Darauf sollten Sie achten, wenn Sie gebrauchte Rahmen und Teile für die Yamaha SR 500 kaufen

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Darauf sollten Sie achten, wenn Sie gebrauchte Rahmen und Teile für die Yamaha SR 500 kaufen

Naked Bikes sind tatsächlich „nackt", oder eher bar jeder Verkleidung. Damit erinnern die Modelle an frühere Maschinen, bei denen bis in die 1980er eine Verkleidung nur im Motorsport üblich war. Biker ziehen zwar lieber den Begriff Klassiker vor, trotzdem halten die Hersteller am besagten Namen fest, und bauen viele Modelle - wie die Yamaha SR 500.

Naked Bike: die Geschichte der Yamaha SR 500

Obwohl sich die Bezeichnung „Naked Bike" - zumindest in Europa - erst in den 1990ern etablierte, gilt die SR 500 von Yamaha eben als „nacktes Zweirad". Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der japanische Hersteller die SR 500 bereits 1978 auf den Weltmarkt brachte; lange vor Einbürgerung der Klassifizierung als Naked Bike.

Gebaut wurde die Maschine bis 1999, womit insbesondere die ersten Baujahre in Deutschland längst als Klassiker oder Oldtimer gelten und das besondere H-Kennzeichen verdienen. Als typisches Naked Bike verzichtet die Yamaha SR 500 natürlich komplett auf jede Verkleidung, weswegen der Motor samt aller weiteren Teile gänzlich freiliegt und lediglich von Tank und Sitzbank „gedeckt" wird. Wenig überraschend wurden bei der langen Produktion verschiedene Modelle gebaut, wobei diese je nach Markt Unterschiede aufwiesen.

In Deutschland wurde die Yamaha SR 500 beispielsweise von 1978 bis 1983 als „2J4" sowie von 1984 bis 1999 mit einigen Detailänderungen als 48T vermarktet. Trotz ihres eher kleinen Tanks von nur zwölf, ab 1986 immerhin 14 Litern, entwickelte sich die SR 500 schnell zum Verkaufsschlager. Allein in Deutschland - beziehungsweise der Bundesrepublik - wurden bis zuletzt rund 38.000 Einheiten verkauft.

Straßenmaschine auf Enduro-Basis: Die XT 500 stand Pate

Wobei der Erfolg für Kenner wohl keine Überraschung war, basierte die Yamaha SR 500 doch auf einem anderen Modell des japanischen Herstellers, der Yamaha XT 500. Die XT 500 ist Fans als erste Enduro in Großserie bekannt, die den neuen Begriff für Geländemaschinen mit Straßenzulassung erst populär machte. Die XT 500 galt als großer Wurf, weswegen Yamaha auf Basis der Enduro eine Straßenmaschine entwickelte, die SR 500.

Wie die XT 500 galt die SR 500 daher als robust und besonders zuverlässig, obwohl der damalige Trend längst in eine andere Richtung pendelte. Zeigte sich die Yamaha SR 500 als großvolumige Einzylinder-Maschine und quasi im „englischen" Stil, verlangte die Kundschaft eigentlich schon nach leistungsstarken Modellen mit Vierzylinder. Trotzdem konnte die Yamaha SR 500 gerade mit ihrem Motor überzeugen.

Dampfhammer: wie die Yamaha SR 500 zu ihrem Spitznamen kam

Der Motor der Yamaha SR 500 stammte ebenfalls aus der XT 500 und war lediglich für das Naked Bike in wenigen Details überarbeitet. Der luftgekühlte Einzylinder und Viertakter mit 495 Kubikzentimetern zeigte jedenfalls Leistung, was vor allem im unteren Drehzahlbereich galt. Schnell hatte die SR 500 daher ihren Spitznamen weg: „Thumper", zu Deutsch „Dampfhammer".

In puncto Leistung lieferten die „deutschen" Modelle der Yamaha SR 500 übrigens 20 kW beziehungsweise 27 PS, wobei die eigentliche Leistung sogar bei 25 kW/34 PS lag. Schuld an der reduzierten Motorleistung waren hiesige Führerschein- und Versicherungsklassen. Wegen neuer Vorschriften für Lärm und Abgase wurde die Yamaha SR 500 später sogar noch mal auf 17 bis 18 kW gedrosselt, was 23 bis 24 PS entsprach.

Yamaha SR 500/SR 400: Die Single Road gibt es bis heute

Und doch konnte sich die Yamaha SR 500 behaupten, weswegen das Modell sogar bis heute gebaut wird. Tatsächlich wird die Yamaha SR 500 als SR 400 in Japan bis heute angeboten, allerdings mit einem anderen Motor. Hierzulande verschwand die SR 500 hingegen Ende der 1990er aus dem Programm, was vor allem an den sinkenden Verkaufszahlen lag.

Zum Ende ihrer Produktion war die Yamaha SR 500 scheinbar nicht mehr auf dem Stand der Technik. Beispielsweise verlangten die Käufer mittlerweile nach einem elektrischen Starter, angeworfen wurde das Naked Bike jedoch bis zuletzt mit dem damals typischen Kickstarter. Die nochmals gedrosselte Leistung der SR 500 - SR steht übrigens für „Single Road" - tat ebenfalls ihren Beitrag.

Eine große Fangemeinde konnte sich die SR 500 trotzdem bewahren. Obendrein war das Modell für zahlreiche Umbauten beliebt, etwa zur Cafe Racer, Scrambler, Chopper oder gar zum Gespann. Noch Anfang der 2000er Jahre waren in der Bundesrepublik rund 20.000 Modelle der Yamaha SR 500 zugelassen, wobei die Tendenz natürlich mehr und mehr nach unten zeigt.

Eine gute Basis ist alles: Rahmen für die Yamaha SR 500

Obwohl die SR 500 auf der Reiseenduro XT 500 aufbaute, hatte Yamaha einige Verbesserungen vorgenommen. Diese betrafen neben dem XT 500 Motor auch den Rahmen, der für die SR 500 noch mal deutlich verstärkt wurde. Obendrein gab es eine neue Zündanlage oder eine Trockensumpfschmierung, bei der Stromversorgung setzte Yamaha neuerdings auf zwölf statt sechs Volt.

Dem Rahmen der Yamaha SR 500 - wie bei jedem anderen Motorrad - gilt selbstredend besondere Obacht. Zwar hält ein Rahmen zumindest in der Norm ein ganzes Motorradleben, ab und an muss das Bauteil aber doch gewechselt werden, beispielsweise nach einem Unfall. Ebenso bei starkem Rost und Korrosion. Da neue Rahmen für die Yamaha SR 500 mitunter nicht zu finden und entsprechende Ersatzteile obendrein nicht gerade billig sind, lohnt der Kauf eines gebrauchten Rahmens. Bei dem gilt es jedoch einiges zu beachten.

Das gilt es beim Kauf gebrauchter Rahmen zu beachten

Vertrauen Sie als Erstes Ihren Augen. Weist der gebrauchte Rahmen Roststellen auf? Oder gar schlecht gearbeitete Schweißnähte? Dann gilt ganz klar: Finger weg. Gleiches Augenmerk gilt auf jede Art von Kratzern oder Schrammen, die zwar auf keinen größeren Schaden verweisen, künftigem Rost aber quasi die Tür öffnen. Dellen oder Beulen sind ebenfalls kein gutes Zeichen und sind möglicherweise sogar ein Indiz für einen früheren Unfall.

Der liegt mitunter auch bei ausgebesserten Lackstellen vor, wo der Vorbesitzer vielleicht gewisse Schäden verstecken will. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine sogenannte Rahmenvermessung vornehmen. Da die Abmessungen sämtlicher Teile und somit des Rahmens von den Herstellern bekannt gegeben werden, kann mit einer solchen Rahmenvermessung jede Abweichung festgestellt werden. Jeder Millimeter Abweichung verrät Verschleiß, übermäßigen Gebrauch oder sogar einen Unfall, der den Rahmen verzogen hat. Solche Schäden sind selten oder gar nicht reparabel, weswegen der Rahmen für eine weitere Nutzung schlichtweg nicht mehr taugt. Bedenken Sie: Selbst wenn die Yamaha SR 500 nur auf maximal 145 km/h Spitze kommt, reicht die Geschwindigkeit bei einem plötzlich brechenden Rahmen für einen tragischen Unfall allemal aus.

Nummernvergleich: Yamaha SR 500 Rahmen nur mit Papieren

Ist der Rahmen ohne ersichtliche Beschädigungen und besteht gar problemlos die Vermessung, steht einem Einbau in Ihre Yamaha SR 500 selbstredend nichts im Wege. Eines aber ist wichtig: die Papiere. Zum einen gilt hier der Vergleich zwischen den Fahrgestellnummern auf Rahmen und in den Papieren, die natürlich übereinstimmen sollten.

Obendrein wissen Sie mit entsprechenden Papieren, dass Ihnen keine Hehlerware verkauft wird und Sie sich eben nicht unbewusst strafbar machen. Zum Dritten sind die Papiere für den TÜV interessant.

Ersatz muss her: Hier droht bei der Yamaha SR 500 weiterer Verschleiß

Neben dem Rahmen dürfte die Yamaha SR 500 nämlich weiteren Verschleiß zeigen, was für ältere Maschinen mit früheren Baujahren umso mehr gilt. Typische Verschleißteile sind beispielsweise Lampen und Scheinwerfer, Zündung und Elektrik, Motor und Getriebe, Federn und Dämpfer sowie außerdem Teile wie Tank oder Sitzbank.

Gerade der Tank gilt bei Motorrädern als ein bekanntes Übel, da Rost schnell für verstopfte Leitungen oder Vergaser sorgt. In dem Fall lohnt meist nur eine aufwendige Restauration des Tanks, die in der Regel allein ein Fachmann mit speziellen Mitteln und Werkzeugen tätigen kann. Andere Teile wie Federn, Motor, Sitzbank oder Lampen können versierte Schrauber selbst reparieren. Gebrauchte Ersatzteile sind schnell im Internet bei den Anbietern auf eBay gefunden, selbst Neuware ist mitunter noch zu ordern. Entweder direkt bei Yamaha oder bei Zweitfirmen, die in Lizenz und nach originalen Bauplänen produzieren.

H-Kennzeichen: Original geht bei der Yamaha SR 500 vor

Solche Originalteile oder Originalnachbauteile sind für Halter älterer Maschinen immens wichtig, wenn Sie nämlich ein H-Kennzeichen bekommen möchten. Dieses gibt es ausschließlich für Oldtimer und ermöglicht Ihnen einen kleinen, pauschalen Steuersatz. Allerdings gibt es das Oldtimer-Kennzeichen nicht einfach so, sondern nur gegen gewisse Vorgaben.

So müssen Klassiker einen erkennbaren Originalzustand vorweisen, der insbesondere für Motor, Licht, Reifen oder Abgasanlage gilt. Selbst Sitzbank und Tank müssen original oder fachmännisch restauriert sein, damit Ihr Yamaha Motorrad als sogenanntes „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" anerkannt wird. Beim Rahmen ist außerdem die Fahrgestellnummer nötig für die Fahrzeugpapiere, ebenso als Beweis eben der Originalität. Frühere Baujahre der Yamaha SR 500 haben bei Erfüllung der Vorgaben dann auch gute Chancen auf ein H-Kennzeichen, ist hierzu doch eine Erstzulassung von vor mindestens 30 Jahren vorgeschrieben. Eine Yamaha SR 500 mit dem Baujahr 1980 dürfte diesen Punkt klar erfüllen - und prompt ein H-Kennzeichen bekommen.

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