Daran erkennen Sie defektes Helmzubehör & Visiere

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Daran erkennen Sie defektes Helmzubehör & Visiere

Motorradhelme sind ein unverzichtbarer Bestandteil für alle Zweiradfreunde weltweit, allein schon von Gesetzeswegen her. Ein guter Helm ist wichtig und kann Leben retten, weshalb seine Unversehrtheit oberste Priorität hat und defektes Zubehör tunlichst zu vermeiden ist. Viele verschiedene Formen dieser Schutzvorkehrung gibt es auf dem Markt, was es dem Verbraucher durchaus schwer machen kann, einen adäquaten Überblick über alle Modelle zu bekommen. Unverzichtbar sind Helme für Motorradfahrer in jedem Fall, da sie im Straßenverkehr täglich mehr Risiko ausgesetzt sind. Motorräder besitzen keine Knautschzone, haben weniger Bremsleistung als ein Auto, sind darüber hinaus allerdings auch gleichzeitig wesentlich leistungsstärker. Schutzhelme reduzieren in Kombination mit Motorradkleidung deutlich Verletzungen. Im Folgenden finden Sie daher eine Übersicht über die unterschiedlichen Helmtypen und –hersteller, sowie die Aspekte, die Sie bei Schäden am Zubehör oder den Visieren beachten müssen.

Für jeden ist etwas Entsprechendes dabei - welche Helmtypen gibt es auf dem Markt?

Verschiedene Anwendungsbereiche verlangen verschiedene Sicherheitsvorgaben. Je nach Priorität und Motorradgattung können Sie aus folgenden fünf Bauarten auswählen:

  • Integralhelme
  • Klapphelme
  • Enduro-/Crosshelme
  • Jethelm
  • Halbschalenhelme

Da bei einem Aufprall die Krafteinwirkung in Verformungsenergie umgewandelt wird, ist das Material des Helmes ebenfalls wichtig. Das Innenpolster besteht normalerweise aus Styroporschaum und ist strategisch wichtig zwischen Außen- und Innenschale positioniert. Die Außenschale kann aus zwei unterschiedlichen Materialien bestehen:

  • Duroplaste und Verbundwerkstoffe werden in einem aufwendigen Laminatverfahren hergestellt. Diese Variante ist sehr robust und hart und dadurch ungemein stabil. Dennoch sind sie verhältnismäßig leicht, was diesen Helmtyp vor allem für den Rennsportbereich interessant macht. Diese Variante kostet dafür auch entsprechend mehr.
  • Helme aus Thermoplaste sind dabei die kostengünstigere Variante. Sie sind allerdings weniger robust und altern schneller als die Duroplaste-Variante.

Integralhelme sind die am meisten verbreitete Helm-Variante und gute Alleskönner

Diese sehr gängige Variante beinhaltet Kopf- und Kinnschutz aus einem Guss mitsamt eines komplett verschließbaren Visiers. Das Modell gilt als Alleskönner und sehr guter Allroundschutz, wenn es darum geht, Gesicht und Kinn des Fahrers zu schützen. Das großflächige Visier bietet dabei ein angenehm großes Sichtfeld.

Klapphelme geben sich als flexible und sichere Kombilösung für flexible Ausflüge

Wie der Name bereits andeutet, besitzen Klapphelme den Vorteil, dass sich ihre komplette Kinnpartie hochklappen lässt. Sie sind dadurch flexibler als die Integralhelme, da sie sich beispielsweise während eines Motorradtrips unkompliziert aufklappen lassen, um etwas zu essen oder trinken gönnen, ohne dabei den Helm abzunehmen. Besonders für Brillenträger eignet sich diese Variante besser. Lange Zeit kämpften Klapphelme mit dem Vorurteil weniger sicher und zuverlässig zu sein, als wie Integralhelme. Dies hat sich inzwischen stark verbessert, wenngleich Preis und Gewicht immer noch etwas höher ausfallen.

Enduro- und Crosshelme als ideale Lösung für alle, die lieber sportlich unterwegs sind

Diese Variante richtet sich primär an alle Motorsportler und Crossbiker und wurde eigens dafür entwickelt. Sie ist wesentlich leichter gebaut, besitzt bessere Belüftung und statt eines klassischen Visiers eine Sonnenblende. Eine Schutzbrille ist daher für vollständige Sicherheit unabdingbar. Vereinzelt gibt es auch Modelle mit integriertem Visier, welche dann auch als Hybridhelm bezeichnet werden.

Jethelme als leichte und luftige Alternative für den alltäglichen Straßengebrauch

Trotz seines Namens ist der Jethelm eher für Roller- oder Mopedfahrer von Interesse und damit für alle Zweiradfreunde, die etwas langsamer unterwegs sind. Der Helm besitzt keine Kinnpartie, bietet also weniger Schutz als die geschlossenen Helme, punktet dafür aber mit leichter und luftiger Handhabung. Letzterer ist vor allem dann von Interesse, wenn sie mit geringerem Fahrtwind unterwegs sind. Für leistungsstarke Maschinen ist er dennoch nicht geeignet.

Der Halbschalenhelm kommt im frischen Retrolook, aber mit weniger Schutz

Eine ganz eigene und diskutable Sonderstellung nehmen die Halbschalenhelme ein, welche umgangssprachlich auch als „Braincap“ bezeichnet werden. Der nostalgisch anmutende Charme ist eine Reminiszenz an die Frühphase der Helmentwicklung und erfreut sich wieder steigender Beliebtheit. Kritisiert wird allerdings, dass dieses Retro-Flair nur bedingt gegen Schäden und Verletzungen schützt, da sie lediglich den Bereich oberhalb des Nackens berücksichtigen. Viele Versicherungen kommen daher nicht für Schäden auf, sollte ein solches „Braincap“ während des Unfalls getragen worden sein.

So finden Sie mit viel Geduld und Augenmerk die richtige Helmgröße

Sobald sie sich für einen Helmtyp entschieden haben, ist die Wahl der richtigen Größe der logische nächste Schritt. Dies klingt einfacher, als es in der Tat ist. Doch die Entscheidung muss wohl überlegt sein, denn ein guter Helm muss passfest sitzen. Gleichzeitig sollte er aber auch nicht zu eng sein, da er im Falle eines Unfalls schnellstmöglich abgenommen werden muss. Helme können im Zweifelsfall Leben retten, was eine genaue Auswahl unabdingbar macht.

Starten Sie damit, Ihren Kopfumfang an der breitesten Stelle zu messen, also über Kopf und Ohren. Dieser Richtwert sollte in ungefähr auch Ihrer Helmgröße entsprechen. Die meisten Anbieter von Motorradhelmen sind dazu übergangen hierfür vorgegebene Größen in Kombination mit Buchstaben zu benutzen. Ein Kopfumfang von rund 58 cm wird dann als 57/58 M angegeben und erleichtert Ihnen die Auswahl im Katalog oder vor Ort beim Händler.

Einige Tipps zum Testen der idealen Größe, wenn Sie den Helm aufprobieren

Prinzipiell gilt - je höher die Geschwindigkeit, desto fester sollte Ihr Helm auf dem Kopf sitzen. Eher etwas zu klein mit leichtem Druck als zu groß und ohne festen Halt. Hier sollten Sie eine ausreichende Balance zwischen Größe, Form und Windschnittigkeit finden. Auch das Gewicht ist entscheidend. Sollte der Helm zu schwer sein, laufen Sie Gefahr, Ihre Nackenmuskulatur im Falle eines Unfalls einem erhöhten Verletzungsrisiko auszusetzen. Folgende Tipps sollten Sie nach dem Anprobieren des Helms erst einmal austesten:

  • Sobald der Kinnriemen geschlossen ist, dürfte der Helm sich nicht mehr abnehmen und über den Kopf ziehen lassen. Idealerweise sollten keine zwei Finger mehr zwischen Helm und Gesicht passen.
  • Wackeln Sie am besten nach dem Aufsetzen kurz mit dem Kopf, um die Passgenauigkeit des Helmes zu testen.
  • Vergessen Sie Ihre Brille nicht zur Helm-Anprobe, gesetzt den Fall, Sie sollten Brillenträger sein.

Durchblick und klare Sicht – über die Wahl des richtigen Visiers

Auch die Wahl des richtigen Visiers ist keinesfalls zu unterschätzen. Fast alle gängigen Modelle bieten die Möglichkeit, dieses manuell auszutauschen, besonders die neueren Integral- und Jethelme machen davon Gebrauch. Dadurch können sie die Visiere auf ihren individuellen Geschmack auswählen. Es gibt getönte Visiere, Antibeschlag-Visiere, spezielle Sonnenschutz-Visiere oder leistungsstarke Heizvisiere, welche noch effektiver gegen das Beschlagen der Scheibe vorgehen können. Optional größere Sichtfenster oder herausziehbare Wangenpolster sind als Teil einer Extra-Ausstattung inzwischen erhältlich. Bei Visieren gibt es darüber hinaus auch unterschiedliche Richtlinien und Normen, weshalb sie dringend das E-Prüfzeichen beachten sollen, dass die Nutzung im Straßenverkehr legitimiert.

Visiere sollten schadensfrei sein, bereits ein kleinerer Sprung kann zum Auseinanderbrechen bei höheren Geschwindigkeiten führen. Kleinere Steinschläge, Wind und Witterung können Ihnen zusetzen und damit die Sicht behindern. Besonders insbesondere bei Nacht kann dies hinderlich werden. Auch sind hier getönte Scheiben eher denkbar schlecht für den Gebrauch geeignet. Die Passform des Visiers ist beim Wechsel entscheidend, es muss sich problemlos auf- und zuklappen lassen können und mit dem Helm eine Einheit bilden

Sicherheit geht vor Schnäppchen – achten Sie darauf stets beim Gebrauchtkauf

Häufig sind Helme und ihr Zubehör – von Blenden bis hin zu Gurten – bei Zwischen- und Gebrauchthändlern kostengünstiger als beim Originalhersteller. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da die Qualität oft nicht jener frisch vom Hersteller entspricht. Verschleiß und Schäden treten hier häufiger auf, insbesondere bei bereits benutzten Teilen. Überprüfen Sie daher stets die Herkunft der Teile und ob Sie sich nahtlos an ihren Helm anpassen lassen. Defekte Visiere sind genauso zu meiden, wie ausgeleierte Sicherheitsgurte, die nicht richtig am Helm halten.

Tunlichst zu vermeiden sind gebrauchte Helme mit ersten Abnutzungserscheinungen in der Oberfläche, vor allem wenn diese durch deinen Unfall entstanden sind. Prinzipiell sollten Sie sich lieber zweimal überlegen, ob nicht der Neukauf eines Motorradhelmes die sicherste Variante für Sie darstellt. Aufgrund ihrer wichtigen Schutzfunktion sollte der Preis bei Helmen und dem entsprechenden Zubehör keine Rolle spielen. Qualität ist hier eindeutig wichtiger und es sollte auch in selbige entsprechend investiert werden.

Auf diese Kriterien sollten Sie vor dem Helmkauf achten 

Egal, ob Sie sich am Ende für ein fabrikfrisches oder ein gekauftes Modell entscheiden - abschließend sollten Sie bei der Wahl ihres Helmes diese Gesichtspunkte ebenfalls berücksichtigen:

  • Der Helm sollte aktuellen europäischen Sicherheitsstandards genügen. Dies beinhaltet vor allem die europäische ECE-Prüfnorm 22/05. Sie definiert Größe und Form der Dämpfungsschale, Visiertönung, Belastbarkeit der einzelnen Elemente und andere Aspekte fest. Ein entsprechendes Schild ist in den meisten Fällen im Helminneren eingenäht.
  • Design ist niemals die entscheidende Komponente beim Kauf, passfester Sitz und sicherer Komfort sind wesentlich wichtiger als Farbe und Look.
  • Ausreichend Luftzufuhr sollte auf jeden Fall gewährleistet sein, berücksichtigen Sie daher stets die Belüftungstechnik und wie Sie mit dieser zurechtkommen.
  • Die Isolierung des Helmes ist eine weitere wichtige Komponente. Während einer schnellen Fahrt können Pfeifgeräusche auftreten, welche je nach Präferenz möglichst gering gehalten werden sollen. Hersteller geben den Geräuschpegel von Helmen daher oft in Dezibel an. 85 dB(A) bei 100 km/h gelten hier als guter Richtwert.
  • Informieren Sie sich über optionale Zusatzfunktionen. Viele neuere Helmmodelle bieten eingebaute Kommunikationssysteme, die sich mittels Bluetooth direkt mit Smartphone oder Navigationssystem verbinden lassen. Auf diese Weise ist sogar Radioempfang möglich, wenngleich sie damit beim eigentlichen Fahren vorsichtig umgehen sollten.
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