller achten

Motorräder sind längst kein ungewohntes Bild mehr auf hiesigen Straßen, ganz im Gegenteil – Biker sind die modernen Frühlingsboten und Sommer für Sommer schlichtweg die Norm. Doch neben Chopper, Enduros, Sporttourer oder Superbikes geht es durchaus zwei oder gar drei Nummern „kleiner", beispielsweise mit einem Motorroller.

Mit einem solchen werden Sie zwar nicht prompt zum Hardcore-Rocker und können in der Regel nicht einmal mit einer 125er-Maschine mithalten – für die Stadt und kurze Wege aber ist ein solcher Roller nahezu optimal. Entsprechende Angebote finden sich ebenfalls zuhauf, wobei sich selbst die ganz großen Hersteller kaum zu schade für die „Kleinen" sind. Yamaha beispielsweise bietet seinen Aerox feil, der bereits seit Ende der 1990er produziert wird.

In Deutschland gilt der Yamaha Aerox sogar als eines der beliebtesten Modelle überhaupt. Trotzdem geht ab und an mal etwas entzwei. Was besonders am Aerox dem Verschleiß unterliegt und was Sie beim Kauf von Ersatzteilen beachten sollten, verrät Ihnen der folgende Aerox-Ratgeber.

Yamaha Aerox: die Geschichte eines Nippon-Rollers

In Produktion ging der kleine Nippon-Roller wie gesagt Ende der 1990er, nämlich 1998. In Bezug auf das Design zeigt sich der Yamaha-Roller im flotten Look und eben als typischer Roller moderner Bauart. Basierend auf einem Rohrrahmen ist der Yamaha Aerox mit einer Telegabel vorn beziehungsweise einem einzelnen Federbein hinten ausgestattet, die dem kleinen Japaner einen Federweg vorne von 80, hinten hingegen nur 60 Millimetern gewähren.

Das Gewicht seines City-Rollers beziffert Yamaha schließlich bei 1,74 Meter Länge und knappen 83 Zentimeter Radstand mit 97 Kilogramm, wohlgemerkt mit vollem Tank, aber ohne Fahrer oder gar Beifahrer. Apropos Zweisitzer: Zwar ist der Aerox ab Werk und insofern von Yamaha für zwei Personen ausgelegt, kann aber zum Einsitzer umfunktioniert und somit als schlichtes Mofa klassifiziert werden. Ansonsten wird die Yamaha Aerox als Zweisitzer und in das Segment der „50er" einsortiert. Entsprechende Mofa-Kits oder „Powerup-Kits" werden übrigens direkt von Yamaha ab Werk angeboten.

Aerox: kleiner Roller mit großem Erfolg in Deutschland

Ob jedoch als simpler Ein- oder vollwertiger Zweisitzer – der Yamaha Aerox ist vor allem eines: ein großer Wurf. In Deutschland zählt der kleine Roller zu den meistgekauften Modellen in seinem Segment überhaupt, wobei der Aerox sogar einen baugleichen Zwilling vorweisen kann. Dieser Klon zeigt sich mit der MBK Nitro des gleichnamigen Herstellers MBK mit Sitz in Frankreich.

Die Ähnlichkeit zwischen Yamaha Aerox und MBK Nitro ist allerdings keine Überraschung, sondern schlichtweg Absicht: MBK ist ein Ableger von Yamaha. Tatsächlich produzieren die Franzosen neben „ihrem" Nitro die Yamaha-Version gleich mit, was der „offizielle" Nippon-Roller sogar selbst verrät. An der unteren seitlichen Verkleidung auf der rechten Seite zeigt der Yamaha Aerox beispielsweise ein Typenschild, auf dem „MBK INDUSTRIES" statt Yamaha steht.

Außerdem ist oder zumindest war der kleine Roller in einer größeren Variante erhältlich, nämlich mit 100 Kubikzentimetern. Scheinbar ist diese Version des Yamaha Aerox mittlerweile jedoch wieder aus dem Handel genommen.

Technische Daten: alle Zahlen zum Yamaha Aerox

Doch selbst die reguläre Version des Yamaha Aerox mit nur 49 Kubik dürfte für den eigentlichen Zweck und die nahe City mehr als ausreichen. Immerhin liefert der Franko-Japaner aus diesen 49 Kubikzentimetern 3,0 kW, was 3,72 PS entspricht. Dazu kommt ein maximales Drehmoment vom 3,7 Nm bei 5.500 Umdrehungen, was dem Leichtgewicht – mit leeren Tank wiegt der Aerox sogar nur 92 Kilogramm – ebenfalls mehr als ausreichen sollte.

Überhaupt begeistert der Aerox weniger mit Power als vielmehr mit Verbrauch und Alltagstauglichkeit. Der Durst der kleinen 49-Kubik-Maschine liegt lediglich bei rund 3,5 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer. Bei der baugleichen MKB-Variante können es hingegen sogar 3,6 Liter sein, wenn Sie die Version als „Naked Bike" wählen, also den Roller ohne Lenkerverkleidung.

Die Rollerverkleidung macht ergo schon einen kleinen Unterschied aus und sollte daher ab und an auf Schäden kontrolliert werden. Interessanterweise wird der Roller in zwei Versionen als normale Aerox R sowie als Aerox R Naked angeboten, wobei das „nackte" Modell sogar runde 100 Euro teurer ausfällt. Der Tank der Yamaha Aerox fasst übrigens runde sieben Liter, womit eine Tankfüllung für gut 200 Kilometer reicht. Gestartet wird der Roller schließlich über einen typischen Kickstarter oder über einen bequemen Elektrostarter. Dank stufenlosem Getriebe muss der Fahrer keine Gänge manuell einlegen.

Verschleiß ist normal: was am Aerox öfters defekt geht

Auch ein Roller ist nicht gegen Verschleiß aller Art geschützt. Der Yamaha Aerox – egal, ob nun Aerox R oder Aerox R Naked – macht da selbstredend keine Ausnahme, trotzdem gilt der City-Roller als relativ standfest und zuverlässig. Konkrete Problemfälle mit übermäßig schnell verschleißenden Teilen scheinen keine bekannt, womit der Aerox allein die typischen Rollerprobleme zeigt.

Reifen und Bremsen nutzen daher mehr oder minder schnell ab, was jedoch vor allem an der eigenen Fahrweise liegt. Mancher Aerox-Fahrer berichtet von Problemen mit Elektrik und Zündung, allerdings scheinen entsprechende Fälle eher einzelne Ausnahmefälle denn die Regel zu sein. Somit kommt es tatsächlich auf Fahrweise sowie eine gute Pflege an, was sich letzten Endes durch weniger Reparaturen auszahlt.

Ein Plus des Yamaha Aerox sehen viele Halter zudem in der simplen Bauweise, was versierten Schrauben die meisten Reparaturen in Eigenregie und somit in der heimischen Garage erlaubt. Typische Verschleißteile sind wie gesagt Elektrik und Zündung sowie Reifen und Bremsen und der Aerox-Vergaser. Entsprechende Teile zu reinigen – Stichwort Vergaser – oder komplett zu wechseln, ist aufgrund der Bauweise jedoch wie erwähnt relativ einfach und mit etwas technischen Geschick jedem Aerox-Halter möglich.

Neu oder gebraucht: Sind Gebrauchtteile eine Alternative?

Typisch Roller, sind entsprechende Ersatzteile in der Regel nicht unbedingt teuer, was insbesondere für Neuteile gilt. Ein neuer Vergaser für den Aerox kostet beispielsweise runde 50 Euro, ist in speziellen Börsen oder Auktionshäusern unter Umständen zudem schon deutlich günstiger zu bekommen. Selbst ein Aerox-Zylinder ist besonders bei zweitgenannter Alternative schon für 20 bis 50 Euro zu kaufen, wobei so manches Bauteil dann aber doch etwas teurer ausfallen kann.

Ein neuer Aerox-Auspuff kann beispielsweise über 100 Euro kosten, ein fabrikfrischer Aerox-Motor sogar noch einiges mehr. Zwar halten sich selbst die Preise für den kleinen Einzylinder in Grenzen, trotzdem mag es manchmal lohnen, auf gebrauchte statt nagelneue Ersatzteile zu setzen. Das dürfte im Fall Aerox aber wohl wirklich nur für einige wenige Bauteile wie eben Auspuff oder Motor stimmen, ansonsten lohnt vor allem ein Preisvergleich verschiedener Angebote und insbesondere der Kauf über das Internet.

Einkauf: Was gilt es bei Neuteilen für den Aerox zu beachten

Wichtig beim Erwerb entsprechender Ersatzteile sind schließlich einige Kriterien, die es zu beachten gilt. Bei Neuteilen ist die Gefahr fehlerhafter Teile weniger gegeben, trotzdem sollten Sie lieber bei gewerblichen Händlern statt bei privaten Verkäufern schauen. Der Grund für gewerbliche Anbieter ist gleich ein zweifacher und hat weniger mit Qualität als vielmehr mit Garantie und Umtausch zu tun.

Gewerbliche Händler sind nämlich vom Gesetzgeber zu beidem verpflichtet, wobei die Garantie mittlerweile sogar für viele Gebrauchtteile gilt. Ein privater Verkäufer hingegen muss Ihnen weder Garantie noch ein Umtauschrecht einräumen, womit Sie schlimmstenfalls auf Fehlkäufen schlichtweg sitzen bleiben. Andererseits können Sie gerade bei einem privaten Anbieter einen Preisnachlass aushandeln.

Obacht: Schauen Sie bei gebrauchten Teilen genau hin

Bei gebrauchten Ersatzteilen gilt schließlich mehr Obacht. Zunächst sollten sämtliche Teile einen gepflegten Eindruck machen. Ist der angepriesene Motorblock extrem ölverschmiert oder die Sitzbank schon regelrecht verschlissen und zerfetzt, ist ein Kauf selbstredend kein guter Rat. Eine gute Optik ist also Punkt eins. Punkt zwei ist die Laufleistung, wenn es sich beispielsweise um Motorenteile, Federn oder Auspuff handelt. Ein ehrlicher Verkäufer gibt gern Auskunft, weist sogar schon in seiner Offerte offen auf die Laufleistung hin.

Wichtig: Lassen Sie sich weder von extrem preiswerten oder ebenso kurzzeitigen Angeboten locken. Verkäufer, die Druck ausüben, wollen meist etwas verbergen. Hören Sie in solchen Fällen lieber auf Ihren Instinkt und zahlen bei einem Händler ein paar Euro mehr.

Das letztes Wort hat der TÜV: warum die ABE so wichtig ist

Ebenso wichtig beim Kauf ist die ABE. Die drei Buchstaben stehen für die "allgemeine Betriebserlaubnis" und sind nicht nur für Autos und die großen Motorräder nötig, sondern ebenso für kleine Motorroller. Egal ob Luftfilter oder Verkleidung – ohne ABE ist das Ersatz- oder Bauteil nicht zugelassen und erfordert nach dem Einbau einen umgehenden Besuch bei einer speziellen Prüforganisation wie TÜV oder Dekra. Diese schauen sich das Ersatzteil an und gewähren schließlich idealerweise die Erlaubnis – wofür es allerdings keine Garantie gibt.

Wird der neue Auspuff oder Filter nicht abgenommen, ist Ihr Motorroller nicht mehr für den öffentlichen Verkehr zugelassen. Konsequenz: Sie müssen die verbauten Teile wieder ausbauen und Ihren Aerox auf den alten Zustand zurück rüsten. Ist keine ABE angegeben, fragen Sie daher beim Verkäufer nach.

Mehr ist mehr: Ist das Tuning eines Yamaha Aerox möglich?

Genau schaut der TÜV übrigens in solchen Fällen hin, in denen der Roller ganz offensichtlich getunt wurde. Tatsächlich bietet der Yamaha Aerox gleich einige Möglichkeiten, um die Leistung zu erhöhen. Krümmer, Vergaser oder Kupplung sind schnell „nachgebessert", plötzlich rennt der Aerox auf bis zu 80 km/h. Inwieweit solche Maßnahmen legal sind und Sie solcherart nicht die Betriebserlaubnis und vor allem Ihren Versicherungsschutz riskieren, sollten Sie jedoch lieber bei TÜV und Co erfragen. Sicherer – wenn auch zugegebenermaßen langsamer – ist es, wenn Sie den Yamaha Aerox im originalen Zustand be- und jeden Tuningversuch unterlassen.

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