Darauf kommt es beim Kauf eines Kaminofens an

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Darauf kommt es beim Kauf eines Kaminsofens an

Die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme eines Kaminofens

Bevor ein Kaminofen im Haus oder in der Wohnung aufgestellt werden kann, müssen ein paar grundsätzliche Überlegungen angestellt werden, da die Inbetriebnahme an einige Voraussetzungen geknüpft ist. So müssen das Material und die Ausmaße des Kaminofens an die räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Außerdem sind bestimmte Anforderungen an den Schornstein, an die Emissionshöchstgrenze sowie an die Sicherheit zu berücksichtigen.

Kaminofen ist nicht gleich Kaminofen – auf die Varianten kommt es an

Der klassische Kaminofen besteht aus einem Stahlkorpus. Dieser ummantelt den Feuerraum, der über ein Rauchgasrohr an den Kamin angeschlossen ist. Über das Rohr werden die durch den Verbrennungsprozess erzeugten Abgase nach draußen geleitet.

Der Blick auf das knisternde und lodernde Feuer schafft Behaglichkeit und fasziniert gleichermaßen, so dass ein wesentlicher Bestandteil des Kaminofens seine feuerfeste Glastür ist, die die Sicht in den Innenraum freigibt. Unterhalb der Glastür befindet sich das Holzfach, während zumeist oberhalb auch noch ein Backfach zum Warmhalten untergebracht ist.

Der Stahlkorpus ist durch einen Luftmantel umschlossen. Die Ummantelung des Korpus kann unterschiedlich gestaltet sein und auch aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Verwendet werden Stahl und Chrom, aber auch Komponenten mit wärmespeichernden Eigenschaften wie Naturstein, Speckstein und Kacheln. Grundsätzlich gilt: Je schwerer der Kaminofen ist, umso länger ist auch die Wärmespeicherzeit. Das wirkt sich auf die Auswahl des verwendeten Materials aus – und analog auch auf die Preise. Je leichter das Material – beispielsweise ein Kaminofen mit Stahlverkleidung –, desto günstiger ist der Anschaffungspreis. Das niedrigere Gewicht eines Kaminofens geht allerdings zu Lasten der Wärmespeicherkapazität, sodass ein Kaminofen aus nicht ganz so wärmespeichernden Materialien schneller auskühlt, nämlich mit Versiegen des Feuers.

Der Kaminofen und seine baulichen Voraussetzungen

Je nach Material kann ein Kaminofen ein sehr hohes Gewicht erreichen. Der Standort des Kaminofens muss deshalb für solche Lasten ausgelegt sein. Vor allem bei älteren Gebäuden besteht die Gefahr, dass das Aufstellen eines Kaminofens zu statischen Problemen führt. Um die Tragfähigkeit der Bodenkonstruktion zu ermitteln und um herauszufinden, ob die darunter liegende Zimmerdecke der Last des Kaminofens standhalten kann, muss auf jeden Fall ein Fachmann hinzugezogen werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass im Schadensfall keine Versicherung für den entstandenen Schaden aufkommt.

Der Schornstein muss zum Kaminofen passen und nicht umgekehrt

Die Frage, ob der Schornstein zum ausgesuchten Kaminofen passt, sollte unbedingt vor dem Kauf und dem Anschluss des Kaminofens berücksichtigt werden. Der vorhandene Schornstein muss für den Anschluss eines Kaminofens geeignet sein. Ist der Schornsteindurchmesser zu klein oder zu groß,wirkt sich das negativ auf das optimale Brennverhalten und den nötigen Abzug des Kaminofens aus. Der handelsübliche Rauchrohr-Durchmesser eines Kaminofens beträgt regelmäßig 150 Millimeter oder 180 Millimeter. Diese Größen setzen einen Schornsteindurchmesser zwischen 135 Millimeter und 180 Millimeter voraus bzw. einen Durchmesser zwischen 150 Millimetern und 200 Millimetern. Ist kein Schornsteinanschluss vorhanden, ist die Montage eines Edelstahlschornsteins möglich. Auch hier sollte man unbedingt den Rat eines Fachmanns oder des Bezirksschornsteinfegers einholen.

Weitere Bedingungen für die Standortwahl des Kaminofens

Nicht nur in Hinsicht auf die ausreichende Belastbarkeit des Bodens und den richtigen Schornsteinanschluss sollte der Standort für den Kaminofen mit Bedacht ausgewählt werden. Berücksichtigt werden muss beispielsweise auch, dass ausreichend Platz für die Lagermöglichkeit des Kaminholzes zur Verfügung steht. Im Idealfall sollten das nicht weniger als drei bis fünf Raummeter sein. Außerdem schreibt der Gesetzgeber zwingend Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien in Ofennähe vor. Dasselbe gilt für den Mindestabstand zwischen Kaminofen und Wand. Auch hier sind gesetzliche Vorschriften einzuhalten. Der Boden unterhalb des Kaminofens muss feuerschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der Kaminofen auf feuerfesten Bodenbelägen aufgestellt werden, beispielsweise auf Fliesen. Handelt es sich allerdings um einen Bodenbelag aus PVC, aus Laminat oder auch aus Holz – kurz: um nicht feuerfeste Bodenbeläge –, muss von Gesetzes wegen unter dem Kaminofen eine spezielle Bodenplatte angebracht werden, um bei möglichem Funkenflug einen Brand zu vermeiden. Die Platte muss eine bestimmte Größe haben, und als Material wird zumeist Eisen oder feuerfestes Glas verwendet.

Die Abnahme des Kaminofens durch den Schornsteinfeger

Eine weitere gesetzliche Bestimmung sieht vor, dass der Kaminofen vor der Inbetriebnahme von einem Schornsteinfeger abgenommen werden muss. Hier gibt es ab 2013 eine entscheidende Änderung. Bislang durfte dies nur der Bezirksschornsteinfeger, doch durch die Beschneidung des Schornsteinfegermonopols können bestimmte Aufgaben ab 2013 auch von anderen Schornsteinfegern übernommen werden. Die Liberalisierung des Schornsteinfegergesetzes wurde von der Europäischen Union durchgesetzt, um den Wettbewerb unter den Schornsteinfegern sprichwörtlich anzufeuern. Das wird insbesondere für Heizungsinstallateure und Ofenbauer interessant, die sich gleichermaßen als Energieberater und Schornsteinfeger betätigen dürfen. Wie auf dem freien Markt üblich, sollte der Verbraucher aber auch bei der Wahl des Fachmanns nach dessen Kompetenzen – vor allem in Bezug auf die Abnahmeberechtigung eines Kaminofens –fragen sowie die Kosten zwischen dem Bezirksschornsteinfeger und einem anderen Schornsteinfeger miteinander vergleichen. Außerdem ist es wichtig, die Haftungsfrage für den Fall einer fehlerhaften Abnahme durch den Schornsteinfeger zu klären. Hier gibt es möglicherweise zwischen dem Bezirksschornsteinfeger und einem anderen Schornsteinfeger haftungsrechtliche Unterschiede. Der Schornsteinfeger handelt nach einem in der Europäischen Union einheitlichen und geordneten Zulassungsverfahren.

Kaminöfen, die keine Euronorm aufweisen, dürfen erst gar nicht in Betrieb genommen werden. Der Schornsteinfeger überprüft also zunächst einmal, ob eine entsprechende Zulassung für den Kaminofen vorhanden ist. Weitere Kernpunkte sind die Überprüfung der Sicherheitsabstände hinter dem Kaminofen und seitlich von der Wand sowie vor der Kaminofentür. Ist der Abstand geringer als der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsabstand, müssen brennbare Gegenstände und Materialien in unmittelbarer Nähe des Kaminofens mit einer nicht brennbaren Isolierung versehen werden, um die Gefahr vor einer Überhitzung und Brandgefahr zu vermeiden.

Der Kaminofen und das Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMschG)

Beim Verbrennungsprozess im Kaminofen entstehen Abgase, weshalb die Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingehalten werden müssen. Bei den Abgasen handelt es sich im Wesentlichen um Kohlendioxid (CO2) Kohlenmonoxid (CO),Wasserdampf und Stickoxid. Im Bundesimmissionsschutzgesetz sind verbindliche Grenzwerte für den Gehalt des Kohlenmonoxids sowie für die Feinstaubkonzentration festgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2015 werden die Grenzwerte weiter verschärft werden, was schon heute beim Kauf eines Kaminofens beachtet und berücksichtigt werden sollte.

Brennstoffe und Wirtschaftlichkeit des Kaminofens

Die Bandbreite an geeigneten Brennstoffen für einen Kaminofen ist groß, und so muss nicht zwangsläufig Scheitholz verwendet werden. Denkbar sind auch Steinkohle und Braunkohlebriketts, Holzpellets und Holzbriketts, die allerdings nach dem Verbrennen eine hohe Aschenmenge zurücklassen. Heimische Hölzer wie Eiche, Erle, Buche und Birke sowie Nadelhölzer bieten sich als Brennholz an, sind jedoch auch mit einem starken Funkenflug verbunden.

Die Wahl des Brennstoffes ist auch abhängig von der Beschaffenheit des Kaminofens und von der gewünschten Energiebilanz, sodass mit dem Kauf des Kaminofens auch die Entscheidung für und gegen bestimmte Brennstoffe fällt. So ist beispielsweise nicht jeder Kaminofen für das Verbrennen von Holzpellets geeignet.

Können für die Befeuerung des Kaminofens Steinkohle und Braunkohlebriketts verwendet werden, kann der Ofen bedenkenlos auch mit Scheitholz befeuert werden. Zu beachten ist, dass der Heizwert der Steinkohle höher ist als der von Braunkohlebriketts, die dafür wiederum preisgünstiger angeboten werden.

Kaminöfen, die mit Pellets beheizt werden können, sind in der Handhabung ausgesprochen komfortabel, da aufgrund eines integrierten Vorratsbehälters auf das ständige Nachlegen von Brennmaterial verzichtet werden kann. Pellets werden als Holzpellets, als Spanpellets und als Papierpellets angeboten. Die Aschenmenge von Pellets fällt insgesamt geringer aus als bei anderen Brennmaterialien. Die Wirtschaftlichkeit eines Kaminofens steht also auch in unmittelbarem Zusammenhang mit den verwendeten Brennstoffen und den damit einhergehenden Kosten.

Auch die Größe der zu beheizenden Fläche und die Dämmung des Gebäudes sind wichtige Faktoren bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Welche Heizleistung der Kaminofen zu erbringen hat hängt außerdem davon ab, ob der Ofen ergänzend zu einer bereits vorhandenen Heizung wirkt, Teile einer Wohnung oder eines Hauses allein beheizt oder als Einzelraumheizung dient. Die geltende Faustregel besagt, dass der Kaminofen pro zehn Quadratmeter Wohnfläche über eine Heizleistung von über einem Kilowatt verfügen sollte. Die Heizleistung wiederum ist abhängig vom Brennwert des verwendeten Brennmaterials und bei Holz von der verfeuerten Holzart. Dabei ist der Brennwert von Nadelhölzern am höchsten, gefolgt von Birke, Eiche, Erle und Buche, deren Brennwerte insgesamt niedriger sind als die von Steinkohle, Braunkohle und von Holzpellets oder Holzbriketts. Vor dem Kauf des Kaminofens macht es also durchaus Sinn, die gegebenen Voraussetzungen und die an den Ofen gestellten Anforderungen genau zu definieren.

Der Kaminofen und seine zahlreichen Pluspunkte

Insgesamt bietet der Kaminofen eine Vielzahl an Vorteilen. Das beginnt bei der recht einfachen Installation. Dank der großen Angebotsvielfalt kann für nahezu jeden Standort ein passendes Modell gefunden werden. Der Anschaffungspreis variiert je nach Materialbeschaffenheit und Modell ebenso wie die Kosten für das verwendete Brennmaterial und reicht von sehr preisgünstigen Ausführungen bis in höhere Preisklassen. Das Heizen mit einem Kaminofen ist insbesondere dann überaus attraktiv, wenn für seine Ummantelung wärmespeichernde Materialien wie Kacheln, Naturstein oder Speckstein verwendet wurden. Die im Kaminofen erzeugte Wärme wird in diesem Falle nicht nur als Konvektionswärme abgegeben; der Kaminofen speichert darüber hinaus die Wärme und gibt sich auch noch nach Beendigung des Verbrennungsprozesses als Strahlungswärme in den Raum ab. Kaminöfen zeichnen sich außerdem durch eine sehr hohe Umweltfreundlichkeit aus. Dies gilt insbesondere für die Verwendung nachwachsender Rohstoffe als Brennstoffe. Gleichzeitig hält sich der Schadstoffausstoß vor allem bei der Verwendung von Holz in Grenzen. Denn das verbrannte Holz setzt beim Verbrennungsprozess gerade einmal so viel Kohlendioxid frei, wie der Baum während seines Lebens aus der Luft aufgenommen hat. Die Menge des freigesetzten Kohlendioxids entspricht dann der Menge, die auch bei der natürlichen Verrottung entstanden wäre. Ein herausragender Vorteil des Kaminofens ist die Energieeffizienz, die bei nahezu neunzig Prozent liegt. Kaminöfen verbrauchen vergleichsweise wenig Brennmaterial und überzeugen durch geringe Emissionswerte, weshalb sie als Heizquelle für Vermieter und Mieter immer attraktiver werden.

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