Daran erkennt man Motorradfahrer ohne Helm: Mützen und Caps

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Daran erkennt man Motorradfahrer ohne Helm: Mützen und Caps

Motorradfahrer ohne Helm? Seit der Helmpflicht in Deutschland eigentlich undenkbar. Aber viele Motorradfahrer tragen auch gerne eine Kopfbedeckung, wenn sie den Helm abnehmen und beispielsweise mit Gleichgesinnten am Stammtisch sitzen. Oder sie wollen einen Rennstall zeigen, zu welchem Team sie gehören und welchen Motorradhersteller sie bevorzugen. Hier kommen Mützen, Caps und andere Kopfbedeckungen ins Spiel. Diese können ganz individuell gestaltet sein und von einfachen Mützen mit dem Emblem des Rennstalls oder der Motorradmarke bis hin zu individuellen Gestaltungen reichen. So tragen viele Motorradfahrer beispielsweise Mützen und Caps mit dem Logo ihres Motorradclubs oder lassen diese ganz individuell mit ihrem Namen, einem Sinnspruch oder einem bestimmten Zeichen, wie etwa einem Totenkopf gestalten. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, erlaubt ist nahezu alles was gefällt, solange es sich nicht um verbotene Aufschriften und Zeichen handelt.

Die Mützen der ersten Motorradfahrer

Die ersten Motorradfahrer kannten noch keinen Helm und auch keine spezielle Motorradbekleidung. Man trug möglichst warme und wetterfeste Kleidung sowie solides Schuhwerk. Der Kopf wurde bei Bedarf nur mit einem Schal und mit der normalen Allzweckmütze geschützt. Das konnte etwa eine Bommelmütze sein, die auch im Winter, im damals noch offenen Auto oder allgemein in der Freizeit getragen wurde. Wer auf dem „Feuerstuhl“ Rennen fuhr, trug neben eng anliegender Lederbekleidung noch Stiefel und Handschuhe. Auf dem Kopf prangten eine Lederhaube und eine Schutzbrille. Sturzhelme an sich, gab es noch nicht, entsprechend gefährlich waren die Stürze, wenn die Fahrer mit dem Kopf aufprallten und dieser lediglich durch eine weiche Mütze geschützt war. Aus diesem Grund begann man zumindest bei Rennfahrten einen robusten Fliegerhelm aus Leder zu tragen, der Kopfverletzungen minimieren konnte.

Mützen in der Motorradbekleidung der 50er Jahre

Die Lederhauben hatten deutliche Vorteile. So hielten sie beispielsweise den Kopf warm. Ebenso dämpften sie durch die Lederschale und die Fütterung den Aufprall, sollte der Fahrer einmal im Straßengraben oder direkt auf der Straße landen. Der Alltagsfahrer vertraute jedoch nach wie vor eher auf die Wollmütze oder im Sommer auf Caps, die einfach nach hinten gedreht wurden, wenn mit dem Motorrad schnellere Geschwindigkeiten erreicht wurden. Wer auf eine elegante Kopfbedeckung zurückgreifen wollte, wählte weiße Leinen- oder Ledermützen und trug ansonsten normale feste Straßenkleidung, in der Regel ohne Handschuhe. Teilweise wurde die Kleidung durch regendichte Schutzmäntel ergänzt, die das Motorradfahren bei schlechtem Wetter erleichterten. Wachscotton- und Lederbekleidung gab es ebenfalls bereits. Was den Kopf anging, fuhren jedoch die meisten Freizeitfahrer lediglich mit Mütze oder Schirmkappe.

Mützen in der Motorradbekleidung der 60er Jahre

Die ersten Hartschalenhelme gab es bereits Anfang der 50er Jahre. Besonders sicher waren diese allerdings noch nicht. Sie stellten mehr oder weniger eine Kombination aus Helm und Mütze dar und wiesen eine glatte und feste Außenschale auf. Diese bestand aus Leinen- oder Papiermaterial, was ihr den nicht sehr schmeichelhaften Namen "Pappmaché“ einbrachte. Durch diese feste Schale sollten feste Gegenstände nicht so leicht durchdringen und den Kopf verletzen können. Im Inneren fanden sich eine dünne Lage aus Filz oder Kork und ein Kreuzband aus stabilem Baumwollgewebe. Für den Kopf an sich war eine Motorradmütze aus Baumwolle integriert. Diese war nach oben offen und konnte über eine Schnürung an die Größe des Kopfes angepasst werden. Vervollständigt wurde diese Kombination durch einen Nackenschutz und einen Lederkinnriemen. Die Sicherheit lies allerdings zu wünschen übrig. Deshalb fuhren auch in den 60er Jahren noch viele Motorradfahrer weiterhin lieber mit der Woll- oder Ledermütze, anstatt auf die „Eierschale“ zu vertrauen, die des Öfteren bei einem Sturz oder einem Aufprall gegen ein Hindernis einfach zerbrach. Die Einführung der Helmpflicht für Straßenrennfahrer, im Speedway und bei Sandbahnrennen machte dem Mützentragen während der Fahrt zumindest in diesen Disziplinen ein Ende. Freizeitfahrer und Fahrer in anderen Disziplinen konnten sich nach wie vor weiterhin einfach mit der Mütze auf ihre Maschine setzen.

Mützen in der Motorradbekleidung nach Einführung der Helmpflicht 1976

Nach Einführung der allgemeinen Helmpflicht wurde das Fahren nur mit Mütze oder Schirmkappe allgemein untersagt. Alle Benutzer von Kleinkrafträdern, Rollern und Krafträdern mussten einen Schutzhelm tragen. Für Mokick- und Mopedfahrer folgte die Vorschrift etwa Mitte 1978, während die Mofafahrer erst ab 1985 Helm tragen mussten. Allerdings wurde der Verzicht auf einen Motorradhelm bis 1. August 1980 noch nicht bestraft. Auch in den 70er Jahren konnte noch ohne Helm gefahren werden. Ab 1980 wurde ein Bußgeld von damals 30 Mark und heute 15 Euro fällig. Nach Einführung der neuen Helmnorm 1988 durften nur noch moderne Integral- und Jet-Helme getragen werden, die Hartschalenhelme waren jedoch noch bis Ende 1990 im Rahmen einer Übergangsfrist erlaubt. Ab 1990 waren nur noch ECE-geprüfte Helme erlaubt, das Fahren nur mit Mütze oder Cap eigentlich - zumindest auf öffentlichen Straßen - nicht mehr möglich.

Mützen und Caps in der heutigen Motorradbekleidung

Nach einigen Normungen über die letzten rund zwanzig Jahre ist heute auch das Tragen der klassischen Halbschalen eigentlich nicht mehr erlaubt. Verwendet werden sie trotzdem. Mützen und Caps findet man bei den Fahrern heute vor allem als Freizeitkleidung. Sie wird aufgezogen, sobald man den Helm abnimmt, um sich bereits von Weitem als Motorradliebhaber zu erkennen zu geben. Teilweise haben Mützen auch noch eine Schutzwirkung, wie etwa bei den Sturmhauben, die bei Kälte und schlechter Witterung unter dem Helm getragen werden können und Gesicht und Kopfbereich warm halten. Mützen, Caps und andere Kopfbedeckungen für Motorradfahrer gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Sturmhauben als Schutzkleidung auf dem Motorrad

Sturmhauben sind auch unter den Bezeichnungen Skimaske, Sturmmaske oder Schlupfmütze bekannt und umhüllen den ganzen Kopf. Je nach Ausführung kann dabei das ganze Gesicht oder auch nur der Augen- und Mundbereich frei sein. Bei einigen Ausführungen sind nur Öffnungen für die Augen vorhanden. Optisch sehr ähnlich ist die im Mittelalter beliebte Gugel. Sturmhauben haben beim Motorradfahren zum einen hygienische Gründe, da sie zum Beispiel Schweiß aufnehmen. Hauptsächlich werden sie jedoch getragen, um einen Schutz gegen Wind und Kälte zu bieten. Oft weisen Sturmhauben für Motorradfahrer hier noch eine zusätzliche Verstärkung im Halsbereich auf. Sturmhauben bestehen in der Regel aus Wolle, Kunst- oder Mischfasergewebe. Bei Outdoor-Sportarten kommen die Mützen auch in Vliesform zum Einsatz oder werden aus speziellen isolierenden Verbundmaterialien gefertigt. Die beim Tauchen verwendeten Eistauchmasken sind der Form der Sturmhaube sehr ähnlich. Sturmhauben sind in der Regel Schwarz. Bei den im kriminellen Bereich verwendeten Hauben zum Identitätsschutz handelt es sich oft nur um Socken, die mit Löchern für Mund und Augen versehen wurden.

Mützen als Kopfbedeckung für Motorradfahrer

Mützen oder auch Kappen stellen weiche Kopfbedeckungen dar, die aus Stoff, Leder, Fell oder Wolle gefertigt sein können. Mützen können zum einen als Kälte-, Wind- und Wetterschutz dienen, werden aber von Motorradfahrern oft auch einfach aus modischen und sozialen Gründen getragen. Mützen gibt es in verschiedenen Formen, können selbst gestrickt oder gehäkelt werden, wie etwa die bekannten MyBoshi-Mützen, oder auch in allen erdenklichen Farben erworben werden. Der Begriff Mütze stammt übrigens vom mittelhochdeutschen Begriff „almuz“, was so viel wie Kapuze bedeutet. Mützen speziell für Motorradfahrer tragen beispielsweise das Logo ihres bevorzugten Herstellers, ihres Lieblingsrennstalls oder auch ihres Motorradclubs und können bei Bedarf mit dem eigenen Namen oder eigenen Zeichen individuell bestickt werden. Solche Anpassungen können selbst oder von entsprechenden Anbietern vorgenommen werden. Mützen mit dem Logo der jeweiligen Hersteller kann man meist bei diesen direkt erwerben.

Caps als Kopfbedeckung für Motorradfahrer

Caps, meist als Baseballcaps oder Basecaps bezeichnet, besitzen einen etwas größeren Schirm als normale Schirmmützen und kommen ursprünglich aus den USA. Mittlerweile werden die Kappen jedoch weltweit und sogar von den Angehörigen verschiedener Behörden und Organisationen getragen. Der Name leitet sich von ihrem ursprünglichen Einsatzzweck, dem Sonnenschutz von Baseball-Spielern ab. Motorradfahrer tragen die Caps meist als Sonnenschutz und aus modischen Gründen, wenn sie gerade nicht mit dem Helm unterwegs sind. Caps bestehen meist aus Leinen, Baumwolle und Wolle und sind im vorderen Bereich versteift. Vorne befindet sich ein Schirm, der als Sonnen-, Regen- und Stoßschutz gilt. Baseballcaps können in vielen verschiedenen Farben erworben werden. Viele Motorradhersteller bieten außerdem Caps mit ihrem Logo für Fans an. Zudem können Sie Ihre Caps individuell besticken lassen, sei es mit Ihrem Namen, dem Ihres Motorrads, Ihres Motorradclubs oder mit einem Zeichen, das Ihnen gefällt. Gestickt werden kann zum Beispiel mithilfe eines Filmoplast-Rahmens.

Bandanas als Kopfbedeckung für Motorradfahrer

Gerade Chopper-Fahrer nutzen auch gerne Bandanas als modische Kopfbedeckung. Hierbei handelt es sich um etwa 60 x 60 Zentimeter große, quadratische Tücher, die am Hinterkopf zusammengebunden und so als Kopftuch verwendet werden. Theoretisch kann man Bandanas auch unter dem Hartschalenhelm tragen. Außer als Kopfbedeckung können die Tücher auch als Halstuch oder Armband zum Einsatz kommen. Bandanas gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen und Farben und teilweise auch mit dem Logo und dem Namen von Motorradmarken. So sind zum Beispiel Lederbandanas von Harley Davidson im Handel erhältlich. Bandanas sind auch als Bikertücher bekannt.

Cowboyhüte als Kopfbedeckung für Motorradfahrer

Einige Motorradfahrer, zum Beispiel viele Chopper-Fahrer, ersetzen Mütze, Cap oder Bandana auch gerne durch einen Cowboyhut. Die klassische Kopfbedeckung aus den USA ist hier der Stetson. Daneben gibt es noch viele weitere Varianten. Als typische Form gilt der "Cattleman". Dieser weist eine breite, seitlich nach oben verlaufende Krempe auf. Außerdem besitzt er ein Hutband aus Leder oder Rips und ist mit den für diesen Hut typischen drei Einbuchtungen am Kopfteil versehen.

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