Darauf kommt es beim Kauf einer Matratze an

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Darauf kommt es beim Kauf

Für einen gesunden Schlaf – die richtige Matratze finden

Der Mensch verschläft ein Drittel seines Lebens, damit der Körper sich wieder erholen kann und um neue Kräfte zu sammeln. Eine Matratze trägt ganz erheblich zu einem gesunden Schlaf bei. Deshalb sollte beim Kauf auf verschiedene Kriterien geachtet werden. So lassen sich beispielweise Rückenschmerzen und Verspannungen vermeiden. Wir haben für Sie zusammengestellt, worauf Sie beim Kauf einer Matratze unbedingt achten sollten.

Es gibt unterschiedliche Matratzenarten

Am Kauf einer Matratze ist schon so mancher Verbraucher verzweifelt. Das ist kein Wunder, denn der Matratzenmarkt ist ständig neuen Entwicklungen ausgesetzt. Immer neue Materialien und Matratzenformen versprechen einen gesunden Schlaf. Im Laufe der Zeit haben sich mit Federkern, Kaltschaum und Latex drei Matratzenmaterialien etabliert. Jedes Material ist auf andere Schlafbedürfnisse abgestimmt.

Kaltschaummatratzen

Kaltschaummatratzen eignen sich in erster Linie für Verbraucher, die häufig frieren. Der Vorteil von Kaltschaummatratzen liegt darin, dass sie die Wärme zurückhalten und eine sehr hohe Elastizität haben. Dadurch sorgen sie für eine wärmende Schlaftemperatur und passen sich den einzelnen Schlafpositionen an. Hergestellt werden die Matratzen aus Schaumstoff. Beim Kauf einer Kaltschaummatratze ist der Dichtegrad des Schaumes entscheidend. Als Orientierungshilfe gilt: je höher der Dichtungsgrad, desto angenehmer der Schlaf. Grundsätzlich sollte eine Kaltschaummatratze ein Mindestgewicht von 40 Kilogramm pro Kubikmeter Raumgewicht haben.

Latexmatratzen

Viele Verbraucher schrecken beim Kauf von Latexmatratzen zurück, da sie im Vergleich zu anderen Matratzen sehr teuer sind. Das Geld ist aber gut investiert, denn Studien haben gezeigt, dass Latexmatratzen einen gesunden Schlaf fördern. Der Vorteil von Latexmatratzen liegt in ihrer Flexibilität. Sie passen sich optimal an jede Liegeweise und jede Art von Körperform an. Daher sind Latexmatratzen optimal für Verbraucher, die gesundheitlich eingeschränkt sind und beispielsweise unter chronischen Schmerzen oder Verspannungen leiden. Der einzige Nachteil der Latexmatratzen liegt in ihrem Gewicht, denn sie wiegen weitaus mehr als herkömmliche Schaumstoff- oder Federkernmatratzen. Im alltäglichen Gebrauch lassen sich Latexmatratzen daher nur schwer wenden und beziehen.

Federkernmatratzen

Federkernmatratzen sind schon seit eh und je bei Verbrauchern beliebt. Aber auch hier hat es neue Entwicklungen gegeben. Bestimmt wird der Markt von Bonellfederkern- und Taschenfederkern-Matratzen. Der Unterschied liegt im Füllmaterial. Bonellfederkernmatratzen werden zwischen den Federn mit Luft aufgefüllt. Bei Taschenfederkernmatratzen befinden sich zwischen den Federn kleine Stoffsäckchen. Sind die Federn bei Taschenfederkernmatratzen tonnenförmig angelegt und ist der Federdurchmesser in der Mitte größer als unten und oben, spricht man auch von Tonnentaschenfederkernmatratzen. Herkömmliche Taschenfederkernmatratzen haben zylindrisch angelegte Federn. Bei Bonellfederkernmatratzen ist der Federdurchmesser in der Mitte kleiner. Daher werden Bonellfederkernmatratzen auch als tailliert bezeichnet. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Bonellfederkernmatratzen wesentlich weniger Federn enthalten als Taschenfederkernmatratzen

Anthropologen sind bei Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass die Anzahl und die Form der Federn die Liegeeigenschaften so gut wie gar nicht beeinflussen. Auswirkungen auf die Liegeeigenschaften haben lediglich die Stoffsäckchen. Da diese die Federkraft dämpfen, schwingen Taschenfederkernmatratzen weniger nach und sind punktelastischer. Das bedeutet, dass die Matratze immer nur dort nachgibt, wo sie auch belastet wird. Nicht empfehlenswert sind Bonellfederkernmatratzen, die im Inneren mit einer steifen und unelastischen Kokosfasermatte ausgestattet sind. Diese Matte überträgt die Schlafbewegungen auf viele Federn. Der Nutzer liegt daher sehr großflächig. Das verhindert ein punktgenaues Absinken und eine optimale Körperanpassung. Unabhängig von ihrer Füllung punkten alle Federkernmatratzenarten bei der Ableitung von Wärme und Feuchtigkeit und bei der Durchlüftung. Dadurch eignen sie sich hervorragend für Verbraucher, die im Schlaf viel und häufig schwitzen.

Ermitteln Sie vor dem Kauf Ihre Schlafposition

Die meisten Menschen wechseln mehrmals pro Nacht die Schlafposition. Wer sich gerne im Schlaf wälzt, sollte darauf achten, dass sich die Matratze den unterschiedlichen Schlafpositionen anpasst. Wer mit Vorliebe auf dem Rücken schläft, sollte eine Matratze nutzen, die ein Einsinken verhindert und die Lendenwirbelsäule stützt. Seitenlagenschläfer benötigen eine Matratze, die Becken und Schultern stützt. Wer sich unsicher ist, zu welchem Schlaftyp er gehört, kann dies in einem Schlaflabor ermitteln lassen. Neben der eigentlichen Schlafposition sollte bei der Wahl der Matratze auch die Körperlage beim Einschlafen berücksichtigt werden, denn wer schneller einschläft, schläft besser durch.

Der Härtegrad der Matratze

Jeder Mensch empfindet den Härtegrad einer Matratze anders. Deshalb gibt es keinen Härtegrad-Leitfaden. Schlafexperten raten dazu, den Härtegrad der Matratze ganz individuell den persönlichen Schlafgewohnheiten anzupassen. Als Richtlinie gilt: Je mehr Körpergewicht der Mensch hat, desto härter sollte die Matratze sein. Mediziner raten Patienten mit Rücken- und Bandscheibenbeschwerden zum Kauf einer mittelharten Matratze. Das größte Problem liegt in der einheitlichen Regelung. Im Matratzenfachhandel gibt es keinerlei verbindliche Härteklassen von Matratzen. Jeder Matratzenhersteller kann somit den Härtegrad seiner Matratzen selber bestimmen. Zudem gibt es keine verbindliche Maßeinheit. Der Härtegrad der Matratze kann daher ganz individuell mit „Härteklasse 3“ oder „mittelhart“ bezeichnet werden. Der Verbraucher hat somit keine Orientierungshilfe. Hier hilft nur Probeliegen.

Ganz entscheidend beim Härtegrad der Matratze ist die Qualität. Weniger gute Matratzen verlieren schon nach kurzer Nutzung den ursprünglichen Härtegrad. Die einst harte Matratze verwandelt sich dann schnell in eine weiche Unterlage. Greifen Sie daher lieber gleich auf hochwertige Matratzen von namhaften Herstellern zurück.

Die Dicke der Matratze und die Bettenform

Neben dem Härtegrad sollten Sie beim Kauf der Matratze auch auf die Bettenform und die Dicke der Matratze achten. Gerade die Matratzendicke wirkt sich ganz erheblich auf unser Schlafverhalten aus. Als Richtlinie gilt: Je höher das Körpergewicht eines Menschen ist, desto dicker sollte auch die Matratze sein. Zudem darf der Lattenrost beim Liegen nicht zu spüren sein. Auch die Bettenform sollte den Kauf einer Matratze beeinflussen. Die Größe der Matratze sollte immer an die Bettenform und an die Größe des Lattenrostes angepasst werden. Hier gibt es bestimmte Normen. Paare schlafen in der Regel in Doppelbetten. Jeder Mensch hat aber andere Schlafgewohnheiten und Liegepositionen. Deshalb sollten auch Paare nur Doppelbetten mit zwei einzelnen Matratzen nutzen, so unromantisch das auch sein mag. Betten mit einer großen durchgehenden Matratze für zwei Personen können das Schlafverhalten negativ beeinflussen.

Die Elastizität und die Liegezonen der Matratze

Für den Kauf einer Matratze ist auch die Elastizität entscheidend. Dabei wird zwischen Punkte- und Flächen-Elastizität unterschieden. Punktelastische Matratzen passen sich der Körperform an, denn sie geben ganz genau an der Stelle nach, wo der Körper auf der Matratzenoberfläche liegt. Flächenelastische Matratzen geben dagegen auch noch weit um den Aufliegepunkt herum nach. Die Elastizität der Matratze sollten Verbraucher individuell bestimmen.

Matratzen sind in verschiedene Liegezonen eingeteilt. Hier herrscht beim Verbraucher oft Verunsicherung, da die Liegezonen beim Kaufangebot nur mittels einer Scala aufgeteilt sind. Die meisten Verbraucher können sich unter dem Begriff Liegezonen daher kaum etwas vorstellen. Mit der Liegezone werden die unterschiedlichen Bereiche einer Matratze bezeichnet. Die Hauptzonen befinden sich dort, wo die Körperteile des Schlafenden in die Matratze absinken. Daher orientieren sich die Liegezonen an der Härte einer Matratze und werden im Handel oft auch als Härtezonen bezeichnet. Matratzen mit unterschiedlichen Liegezonen passen sich grundsätzlich besser an die Schlafpositionen ihres Nutzers an.

Bezug und Unterlage der Matratze

Bezug und Unterlage gehören zum wichtigsten Matratzenzubehör, denn auch Sie können sich positiv und negativ auf unser Schlafverhalten auswirken. Menschen, die nachts häufig oder stark schwitzen, sollten in jedem Fall auf einen Matratzenbezug zurückgreifen. Der schont die Matratze und sorgt für bessere Hygiene. Die Unterlage sollte aus atmungsaktiven Materialien hergestellt sein. Für Verbraucher, die nachts frieren, sind wärmende Matratzenbezüge und Unterlagen empfehlenswert. Der Matratzenbezug sollte sich von der Matratze abnehmen lassen. Festangebrachte Bezüge sind nicht empfehlenswert, da sie bei Verschmutzung und Beschädigung nicht von der Matratze gelöst werden können. Unterlagen und Bezüge sollten aus hautfreundlichen und schadstofffreien Materialien hergestellt und bei mindestens 30° waschbar sein.

Testschlafen und Liegesimulatoren

Der Fachhandel hat die individuellen Bedürfnisse der Schläfer als Verbraucher erkannt. Einige Hersteller bieten vor dem Kauf sogenannte Testmatratzen an. Die können dann für einige Tage kostenlos zum Probeliegen genutzt werden. Andere Hersteller setzen auf den Kerntausch. Der Verbraucher kauft die Matratze und kann den Kern später austauschen lassen. Der Austausch ist auch nach mehreren Wochen noch möglich. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor dem Onlinekauf einer Matratze einen Liegesimulator benutzen. Dabei handelt es sich um eine Matratze, die mit Messelektroden ausgestattet ist. Die Messelektroden scannen punktgenau das Liegeverhalten ein. Mithilfe dieser Daten wird ein individuelles Liegeprofil erstellt, das den Kauf der Matratze erleichtert.

Teure Alternative: Maßgeschneiderte Matratzen

Eine teure, aber lohnenswerte Alternative zum herkömmlichen Matratzenkauf ist die Herstellung maßgeschneiderter Matratzen. Dazu muss ein Liegeprofil mithilfe eines Liegesimulators erstellt werden. Der Vorteil maßgeschneiderter Matratzen liegt nicht nur in der idealen Anpassung, sondern auch in der individuellen Veränderung. Verändert der Schläfer sein Körpergewicht, kann der Kern der Matratze erweitert oder verringert werden. Auch bei veränderten Schlafgewohnheiten kann jederzeit ein neues Profil erstellt und die Matratze angepasst werden. Der Nachteil maßgeschneiderter Matratzen liegt neben dem sehr hohen Preis auch im Vorabtest. Da es sich um punktgenaue Maßarbeit handelt, kann der Verbraucher die Matratze vor dem Gebrauch nicht Probe liegen.

Eine gute Matratze hat ihren Preis

Nicht jede teure Matratze ist auch eine Qualitätsmatratze. Trotzdem hat eine hochwertige Matratze ihren Preis, ganz unabhängig von den Materialien. Bei Schnäppchenmatratzen sollte man vorsichtig sein. Sie erfüllen meistens noch nicht einmal den Mindeststandard. Wie viel eine gute Matratze letztlich kosten sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden. Bedenken Sie beim Kauf, dass sich teure Matratzen durch Langlebigkeit auszeichnen. Unabhängig von ihrem Zustand sollte eine Matratze nach fünf Jahren Gebrauch immer ausgetauscht werden. Seien Sie deswegen beim Kauf skeptisch, wenn Garantiezeiten über fünf Jahre angeboten werden.

 

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